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Gebietsvertregung Plauen, Region Sachsen - Hersteller von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut - Fördertechnik in Sachsen

Herstellung von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut in Plauen, Sachsen, Deutschland

Schüttgut, Stückgut und Fördertechnik in Plauen

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Förderband, Förderrolle und Fördertechnik in Plauen, Sachsen

 

 

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Plauen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Plauen (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Wappen Deutschlandkarte
50.49512.138333333333412Koordinaten: 50° 30â€Č N, 12° 8â€Č O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Vogtlandkreis
Höhe: 412 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 102,11 kmÂČ
Einwohner:

66.098 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 647 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 08505, 08523, 08525, 08527, 08529, 08541 (Großfriesen), 08547 (JĂ¶ĂŸnitz, Steinsdorf)
Vorwahlen: 03741, 037439 (Steinsdorf)
Kfz-Kennzeichen: V
GemeindeschlĂŒssel: 14 5 23 320
Stadtgliederung: 5 Stadtgebiete mit 38 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Unterer Graben 1
08523 Plauen
WebprÀsenz: www.plauen.de
OberbĂŒrgermeister: Ralf Oberdorfer (FDP, aber als unabhĂ€ngiger Kandidat gewĂ€hlt)
Lage der Stadt Plauen im Vogtlandkreis
Über dieses Bild
Blick vom Rathausturm auf die Johanniskirche und den Altmarkt
Plauen und der Rathausturm im Morgennebel

Die Große Kreisstadt Plauen ist ein Oberzentrum im SĂŒdwesten des Freistaates Sachsen. Mit rund 66.000 Einwohnern ist sie die grĂ¶ĂŸte Stadt des Vogtlandes und die fĂŒnftgrĂ¶ĂŸte Stadt im Freistaat. Seit 1996 ist sie Kreisstadt des Vogtlandkreises, in den die bis dahin kreisfreie Stadt am 1. August 2008 eingegliedert wurde.

1122 wurde die Stadt erstmals urkundlich erwĂ€hnt und entwickelte sich in der folgenden Zeit zur Hauptstadt des Vogtlandes. Durch die aufstrebende Textilindustrie wuchs die Stadt Ende des 19. Jahrhunderts rasant und wurde 1904 Großstadt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt zu fast Dreiviertel zerstört. Die erste Großdemonstration in Plauen wĂ€hrend der friedlichen Revolution in der DDR fand am 7. Oktober 1989 statt.

Wahrzeichen der Stadt sind das Alte Rathaus mit seinem Renaissance-Giebel und der Kunstuhr sowie die Johanniskirche. In der Stadt befinden sich die FriedensbrĂŒcke mit einem der grĂ¶ĂŸten steinernen BrĂŒckenbögen weltweit und am nordöstlichen Stadtrand mit der ElstertalbrĂŒcke die zweitgrĂ¶ĂŸte ZiegelbrĂŒcke der Welt. International bekannt wurde die Stadt durch die Plauener Spitze.

Inhaltsverzeichnis

Plauen liegt im Tal und an den UferhĂ€ngen der Weißen Elster. Im Bereich der EinmĂŒndung der Syra weitet sich das Tal zu einem Becken mit dem Stadtzentrum.

Plauen liegt im MittelvogtlĂ€ndischen Kuppenland. Der Stadtkreis ist deshalb geprĂ€gt durch die typischen, meist bewaldeten Kuppen, auch Pöhle genannt. Er erstreckt sich ĂŒber rund 102 kmÂČ (Stand: Dezember 2002). In Nord-SĂŒd-Richtung dehnt sich der vereinfacht rautenförmige Grundriss auf etwa 16 km und in Ost-West-Richtung auf etwa 12 km aus.

Die mittlere Höhe von 412 Metern ĂŒ. N.N. ist in Plauen ein sehr theoretischer Wert, denn der tiefste Punkt, die Elstersohle mit 305 Metern liegt im Ortsteil Röttis, der höchste Berg ist mit 525 Metern der bewaldete Culmberg im sĂŒdlichen Stadtteil Oberlosa. „Hausberg“ von Plauen ist allerdings der 507 Meter hohe Kemmler, den ein Bismarckturm krönt.[2]

Die Weiße Elster fließt von SĂŒdwesten durch die Ortschaft Straßberg ins ursprĂŒngliche Plauener Stadtgebiet. Etwa in der Stadtmitte schwenkt sie nach Norden, fließt durch den Stadtteil Chrieschwitz und bildet dann die östliche Grenze des Stadtkreises. Dabei teilt sie den Stadtkreis in zwei etwa gleich große Teile.

WĂ€hrend das ursprĂŒngliche Stadtgebiet, also die Innenstadt, ein verdichtetes stĂ€dtisches Wohn- bzw. Mischgebiet ist, sind besonders die jĂŒngsten Eingemeindungen von 1994 bis 1999 durch den hohen Anteil (55 %) an landwirtschaftlicher NutzflĂ€che (LNF) geprĂ€gt. Dies ist der höchste Wert im Vergleich mit den vier nĂ€chstgrĂ¶ĂŸeren StĂ€dten Sachsens. Als einzige dieser StĂ€dte besitzt Plauen eine rein lĂ€ndliche Stadtrandzone. Plauen durchziehen viele GrĂŒnflĂ€chen und besonders im Norden und SĂŒden befinden sich ausgedehnte WaldflĂ€chen. Der Waldanteil ist mit 18 % nach Dresden mit 21 % der zweitgrĂ¶ĂŸte der großen sĂ€chsischen StĂ€dte.[3]

Das hĂŒgelige Umland ist in etwa gleichem VerhĂ€ltnis von Feldern, Wiesen und WĂ€ldern bedeckt. In kurzer Entfernung zur Stadt befinden sich die auch als Naherholungsgebiete genutzten beiden großen Talsperren Pöhl (nordöstlich) und Pirk (sĂŒdlich).

Geologische VerhÀltnisse im Raum Plauen

Geologisch liegt Plauen in der VogtlĂ€ndischen Mulde (VogtlĂ€ndisches Synklinorium). Der grĂ¶ĂŸte Teil der Stadt liegt dabei in der Hauptmulde, der Stadtteil Kauschwitz in einem AuslĂ€ufer der Mehltheuerer Kulmmulde. Die Hauptmulde ist durch zahlreiche Diabaskuppen stark gegliedert, die Kulmmulde erscheint eher gleichmĂ€ĂŸig.

Das Stadtgebiet ist geologisch außergewöhnlich kompliziert aufgebaut. Die vielen verschiedenen Gesteine werden mehreren Formationen des PalĂ€ozoikums zugeordnet. Beeinflusst wurde die Struktur hauptsĂ€chlich in der Zeit der Variskischen Gebirgsbildung. Verschiedene Gesteinsschichten sind gegeneinander verschoben, verworfen und erodiert.

Das breite Kerbsohlental der Elster teilt die Stadt in einen Nord- und einen SĂŒdteil. Der Nordteil steigt, ausgehend von der Elstersohle, in der Innenstadt relativ steil an. Dort hebt sich ein DiabasrĂŒcken heraus, der als steiler Hangabfall auf Höhe des ehemaligen Schlosses zu erkennen ist. Anschließend geht das Gebiet in eher flachere Formationen ĂŒber, die hauptsĂ€chlich aus verschiedenen Ton- und Alaun-Schiefern des Ordoviziums, des Silurs und des Devons bestehen. Durch eine breite Störung sind diese Schieferfolgen gegen die westlich und nordwestlich anschließenden Diabasgesteine abgegrenzt. Die Störung zieht sich etwa von der FriedensbrĂŒcke ĂŒber den BĂ€renstein-Osthang, den RĂ€hnisberg bis etwa zur Carolastraße und verlĂ€uft dann nordöstlich bis zum Pietzschebach. Sie erscheint als eine Zone von stark zersetztem Diabas und Schiefer, wĂ€hrend die westlich der Störung liegenden Gebiete (Haselbrunn, Neundorf, Straßberg) durch verschiedene Diabasgesteine, wie Tuffe, Brekzien und Konglomerate gekennzeichnet sind.

Den SĂŒdteil der Stadt prĂ€gen Tonschiefer des Ordoviziums und des Devons, die sich als breiter Streifen von Reusa bis nach Thiergarten ziehen. Ganz im SĂŒden befindet sich das Diabasgebiet des Kemmlers und des Schwarzen Holzes. In der Ost- und der SĂŒdvorstadt gibt es noch einige Kiesvorkommen, die als junge Flussablagerungen der Weißen Elster angesehen werden.[4]

Das Vogtland und damit auch Plauen liegen in einem der seismisch aktivsten Gebiete Deutschlands. Die Epizentren der Schwarmbeben befinden sich meist in der NÀhe geologischer Störungen. Die IntensitÀt liegt in den meisten FÀllen jedoch unter drei auf der Richterskala, wodurch die Beben kaum wahrgenommen werden.[5]

Panoramablick vom BĂ€rensteinturm
Klimadiagramm von Plauen[6]

In Plauen und im Vogtland herrscht das Klima der warmgemĂ€ĂŸigten feuchten Westwindzone Mitteleuropas mit wechselhafter Witterung. Im Vergleich zu weiter westlich gelegenen Regionen Deutschlands sind deutlich kontinentale EinflĂŒsse (wĂ€rmere Sommer, kĂ€ltere Winter) zu beobachten. Aufgrund des Einflusses der umgebenden Mittelgebirge ist das Wetter im Vogtland wind- und niederschlagsĂ€rmer als in anderen Regionen Deutschlands mit vergleichbarer Höhenlage. In Plauen betrĂ€gt die durchschnittliche Lufttemperatur 7,5 Â°C, wobei die wĂ€rmsten Monate der Juli und der August mit durchschnittlichen Temperaturen von ca. 16 Â°C sind. Im Plauener Raum gibt es im Jahr durchschnittlich 26 bis 30 Sommertage (≄ 25 Â°C) bei einer mittleren Sonnenscheindauer von 1450 bis 1500 Stunden im Jahr. Der durchschnittliche jĂ€hrliche Niederschlag betrĂ€gt in Plauen 582 Millimeter. Dies stellt ein Minimum im Vogtland dar, bedingt dadurch, dass die Stadt im Lee der vorgelagerten Mittelgebiete liegt, sich die Luft am Westerzgebirge staut und die Wolken sich dort abregnen. SchneefĂ€lle sind von November bis April normal, wobei sich nicht immer eine Schneedecke ausbildet. Selten schneit es schon im Oktober oder noch im Mai. In Plauen sind sĂŒdwestliche bis sĂŒdliche Windrichtungen vorherrschend, wobei es in der kalten Jahreszeit zu so genannten „böhmischen Winden“, also KaltluftausflĂŒssen aus dem Böhmischen Becken kommen kann. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit betrĂ€gt etwa 3 bis 4 m/s.[7]

Überblick ĂŒber die Gemarkungen der Stadt Plauen

Die Stadt Plauen ist in die fĂŒnf Stadtgebiete Zentrum, Nord, Ost, SĂŒd und West eingeteilt. Jedes Stadtgebiet besteht aus bis zu zehn Stadtteilen. Die 1996 und 1999 nach Plauen eingemeindeten Stadtteile sind zugleich Ortschaften nach der SĂ€chsischen Gemeindeordnung. Die Ortschaften wurden durch die Hauptsatzung der Stadt Plauen eingefĂŒhrt und haben je einen von der Bevölkerung gewĂ€hlten Ortschaftsrat, der nach der Einwohnerzahl zwischen fĂŒnf und neun Mitglieder hat. Vorsitzender des Ortschaftsrats ist der Ortsvorsteher. In den Ortschaften wurde zum Teil auch eine eigene Ortschaftsverwaltung eingesetzt.

Nachstehend sind die fĂŒnf Stadtgebiete mit ihren Stadtteilen und deren Nummern aufgefĂŒhrt:

  • Stadtgebiet Zentrum:
Altstadt (01), Bahnhofsvorstadt (02), Dobenau (03), Neustadt (04), Obere Au (05), Schlossberg (06)
  • Stadtgebiet Nord:
Hammerstorvorstadt (01), Haselbrunn (02), Preißelpöhl (03), Reißig (04), Reißiger Vorstadt (05), Reißigwald mit Lochhaus (06), JĂ¶ĂŸnitz[A 1] (07), Steinsdorf[A 2] (08), Röttis[A 2], OberjĂ¶ĂŸnitz[A 2], Kauschwitz[A 1] (09), Zwoschwitz (10)
  • Stadtgebiet Ost:
Alt Chrieschwitz (01), Chrieschwitz (02), Großfriesen[A 1] (03), Kleinfriesen (04), Reusa mit Sorga (05), Reichenbacher Vorstadt (06), Tauschwitz (07)
  • Stadtgebiet SĂŒd:
Hofer Vorstadt (01), Meßbach (02), Oberlosa[A 1] (03), Ostvorstadt (04), Reinsdorf (05), Stöckigt (06), SĂŒdvorstadt (07), Thiergarten (08), Unterlosa (09)
  • Stadtgebiet West:
BĂ€renstein (01), Neundorfer Vorstadt (02), Siedlung Neundorf (03), Syratal (04), Neundorf[A 1] (05), Straßberg[A 1] (06)

Plauen grenzt an acht Gemeinden. Sieben davon gehören zum Vogtlandkreis in Sachsen und eine zum Landkreis Greiz in ThĂŒringen. Im Einzelnen sind dies (im Uhrzeigersinn, beginnend mit der thĂŒringischen Gemeinde im Norden): VogtlĂ€ndisches Oberland, Pöhl, Neuensalz, Theuma, Tirpersdorf, Oelsnitz/Vogtl., Weischlitz und Rosenbach/Vogtl..

ArchĂ€ologische Funde weisen darauf hin, dass sich bereits in der Bronzezeit Siedlungen auf dem Plauener Territorium befanden.[8] Von einer Bevölkerung, die ihre Verstorbenen in GrabhĂŒgeln bestattete, zeugen die HĂŒgelgrĂ€ber von Plauen-Chrieschwitz, im Reißiger Wald und auf dem Gebiet von Reinsdorf. Diese Funde stammen von einer Lokalgruppe der Lausitzer Kultur mit engen Verbindungen nach Böhmen, in das Maingebiet und nach ThĂŒringen. Die Besiedelung lĂ€sst sich bis in die Mitte des letzten Jahrtausends vor Christus nachweisen. Mit dem Fund eines LatĂšnezeitlichen HĂŒgelgrabes (um 420 vor Christus) auf dem Gebiet von RuppertsgrĂŒn-Liebau bricht der Siedlungsnachweis im Raum Plauen-Oelsnitz plötzlich ab. Hinweise auf eine germanische Besiedelung im Vogtland wurden bisher nicht gefunden.

Funde von römischen MĂŒnzen aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus zeigen, dass das Plauener Gebiet Bedeutung als Durchzugsgebiet hatte. Eine slawische Besiedelung lĂ€sst sich durch einige Funde erst fĂŒr die Zeit kurz vor 1000 nachweisen, obwohl die Ansiedelung der Slawen schon fĂŒr die Zeit um 800 vermutet wird. In Plauen-Kleinfriesen wurden spĂ€tslawische Scherben entdeckt, die auf Grund von Verkrustungen darauf schließen lassen, dass sich dort eine Pechsiederei befand. Als weitere Beweise fĂŒr eine slawische Besiedelung werden die slawischen Orts-, Flur und GewĂ€ssernamen in der Region angesehen. Auch die Fluraufteilung nach dem Prinzip der Blockflur ist typisch fĂŒr slawische Siedlungsgebiete. Der Name der Stadt Plauen ist ebenfalls slawischen Ursprungs. Er kommt von plavna, was so viel wie Schwemmplatz, FlĂ¶ĂŸplatz bedeutet und sich wahrscheinlich von der Lage im Überschwemmungsgebiet der Elsteraue ableitet.

Die 1122 erstmals urkundlich erwÀhnte Johanniskirche

Die Stadt wurde 1122 erstmals als Vicus Plawe in der Weiheurkunde der Johanniskirche urkundlich erwĂ€hnt. In der Urkunde bestĂ€tigte Bischof Dietrich I. von Naumburg die Kirche, die von Graf Adalbert von Everstein (in anderen Quellen auch Eberstein) erbaut und mit einer Hufe Land im Dorf Chrieschwitz, einem StĂŒck Wald und dem halben Ertrag der ElstermĂŒhle ausgestattet wurde. Der Bischof setzte den Priester Thomas als Pfarrer ein und ĂŒbertrug der Kirche den bis dahin ihm zustehenden Zehnt des etwa 20 Quadratmeilen großen Dobnagaus. Die Stadt gehörte zum Bistum Naumburg-Zeitz und war Sitz eines Archidiakonats.

1214 grĂŒndete der Deutsche Orden eine Niederlassung in Plauen, das Deutsche Haus, dem im Jahr 1224 Vogt Heinrich der Mittlere von Weida die Johanniskirche schenkte. In dieser Schenkungsurkunde wird als Zeuge „de Plawe: Conradus urbanus“ (urbanus = Stadtbewohner) genannt, der frĂŒheste Hinweis, dass Plauen das Stadtrecht erhalten hatte. Eine besondere Urkunde ĂŒber die Verleihung des Stadtrechtes ist nicht erhalten. Am 29. Mai 1244 ist erstmals ein eigener Vogt fĂŒr Plauen bezeugt, Heinrich II. von Plauen. In dieser Urkunde werden sowohl die steinerne BrĂŒcke als auch einige Höfe auf dem linken Ufer der Syra (AnfĂ€nge der Neustadt) erwĂ€hnt. 1263 folgte die erste ErwĂ€hnung der Neustadt. Die Ă€lteste im Stadtarchiv verwahrte Originalurkunde trĂ€gt das Datum 25. Mai 1278. Mit ihr ĂŒbereignete Conrad von Everstein Kunigunde, der Gattin des Vogtes Heinrich von Plauen, das Dorf und die HĂ€lfte des Forstes zu Straßberg als Eigenbesitz und gab ihr das Recht, nach dem Tode ihres Gatten beliebig darĂŒber zu verfĂŒgen. Am 25. Juni 1279 wurde die MĂŒnze der Vögte errichtet, die Vogt Heinrich der Ältere am 11. MĂ€rz 1306 dem Landvolk und den Kaufleuten von Plauen fĂŒr 600 Mark Silber verkaufte. 1328 verzichtete Graf Hermann von Everstein auf alle Lehen im Gebiet Dobene. Damit endete die Geschichte der Eversteiner im Vogtland.

Am 9. August 1329 sind erstmals ein BĂŒrgermeister und geschworene BĂŒrger in Plauen beurkundet. Aus demselben Jahr stammt auch das Ă€lteste Siegel der BĂŒrger (sigillum civium in Plawe). Kaiser Karl IV. erklĂ€rte die Herrschaft Plauen im Jahr 1356 zu einem erblichen Lehen der böhmischen Krone. 1430 belagerten die Hussiten unter FĂŒhrung von Andreas Prokop die Stadt. Sie nahmen das Schloss ein, zerstörten es und töteten 170 Menschen. Anschließend brannten sie die Stadt nieder, wobei weitere 500 bis 900 Menschen starben. Beim Wiederaufbau der Stadt vereinigte man die alte Stadt und die Neustadt. 1438 besetzte KurfĂŒrst Friedrich der SanftmĂŒtige die Stadt. Sie wurde auf kaiserlichen Befehl jedoch an Burggraf Heinrich I. zurĂŒckgegeben, der 1439 wieder einzog. Der Nachfolger Burggraf Heinrich II. ging als Tyrann in die Geschichte ein. Er wurde 1466 von König Georg Podiebrad mit der Reichsacht belegt. Am 10. Februar desselben Jahres nahm Herzog Albrecht, der Schwiegersohn des Königs, der mit der Vollstreckung der Acht beauftragt wurde, die Stadt und die Herrschaft Plauen ein, womit Plauen erstmals unter sĂ€chsische Herrschaft geriet. 1482 verzichtete Burggraf Heinrich III. durch die VertrĂ€ge von BrĂŒx endgĂŒltig auf seine AnsprĂŒche auf Plauen zu Gunsten der Wettiner Ernst und Albrecht.

Bei der Teilung der wettinischen Lande fiel Plauen der ernestinischen Seite zu. Dadurch fasste die Reformation schon verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig frĂŒh Fuß im Vogtland. Seit 1521 wirkte der letzte Komtur des Deutschen Hauses, Georg Eulner, im reformatorischen Sinne. Zusammen mit dem Dominikanermönch Georg Raute predigte er in der Johanniskirche nach der Lehre Martin Luthers. Die Reformation wurde durch Raute und Eulner 1524 in Plauen und bis 1529 im gesamten sĂ€chsischen Vogtland eingefĂŒhrt. Danach war Plauen ĂŒber viele Jahrhunderte eine ĂŒberwiegend protestantische Stadt und wurde Sitz einer Superintendentur, die auch nach dem Übergang an das KurfĂŒrstentum Sachsen beibehalten wurde. Zwei Kirchenvisitationen in den Jahren 1529 und 1533 regelten die endgĂŒltige EinfĂŒhrung der Reformation. Georg Eulner wurde der erste Superintendent in Plauen. Im Sommer 1546, nach dem Ausbruch des Schmalkaldischen Krieges wurde die Stadt befestigt und mit kurfĂŒrstlichen Getreuen besetzt. Der Rat der Stadt wandte sich an Herzog Moritz von Sachsen mit der Bitte um Schutz, der unter der Bedingung der Huldigung gewĂ€hrt wurde.

1547 belehnte König Ferdinand von Böhmen den Enkel des einst vertriebenen Tyrannen Heinrich II. erneut mit der Stadt und der Herrschaft Plauen. Er durfte sich seitdem Burggraf Heinrich IV. nennen. 1548 wurde er auf dem Augsburger Reichstag zum ReichsfĂŒrsten ernannt. Am 15. Mai desselben Jahres brannte die Stadt fast vollstĂ€ndig nieder. Auslöser war ein Schuss, den ein betrunkener BĂŒrger mitten in der Stadt abgefeuert hatte. Das Rathaus, die Kirche, das burggrĂ€fliche Schloss und die Pfarr- und SchulgebĂ€ude brannten nieder. 1550 war das Rathaus wieder aufgebaut und 1556 der Wiederaufbau der Johanniskirche vollendet. Nach dem Tode Heinrichs IV. verpfĂ€ndeten seine Söhne Heinrich V. und Heinrich VI. den Besitz an KurfĂŒrst August von Sachsen, der das Gebiet 1563 endgĂŒltig erwarb.

Stadtansicht um 1650 von MatthÀus Merian

Im Jahr 1600 erließ der Rat der Stadt die erste Schleierordnung. Die Schleierherren wurden als Innung anerkannt. Dadurch sollte der neue Industriezweig der Baumwollwirkerei gestĂ€rkt werden. Schleier oder Schöre sind feine Baumwollgewebe, die als Kopf- und HalstĂŒcher, Halskrausen und Turbane Verwendung finden. 1602 stieg Plauen zur Kreisstadt des Voigtlaendischen Creisses auf. Sie war damit die 13. Kreisstadt des KurfĂŒrstentums. Der neue Kreis umfasste Adorf, Elsterberg, Gefell, MĂŒhltroff, Neukirchen, Oelsnitz, Pausa und Schöneck.

Am 13. August 1632 nahm im DreißigjĂ€hrigen Krieg Feldmarschall Holk Plauen ein. Obwohl sich die Stadt ergeben hatte, wurde sie geplĂŒndert. Am 12. September folgte General Gallas und am 12. Oktober desselben Jahres traf Wallenstein mit der Hauptarmee in Plauen ein, nach dessen Abzug die Stadt in Brand gesteckt wurde. 1634 starb etwa die HĂ€lfte der Bevölkerung in Plauen an der Pest.[9] Bei einem Stadtbrand im Jahre 1635 verbrannte der grĂ¶ĂŸte Teil der oberen Stadt mit der Kirche und den Pfarr- und SchulgebĂ€uden. 1656, nach dem Tod von KurfĂŒrst Johann Georg I. erhielt dessen vierter Sohn, Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz Plauen und das Vogtland. Dieser ĂŒbergab 1667 das Deutsche Haus der Stadt und ließ von 1670 bis 1675 das Schloss wieder aufbauen, das 1548 zerstört worden war. 1681 veröffentlichte Georg Samuel Dörffel sein Werk ĂŒber die Kometenbahnen und 1697 nahm die erste Fahrpost von Dresden und Zwickau nach NĂŒrnberg ihren Dienst auf.

Stadtansicht und Trachten um 1730

Im Jahr 1702 errichtete Johann Friedrich Schildt als BegrĂŒnder der Plauenschen-Weißwaren-Industrie ein Fabrikhaus, in dem die Baumwollweberei in grĂ¶ĂŸerem Umfang betrieben werden konnte. Dem folgte 1753 eine Kattunfabrik. Als Karl XII. wĂ€hrend des Großen Nordischen Krieges Sachsen besetzte, waren von 1706 bis 1707 auch in Plauen schwedische Truppen einquartiert. 1718 starb Herzog Moritz Wilhelm und Plauen fiel wieder an Kursachsen, also an August den Starken. Deshalb wurde 1725 auch eine kursĂ€chsische PostmeilensĂ€ule fĂŒr das BrĂŒckentor angefertigt. WĂ€hrend des SiebenjĂ€hrigen Krieges besetzten die verschiedenen Kriegsparteien Plauen abwechselnd. 1758 wurde der Rat der Stadt mit vorgehaltenen Waffen gezwungen, den Treueeid auf den preußischen König Friedrich II. zu leisten. 1786 trug man die Stadtmauer zwischen Straßberger Tor und Nonnenturm ab, um Platz fĂŒr HĂ€user in der wachsenden Stadt zu schaffen.

Zwischen 1806 und 1815 zogen abwechselnd bayerische, wĂŒrttembergische, preußische, französische, sĂ€chsische und russische Armeen durch Plauen und ließen sich von den BĂŒrgern der Stadt verpflegen oder plĂŒnderten die Stadt. 1812 lagerte Napoleon auf dem Russlandfeldzug in Plauen. 1813 kamen FlĂŒchtlinge der „großen Armee“ und nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurden viele Verwundete in der Gottesackerkirche, in der ein Lazarett eingerichtet worden war, versorgt. Ein großer Teil der Soldaten und etliche Stadtbewohner starben an Typhus.

Ansicht um 1850

Auf die 1702 und 1753 errichteten Fabriken folgten weitere. Im Jahr 1829 stellte Webermeister Schönherr einen Webstuhl fĂŒr Bobinet (eine Art TĂŒll) auf, 1834 folgten ein Jacquardwebstuhl und eine Schweizer Appretur. Am 2. Februar 1832 trat eine neue StĂ€dteverordnung in Kraft, mit der am 4. November die neu gewĂ€hlten Mitglieder des Stadtrates und des Stadtgerichtes eingefĂŒhrt wurden. Zur gleichen Zeit traten auch der BĂŒrgermeister Gottschald, das Stadtverordneten-Kollegium und der grĂ¶ĂŸere BĂŒrgerausschuss ihre Ämter an. 1833, als die Turnerei verboten war, grĂŒndete Otto Leonhard Heubner am Schlossberg in Plauen den ersten Turngarten und 1840 die allgemeine stĂ€dtische Turnanstalt. Die Turnbewegung breitete sich von Plauen rasch in ganz Sachsen aus. 1834 wurde in Plauen ein Hauptsteueramt eröffnet. 1835 wurden der VogtlĂ€ndische Kreis und der Erzgebirgische Kreis zur Kreisdirektion Zwickau vereinigt. Damit verlor Plauen seinen Status als Kreisstadt und war nur noch Sitz der Amtshauptmannschaft Vogtland. Zur Erweiterung der Stadt wurden das Straßberger und das Neundorfer Tor im Jahr 1837 abgetragen. In der Nacht vom 9. zum 10. September 1844 zerstörte ein Stadtbrand einen großen Teil der Innenstadt (107 Wohn- und 199 Seiten- und HintergebĂ€ude). Im Zuge des Neuaufbaus riss man die Reste des Dominikanerklosters ab. Nur der Name Klostermarkt erinnert noch daran. Im November 1848 eröffnete die SĂ€chsisch-Bayrische Eisenbahn die Bahnstrecke Plauen–Hof. Am 16. April 1851 folgte, nach Fertigstellung von Göltzsch- und ElstertalbrĂŒcke, die Strecke bis Reichenbach und weiter bis Dresden. 1857 wurden die ersten Stickmaschinen in Plauen aufgestellt. Am 23. Oktober desselben Jahres grĂŒndete sich der Aktien-Brauverein. Am 31. August 1860 fand die Einweihung des Stadtkrankenhauses statt und 1863 nahm die erste mechanische Baumwollenwaren-Weberei ihren Betrieb auf. Die Mechanisierung ging sehr schnell voran, wie man der folgenden Tabelle entnehmen kann:

Überblick ĂŒber die Mechanisierung[10]
Jahr Anzahl Betriebe Anzahl Maschinen
1863 8 65
1865 9 84
1867 18 159
1869 70 327
1871 167 625
1872 239 907

Zwischen 1871 und 1874 begann die Herstellung von englischen (TĂŒll-)Gardinen. Am 30. November 1874 wurde die Eisenbahnstrecke Plauen–Eger eröffnet und der obere Bahnhof umgebaut und erweitert. Am 8. September 1875 folgte die Eröffnung der Elstertalbahn Im Jahr 1880 gelang es einer Arbeitsgemeinschaft um den Kaufmann Theodor Bickel, erstmals maschinengestickte TĂŒllspitze ohne Unterlage herzustellen. Das zunĂ€chst als SĂ€chsische Spitze bezeichnete Produkt wurde zuerst in Paris auf den Markt gebracht. Schon bald erlangte die inzwischen als Plauener Spitze (Plauen-laces oder dentelles de Plauen) bezeichnete Spitze Weltruf. In den folgenden drei Jahren wurden so viele Stickmaschinen (2258) aufgestellt, wie in den 24 Jahren (seit der Erstaufstellung 1857) zuvor. Damit erlebte auch die Maschinenindustrie einen Aufschwung. Die Maschinenfabrik von Gottlieb Hornbogen lieferte 1881 ihre 100. Stickmaschine aus, 1882 folgte schon die 200. Auch die Fabrik von Hermann Dietrich (spĂ€ter VOMAG) stellte 1882 die 100. Maschine her. 1883 ging die erste Schiffchenstick- oder Dampfstickmaschine in Betrieb, die eine Steigerung der Produktion um das Sechs- bis Siebenfache gegenĂŒber den vorherigen Maschinen erzielte. Der Export konnte deutlich gesteigert werden, so dass am 17. August 1887 die USA ein eigenes Konsulat in Plauen eröffneten.

Am 5. Dezember 1889 wurde das neue Krankenhaus am heutigen Standort in der Reichenbacher Straße seiner Bestimmung ĂŒbergeben. Im Jahre 1894 erfolgte die Inbetriebnahme der Plauener Straßenbahn. 1899 begann der Rotationsmaschinenbau in der damaligen VogtlĂ€ndischen Maschinenfabrik AG. Die 1883 eingefĂŒhrte Ätzspitze fand erst ab zirka 1888 vermehrten Absatz. Im Jahr 1900 erhielten die Plauener Spitzenfabrikanten dafĂŒr den Grand Prix auf der Pariser Weltausstellung. Dies kurbelte den Export weiter an und die Stadt Plauen wuchs weiter sehr schnell (siehe Bevölkerungsentwicklung).

1893 wurde die bis dahin bestehende einzige protestantische Gemeinde der Stadt, die St.-Johannis-Gemeinde, in fĂŒnf eigenstĂ€ndige Kirchengemeinden aufgeteilt. Im 19. Jahrhundert zogen wieder Katholiken in die Stadt. Dies fĂŒhrte zur GrĂŒndung der Pfarrgemeinde Herz-Jesu, die im Jahre 1901 ihre Kirche erbaute. Anfangs gehörten die Katholiken der Stadt wie alle Katholiken im damaligen Königreich Sachsen zum Apostolischen Vikariat mit Sitz in Dresden, das seit 1743 zustĂ€ndiger Verwaltungsbezirk in der Nachfolge des in der Reformationszeit aufgelösten Bistums Meißen war. Aus diesem Verwaltungsbezirk entstand 1921 wieder das Bistum Meißen, seit 1980 Bistum Dresden-Meißen, das heute zur Kirchenprovinz Berlin (Erzbistum Berlin) gehört. Plauen wurde Sitz eines Dekanats, zu dem auch Pfarrgemeinden außerhalb Plauens gehörten.

1904 zĂ€hlte Plauen mehr als 100.000 Einwohner und war damit nach Verdoppelung der Einwohnerzahl innerhalb von zehn Jahren zur Großstadt geworden. 1907 erhielt Plauen den Status einer Kreisfreien Stadt.

Nachdem die Bevölkerungszahl im Jahr 1912 mit 128.014 Einwohnern ihren Höchststand erreicht hatte, ging sie auf Grund der Krise in der Textilindustrie zurĂŒck, durch die viele Einwohner der Stadt arbeitslos wurden und abwanderten. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges nahm die Spitzenproduktion weiter ab. Die Industrie konnte nur bedingt auf Kriegsproduktion umgestellt werden, so dass auch dadurch keine Besserung erfolgte. Im Ersten Weltkrieg fielen rund 3000 Soldaten aus Plauen, ungefĂ€hr 1700 gerieten in Kriegsgefangenschaft.

In der NĂ€he der König-Georg-Kaserne (heute Behördenzentrum) ereignete sich am 19. Juli 1918 in einer Kartuschieranstalt, in der KartuschsĂ€ckchen fĂŒr die Armee hergestellt wurden, eine Explosion, bei der 292 Menschen starben. In der Fabrik, die vor dem Ausbruch des Krieges ein GlĂŒhlampenwerk der AEG war, brach kurz vor 16:30 Uhr ein Feuer im unteren Saal aus, wo das Pulver gewogen und in SĂ€ckchen eingenĂ€ht wurde. Das Feuer verbreitete sich derart schnell, dass die Explosion nicht verhindert werden konnte. Eine Ursache wurde nie ermittelt. In der Fabrik arbeiteten fast nur Frauen, von denen 163 starben. 177 Verletzte konnten geborgen werden; davon starben 129 wenig spĂ€ter. Die meisten Opfer wurden am 24. Juli 1918 in einem Massengrab auf dem Hauptfriedhof bestattet. Das Massengrab und eine GedenkstĂ€tte existieren noch.[11]

Notgeldschein von 1923

Nach dem Ersten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl wieder an, der Vorkriegsstand wurde jedoch nie wieder erreicht.

Im Oktober 1921 entstand in Plauen eine der ersten Ortsgruppen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei außerhalb Bayerns. Auch die Hitlerjugend (HJ) hatte sich in Plauen rasch organisiert. Der Plauener Kurt Gruber war ihr erster ReichsfĂŒhrer. Plauen wurde laut Eintrag im Landratsamt zum 1. Januar 1929 Sitzgemeinschaft der Hitler-Jugend-Bewegung e.V.; damit ging die Leitung der Hitlerjugend auf Plauen ĂŒber. Mit der Unterstellung der HJ unter die SA wurde der Hauptsitz 1931 von Plauen nach MĂŒnchen verlegt. Plauens Bedeutung wurde damit auf einen Großgau zurĂŒckgestuft.

Die Weltwirtschaftskrise 1929 traf die exportorientierte Plauener Wirtschaft besonders hart. Dies machte sich besonders in der Arbeitslosenquote, zeitweise die höchste in Deutschland, bemerkbar. Dadurch erlangte die NSDAP, die den Menschen radikale VerĂ€nderungen versprach, große Beliebtheit in Plauen. Zwischen 1924 und 1933 befand sich der Sitz der Gauleitung der NSDAP in Plauen. Plauen war auch eine der ersten deutschen StĂ€dte, die Adolf Hitler und Paul von Hindenburg die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde verlieh. Alfons Hitzler war 20 Jahre NSDAP-Kreisleiter in Plauen.

Die 1930 eingeweihte, im Bauhausstil errichtete Synagoge der Stadt wurde in der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 durch einen Brandanschlag zerstört und danach nie wieder aufgebaut. Die meisten jĂŒdischen BĂŒrger verließen die Stadt; die ĂŒbrigen wurden spĂ€ter deportiert und ermordet.

Gegen Ende des Jahres 1943 mietete die Firma Osram FabrikrĂ€ume der Plauener Baumwollspinnerei AG in der Hans-Sachs-Straße und der Industriewerke AG in der Roonstraße (heute Luis-Ferdinand-Schönherr-Straße) fĂŒr die MolybdĂ€n- und Wolframvorproduktion und die Herstellung verschiedener GlĂŒhlampentypen. Im FrĂŒhjahr 1944 verhandelte Osram mit dem SS-WVHA ĂŒber 500 Strafgefangene, die in der Produktion eingesetzt werden sollten. Nach der Einigung suchte ein Mitarbeiter zunĂ€chst 250 „junge, gesunde Frauen mit trockenen HĂ€nden“ aus, die Mitte September nach Plauen kamen. So entstanden zwei Außenlager des KZ FlossenbĂŒrg. Am 18. September setzte man die Frauen erstmals zur Zwangsarbeit ein. In Zwölfstundenschichten mussten sie an Halbautomaten verschiedene Lampentypen fertigen. Durch die Luftangriffe auf Plauen wurden die Energieversorgung und Teile der Baumwollspinnerei zerstört. Die Lager wurden am 14. April 1945 gerĂ€umt und die HĂ€ftlinge marschierten in Richtung Karlsbad. In der NĂ€he von Tachau befreite sie die Rote Armee.[12] Ein weiteres Außenlager des KZ FlossenbĂŒrg befand sich bei der Firma Dr. Th. Horn in der Pausaer Straße 284, die in der Luftfahrttechnik tĂ€tig war. Am 9. November 1944 wurden 50 HĂ€ftlinge in das Werk ĂŒberstellt. Es handelte sich dabei um mĂ€nnliche Facharbeiter, von denen einige starben. Nach der Auflösung des Lagers am 27. MĂ€rz 1945 kamen 42 MĂ€nner in das Arbeitslager Lengenfeld. Von dort traten sie den Todesmarsch ĂŒber Johanngeorgenstadt nach Nordböhmen an. In PĂ­stov endete der Marsch. Eine nicht genau bekannte Anzahl kam dabei ums Leben.[13]

Bombenangriffe auf Plauen.[14]
Datum Bomber (Anzahl und Typ) Angriffsverband Tonnen Sprengstoff Todesopfer
12. September 1944 30 B-17 8. USAAF ≈ 82,5 130
16. Januar 1945 36 B-17 8. USAAF ≈ 97,2 132
23. Februar 1945 110 B-17 8. USAAF ≈ 325 387
3. MĂ€rz 1945 11 B-17 8. USAAF ≈ 27,5 21
5. MĂ€rz 1945 24 B-17 8. USAAF ≈ 59 74
17. MĂ€rz 1945 125 B-17 8. USAAF ≈ 350,9 52
19. MĂ€rz 1945 436 B-17 8. USAAF ≈ 1103,4 394
21. MĂ€rz 1945 107 B-17 8. USAAF ≈ 312,3 43
26. MĂ€rz 1945 269 B-17 8. USAAF ≈ 734,2 45
4. April 1945 8 Mosquitoes RAF ≈ 7,3 5
5. April 1945 151 B-24 8. USAAF ≈ 348,4 85
8. April 1945 86 B-17 8. USAAF ≈ 258,3 60
9. April 1945 37 Mosquitoes RAF ≈ 68,5 40
10. April 1945 307 Lancasters; 8 Mosquitoes RAF ≈ 1965 > 890
Gesamt ≈ 5739,5 > 2358
Angriffsplan der 95th USAAF Bomb Group

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges blieb Plauen lange Zeit von Angriffen verschont, wurde aber gegen Ende des Krieges stark zerstört. Am 12. September 1944 erfolgte der erste große Luftangriff der US-Airforce (USAAF), dem im MĂ€rz und April 1945 mehrere Bombenangriffe der USAAF und der RAF folgten. Den folgenreichsten und letzten der insgesamt 14 Luftangriffe erlebte die Stadt am 10. April. Allein in dieser Nacht fielen den Angriffen der britischen Bomber etwa 900 Menschen zum Opfer. 1965 Tonnen Sprengstoff zerstörten 164 Hektar des Stadtgebietes. Insgesamt forderten die Luftangriffe in Plauen mindestens 2340 Menschenleben. Ziele der Luftangriffe waren der Obere Bahnhof, wobei die gesamte Bahnhofsvorstadt, die Infrastruktur und die Industrieanlagen der VOMAG zerstört wurden. Doch zwischen den vorgesehenen Abwurfzielen und den tatsĂ€chlich getroffenen FlĂ€chen gab es mitunter große Abweichungen. Diese Feststellung grĂŒndet sich vorwiegend darauf, dass der Zerstörungsgrad von KulturstĂ€tten 80 %, von Wohnraum 78 %, von BetriebsgebĂ€uden 70 %, von Verwaltungseinrichtungen 55 % und des Verkehrsnetzes 48 % betrug. 91 % des Gasnetzes (150 km Rohrleitungen) und circa 200 Kilometer des Wassernetzes wurden außer Betrieb gesetzt. Die stĂ€dtischen Versorgungsnetze und der stĂ€dtische Verkehr kamen durch die Angriffe vollstĂ€ndig zum Erliegen. Es entstanden Reparaturkosten von 4,5 Millionen Reichsmark. Durch die Zerstörung wichtiger Infrastrukturanlagen wie des BahnhofsgebĂ€udes und des Syratalviadukts brach der Schienenverkehr zusammen. Auch der Automobilverkehr war bis zur RĂ€umung der teils verschĂŒtteten Straßen stark behindert. Die Plauener Straßenbahn konnte den Betrieb nach achtmonatiger Pause und Wiederherstellung der Gleisanlagen wieder aufnehmen, wĂ€hrend der Eisenbahnverkehr in den nĂ€chsten Jahren nur eingleisig möglich war. Durch die Angriffe wurden etwa 75 % der Stadt zerstört. Im Stadtzentrum zĂ€hlte man 12.600 Bombentrichter. Mit einer Bombenlast von 185,4 t/kmÂČ war Plauen eine der am stĂ€rksten zerstörten StĂ€dte Deutschlands (mehr als z. B. Dresden mit circa 60 %).

Am 16. April 1945 wurde Plauen zunĂ€chst von dem aus Westen vorrĂŒckenden 347. US-Infanterieregiment besetzt. WĂ€hrend der amerikanischen Besatzung erfolgten Demontagen hauptsĂ€chlich von Spitzentechnologie (z. B. Feinstbohrwerke der VOMAG), Konstruktionsunterlagen wurden beschlagnahmt. Die fĂ€higsten Facharbeiter und Ingenieure brachte man in die amerikanische Besatzungszone. Die Amerikaner versuchten, möglichst schnell wieder eine funktionierende Zivilverwaltung aufzubauen und griffen dabei auf nach 1933 entlassene Fachleute zurĂŒck. Entsprechend den Vereinbarungen der Konferenz von Jalta zogen sich die Amerikaner am 30. Juni 1945 aus Westsachsen zurĂŒck und ab 1. Juli nahmen die Sowjets den Rest der ihnen zugesprochenen Besatzungszone in Besitz.

WĂ€hrend der sowjetischen Besatzung wurden viele Industrieanlagen als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion verbracht. Ab 1946 begann die Enteignung und Verstaatlichung der Großbetriebe. Es wurden Volkseigene Betriebe gegrĂŒndet und die Bodenreform durchgefĂŒhrt.

1950 wurde damit begonnen, dem durch die starken Zerstörungen hervorgerufenen Wohnungsmangel entgegenzuwirken. Um kostensparend und schnell neuen Wohnraum zu schaffen, fĂŒhrte man die neuen WohngebĂ€ude in der als unansehnlich geltenden, aber aufgrund der Zentralheizung beliebten Plattenbauweise aus. Besonders der Stadtteil Chrieschwitz, das Mammengebiet und die Umgebung des Oberen Bahnhofs sind von dieser Bauweise geprĂ€gt.

Nach dem Krieg fand 1955 das erste Plauener Spitzenfest statt, das jĂ€hrlich einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt ist. 1974 wurde 750 Jahre Stadt Plauen gefeiert. Es existiert zwar keine Urkunde mehr ĂŒber die Verleihung der Stadtrechte, allerdings dokumentiert eine andere Urkunde, dass Plauen schon 1224 als Stadt bezeichnet wurde. Dementsprechend muss die Ernennung zur Stadt bereits vor 1224 erfolgt sein. Auf diese Weise ließ sich das StadtjubilĂ€um mit 25 Jahre DDR kombinieren, worauf die damalige Regierung Wert gelegt hatte.

Die Lage unmittelbar an der innerdeutschen Grenze war einer der GrĂŒnde dafĂŒr, dass die Entwicklung Plauens nach 1945 weiter stagnierte. Die Zahl der Einwohner nahm kontinuierlich ab. Plauen beherbergte an der Frontlinie des Kalten Krieges eine starke Garnison der Sowjetarmee, daneben Einrichtungen der DDR-Grenztruppen wie eine Offiziershochschule. In Plauen gab es zwar einige Großbetriebe wie die Plamag, die auch im Ausland erfolgreich waren. Doch konnte die Stadt ihre frĂŒhere wirtschaftliche Bedeutung nicht wiedererlangen.

Gedenktafel auf dem Plauener Theaterplatz, anlĂ€sslich der ersten Großdemonstration am 7. Oktober 1989
Demonstration mit ca. 40.000 Teilnehmern vor dem Plauener Rathaus am 28. Oktober 1989

Nachdem am 1. Oktober 1993 die stĂ€dtische Galerie e.o.plauen mit einer Erich-Ohser-Ausstellung eröffnet wurde, wurde am 3. Oktober 1993 die e.o.-Plauen-Gesellschaft e. V. gegrĂŒndet. Als ihr erster PrĂ€sident wurde Willi Daume gewĂ€hlt. Vom 5. bis 7. September 1997 fand der Tag der Sachsen mit 380.000 Besuchern in Plauen statt. Nach einem Volksentscheid im Jahr 1999 wurde 2001 im Stadtzentrum ein Einkaufszentrum, die Stadt-Galerie, errichtet. Die LohmĂŒhlenanlage, eine GrĂŒnflĂ€che, wurde bebaut. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch die Zentralhaltestelle Tunnel der Straßenbahn komplett erneuert und teilweise verlegt. Kritiker bemĂ€ngeln, dass durch den Bau der Stadtgalerie die bisherige Einkaufsstraße, die Bahnhofstraße, abgewertet wurde und seitdem viele GeschĂ€fte aus der Bahnhofstraße entweder in die Stadtgalerie zogen oder schließen mussten. 2002 erhielt die Stadt einen ersten Preis fĂŒr das „integrierte Stadtentwicklungsprogramm“ (InSEK) vom Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. 2003 und 2008 wurde die Stadt als Kommune des Jahres ausgezeichnet.[20]

Plauen wehrte sich intensiv gegen PlĂ€ne des sĂ€chsischen Innenministeriums, der Stadt im Zuge der Kreisgebietsreform den Status einer kreisfreien Stadt zu nehmen, den sie seit 1907 besaß. Am 22. April 2008 lehnte der SĂ€chsische Verfassungsgerichtshof die von der Stadt Plauen beantragte einstweilige VerfĂŒgung zur Aussetzung der Kreisgebietsreform ab.[21] Damit wurde Plauen zum 1. August 2008 als Kreisstadt wieder in den Vogtlandkreis eingegliedert.

Am 1. MĂ€rz 2010 trat Plauen der Initiative Mayors for Peace bei, einer Internationalen Nichtregierungsorganisation die sich hauptsĂ€chlich fĂŒr die atomare AbrĂŒstung einsetzt. Die Vertreter der Stadt wollen auch bei den PartnerstĂ€dten fĂŒr diese Initiative werben.[22] Auf der Stadtratssitzung vom 27. Mai 2010 wurde zudem der Beitritt zum Rat der Gemeinden und Regionen Europas beschlossen.[23] Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit konnte OberbĂŒrgermeister Oberdorfer am 3. Oktober 2011 stellvertretend fĂŒr die Stadt Plauen den Einheitspreis (Sonderpreis der Jury) der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung entgegennehmen. Zur BegrĂŒndung hieß es: „Mit dem Sonderpreis der Jury fĂŒr die Stadt Plauen will die Jury an die Zivilcourage der dortigen Bevölkerung erinnern, die sich am 7. Oktober 1989, dem Nationalfeiertag der DDR, von Stasi, Volkspolizei und Wasserwerfern nicht daran hindern ließ, fĂŒr ein Ende der SED-Diktatur zu demonstrieren. In der öffentlichen Wahrnehmung standen die Plauener im Schatten von Leipzig und Berlin, aber sie markierten den Wende-Punkt im dramatischen Revolutionsherbst von 1989.“[24] Am 7. November 2011 wurde der Stadt der European Energy Award verliehen.[25]

Überblick ĂŒber die Eingemeindungen
Datum Gemeinde / Gemarkung
1. Januar 1899 Haselbrunn
2. Januar 1900 Chrieschwitz
1. Juli 1903 Kleinfriesen, Reusa, Sorga, Tauschwitz
1922 Reißigwald
1939 Reißig
1940 Pfaffenhaus
1. Januar 1949 Reinsdorf
1. Juli 1950 Oberlosa, Stöckigt, Thiergarten, Unterlosa
1. Januar 1994 Messbach
1. Januar 1996 Großfriesen
1. Januar 1999 JĂ¶ĂŸnitz, Neundorf, Straßberg, Kauschwitz

Die Chroniken berichten von mehreren Ein- und Ausgliederungen von umliegenden Gemeinden und Gemarkungen. Die Stadt kaufte GrundstĂŒcke in guten Zeiten und verkaufte sie wieder, wenn sie Geld brauchte. Erst im 20. Jahrhundert begann man, Gemeinden und Gemarkungen endgĂŒltig einzugemeinden.

Als erste der Eingemeindungen wurde Chrieschwitz urkundlich erwĂ€hnt. In der Urkunde, in der Plauen erstmals erwĂ€hnt wurde, tauchte auch Chrieschwitz auf. Die Johanniskirche wurde mit einer „Hufe Land im Dorfe Chrieschwitz“ dotiert. Im Jahr 1589 kaufte der Rat der Stadt Plauen das Rittergut Chrieschwitz. Um die Schulden zu tilgen, die sich wĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges angehĂ€uft hatten, wurde das stark beschĂ€digte Rittergut Chrieschwitz im Jahr 1635 fĂŒr 5000 Gulden an Christian Winkelmann verkauft. Am 14. Juni 1899 beschloss der Gemeindevorstand von Chrieschwitz die Eingemeindung des Dorfes in die Stadt Plauen einzuleiten. Am 7. September 1899 stimmte der Plauener Stadtrat zu. Die Eingemeindung trat zum 2. Januar 1900 mit der Übergabe des Vermögensbestandes an die Stadt Plauen in Kraft.

Am 14. MĂ€rz 1611 kaufte der Stadtrat das Gut Haselbrunn aus dem Konkurs des kurfĂŒrstlichen Amtsschlossers Nocolas Wenigel fĂŒr 1050 Gulden. FĂŒr weitere 1800 Gulden wurden der Rehnsberg (RĂ€hnisberg), das Heidenreich, das Erbholz sowie Kembler (Kemmler) und Glockenberg gekauft. Am 21. August 1613 konnte der Rat fĂŒr 2500 Gulden auch die restlichen Haselbrunner GrundstĂŒcke aus der Konkursmasse erwerben. Bis 1829 wurde das Vorwerk Haselbrunn verkauft, um die Kriegsschulden der Stadt zu bezahlen. Am 6. September 1898 beschloss der Stadtrat einstimmig die Eingemeindung von Haselbrunn. Zum 1. Januar 1899 trat diese in Kraft.

1589 kaufte der Stadtrat Plauens das ehemalige Vorwerk Reusa von Christoph Abraham von Raab. Im Jahr 1627 musste die Stadt das Vorwerk fĂŒr 12.000 Gulden an Christian von Winkelmann verkaufen, nachdem durch Seuchen, Teuerungen und BevölkerungsrĂŒckgang das Geld knapp geworden war. Am 11. Juni 1901 wurde das Rittergut mit 337 Hektar Land fĂŒr 725.000 Mark wieder gekauft. Am 16. Oktober 1902 fasste der Gemeinderat Reusas einstimmig den Beschluss, die Eingemeindung der Ortsgemeinde beim Plauener Stadtrat zu beantragen. Dieser beschloss am 7. April 1903 einstimmig die Verbandsgemeinde mit Reusa (einschließlich Rittergut), Kleinfriesen, Sorga und Tauschwitz zum 1. Juli einzugemeinden.

1467 kaufte der Plauener Stadtrat die WĂŒstung Reißig und baute sie zu einem Vorwerk aus. 1829 musste das inzwischen Rittergut gewordene Reißig verkauft werden (zusammen mit Haselbrunn), um die Kriegsschulden der Stadt zu tilgen. 1939 wurde Reißig eingemeindet.

Im Jahr 1578 pachtete der Stadtrat das Rittergut Reinsdorf vom KurfĂŒrsten. Am 24. Januar 1614 kaufte man es schließlich fĂŒr 15.000 Gulden, nachdem man schon 1602 die beiden zugehörigen MĂŒhlen erworben hatte. 21 Jahre spĂ€ter, im Jahr 1635, verkaufte die Stadt Reißig an Joachim von Reibold, um die Schulden des DreißigjĂ€hrigen Krieges bezahlen zu können. 1949 wurde Reinsdorf eingemeindet.

1950 wurden Ober- und Unterlosa, Stöckigt und Thiergarten eingemeindet. Im Zuge der Kreisreform folgten 1994 Meßbach und 1996 Großfriesen. 1999 fanden die bislang letzten Eingemeindungen statt. Seitdem gehören Kauschwitz (mit Zwoschwitz), Neundorf, Straßberg und JĂ¶ĂŸnitz (mit Röttis, Steinsdorf und OberjĂ¶ĂŸnitz) zu Plauen.[26][27]

Diagramm zur Bevölkerungsentwicklung

→ Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Plauen

Die Einwohnerzahl ĂŒberschritt 1904 die Grenze von 100.000, wodurch Plauen zur Großstadt wurde. 1912 erreichte die Bevölkerungszahl mit 129.000 ihren historischen Höchststand. Mit der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg lag Plauen an der Westgrenze der Sowjetischen Besatzungszone. Unter anderem dadurch nahm die Einwohnerzahl stark ab, so dass sie heute weit von der Großstadtgrenze entfernt ist. Laut einer Prognose der Bertelsmann AG wird die Einwohnerzahl der Stadt in den nĂ€chsten Jahren weiterhin deutlich abnehmen.

Am 31. Dezember 2010 betrug die amtliche Einwohnerzahl fĂŒr Plauen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen 66.098 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern).

Die Arbeitslosenquote im Bereich des Arbeitsamtes Plauen liegt bei 11,0 % (Stand Januar 2012) und liegt damit im sĂ€chsischen Durchschnitt.[28]

Seit der Wiedervereinigung steigt das Durchschnittsalter der Einwohner kontinuierlich an, etwa 31 % der Bevölkerung hat das Alter von 60 Jahren ĂŒberschritten. WĂ€hrend die Zahl der Gesamtbevölkerung rĂŒcklĂ€ufig ist, wird eine steigende Zahl von BĂŒrgern ĂŒber 60 Jahren verzeichnet.

Etwa zwölf bis dreizehn Prozent der Einwohner gehören der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens an. Die fĂŒnf Gemeinden (Johannis-, Luther-, Paulus-, Markus-, und Michaelisgemeinde) gehören zum Kirchenbezirk Plauen in der Region Zwickau. In Plauen befindet sich auch der Sitz des Superintendenten Matthias Bartsch.[29]

Seit 1892 gibt es eine römisch-katholische Gemeinde in Plauen. Sie gehört zum Bistum Dresden-Meißen und wird von Dekan Heinz-Claus Bahmann betreut. Von den 2.500 GlĂ€ubigen, die zur Pfarrei Plauen gehören, sind ein großer Teil Zugezogene aus anderen Regionen Deutschlands oder aus Osteuropa.[30]

Die Erlöserkirche – Gotteshaus der Evangelisch-methodistischen Gemeinde Plauens

In Plauen existieren neben der evangelischen Landeskirche und der römisch-katholischen Kirche weitere Kirchen, Gemeinschaften, Religionen, je unterschiedlicher PrÀgung und Ausrichtung:

Zum ersten Mal trafen sich 1869 AnhÀnger der Evangelisch-methodistischen Kirche, damals noch illegal, in Plauen. Das Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Gotteshaus wurde 1945 bei einem Bombenangriff zerstört. 1952 bis 1954 wurde die heutige Erlöserkirche errichtet. Sie gilt als erster Neubau Plauens nach dem Zweiten Weltkrieg. Die etwa 450 Glieder zÀhlende Gemeinde wird seit 2005 von Pastor Thomas Roscher geleitet.[31]

Die Evangelisch-Lutherische MatthĂ€usgemeinde der altkonfessionellen SelbstĂ€ndigen Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) wurde zwischen 1880 und 1890 von Lengenfeld aus gegrĂŒndet. Damals gehörte sie noch zur Evangelisch-Lutherischen Freikirche (ELFK). Von 1922 bis 1999 befand sich der Gemeindesaal im Stadtteil Preißelpöhl. 1999 wurde dann die Kirche und das Gemeindezentrum im Stadtteil Haselbrunn eingeweiht. 2004 trat diese lutherische Kirchengemeinde nahezu geschlossen per Gemeindeversammlungsbeschluss aus der ELFK aus und in die SELK ein. Sie gehört mit ihrem Übertritt zum Kirchenbezirk Sachsen-ThĂŒringen der SelbstĂ€ndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Seit 2006 leitet Pfarrer Harald Karpe die Gemeinde.[32] Im Sommer 2011 wurde ein Glockenturm eingeweiht, der die kleinste Glocke aus dem ehemaligen GelĂ€ut der Lutherkirche hĂ€lt.[33]

Die Adventgemeinde wurde 1902 gegrĂŒndet und erwarb 1949 das GrundstĂŒck auf dem vor dem Zweiten Weltkrieg die Plauener Synagoge stand. 1972 konnte ein Neubau eingeweiht werden. Die Gemeinde wird von Pastorin Teresa Patjens geleitet.[34]

GegenĂŒber dem Hauptfriedhof im Stadtteil Reusa befindet sich das Gemeindezentrum der Neuapostolischen Kirche (NAK), das 1996 eingeweiht wurde. Die Gemeinde umfasst etwa 470 Gemeindeglieder.[35] 1921 spaltete sich die heutige Apostolische Gemeinschaft von der NAK ab. Die Glieder der Plauener Gemeinde besitzen kein eigenes Gotteshaus und nutzen fĂŒr ihre Gottesdienste die RĂ€ume der Adventgemeinde.[36]

In der Lindenstraße befindet sich seit 1997 das Gemeindezentrum der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde. Sie wurde 1890 erstmals erwĂ€hnt und wird, wie in BrĂŒdergemeinden ĂŒblich, nicht von einem Pfarrer sondern von GemeindeĂ€ltesten geleitet.[37] Im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden ist die BrĂŒderbewegung mit den Baptisten zusammengeschlossen. Diese haben ein Gemeindehaus in der Eugen-Fritzsch-Straße, das 1974 eingeweiht wurde. Derzeit wird die Gemeinde von Pastor Daniel Papp betreut. Die Gemeinde ist in verschiedenen sozialen Projekten, wie zum Beispiel dem Blauen Kreuz engagiert.[38]

Erst seit 1996 existiert in Plauen die Pfingstgemeinde, die sich inzwischen in der JĂ¶ĂŸnitzer Straße trifft. Die Gottesdienste werden von Pastor Martin Breite geleitet. Die GrĂŒndung der Gemeinde geht zurĂŒck auf die Gemeinden in Zobes und Hof sowie auf den schwedischen Missionar Christer Birgersson.[39]

Die Gemeinde der von Rudolf Steiner begrĂŒndeten Christengemeinschaft befindet sich seit 1997 in der Heinrichstraße. Die Gemeinde wird derzeit von Pfarrerin Karin Fleischer aus Chemnitz betreut. Schon kurz nach GrĂŒndung der Bewegung 1922 versammelten sich die ersten Mitglieder in Plauen. Die BemĂŒhungen nach der Wende einen Waldorfkindergarten zu grĂŒnden scheiterten.[40]

In der Hammerstraße befindet sich der 1998 errichtete Königreichssaal der Zeugen Jehovas. Der Bau wird von der Plauener und der Oelsnitzer Versammlung (Gemeinde) genutzt. Im sĂ€chsischen Vogtland leben etwa 950 Zeugen in 13 Versammlungen, was eine hohe Dichte im VerhĂ€ltnis zur Bevölkerung darstellt.[41]

1908 wurde die Plauener Gemeinde der Mormonen (offiziell: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) gegrĂŒndet. Zwischen 1988 und 1990 wurde ein Gemeindezentrum im Stadtteil Chrieschwitz gebaut. Der fĂŒr Plauen zustĂ€ndige Tempel, in dem zum Beispiel die Totentaufe vollzogen wird, befindet sich in Freiberg.[42]

Auch nichtchristliche GlĂ€ubige versammeln sich in Plauen. In einer ehemaligen GaststĂ€tte in der Dobenaustraße wurde 2009 der bisher einzige Moscheeraum im Vogtland eingerichtet. Mohammed Hamidi leitet als Imam die muslimische Gemeinde. Bisher besteht die Gemeinde hauptsĂ€chlich aus Migranten aus traditionell islamischen LĂ€ndern.[43]

In der NĂ€he des Oberen Bahnhofs trifft sich eine kleine Gruppe von Bahai. Offiziell stellt sie jedoch noch keine eigene Gemeinde dar.[44]

Bis zur Pogromnacht 1938 befand sich eine jĂŒdische Synagoge in der Senefelderstraße, Ecke Engelstraße. Sie wurde 1928 bis 1930 im Stil der Neuen Sachlichkeit nach PlĂ€nen des Architekten Fritz Landauer gebaut.[45] Seit der Zerstörung der Synagoge und der Verfolgung und Vernichtung der Juden im Dritten Reich existiert keine jĂŒdische Gemeinde mehr in Plauen.

Im 13. Jahrhundert stand an der Spitze der Stadt ein Kollegium unter einem „officiatus“. Ab 1329 sind BĂŒrgermeister und Ratsherren nachweisbar. Es gab einen „sitzenden“ und einen „ruhenden“ Rat. Die Zahl der BĂŒrgermeister und Ratsherren variierte mehrmals. Seit 1882 tragen die StadtoberhĂ€upter den Titel OberbĂŒrgermeister und der erste besoldete Stadtrat den Titel BĂŒrgermeister. WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus wurde der OberbĂŒrgermeister von der NSDAP eingesetzt und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungsmacht den Rat der Stadt; die Stadtverordnetenversammlung wurde vom Volk gewĂ€hlt. Der erste sowjetische Stadtkommandant in Plauen war Oberstleutnant Komarow. Nach der Wiedervereinigung wurde das als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewĂ€hlt. Es gab zunĂ€chst einen besonderen Vorsitzenden des Stadtrats. Heute ist es der OberbĂŒrgermeister, den anfangs der Stadtrat wĂ€hlte. Seit 1994 wird der OberbĂŒrgermeister direkt vom Volk gewĂ€hlt.

Der derzeitige OberbĂŒrgermeister Ralf Oberdorfer wurde bei den Wahlen am 24. Juni 2007 mit einer deutlichen Mehrheit von 87,1 % (bei drei Gegenkandidaten) in seinem Amt bestĂ€tigt.

→ Siehe auch: Liste der BĂŒrgermeister von Plauen

Der Stadtrat hat seit der letzten Wahl am 7. Juni 2009 nur noch 42 Mitglieder. Im Zuge der Kreisreform 2008 wurde die GrĂ¶ĂŸe des Stadtparlaments angepasst und von 48 Sitzen auf 42 reduziert. Die Kommunalwahlen von 1994 bis 2009 hatten folgende Ergebnisse:

Sitzverteilung im Stadtrat der Stadt Plauen nach der Wahl am 7. Juni 2009
Parteien und WĂ€hlergemeinschaften 2009[46] 2004[47] 1999[48] 1994[49]
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 27,9 12 33,3 17 36,4 18 35,9 19
Die Linke Die Linke [1] 23,3 10 28,4 14 21,9 11 15,5 8
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,2 8 15,3 7 23,6 12 22,5 12
FDP Freie Demokratische Partei 17,0 7 [2] 13,1 5 6,1 3 8,5 3
B'90/GrĂŒne BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 6,6 3 4,5 2 4,6 2 10,3 5
WV WĂ€hlervereinigungen [3] 3,8 1 -- -- 3,1 1 7,1 1
NPD Nationaldemokratische Partei Deutschlands 2,9 1 -- -- -- -- -- --
DSU Deutsche Soziale Union 1,1 -- 3,9 2 3,6 1 0,2 --
Sonstige 0,2 -- 1,5 -- 0,7 -- 0 --
Gesamt 100 42 100 48 100 48 100 48
Wahlbeteiligung in % 38,1 36,1 47,9 65,1

[1] Bis einschließlich 2004 PDS
[2] Im November 2010 trat ein FDP-Mitglied aus der Partei aus und sitzt nun als fraktionsloses Mitglied im Stadtrat.[50]
[3] 1994 und 1999 FWP = Freie WĂ€hler Plauen; 2009 Initiative Plauen

→ Hauptartikel: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Plauen

Am 13. Oktober 2005 wurde das erste Jugendparlament Plauen (JUPP) durch SchĂŒler und SchĂŒlerinnen gewĂ€hlt und umfasste 30 Abgeordnete aus den weiterfĂŒhrenden Schulen Plauens. Rund 4800 Plauener SchĂŒler wĂ€hlten am 4. April 2007 das zweite Jugendparlament, das aus 17 Abgeordneten bestand. Die dritte Wahl zu diesem Gremium fand am 6. Oktober 2009 statt. 3794 wahlberechtigte Jugendliche konnten aus 44 Kandidaten die nunmehr 35 Abgeordneten wĂ€hlen.[51] Das vierte Jugendparlament wurde am 19. Januar 2012 gewĂ€hlt und hat wieder 30 Mitglieder. Wahlberechtigt waren knapp 4.000 Kinder und Jugendliche zwischen 14 und 25 Jahren.[52] Das Parlament ist maßgeblich am Bundesprogramm Vielfalt tut gut im Förderbereich Plauen/Vogtland beteiligt, indem es unter anderem die Mitglieder des fĂŒr Plauen zustĂ€ndigen Begleitausschusses gewĂ€hlt und einen Vertreter entsandt hat. Hauptaufgabe des JUPP ist die Vertretung der Interessen der Kinder und Jugendlichen im Plauener Stadtrat und dessen Gremien. Das Jugendparlament hat dort ein Rederecht und darf AntrĂ€ge einbringen. Dem JUPP stehen 3.000 Euro im Jahr zur VerfĂŒgung.[53]

Das Ă€lteste Siegel von 1329 – (inzwischen entfernte) Abbildung an einer Hauswand in der Bahnhofstraße

Das Wappen der Stadt Plauen geht zurĂŒck auf das Siegel, das erstmals 1329 erwĂ€hnt wurde. Es zeigt in Rot zwei stilisierte dreizinnige silberne TĂŒrme mit SpitzdĂ€chern und je zwei ĂŒbereinander angeordnete, mit gotischem Maßwerk verzierte schwarze Fensteröffnungen, verbunden durch eine silberne Mauer mit gotischem Torbogen, belegt mit einem dreieckigen schwarzen Herzschild, darin ein aufgerichteter goldener Löwe, dem Herzschild aufgesetzt ein goldener Stechhelm mit grĂŒnen Pfauenfedern, vorn glatte, hinten gespiegelte.[54] Die heutige Form des Stadtwappens fĂŒhrt Plauen seit dem 12. Januar 1939.

Das oben genannte Siegel von 1329 zeigt zwischen zwei TĂŒrmen, die mit zwei spitzbogigen ĂŒbereinanderliegenden Fensteröffnungen und mit je drei Mauerzacken versehen sind, ein Schild mit dem ungekrönten, nach rechts aufgerichteten Löwen, dessen Schweif in mehrere Teilschweife auslĂ€uft; ĂŒber dem Schildchen schwebt ein Stechhelm, der als Zier rechts (im heraldischen Sinne) vier gespiegelte, links vier glatte Pfauenfedern trĂ€gt. Die Umschrift lautet: + SIGILLVM â€ą CIVIVM â€ą IN â€ą PLAWE.

Seit 1899 musste Plauen die „Hausfarben“ der Wettiner fĂŒhren, die Stadtfarben waren daher oben gold (gelb) und unten blau. Der Plauener Stadtarchivar Dr. Ernst Pietsch beschĂ€ftigte sich 1926 bis 1939 intensiv mit dem Plauener Stadtwappen und mit den Stadtfarben. Am 12. Januar 1939 wurden die Farben schließlich (wieder) an die Wappenfarben angepasst, da ein altes Gesetz der Wappenkunst die Farben des Wappens so liest, dass sie in die entsprechende Fahne, oben die Farbe des Wappenbildes, unten die des Feldes setzt. Deshalb erscheint die Stadtflagge jetzt oben gold (gelb) und unten schwarz (belegt mit dem Wappen).

StÀdtepartnerschaften
Die Plauener StÀdtepartnerschaften
AĆĄ 1962
Steyr 1970
Hof 1987
Siegen 1990
Cegléd 2005
Pabianice 2006
Ć iauliai 2010
StĂ€dtepartnerschaft von JĂ¶ĂŸnitz (Ortsteil)
Heilsbronn
aufgelöste StÀdtepartnerschaften Plauens
Lens 1962–2005

Plauen pflegt, beginnend im Jahr 1962, Partnerschaften mit verschiedenen StĂ€dten im In- und Ausland. Bemerkenswert ist, dass bereits zur Zeit des Ost-West-Konflikts Partnerschaften mit den StĂ€dten Lens und Hof geschlossen wurden, die im damaligen „Westblock“ lagen, zu dem ein politisch unterkĂŒhltes VerhĂ€ltnis bestand. Durch ZuschĂŒsse an Vereine, VerbĂ€nde oder Schulklassen unterstĂŒtzt die Stadt Plauen Begegnungen im Rahmen der StĂ€dtepartnerschaften.

Im Jahr 1962 wurde das erste StÀdtepartnerschaftsabkommen mit der tschechischen Stadt Aƥ unterzeichnet. Seitdem arbeiten die beiden StÀdte auf kultureller sportlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene zusammen. Besonders eng ist die Zusammenarbeit im Rahmen der Euregio Egrensis und des Festivals Mitte Europa. Im Jahr 2012 stellte sich heraus, dass es in der Stadtverwaltung keine offiziellen Unterlagen zum Beginn der StÀdtepartnerschaft gibt.[55]

Mit Steyr in Österreich besteht seit 1970 eine StĂ€dtepartnerschaft, die die beiden StĂ€dte insbesondere auf kulturellem, sportlichem und touristischem Gebiet verbindet. Die Partnerschaft hat den Status einer „informellen dauerhaften Zusammenarbeit“[56]

1987 wurde nach lĂ€ngeren BemĂŒhungen der Stadt Hof eine StĂ€dtepartnerschaft der besonderen Art vereinbart. In unmittelbarer NĂ€he zur innerdeutschen Grenze fand ein Austausch zwischen zwei StĂ€dten in zwei politischen Systemen statt. Bis zur Wende konnte der Austausch nur in Rahmen von Jahresvereinbarungen stattfinden. Seitdem finden vielfĂ€ltige gemeinsame Veranstaltungen statt und Projekte wie der gemeinsame Flugplatz entstanden.

Die ersten Kontakte zur Stadt Siegen wurden wenige Wochen nach dem Mauerfall geknĂŒpft. Der Schwerpunkt des am 3. August 1990 unterzeichneten Abkommens lag in der UnterstĂŒtzung beim Aufbau der Verwaltung und der Strukturentwicklung der Stadt Plauen unter bundesdeutschen Aspekten. Inzwischen wurde die Partnerschaft auf nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens ausgeweitet.

Am 25. September 2005 wurde ein Vertrag ĂŒber die partnerschaftlichen Beziehungen zwischen der Stadt Plauen und der ungarischen Stadt CeglĂ©d unterzeichnet. Dem folgte als bisher letzte StĂ€dtepartnerschaft der Vertrag zwischen Plauen und dem polnischen Pabianice am 19. November 2005. Es werden Partnerschaften auf kulturellem aber auch auf wirtschaftlichem Gebiet angestrebt.

Im April 2005 wurde mit der litauischen Stadt Ć iauliai ein Letter of Intent unterzeichnet, in dem beide StĂ€dte die Absicht erklĂ€rten, eine StĂ€dtepartnerschaft zu errichten. Seitdem fanden verschiedene Treffen von Delegationen der beiden StĂ€dte zur VerstĂ€rkung der Zusammenarbeit statt.[57][58] Auf der Stadtratssitzung am 27. Mai 2010 wurde beschlossen auch eine offizielle StĂ€dtepartnerschaft mit Ć iauliai zu errichten. Die Vertragsunterzeichnung fand am 10. September 2010 in Ć iauliai statt.[59]

Eine StÀdtepartnerschaft mit der französischen Stadt Lens wurde 2005 aufgelöst.

Der Ortsteil JĂ¶ĂŸnitz pflegt eine separate Partnerschaft mit der Stadt Heilsbronn im Landkreis Ansbach.

Das Vogtland-Theater

Das Theater Plauen-Zwickau bietet Musiktheater, Schauspiel, Orchester, Ballett und Puppentheater. Am 1. April 1896 beschloss der Theaterverein den Bau eines TheatergebĂ€udes nach den PlĂ€nen des Leipziger Architekten Arwed Rossbach. Die Gesamtkosten betrugen 325.000 Mark, wovon die Stadt Plauen 100.000 Mark beisteuerte. Am 24. Juni 1897 wurde der Grundstein gelegt. Am 1. Oktober 1898 fand die Eröffnung und Einweihung des Stadttheaters statt. Nach der Jubel-OuvertĂŒre von Carl Maria von Weber hielt der Theaterdirektor Staack eine Laudatio. Anschließend fand mit der Jungfrau von OrlĂ©ans von Friedrich Schiller die erste AuffĂŒhrung statt. Am 3. Oktober 1899 wurde die erste Oper (Der FreischĂŒtz) aufgefĂŒhrt. In der Zeit des Nationalsozialismus bestimmten „heldische“ Themen das Programm. Mit Faust, Wilhelm Tell Wallenstein, Der Ring des Nibelungen etc. wurde das Theater als „wichtiges Mittel der Propaganda des Kriegs- und Siegeswillens des Volkes“ benutzt. Ein vorgesehener Neubau des TheatergebĂ€udes nach PlĂ€nen des Architekten Paul Baumgarten kam auf Grund fehlender finanzieller Mittel nicht zur Umsetzung. Stattdessen wurde eine zwei Monate dauernde Umgestaltung vorgenommen, bei der viele Stuckarbeiten im Zuschauerraum entfernt wurden. Die Wiedereröffnung fand am 3. Juli 1939 mit dem Lustspiel Die heimliche Brautfahrt statt. 1944 wurde das Theater geschlossen. Am 10. April 1945 wurde das TheatergebĂ€ude bei einem alliierten Bombenangriff beschĂ€digt. Nach Ende des Krieges setzte der sowjetische Stadtkommandant Oberstleutnant Kamarow den Termin fĂŒr den Wiederaufbau fĂŒr den 15. Oktober 1945 fest. Der Stadtarchitekt wurde Anfang August beauftragt zu ĂŒberprĂŒfen, ob ein Wiederaufbau innerhalb von drei Monaten möglich wĂ€re. Er stellte fest, dass die Bausubstanz Ă€ußerlich zu etwa 40 % und innen zu circa 80–90 % zerstört war. Nur durch den freiwilligen Einsatz der Mitarbeiter der am Aufbau beteiligten Firmen am Wochenende und in der Freizeit konnte der vorgegebene Termin eingehalten werden. Als eines der ersten in Deutschland wurde das Theater am 15. Oktober 1945 wieder eröffnet. Im Dezember 1991 wurde das Theater Plauen in Vogtland-Theater Plauen umbenannt, um die Verbindung zum Umland zu verdeutlichen. Ab Januar 1995 war das Vogtland-Theater Plauen ein Eigenbetrieb der Stadt Plauen. Im Jahr 2000 fusionierte das Theater aus wirtschaftlichen GrĂŒnden mit dem Theater der Stadt Zwickau zum Theater Plauen-Zwickau. Seit einigen Jahren werden auch FreilichtauffĂŒhrungen im Parktheater Plauen inszeniert.

Die Singakademie Plauen e.V. ist ein gemischter Erwachsenenchor, der eng mit dem Theaterorchester verbunden ist. 1948 wurde die Singgemeinschaft gegrĂŒndet. SpĂ€ter wurde sie in Konzertchor umbenannt, ehe 1972 der jetzige Verein von Musikdirektor Eckehard Rösler gegrĂŒndet wurde. Die Singakademie unterstĂŒtzt das Musiktheater z. B. als zusĂ€tzlicher Opernchor, bringt aber auch Motetten, Volkslieder und Chorsinfonik zu Gehör.

Das Parktheater Plauen wurde 1964 eröffnet. Es befindet sich inmitten des Plauener Stadtparkes. Dort finden AuffĂŒhrungen des Theaters Plauen-Zwickau und Konzerte von KĂŒnstlern unterschiedlicher Musikrichtungen statt. Auch Auftritte von Comedians sind fester Bestandteil des Programms. FrĂŒher fanden auch die Hauptveranstaltungen zum Plauener Spitzenfest auf dem GelĂ€nde des Parktheaters statt.

Das Vogtlandmuseum Plauen in der Nobelstraße

Das Vogtlandmuseum Plauen befindet sich in drei denkmalgeschĂŒtzten ehemaligen Wohn- und GeschĂ€ftshĂ€usern in der Nobelstraße. Das Museum verfĂŒgt ĂŒber Sammlungen zur Geschichte des Vogtlandes und der Stadt Plauen. Dabei gibt es sowohl Exponate zur Ur- und FrĂŒhgeschichte als auch zur Kunst- und Kulturgeschichte. Das Doppelhaus Nummer 9 und 11 wurde 1787 bis 1789 vom BaumwollwarenhĂ€ndler Johann Gottfried BaumgĂ€rtel im Louis-seize- und im Empirestil errichtet. Besonders ist der Festsaal hervorzuheben. Er nimmt in der ersten Etage die gesamte GebĂ€udebreite ein. In zwölf hohen Rechtecken entlang der Wand sind die zwölf Monate in naturalistischen Stuckreliefs dargestellt. Das Haus Nummer 13 ließ der BaumwollwarenhĂ€ndler Johann Christian Kanz zwischen 1797 und 1799 im Empirestil errichten. 1920 erwarb die Stadt die HĂ€user und richtete ein stadt- und regionalgeschichtliches Museum ein. Im Juli 1923 wurde das VogtlĂ€ndische Kreismuseum in den HĂ€usern Nummer 9 und 11 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde ein GartenflĂŒgel durch einen Bombentreffer zerstört. Am 17. November 1946 konnte das Museum nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten mit einer Ausstellung zu Ehren von Erich Knauf wieder eröffnet werden. Nach dem Krieg wurde des Museum um das Haus Nummer 13 erweitert. Das Vogtlandmuseum Plauen betreut zwei Außenstellen, eine auf dem jĂŒdischen Friedhof an der Pausaer Straße mit einer Ausstellung zur Geschichte der Juden in Plauen in der ehemaligen Feierhalle und eine Ausstellung zu Leben und Werk des Zeichners und Illustrators Hermann Vogel im Hermann-Vogel-Haus in Krebes, seinem ehemaligen Wohnhaus.

Im Plauener Spitzenmuseum im Alten Rathaus wird seit 1884 die Geschichte der Plauener Spitze dargestellt. Es werden sowohl alte Maschinen zur Spitzenproduktion als auch Exponate aus Spitze (Kleider, Decken und Accessoires) gezeigt. Das Spitzenmuseum ist in dieser Form einzigartig in Deutschland.

In der Schaustickerei Plauener Spitze im Stadtteil Reusa wird die Entwicklung der Spitzenindustrie in Plauen gezeigt. Dazu wurden historische Maschinen in einem Fabrikantenwohnhaus mit angrenzendem eingeschossigen FabrikgebĂ€ude installiert. SchauvorfĂŒhrungen finden an Groß- und Kleinstickmaschinen statt. Außerdem kann ein Atelier besichtigt werden. JĂ€hrlich wechselnde Sonderausstellungen runden das Angebot ab.

Das Alaunbergwerk Ewiges Leben wird vom VogtlĂ€ndischen Bergknappenverein zu Plauen e.V. betrieben. Auf einer begehbaren LĂ€nge von etwa 650 Metern kann man unter sachkundiger FĂŒhrung die GĂ€nge des Alaunbergwerkes erkunden. Dabei können verschiedene Ausstellungen besichtigt werden. Der Verein betreibt außerdem das Luftschutzmuseum Plauen am Schlossberg und den Zollkeller an der Neundorfer Straße.

Weitere Museen sind die Plauener Druckstube und das Sparkassen-Museum. Wechselnde Ausstellungen finden im Stadtarchiv im Rathaus statt.

Skulptur der e.o.plauen-Figuren „Vater und Sohn“ am ehemaligen Standort vor der Galerie e.o.plauen in der Bahnhofstraße

Die stĂ€dtische Galerie e.o.plauen wurde am 1. Oktober 1993 eröffnet. In einer Partnerschaft sanierten die Stadt Plauen, die Partnerstadt Siegen, das Land Nordrhein-Westfalen und das Unternehmen Salamander das Haus in der Bahnhofstraße 36. Der Stadt Plauen wurden die ersten beiden Etagen fĂŒr 25 Jahre mietfrei ĂŒberlassen, um eine stĂ€dtische Galerie einzurichten. Seit dem 11. Juni 2004 befand sich dort ein Teil des Nachlasses von e.o.plauen, der in einer Dauerausstellung gezeigt wurde. Ende September 2010 zogen die StĂ€dtische Galerie e.o.plauen, die Erich Ohser – e.o.plauen Stiftung und die e.o.plauen Gesellschaft gemeinsam in das Erich-Ohser-Haus in der Nobelstraße 7, neben das Vogtlandmuseum[60].

Die Galerie im Malzhaus wird vom Kunstverein Plauen-Vogtland e.V. betrieben. Sie wurde im September 1995 eröffnet und bietet Raum fĂŒr Ausstellungen verschiedener Art sowie fĂŒr Lesungen, Konzerte und andere Veranstaltungen. Der Kunstverein Plauen-Vogtland e.V. wurde 1990 gegrĂŒndet und nahm damit die Tradition des 1897 gegrĂŒndeten Kunstvereins wieder auf, die durch die Zeit des Nationalsozialismus und der DDR unterbrochen war.

Die Galerie Forum K befindet sich in der Bahnhofstraße und wird vom Forum Kunst/Plauen e.V. betrieben. Der 2004 gegrĂŒndete Verein organisiert auch die Ausstellungsreihe art Afrika, bei der zeitgenössische afrikanische Kunst gezeigt wird.

Gedenktafel fĂŒr Paul Dittmann

In Plauen befinden sich mehrere GedenkstĂ€tten zur Erinnerung an die jĂŒdische Gemeinde und die Opfer des Faschismus. In der Feierhalle des JĂŒdischen Friedhofes am OberjĂ¶ĂŸnitzer Weg, die 1987 zur Dokumentation der Geschichte der Juden der Stadt eingerichtet wurde, befinden sich Gedenktafeln zur Geschichte der jĂŒdischen Gemeinde und zu den Opfern der Shoa, die bereits 1948 angebracht wurden. 1988 wurde eine Bronzetafel am Gemeindehaus der Siebenten-Tags-Adventisten an der Senefelder Straße/Ecke Friedrich-Engels-Straße angebracht, zum Gedenken an das 1930 an dieser Stelle errichtete Gemeindezentrum mit Synagoge, die beim Novemberpogrom 1938 zerstört wurde. Die KĂŒnstler Petra Pfeuffer und Dietmar Ohme gestalteten den 1993 eingeweihten Gedenkstein an der evangelisch-methodistischen Erlöserkirche in der Straße der deutschen Einheit/Ecke Gottschaldstraße zur Erinnerung an die in den „JudenhĂ€usern“ des Viertels zusammengepferchten jĂŒdischen Familien vor ihrer Deportation in die Vernichtungslager. Zur Erinnerung an den, im KZ Auschwitz ermordeten, letzten Vorsteher der Israelitischen Religionsgemeinde, Isidor Goldberg, wurde 1996 eine Gedenktafel an seinem letzten Wohnhaus in der Krausenstraße 2 angebracht. An ihn und andere jĂŒdische BĂŒrger erinnern auch einige Straßennamen der Stadt. Auf dem Friedhof I an der JĂ¶ĂŸnitzer Straße befindet sich seit 1988 ein weiterer Gedenkstein zur Erinnerung an das jĂŒdische Leben in Plauen.

Auf dem Plauener Hauptfriedhof an der Reusaer Straße wurde 1950 ein Ehrenmal fĂŒr alle Opfer des Faschismus errichtet. Dort sind Opfer verschiedener Herkunft und unterschiedlicher LĂ€nder begraben. Am Treppenaufgang zum Oberen Bahnhof befindet sich eine Gedenktafel an den Reichsbahner und WiderstandskĂ€mpfer Paul Dittmann, der 1942 an den Folgen der erlittenen Zuchthaushaft verstarb. Am Gutsheinrichteich im Ortsteil Thiergarten steht ein Gedenkstein fĂŒr den 1932 von SA-MĂ€nnern ermordeten Arbeiter Willy Thoß. Eine Ă€hnliche Tafel fĂŒr die 1931 erschossenen Arbeitersportler Martin Groh und Kurt Hommel am Komthurhof/Ecke Hofwiesenstraße wurde 1996 vom Kulturamt auf Grund von Bauarbeiten sichergestellt.

An den Zeichner e.o.plauen, der sich 1944 seiner drohenden Hinrichtung durch den Freitod entzog, sowie an seinen Freund, den Redakteur Erich Knauf, erinnern die e.o.plauen-Gesellschaft und ein Straßenname. Dagegen wurde die Erinnerung an den Kommunisten Rudolf Hallmeyer nach 1990 aus der öffentlichen Erinnerung getilgt. Auch die GedenkstĂ€tte in den Arrestzellen des ehemaligen PolizeigefĂ€ngnisses im Keller des Rathauses in der Herrenstraße wurde beseitigt.

Das Portal der Festhalle Plauen

Die Festhalle Plauen befindet sich auf dem GelĂ€nde, das schon seit ĂŒber 120 Jahre als Festplatz der Stadt genutzt wird. Es gab im Wesentlichen zwei VorgĂ€ngerbauten, die teilweise gleichzeitig auf dem GelĂ€nde standen. Zum einen wurde 1888 die Centralhalle fertiggestellt. Dieser Holzbau wurde 1896 erweitert und 1911/12 umgesetzt. Bis 1945 wurde sie als Veranstaltungsort genutzt. Nach dem Krieg wurde die Halle abgerissen und das Holz verheizt. Die erste Festhalle wurde 1925 neben der Centralhalle errichtet und auch nach dem Krieg weiter genutzt. 1983 musste sie wegen schwerer BaumĂ€ngel gesperrt werden. 1985 erfolgte der Abriss. Am 30. Mai 1986 begann der Bau der neuen Festhalle. Sie wurde im September 1989 fertiggestellt und zum Tag der Republik am 7. Oktober 1989 eingeweiht. Kurz nach der Wende ging die Nutzung stark zurĂŒck, nahm aber bereits 1992 wieder zu. Ab 2005 erfolgte der Umbau und die umfassende Sanierung des GebĂ€udes. Am 30. August 2007 konnte die Festhalle wieder als Veranstaltungszentrum eröffnet werden. Die Halle bietet in verschiedenen SĂ€len bis zu 3500 PlĂ€tze fĂŒr Konzerte, Messen und Tagungen.

Das Vogtlandstadion im nördlichen Stadtteil Haselbrunn ist vor allem die HeimspielstĂ€tte des Fußball-Regionalligisten VFC Plauen. Es wird aber auch als Leichtathletik-Stadion genutzt. Auf dem zum Stadion gehörenden GelĂ€nde werden weitere Veranstaltungen durchgefĂŒhrt.

Im Stadtpark, unweit des Stadtzentrums, befindet sich seit 1964 das Parktheater Plauen. Mit etwa 5.000 Steh- und 2.000 SitzplĂ€tzen stellt es ein in der Region einmaliges VeranstaltungsgelĂ€nde dar. Auf dem unmittelbar angrenzenden GelĂ€nde gibt es VerkaufsstĂ€nde und verschiedene andere Versorgungseinrichtungen.

Altes Rathaus
Die Kunstuhr im Giebel des Alten Rathauses

Das Alte Rathaus wurde im Jahr 1382 zum ersten Mal urkundlich erwĂ€hnt, da aber bereits 1329 BĂŒrgermeister und geschworene BĂŒrger belegt sind, wurde es wahrscheinlich frĂŒher errichtet. Das Rathaus wurde mehrmals umgebaut. 1503 bis 1508 wurde ein spĂ€tgotisches GebĂ€ude mit Vorhangbogenfenstern errichtet. Beim Stadtbrand von 1548 wurde auch das Rathaus schwer beschĂ€digt, wobei der NordflĂŒgel mit dem BĂŒrgersaal erhalten blieb, der SĂŒdgiebel jedoch abbrannte. Der Wiederaufbau wurde noch im gleichen Jahr begonnen, wobei auf den spĂ€tgotischen Unterbau der noch bestehende Renaissancegiebel aufgesetzt wurde. Die Kunstuhr im Giebel wurde vom Hofer Meister Georg Puhkaw ebenfalls 1548 angebracht. „Zwei Löwen schlagen die Viertelstunden an, zwei MĂ€nner bewegen sich beim Stundenschlag. Der eine hebt bei jedem Schlag seinen rechten Arm, dessen Hand einen Stab hĂ€lt. Der andere ruft die Stunde aus, was sich dadurch andeutet, dass sein großer Bart sich so auf und nieder bewegt, als ob er den Mund öffne. Die Uhr besitzt zwei ZifferblĂ€tter, von denen das grĂ¶ĂŸere fĂŒr den Stunden- und das kleinere fĂŒr den Minutenzeiger bestimmt ist. Zwischen den Löwen dreht sich eine Kugel, die die Mondphase anzeigt. Unter den ZifferblĂ€ttern befindet sich eine Sonnenuhr. Die Wappentafel unter der Sonnenuhr mit Kurschild und dem herzoglich-sĂ€chsischen Wappen im linken Feld, dem kursĂ€chsischen Gesamtwappen im mittleren und gotischen Maßwerk im rechten Feld war ursprĂŒnglich dem 1825 abgebrochenen Teil des ehemaligen Treppenerkers eingefĂŒgt“ (Dr. Ernst Pietsch). Bei einem weiteren Umbau wurde 1825 der obere Teil des Erkers ĂŒber dem Treppenaufgang entfernt. 1912 wurde im Zuge des Neubaus des neuen Rathauses auch das alte Rathaus noch einmal umgebaut, wobei die Doppelfreitreppe gebaut wurde, die zum Festsaal des Standesamtes fĂŒhrt. Die Uhr ist eine originalgetreue Nachbildung der Kunstuhr von 1548. Das originale RĂ€derwerk kann im Vogtlandmuseum besichtigt werden. Das Alte Rathaus wurde 1945 bei einem Luftangriff am Dach schwer beschĂ€digt und das Mauerwerk teilweise aufgerissen. 1950 erfolgte die Restaurierung mit Erneuerung der bemalten Deckenbalken, 1970 die Erneuerung des SĂŒdgiebels und der Kunstuhr. Im Dezember 2008 wurde die Kunstuhr demontiert und eine Plane mit einem Bild der Uhr vor dem Giebel angebracht[61]. In den folgenden Jahren erfolgte die Restaurierung der Uhr nach einer Vorlage von 1922. Ende Oktober 2010 war die Uhr fertiggestellt und wurde wieder an ihrem ursprĂŒnglichen Platz eingebaut.[62] Innerhalb weniger Wochen wurde im FrĂŒhjahr 2011 schließlich die Fassade restauriert. Dabei wurde die ursprĂŒngliche Farbgebung wieder hergestellt, das chursĂ€chsische Wappen am Giebel aufgearbeitet und die Beleuchtung fĂŒr den Weihnachtsmarkt erneuert.[63]

Der Altmarkt hieß bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts nur Markt, den jetzigen Namen erhielt er, um ihn vom neu angelegten Klostermarkt zu unterscheiden. Auf dem Altmarkt standen frĂŒher zwei RöhrenkĂ€sten der stĂ€dtischen Wasserleitung, die aus ausgehöhlten BaumstĂ€mmen hergestellt worden war. Hier fanden die Wochen- und JahrmĂ€rkte statt. Hin und wieder gab es dort auch eine Hinrichtung. In den letzten Jahren wurden die angrenzenden HĂ€user saniert bzw. wieder aufgebaut. Auch der Marktplatz selbst wurde erneuert und seit dem 13. November 2007 steht der König-Albert-Brunnen des KĂŒnstlers Norbert Marten auf dem Markt. Er wurde als Ersatz fĂŒr ein Reiterstandbild König Alberts errichtet, das nach dem Krieg entfernt worden war. Auf dem Altmarkt finden neben dem Wochenmarkt auch verschiedene ThemenmĂ€rkte statt. Außerdem wird er fĂŒr verschiedene Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel das Plauener Spitzenfest oder der Weihnachtsmarkt.

Der BĂ€rensteinturm
Das Malzhaus von der Bleichstraße aus gesehen

Auf dem GelĂ€nde des heutigen Malzhauses errichteten die Grafen von Everstein um 1200 eine Burg, die die sĂŒdöstlichste Ecke der Stadtbefestigung darstellte. Als Nachfolger der Eversteiner bezogen die Weidaer Vögte 1238 das neue Schloss auf dem Hradschin. Das alte Schloss, wie die Eversteiner Anlage seitdem genannt wurde, verlor an Bedeutung. 1430 brannte es bei einem Hussiten-Angriff aus. Nachdem der Besitz mehrfach gewechselt hatte, erwarb 1590 der Magistrat der Stadt das GelĂ€nde und nutzte es als Bau- und Abstellhof. Nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahre 1635 wurde das niedergebrannte Haus nicht wieder aufgebaut. Erst im Jahre 1720 begann die Plauener BĂŒrgerschaft mit Planungen zum Neubau eines Malzhauses auf den Grundmauern der alten Burg. Zwischen 1727 und 1730 wurde das Malzhaus mit vier Etagen errichtet und an hĂ€ufig wechselnde MĂ€lzer verpachtet. 1844 wurde neben dem Malzhaus ein Brauhaus errichtet als Ersatzbau fĂŒr das beim Stadtbrand desselben Jahres niedergebrannte Herrenbrauhaus, das sich an der Stelle des heutigen Rathausturmes befand. 1897 wurden Brauerei und MĂ€lzerei eingestellt und das Malzhaus in ein Lager- und Wohnhaus umgewandelt. 1899 wollte die Stadt das Malzhaus abreißen, was durch Heimatvereine und Plauener BĂŒrger verhindert wurde. Zwischen 1906 und 1907 wurde das alte Brauhaus abgerissen und das Werkstatt- und WohngebĂ€ude errichtet, das mit seinem Fachwerkgiebel auffĂ€llt. Im Zweiten Weltkrieg wurden die KellerrĂ€ume als Luftschutzkeller genutzt; am Ende des Krieges wurden die Dachgeschosse durch Bombentreffer beschĂ€digt. 1960 wurde das Malzhaus notdĂŒrftig repariert, nachdem es vom VEB GebĂ€udewirtschaft ĂŒbernommen worden war. Anschließend wurde es als Lagerraum fĂŒr verschiedene DDR-Betriebe benutzt. Im Oktober 1989 wurde eine BĂŒrgerinitiative zur Sanierung des Malzhauses gegrĂŒndet. Zwischen 1990 und 1998 wurden Brau- und Malzhaus durch die Stadt Plauen aufwĂ€ndig rekonstruiert. In dieser Zeit wurde auch ein moderner Verbindungstrakt mit einem Aufzug zwischen beiden HĂ€usern eingebaut. Seit 1994 ist der Malzhaus e. V. PĂ€chter des Anwesens, der es zu einem Kulturzentrum mit Galerie, Nostalgiekino und Open-Air-BĂŒhne ausbaute. Im Malzhaus findet alljĂ€hrlich der Plauener Folkherbst statt, bei dem der Eiserne Eversteiner vergeben wird.

Die 1976 eingeweihte Glasfassade am Neuen Rathaus

Das Neue Rathaus wurde 1912 bis 1922 erbaut. Durch das sprunghafte Anwachsen der Stadt seit den 1880er Jahren wurde ein neues VerwaltungsgebĂ€ude benötigt. Im Jahr des Baubeginns erreichte Plauen seine höchste Einwohnerzahl von 128.014. Da der Neubau großzĂŒgig ausgefĂŒhrt werden sollte, wurden in den Jahren zwischen 1889 und 1906 mehrere GebĂ€ude in der damaligen Schustergasse (nicht mehr existierende Parallelstraße zum Unteren Graben), der Marktstraße, der Herrenstraße und der damaligen Bahnstraße aufgekauft und abgebrochen. Nachdem ein Architektenwettbewerb 1908 keine befriedigenden Lösungen gebracht hatte, erhielt 1910 das Stadtbauamt den Auftrag, einen Plan auszuarbeiten. Schließlich legte Stadtbaurat Wilhelm Goette einen Entwurf vor, der auch Ideen des Wettbewerbs berĂŒcksichtigte. Nachdem der Rat und die Stadtverordneten zugestimmt hatten, begannen im Oktober 1912 die Ausschachtungsarbeiten fĂŒr den Neubau. Die Grundsteinlegung fand ein Jahr spĂ€ter statt und bis zum Sommer 1914 war der erste Abschnitt im Rohbau fertiggestellt. Im Herbst 1916 konnten, trotz des Krieges die Außenarbeiten abgeschlossen werden. 1921 wurden die acht LĂ€den in der Marktstraße bezogen und im gleichen Jahr tagten die Stadtverordneten das erste Mal in den neuen SitzungssĂ€len. 1922 wurde das Neue Rathaus endgĂŒltig fertiggestellt. Auf der Seite zum Altmarkt wurde eine Freitreppe an der Ostseite des Altbaus angebracht. Am oberen Ende steht ein Standbild von Heinrich dem Älteren von Plauen, das 1923 nach einem Entwurf des Dresdner Bildhauers Selmar Werner in Muschelkalkstein ausgefĂŒhrt wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Rathaus stark zerstört. Die Frontseite (zum Unteren Graben) wurde in modernen Formen unter Verwendung von Stahl und Glas wieder errichtet und 1976 eingeweiht. Die Glasfassade muss aufgrund des maroden Zustandes saniert werden. Dabei kommen drei Grundvarianten infrage. Entweder der Umbau der vorhandenen Fassade, wobei die vorhandene Stahlkonstruktion erhalten bliebe und verstĂ€rkt wĂŒrde sowie alle Fassadenteile erneuert werden mĂŒssten. Die zweite Variante wĂ€re ein Nachbau der alten, im Krieg zerstörten Fassade und die dritte Möglichkeit ist ein Neubau der Fassade. Die Kosten fĂŒr die drei Varianten liegen zwischen dem unteren einstelligen und einem oberen einstelligen bis unteren zweistelligen Millionenbereich.[64]

Nonnenturm vom Lutherpark aus gesehen

Der Nonnenturm wurde wahrscheinlich um 1200 errichtet und 1382 erstmals urkundlich erwĂ€hnt als Turm in der Nonnengasse. Den Namen Nonnenturm, der erstmals 1563 in einer Urkunde auftauchte, hat er von einem Kloster der Schwestern der dritten Regel zur Buße des heiligen Dominikus, das sich bis zur Reformation in der NĂ€he befand, obwohl es sich bei den Mitgliedern dieses Ordens streng genommen nicht um Nonnen handelte. Der Turm ist der einzige erhaltene Eckturm der alten Stadtbefestigung. Er bildete die nördliche Grenze der Altstadt und erschien frĂŒher wesentlich gewaltiger, da er mit seiner Bastion bis in die Talsohle der Syra reichte und eine Höhe von etwa 30 Metern hatte. Die heutige Straße liegt circa zehn Meter ĂŒber dem Bachbett. Der Turm wurde bei den Luftangriffen 1945 stark beschĂ€digt und in den 1950er Jahren wiederaufgebaut. 1962 wurde die Bastion im Zuge der Straßenerweiterung abgetragen. Nach der Wende wurde die Gegend um den Turm, in dem sich jetzt ein CafĂ© befindet, neu bebaut.

Das Weisbachsche Haus. Der mittlere Teil ist schon saniert

Das Weisbachsche Haus wurde nach dem Fabrikanten Carl Wilhelm Weisbach (in manchen Quellen auch Weißbach) benannt. Erbaut wurde es in den Jahren 1777 bis 1778 von dem NĂŒrnberger Kattundruckerei-Unternehmer Johann August Neumeister als Wohn- und FabrikationsgebĂ€ude fĂŒr 24.000 Taler im spĂ€tbarocken Stil. Er war in den 1750er Jahren von mehreren Plauener BaumwollwarenhĂ€ndlern angeworben worden, um die Kattundruckerei in Plauen zu etablieren. Bis dahin mussten die Kattune zum Bedrucken nach Augsburg oder NĂŒrnberg gebracht werden. Im Jahre 1794 zog Neumeister nach Zwickau und der Kaufmann Ernst Wilhelm Conrad Gössel ĂŒbernahm das GebĂ€ude. 1810 erweiterte er die Fabrik und die Baumwollspinnerei, die mittlerweile gebaut worden war, indem er an die vorhandenen GebĂ€ude anbaute. 1814 stellte er zwanzig Webmaschinen auf, die „durch mechanische Kunst“ betrieben wurden. 1834 pachtete der Chemnitzer Fabrikant Carl Wilhelm Weisbach die Spinnerei und ließ vor 1858 in der Bleichstraße 12 eine Dampfmaschinenanlage installieren, die spĂ€ter auch die Zwirnereimaschinen ĂŒber Transmission antrieb. In den Jahren 1850 bis 1900 ging der Komplex Bleichstraße 1–13 an die Unternehmerfamilie Weisbach ĂŒber. Das Weisbachsche Haus wurde 1945 durch Bomben mittelschwer beschĂ€digt. Es wird darĂŒber diskutiert, ob das GebĂ€ude fĂŒr ein geplantes Spitzenzentrum genutzt werden soll.[65]

Das BĂŒrgerhaus in der Lessingstraße 9

Mit dem raschen Anstieg der Stadtbevölkerung gegen Ende des 19. Jahrhunderts stieg auch der Wohnraumbedarf enorm, so dass um die Jahrhundertwende zahlreiche BĂŒrgerhĂ€user im Jugendstil entstanden. Charakteristisch ist die aufwendige Fassadengestaltung zur Straße hin, wĂ€hrend der eigentliche Wohnraum eher funktional gestaltet wurde um der Nachfrage nach gĂŒnstigen aber dennoch reprĂ€sentativem Wohnraum gerecht zu werden. Eine kleine architektonische Besonderheit stellt die Bebauung in der Lessingstr. 9 und 11 dar. 1906/1907 wurde die WohnhĂ€user durch die Bauunternehmer KnĂŒpfer und GĂ€rtner in Zwillingsbauweise errichtet. Beide GebĂ€ude gleichen sich fast identisch, doch unterscheiden sich bewusst in einzelnen Details wie z. B. dem MĂ€dchenkopf im Zwerchgiebel. Die Frontfassade stellt eine besonders gelungene Symbiose aus beiden Richtungen des Jugendstils dar: Es finden sich sowohl florale, geschwungene Elemente, z. B. im Giebel, unterhalb der Fenstersimse im 1. OG und die Kartuschen im Seitenrisalit, als auch geometrische, abstrakte Formen, z. B. die Lisenen am Seitenrisalit und die stilisierten Rollwerke an der GiebelbekrĂ€nzung, wieder. Die einzelnen FassadenflĂ€chen sind klar strukturiert und voneinander abgegrenzt. Sie werden aber durch die mehrfache Verwendung bzw. Variation von Ornamenten miteinander verknĂŒpft, z. B. gleiche Motive unterhalb der unteren Fenstersimse im 1. OG sowohl im Bereich des Risalites als auch im Bereich der Klinkerfassade.

Weitere SehenswĂŒrdigkeiten sind die Schlossruine am Hradschin, die bis zum Jahr 2007 als GefĂ€ngnis genutzt wurde und die nun zu einem Bildungszentrum ausgebaut werden soll, das Schloss in der Ortschaft JĂ¶ĂŸnitz, das Schloss Reusa im gleichnamigen Stadtteil, der etwa 18 Hektar große Stadtpark, das Syratal mit der SyratalbrĂŒcke, ĂŒber die die Eisenbahnstrecke nach Weischlitz fĂŒhrt, das PfortengĂ€sschen neben der Johanniskirche und die WeberhĂ€user an der Elster

Neben dem Rathausturm und dem 507 Meter hohen Kemmler als landschaftlichem Wahrzeichen bildet auch die ĂŒber der Stadt erhobene Johanniskirche eines der Wahrzeichen der Stadt Plauen.

Johanniskirche (von SĂŒden)

Die Johanniskirche, (gewidmet dem TĂ€ufer Johannes) wurde 1122 auf Befehl Kaiser Heinrichs V. vom Naumburger Bischof Dietrich geweiht. Die Weiheurkunde ist auch die erste urkundliche ErwĂ€hnung der Stadt. Der Bau geht auf den Grafen Adalbert von Everstein zurĂŒck, der die Kirche unweit seiner Burg (dem heutigen Malzhaus) errichten ließ. Um 1230 wurde die ursprĂŒnglich römische Basilika zu einer dreischiffigen Basilika mit Querschiff erweitert. Nach einem verheerenden Stadtbrand 1548 musste das Kirchenschiff neu errichtet werden. Deshalb wurde sie zu einer spĂ€tgotischen Hallenkirche umgebaut. Um 1644 erfolgte der Anbau der beiden Turmhauben. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem am 10. April 1945 der SĂŒdturm, der Dachstuhl und die Innenausstattung durch Luftangriff beschĂ€digt wurden, erfolgte der Wiederaufbau von 1951 bis 1959. Nach der Wende erfolgte noch einmal eine umfassende Sanierung. Im Oktober 2012 wurde festgestellt, dass die Glocken der Kirche beschĂ€digt sind und umgehend stillgelegt werden mĂŒssen. Neben der Johanniskirche befindet sich der Komturhof des Deutschen Ordens, der – bei den Bombenangriffen zerstört – von 2004 bis 2008 soweit wieder aufgebaut wurde, dass er im Sommer genutzt werden konnte. Im Oktober 2008 grĂŒndete sich ein Förderverein, der sich fĂŒr den weiteren Ausbau des GebĂ€udes einsetzt.

Die Lutherkirche ist die zweitĂ€lteste Kirche Plauens. Die Grundsteinlegung erfolgte am 24. August 1693. Die Weihe fand am 10. Dezember 1722 statt. Direkt neben der Kirche lag der 1548 angelegte Friedhof (Gottesacker), weshalb sie lange Zeit den Namen Gottesackerkirche trug. Zum 400. Geburtstag des Reformators Martin Luther erhielt die Kirche 1883 den Namen Lutherkirche. Die Kirche wurde als Friedhofskirche benutzt, ehe sie am 8. April 1893 mit GrĂŒndung der Luther-Gemeinde zur Gemeindekirche wurde. Die Kirche wurde bei den Bombenangriffen 1945 am Dach beschĂ€digt und unmittelbar nach dem Krieg wieder instandgesetzt. Im Inneren befindet sich ein spĂ€tgotischer FlĂŒgelaltar eines Erfurter Meisters (entstanden um 1495), der lange Zeit in der Thomaskirche zu Leipzig stand. Im Herbst 1989 brannten vor dem Seitenportal der Kirche unzĂ€hlige Kerzen. Diese wurden von den Demonstranten der Samstags-Demonstrationen dort abgestellt, da sich die TĂŒr gegenĂŒber dem Hauptportal des Rathauses befindet. 2009 bis 2011 wurde die Kirche saniert. Dabei wurde unter anderem das Dach erneuert und das GelĂ€ut ersetzt.

Die Markuskirche in Haselbrunn

Die Markuskirche im Stadtteil Haselbrunn wurde im neobyzantinischen Stil errichtet. Am 22. April 1911 fand die Grundsteinlegung statt. Die Kirche wurde auf dem Morgenberg gebaut, der dazu teilweise abgetragen wurde. Am 18. MĂ€rz 1912 wurde Richtfest gefeiert und am 7. Dezember 1912 die Kirche geweiht. Den Zweiten Weltkrieg ĂŒberstand die Kirche nahezu unbeschĂ€digt. Aufgrund der abnehmenden Gemeindegliederzahl wurde in den Jahren 1963 bis 1975 eine Zwischendecke eingezogen, wodurch ein oberer Kirchsaal und im Erdgeschoss eine Winterkirche entstanden. Im FrĂŒhjahr 1989 grĂŒndete sich in der Kirche die Arbeitsgruppe Umdenken durch Nachdenken, deren Mitglieder als Wegbereiter der friedlichen Wende in Plauen im Herbst des Jahres angesehen werden können. In den letzten Jahren wurde der obere Kirchsaal aufwĂ€ndig saniert, wobei nach Denkmalschutzauflagen die alte Bemalung wieder freigelegt wurde.

Der Grundstein der Pauluskirche wurde am 17. Juni 1895 gelegt. Sie entstand als dritte Kirche der schnell wachsenden Stadt Plauen. Am 26. August 1896 wurde Richtfest gefeiert und am 29. November 1897 die Kirche geweiht. Nachdem die Kirche in der Bahnhofsvorstadt den Zweiten Weltkrieg nahezu unbeschadet ĂŒberstanden hatte, wurde sie doch noch beim vorletzten (dem dreizehnten) Luftangriff am 10. April 1945 stark beschĂ€digt. Turmspitze und Dachstuhl des Kirchenschiffes wurden zerstört, ebenso sĂ€mtliche Fenster und die Orgel. Im Jahre 1946 begann der Wiederaufbau und 1957 konnte die Kirche zum zweiten Mal geweiht werden.

Die katholische Herz-Jesu-Kirche entstand 1901/02 als dreischiffige Basilika im neuromanischen Stil aus hellem Werkstein und rotem Backstein nach PlĂ€nen von Julius Zeißig. Sie wurde 1905 geweiht. Der Turm ist 48 Meter hoch. Die ehemals aufwĂ€ndige Innenausmalung und die Buntglasfenster wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Nach dem Krieg wurde die Kirche mehrmals renoviert. Die letzte aufwĂ€ndige Renovierung erfolgte im Jahr 2008. 2003 wurde auf dem sĂŒdlichen Dach des Mittelschiffs eine Photovoltaik-Anlage installiert.

Die Versöhnungskirche vom Friesenweg aus gesehen

Nach langem Ringen wurde 1993 der Grundstein fĂŒr die Versöhnungskirche im Stadtteil Chrieschwitzer Hang gelegt. Am 20. MĂ€rz 1994 wurde die Kirche geweiht. Im großen Fenster des Kirchenraumes wurde eine Steinplatte vom Ölberg in Jerusalem eingelassen. Die Kirche besteht aus zwei eigenstĂ€ndigen, konstrastierenden Baukörpern. Sie ist ĂŒberwiegend aus massiven Stahlbeton gebaut und mit Betonwerkstein verkleidet. Die Kirche gehört zur Michaelisgemeinde, die in Reusa noch ein Gemeindezentrum unterhĂ€lt.

Plauen hat, was BrĂŒcken betrifft, einige Superlative zu bieten. Dort befinden sich die grĂ¶ĂŸte SteinbogenbrĂŒcke der Welt und die Ă€lteste BrĂŒcke Sachsens. An der Grenze zu Jocketa befindet sich die zweitgrĂ¶ĂŸte ZiegelbrĂŒcke der Welt.

Die Alte ElsterbrĂŒcke

Die Alte ElsterbrĂŒcke wurde 1244 als Pons lapideus (steinerne BrĂŒcke) erstmals urkundlich erwĂ€hnt. Damit ist sie die Ă€lteste BrĂŒcke Sachsens. Hier trafen zwei der Ă€ltesten Handelsstraßen aus NĂŒrnberg (Frankenstraße im Zuge der B 173) und Augsburg aufeinander und ĂŒberquerten gemeinsam die Weiße Elster. Die BrĂŒcke gehörte zur alten Stadtbefestigung Plauens und ĂŒberquert mit einer LĂ€nge von 75 und einer Breite von sieben Metern die Elster und den MĂŒhlgraben. Sie besteht aus sechs steinernen Bögen und besaß frĂŒher zwei Turmaufbauten an den Enden. Um 1860 wurden diese BrĂŒckentĂŒrme mit der vor dem BrĂŒckentor stehenden PostmeilensĂ€ule abgerissen. 1888 wurde die BrĂŒcke nach einem Umbau, bei dem sie mit Stahlverstrebungen verstĂ€rkt wurde, neu geweiht und erhielt den Namen König-Albert-BrĂŒcke. Am 15. November 1894 wurde die Straßenbahnstrecke, die zunĂ€chst eingleisig ĂŒber die BrĂŒcke fĂŒhrte, eröffnet. Ab 28. November 1903 fuhr die Straßenbahn zweigleisig. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges wurde die SĂŒdseite der BrĂŒcke durch einen Bombentreffer stark beschĂ€digt. Nach dem Krieg wurde sie wieder aufgebaut und in Dr.-Wilhelm-KĂŒltz-BrĂŒcke umbenannt. Nachdem der Straßenbahnverkehr drastisch zugenommen hatte, wurde in den 1970er Jahren nur wenige Meter stromaufwĂ€rts eine neue BrĂŒcke ĂŒber die Elster errichtet, die im November 1973 unter dem Namen Neue ElsterbrĂŒcke fĂŒr den Verkehr freigegeben wurde. Nach der Rekonstruktion 1984 wurde sie nur noch als FußgĂ€ngerbrĂŒcke freigegeben. 1986 wurde eine Nachbildung der kursĂ€chsischen PostdistanzsĂ€ule, nicht originalgetreu aus Rochlitzer Porphyr und ohne Entfernungsangaben, am sĂŒdlichen Ende der BrĂŒcke aufgestellt, die an die Bedeutung der BrĂŒcke fĂŒr den Handel erinnern soll. Zwischen 2006 und 2007 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, die mit der Weihe am 15. August 2007 abgeschlossen wurden. Die bei einem Unfall Ende 2010 zerstörte PostmeilensĂ€ule wurde unter Verwendung des Wappenteiles - nun mit rekonstruierten Entfernungsangaben - neu gefertigt und im Oktober 2011 aufgestellt.

Die ElstertalbrĂŒcke um 1900

Die ElstertalbrĂŒcke ist nach der GöltzschtalbrĂŒcke die zweitgrĂ¶ĂŸte ZiegelbrĂŒcke der Welt. Sie befindet sich an der Stadtgrenze Plauens zwischen dem Ortsteil JĂ¶ĂŸnitz und Jocketa. Die BrĂŒcke wurde wie ihre große Schwester im Zuge des Eisenbahnbaus fĂŒr die SĂ€chsisch-Bayerische Eisenbahn errichtet. Der Grundstein fĂŒr die 279 Meter lange und 68 Meter hohe BrĂŒcke wurde am 7. November 1846 gelegt. Mehrere hundert Arbeiter waren wĂ€hrend der Bauarbeiten beschĂ€ftigt, bei denen ĂŒber zwölf Millionen Ziegel verbaut wurden, ehe die BrĂŒcke am 15. Juli 1851 eröffnet wurde. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, am 16. April 1945, wurde der mittlere Pfeiler von deutschen Wehrmachtssoldaten gesprengt. Nach dem Krieg wurde ein provisorischer Stahlpfeiler eingebaut und die Strecke konnte ab 4. Februar 1946 wieder befahren werden. Bis Oktober 1950 wurde die BrĂŒcke komplett wiederhergestellt. Die ElstertalbrĂŒcke ĂŒberquert das Elstertal, in dem neben der Weißen Elster die Elstertalbahn verkehrt und besitzt zwei Etagen. Die untere Etage besteht aus fĂŒnf Pfeilern und zwei großen Bogen, die obere aus neun Pfeilern und sechs großen Bogen. Vier Pfeiler sind zu zwei Doppelpfeilern verbunden. WĂ€hrend auf der oberen Etage der Zugverkehr zwischen Reichenbach und Plauen rollt, befindet sich auf der ersten Etage ein FußgĂ€ngerĂŒbergang, der in das Wanderwegenetz integriert ist. Am Fuße der BrĂŒcke befindet sich der Bahnhof BarthmĂŒhle.

Die FriedensbrĂŒcke von Norden (Aktienweg) aus gesehen.

Das Syratalviadukt oder die FriedensbrĂŒcke ist mit 90 Metern Spannweite die grĂ¶ĂŸte BruchsteinbogenbrĂŒcke der Welt. Die BrĂŒcke hat eine LĂ€nge von 133, eine Breite von 18 und eine Höhe von 18 Metern. Sie ĂŒberspannt die Syra und eine Gemeindestraße; ĂŒber sie fĂŒhrt die Bundesstraße 92. Nachdem es bereits seit den 1870er Jahren Planungen fĂŒr den Bau einer BrĂŒcke ĂŒber das Syratal gegeben hatte, wurde 1901 ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben, bei dem 23 EntwĂŒrfe eingingen. Die Firma Liebold & Co. setzte sich mit einer SteinbogenbrĂŒcke durch, die anfangs drei Bögen vorsah. Um den Verkehr in Tal nicht zu beeintrĂ€chtigen, wurde der Entwurf noch einmal ĂŒberarbeitet, so dass nur noch ein Bogen vorgesehen war. Am 26. MĂ€rz 1903 begannen die Schachtarbeiten fĂŒr die Widerlager. Zwischen dem 1. August und dem 28. September 1903 wurde das LehrgerĂŒst fĂŒr den Hauptbogen errichtet und am 15. Oktober desselben Jahres mit der Aufmauerung des Bogens begonnen. Diese Arbeiten waren am 26. November abgeschlossen. 1904 wurde mit dem Bau des Nebenbogens begonnen, ebenso mit den Stirn- und FlĂŒgelmauern und der Treppenanlage. 1905 wurden die GelĂ€nder montiert; das LehrgerĂŒst wurde entfernt. Am 24. August 1905 wurde die BrĂŒcke im Beisein des Königs Friedrich August III. auf seinen Namen geweiht. Gleichzeitig wurde die ĂŒber die BrĂŒcke fĂŒhrende Strecke der Straßenbahn eröffnet. In den Jahren zwischen 1907 und 1938 wurden mehrmals Instandhaltungsarbeiten durchgefĂŒhrt. In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs wurde die BrĂŒcke bei einem Bombenangriff schwer beschĂ€digt. Die Instandsetzung ab 1946 wurde durch die knappen Mittel an Baustoffen stark behindert, doch konnten 1949 die Bauarbeiten an der BrĂŒcke beendet werden. Beim Wiederaufbau wurden die Straßenbahnschienen abgebaut. 1984 und zwischen 2001 und 2004 wurde die BrĂŒcke saniert. Nachdem die BrĂŒcke am 7. November 1945 in Friedrich-Ebert-BrĂŒcke umbenannt worden war, heißt sie seit 29. November 1973 FriedensbrĂŒcke.

Als letzter Rest der Ende des Zweiten Weltkrieg zerstörten VogtlĂ€ndischen Maschinenfabrik VOMAG besteht im sĂŒdwestlichen Randgebiet eine PanzerbrĂŒcke aus massivem Stahl. Das Bauwerk steht unter Denkmalschutz und ist fĂŒr FußgĂ€nger geöffnet. Besonderes Merkmal der BrĂŒcke sind die noch zu sehenden Einschusslöcher.

Weitere teils historische BrĂŒcken ĂŒber die Weiße Elster sind die DĂŒrerbrĂŒcke, in der NĂ€he des Unteren Bahnhofs, die GösselbrĂŒcke, ĂŒber die die Bundesstraße 92 fĂŒhrt, der nur fĂŒr FußgĂ€nger geöffnete Schwarze Steg, die StresemannbrĂŒcke, ĂŒber die die vierspurige Bundesstraße 173 verlĂ€uft, sowie die FriesenbrĂŒcke in Altchrieschwitz.

Das Vereinsleben in Plauen ist ausgeprĂ€gt. Eine Vielzahl von Sportvereinen bietet verschiedene Sportarten an. Im Stadtsportbund sind 82 Vereine mit 9395 Mitgliedern organisiert (Stand 2007). Die bekanntesten sind der AC Atlas Plauen, der in der 2. Bundesliga der Gewichtheber erfolgreich ist, der VFC Plauen, der in der Fußball-Regionalliga Nord spielt, der in der Basketball-Oberliga Sachsen spielende Homesquad Plauen e.V., der VogtlĂ€ndische Radsport Verein (VRV) mit mehreren Landesmeistertiteln und der Leichtathletik-und-Triathlon-Verein (LATV) Plauen.

Der Verein Plauener Spitzenfest e.V. organisiert das jĂ€hrlich stattfindende Stadtfest. Der Branchenverband Plauener Spitzen und Stickereien e.V. arbeitet auf verschiedenen Gebieten fĂŒr die Förderung der Plauener Spitze. Weitere bekannte Vereine sind die NaturFreunde Plauen e.V., der Kunstverein Plauen-Vogtland e.V., das Diakonische Werk – Stadtmission Plauen, Die Kinderinsel Vogtland e.V., der Literaturverein Goethekreis e.V. und der Deutsche Kinderschutzbund Plauen e.V..

Das grĂ¶ĂŸte Stadtfest ist das Plauener Spitzenfest. Es wurde erstmals im Jahr 1955 gefeiert. Initiiert wurde es ursprĂŒnglich, um dem Nationalen Aufbauwerk neue Impulse zu geben. Außerdem sollte es als Werbung fĂŒr die Plauener Spitze genutzt werden. Bis 1959 fand das Fest jĂ€hrlich statt. Da 1960 die 2. Arbeiterfestspiele im Bezirk Karl-Marx-Stadt und damit auch im Plauen stattfanden und von 1961 bis 1963 das Parktheater gebaut wurde, setzte man in diesen Jahren die Veranstaltung aus. Von 1964 bis 1968 wurde wieder jĂ€hrlich ein Spitzenfest gefeiert. 1969 gab es wieder eine Unterbrechung auf Grund der Arbeiterfestspiele. Seit 1970 gibt es das Spitzenfest durchgĂ€ngig einmal im Jahr. 2009 wurde das 50jĂ€hrige JubilĂ€um mit einer Festwoche gefeiert.

Zwei weitere Stadtfeste finden im FrĂŒhjahr und im Herbst statt. Beim Plauener FrĂŒhling und beim Plauener Herbst wird eine Mischung aus BĂŒhnenprogrammen und Markttreiben geboten. Der Vogtlandradmarathon ist eine jĂ€hrliche Radsportveranstaltung, die seit dem Jahr 2000 im Sommer ausgetragen wird. Im SpĂ€tsommer veranstaltet die Sternquell-Brauerei ein Brauereifest auf dem BrauereigelĂ€nde in Neuensalz. In der Adventszeit findet auf dem Alt- und dem Klostermarkt und den angrenzenden Straßen der Plauener Weihnachtsmarkt statt.

Gemeinsam mit der e.o.plauen-Gesellschaft verleiht die Stadt Plauen seit 1995 regelmĂ€ĂŸig den e.o.plauen Preis.

Oberer Bahnhof

Durch Plauen fĂŒhren unter anderem die Eisenbahnstrecken NĂŒrnberg–Hof–Plauen–Zwickau-Chemnitz–Dresden (Sachsen-Franken-Magistrale)[66] und Cheb–Bad Brambach–Plauen, welche im weiteren Verlauf ab dem Oberen Bahnhof sowohl ĂŒber Reichenbach als auch ĂŒber Gera verkehren kann. Bei der Route ĂŒber Reichenbach wird auch ein StĂŒck der Sachsen-Franken-Magistrale benutzt. Über Weischlitz–Plauen–Greiz–Gera verkehrt die Elstertalbahn ĂŒber den Unteren Bahnhof und mĂŒndet in Weischlitz in die Bahnstrecke Plauen–Cheb ein.

Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber sechs Bahnhöfe und Haltepunkte. Den Oberen Bahnhof, den Unteren Bahnhof, den Westbahnhof und die Haltepunkte JĂ¶ĂŸnitz, Straßberg und Zellwolle (LeuchtsmĂŒhlenweg). An den letztgenannten vier Haltepunkten hĂ€lt lediglich die Vogtlandbahn. Der Haltepunkt Chrieschwitz wurde im Jahr 2006 wegen SicherheitsmĂ€ngeln an einer GleisbrĂŒcke bis auf unbestimmte Zeit geschlossen. Seit Juni 2001 war Plauen eine Station im ICE-Streckennetz der Deutschen Bahn. Da die ICE-Strecke NĂŒrnberg-Dresden nicht durchgĂ€ngig elektrifiziert war, kam der dieselbetriebene ICE TD zum Einsatz, der auf der kurvenreichen Strecke durch die Neigetechnik seine Vorteile unter Beweis stellen sollte. Nach hĂ€ufigen Pannen wurde er bereits im Dezember 2002 wieder aus dem Fahrplanbetrieb gestrichen. Eine Zuggarnitur des elektrisch betriebenen Bruders des ICE TD, dem ICE T wurde im Nachgang auf den Namen Plauen/Vogtland getauft. Die Taufe fand allerdings wegen der fehlenden Oberleitungen in Reichenbach im Vogtland statt. Übergangsweise verkehrten lokbespannte IC-ZĂŒge bzw. in IC-Farben umlackierte Triebwagen der Baureihe 612 als InterCitys. Seit Dezember 2006 verkehrt auf dieser Strecke der Franken-Sachsen-Express als Regionalexpress der im Auftrag der Deutschen Bahn von der DB Regio betrieben wird. Somit besitzt Plauen keinen Anschluss mehr an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn. Im Jahr 2012 soll Plauen an das elektrische Netz der Bahn angeschlossen werden. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden Leipzig auch nach Inbetriebnahme des Citytunnels ansteuern zu können (der Tunnel wird nicht fĂŒr Dieselfahrzeuge freigegeben). Von HerlasgrĂŒn soll 2012 bis zum Oberen Bahnhof elektrifiziert werden, einĂ­ge StraßenbrĂŒcken ĂŒber die Bahn auf dem Streckenabschnitt mĂŒssen aufgrund zu geringer Höhe fĂŒr Oberleitungen abgebrochen und je nach Bedarf ersetzt werden. Die WeiterfĂŒhrung der Elektrifizierung bis Hof ist fĂŒr 2013 geplant.[67]

Triebwagen der Plauener Straßenbahn beim Verlassen der Wendeschleife Plamag

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen fĂŒnf Straßenbahnlinien und vier Stadtbuslinien der Plauener Straßenbahn GmbH sowie die Regionalbuslinien des Plauener Omnibusbetriebes und anderer Verkehrsbetriebe.

Auf den Linien der Plauener Straßenbahn GmbH verkehren 30 Tatra-StraßenbahnzĂŒge des Typs KT4D-M und 5 Niederflurbusse.[2] Im Stadtzentrum befindet sich die Zentralhaltestelle Tunnel, die von allen Linien angefahren wird. Sechs Gleise sind dort in Dreiecksform angeordnet.

2007 wurden drei neue Stadtbuslinien eingerichtet; die bestehende Linie A wurde umstrukturiert. Ab 20:30 Uhr verkehren fĂŒnf „Nachtbus“linien, die die ĂŒber den Tag verkehrenden Straßenbahn- und Buslinien ersetzen. Die sogenannte Linie 11 ist ein Anruf-Sammel-Taxi im Raum Neundorf. Sonn- und feiertags ersetzt das Anruf-Linien-Taxi zwischen fĂŒnf und acht Uhr den Straßenbahnverkehr.

Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber Straßen mit einer GesamtlĂ€nge von 396 Kilometern.[68] Durch das sĂŒdöstliche Stadtgebiet fĂŒhrt die A 72 Hof–Chemnitz mit den Anschlussstellen Pirk, Plauen-SĂŒd und Plauen-Ost. Von der A 72 fĂŒhrt am Dreieck Hochfranken die A 93 in Richtung SĂŒden nach Regensburg. Die A 9 MĂŒnchen–Berlin erreicht man von Plauen aus nach ca. 35 Kilometern ĂŒber die A 72 in sĂŒdwestlicher Richtung am Dreieck Bayerisches Vogtland oder in nordwestlicher Richtung nach ca. 32 Kilometern ĂŒber die B 282 an der Anschlussstelle Schleiz. Die A 4 Dresden–Eisenach erreicht man nach ca. 80 Kilometern auf der A 72 in östlicher Richtung.

Durch die Stadt fĂŒhren die Bundesstraßen 92 und 173. Die B 173 verbindet Plauen mit den NachbarstĂ€dten Zwickau und Hof, die B 92 mit Gera und der Tschechischen Republik. Am Plauener Gewerbegebiet bei Neuensalz beginnt die B 169, als Abzweig von der B 173. Sie fĂŒhrt ĂŒber Chemnitz nach Cottbus. In Plauen-Kauschwitz zweigt von der B 92 die B 282 ab, fĂŒhrt zur Anschlussstelle Schleiz der A 9 und bildet mit der B 92 einen Teil der Europastraße 49.

Plauen ist auch durch den Regionalflughafen Hof-Plauen angebunden, der sich in etwa vierzig Kilometer Entfernung im Stadtteil Pirk sĂŒdwestlich der Stadt Hof befindet. Der etwa zwanzig Kilometer östlich gelegene Flugplatz Auerbach dient hauptsĂ€chlich dem Flugsport, wird jedoch auch fĂŒr GeschĂ€ftsflĂŒge genutzt. Der nĂ€chste Flughafen mit internationalen Linienverbindungen ist der rund 80 Kilometer entfernte Leipzig-Altenburg Airport.

Im Stadtteil Neundorf befindet sich der Sitz des Vogtland-Regional-Fernsehens (VRF). Der Sender produziert seit 1994 ein wöchentlich wechselndes Programm mit Berichten aus der Region. Er wurde seit 2003 mehrmals mit Preisen ausgezeichnet.[69]

Der regionale Radiosender Vogtland Radio hat seinen Sitz in Plauen-Haselbrunn. Er sendet seit 1998 ein eigenes und unabhĂ€ngiges 24-stĂŒndiges Hörfunkprogramm fĂŒr das gesamte Vogtland in OstthĂŒringen, Westsachsen und Oberfranken. Außerdem betreibt der Radiosender MDR 1 Radio Sachsen ein Regionalstudio in Plauen.

In Plauen erscheinen zwei Tageszeitungen, der Vogtland-Anzeiger in Plauen mit einer Auflage von etwa 9000 Exemplaren[70] und eine Lokalausgabe der in Chemnitz erscheinenden Freien Presse mit einer Auflage von etwa 20.000 Exemplaren[71]. Zudem erscheinen mittwochs die kostenlosen Lokalzeitungen WochenSpiegel und Blick und sonntags die ebenfalls kostenlose Lokalzeitung Sonntags Blick. Monatlich werden das kostenlose Lifestyle-Magazin port01 City-Flash und seit 2005 der kostenlose VoKuS (Vogtland-Kultur-Spiegel) mit allen wichtigen kulturellen Terminen fĂŒr Plauen und das Vogtland publiziert.

Seit FrĂŒhjahr 2007 berichtet das private Online-Magazin Spitzenstadt.de tĂ€glich aktuell aus der Stadt. Mit aktuellen Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur ergĂ€nzt es den offiziellen Internet-Auftritt der Stadt.

In Plauen befinden sich zwölf Grundschulen, von denen die Grundschule Karl Marx die grĂ¶ĂŸte Grundschule Sachsens ist.[72] Im Stadtgebiet befinden sich zudem fĂŒnf Mittelschulen und zwei Gymnasien. Am Lessing-Gymnasium werden ein mathematisch-naturwissenschaftliches Profil und ein sprachliches Profil angeboten. Das Diesterweg-Gymnasium bietet neben dem Gymnasium fĂŒr die Klassen 5 bis 12 ein Vogtlandkolleg fĂŒr die Erwachsenenbildung an. Die Allgemeine Hochschulreife kann dort entweder im regulĂ€ren dreijĂ€hrigen Schulbetrieb oder berufsbegleitend, im Abendunterricht, erworben werden.

Die Berufsakademie Plauen wurde 1999 gegrĂŒndet und wurde im Dezember 2006 als siebter Studienstandort in das SĂ€chsische Berufsakademiegesetz aufgenommen.[73] Seit 2010 können die AbschlĂŒsse Bachelor of Arts (Gesundheits- und Sozialmanagment), Bachelor of Arts (Handel und Internationales Management) und Diplom-Ingenieur/in (BA) (Technisches Management) erreicht werden.[74] Im Jahr 2011 wurde zusĂ€tzlich der Studiengang Lebensmittelsicherheit mit dem Abschluss Diplom-Wirtschaftingenieur/in (BA) oder Bachelor of Science aufgenommen[75]

An der DIPLOMA VogtlĂ€ndische Fachhochschule Plauen können verschiedene Bachelor- und Master-StudiengĂ€nge (Betriebswirtschaft, Wirtschaftsrecht, Medizinalfachberufe, FrĂŒhpĂ€dagogik, Grafik-Design) als berufsbegleitendes Fernstudium oder als PrĂ€senzstudium absolviert werden.

Das Berufsschulzentrum (BSZ) e.o.plauen fĂŒr Technik und Gestaltung umfasst neben der Berufsschule, der Berufsfachschule und der Fachoberschule auch ein berufliches Gymnasium und eine Fachschule. Die Textil- Design- und Medienausbildung setzt die Tradition der Kunstschule Plauen fort. Die Ausbildung in zwanzig weiteren Berufen der Industrie und des Handwerks runden das Angebot ab. Die gleichen Schularten, jedoch im Bereich Wirtschaft und Gesundheit gibt es am BSZ Anne Frank. Die Fachschule fĂŒr Wirtschaft der Gothaer Bildungsgesellschaft Gobi bildet den Staatlich GeprĂŒften Betriebswirt aus. Eine Zusatzausbildung zum Erwerb der Fachhochschulreife kann entweder in Vollzeit oder in berufsbegleitender Teilzeit absolviert werden. Verschiedene weitere Berufs- und berufsbildende Schulen unterschiedlicher Fachrichtungen vervollstĂ€ndigen das Bildungsangebot.

Die WEMA (heute Werkzeugmaschinenfabrik VOGTLAND GmbH) im Jahre 1965

Die Stadt Plauen ist untrennbar mit der Plauener Spitze verbunden. Der Name ist eine eingetragene Marke des Branchenverbandes Plauener Spitzen und Stickereien e. V., zu dem mehrere Hersteller gehören, unter anderem auch die Modespitze Plauen GmbH. Die Firmen stellen in Plauen und im Umland die unterschiedlichsten Erzeugnisse aus Spitzenstoffen her. Die Palette reicht von Tischdecken ĂŒber Accessoires bis hin zu Damenoberbekleidung und Brautkleidern. Ein weiteres GeschĂ€ftsfeld der traditionsreichen Textilindustrie, die Herstellung von Gardinen, deckt die Plauener Gardine GmbH & Co ab.

Die Wurzeln der WEMA VOGTLAND Technology GmbH reichen zurĂŒck bis zur VOMAG. Als Maschinenbau-Unternehmen fĂŒr spanende Metallbearbeitung agiert die WEMA weltweit und stellt Werkzeugmaschinen fĂŒr fast alle großen Automobilhersteller und deren Zulieferer her. Seit August 2010 unterhĂ€lt das Unternehmen auch eine Niederlassung in den USA, in Belvidere.

Die Plamag Plauen GmbH befindet sich im Norden Plauens an der Grenze zum Ortsteil Kauschwitz. Dort werden Druckmaschinen hergestellt. Nach der Insolvenz der manroland Druckmaschinen AG [76] wurde das Werk als eigenstĂ€ndige Gesellschaft ausgegliedert und trĂ€gt seit Februar 2012 wieder seinen alten Namen. Zwischen 2010 und 2012 wurden etwa 600 Mitarbeiter entlassen, so dass zur Zeit (Stand Februar 2012) noch rund 300 Mitarbeiter in dem Betrieb beschĂ€ftigt sind. Es wird mit verschiedenen potentiellen Investoren ĂŒber einen Verkauf des Werkes verhandelt, das vorerst als Zulieferer fĂŒr das von der Possehl-Gruppe ĂŒbernommene Augsburger manroland -Werk fungiert.[77]

Die Neoplan Omnibus GmbH Plauen ging 1991 aus einem Werk zur Reparatur von Ikarus-Bussen hervor und ist inzwischen der einzige deutsche Produzent der Marke. Dort sind etwa 700 Mitarbeiter beschÀftigt (Stand Juli 2010). Nachdem Neoplan 2008 in die MAN Nutzfahrzeuge AG eingegliedert wurde, gab es 2010 zunÀchst Diskussionen, ob in Plauen wegen der Verlagerung von Teilen der Produktion nach Polen massiv Stellen abgebaut werden sollen. Im Juli 2010 einigten sich Mitarbeiter und Unternehmen darauf, auch nach der Produktionsverlagerung den Plauener Standort zu erhalten und auszubauen. Dort erfolgen nun Karosseriemontage und Innenausbau der Busse, deren Gerippe in Polen gefertigt werden.[78] In den Jahren 2011 bis 2013 soll das Werk mit etwa 20 Millionen Euro ausgebaut werden.[79]

Im Osten der Stadt, nahe Neundorf, befindet sich das Werk der Philips Technologie GmbH, hervorgegangen aus einem Narva-Standort. Dort werden Speziallampen hergestellt. Im Sommer 2011 wurde die Produktionslinie fĂŒr H4-Lampen ins polnische Pabianice verlagert. Damit schrumpfte die Mitarbeiterzahl auf rund 300.[80]

Die Plauen Stahl Technologie GmbH stellt mit etwa 130 Mitarbeitern Stahlkonstruktionen und BrĂŒcken her. Der ehemalige VEB Stahlbau wurde nach der Wende von der Lentjes AG ĂŒbernommen und 2001 an die mg capital GmbH verkauft. 2003 wurde die heutige Firma gegrĂŒndet. Sie ist aktiv im BrĂŒckenbau, errichtete unter anderem die ElbebrĂŒcke Niederwartha und war an der Sanierung der Fleher BrĂŒcke beteiligt. Außerdem wurden Teile der Hamburger Messe und eine Messehalle der Messe DĂŒsseldorf errichtet.

Die Sachsendruck Plauen GmbH stellt mit etwa 200 Mitarbeitern (Stand: Februar 2012) unterschiedliche Druckerzeugnisse her. 1991 wurde der ehemalige VEB von der Sebaldus-Gruppe und spĂ€ter von der schlott gruppe ĂŒbernommen. Seit 2008 gehört der Betrieb im Zentrum Plauens zur Offizin Andersen Nexö (OAN)–Unternehmensfamilie.

Logo der Sternquell-Brauerei Plauen

Die Sternquell-Brauerei GmbH Plauen gehört zur Brau Holding International und beschĂ€ftigt etwa 160 Mitarbeiter. Die Brauerei hat Standorte im Zentrum Plauens, nahe der FriedensbrĂŒcke und im Gewerbegebiet Neuensalz. Es werden zehn unterschiedliche Biersorten gebraut. Die Produkte werden jĂ€hrlich von der DLG ausgezeichnet und 2008 erhielt die Brauerei den Bundesehrenpreis des Bundesministeriums fĂŒr ErnĂ€hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Die Vogtlandmilch GmbH stellt mit den Handelsmarken Vogtlandweide und Sachsenland Molkereiprodukte und ErfrischungsgetrĂ€nke her. Das Unternehmen mit etwa 110 Mitarbeitern ist der einzige SchulmilchabfĂŒller in Sachsen (Milchnummer: SN 008). Nach der Wende ging der 1928 als VogtlĂ€ndische Milchhof AG gegrĂŒndete Betrieb an die Sachsenmilch AG; die bis dahin auf fĂŒnf Betriebe verteilte Produktion wurde in Plauen konzentriert. Im Zuge der Übernahme der Sachsenmilch AG durch die MĂŒller-Gruppe kauften 1994 die Gesellschafter, die Erzeugergemeinschaft Milch Plauen und Molkereigenossenschaft Glauchau, die Anteile an der Vogtlandmilch GmbH zurĂŒck und halten diese bis heute.

In Plauen befinden sich zwei KrankenhÀuser: die Helios Vogtland Klinikum Plauen GmbH als einziges Krankenhaus der Schwerpunktversorgung im Vogtland und das Krankenhaus Bethanien als Krankenhaus der Regelversorgung.

Jugendherberge in der Alten Feuerwache

Plauen ist Ausgangspunkt ausgedehnter Wanderungen im Vogtland. Durch das Stadtgebiet verlaufen mehrere Wander- und Radwanderwege, zum Beispiel der Fernwanderweg E3 mit dem Bergwanderweg Eisenach–Budapest, der Vogtland Panorama Weg und der Elster-Radweg.

An der Hainstraße im Syratal, in der NĂ€he der FriedensbrĂŒcke befindet sich die 1959 eingeweihte Parkeisenbahn Plauen. Sie ist die einzige elektrisch betriebene Parkeisenbahn Deutschlands mit öffentlichem Verkehr. GegrĂŒndet als Pioniereisenbahn wird sie inzwischen von einem Verein betrieben.

In der Elsteraue, in der NĂ€he der Alten ElsterbrĂŒcke, liegt mit der AREA241-Skateplaza einer der grĂ¶ĂŸten Skateparks Deutschlands. Dort befinden sich Treppen in verschiedenen Höhen, Breiten und Schwierigkeitsgraden. Auch auf zahlreichen Banks, Ledges, Rails, und Curbs kann die Geschicklichkeit unter Beweis gestellt werden.

Seit 2007 befindet sich die Jugendherberge der Stadt im Stadtzentrum. Dazu wurde die alte Feuerwache in eine Unterkunft mit 135 Betten in 48 Zimmern umgebaut. Die Originalausstattung, wie zum Beispiel die Rutschstange, blieben erhalten.

In der Tourist-Information können StadtfĂŒhrungen gebucht werden, bei denen auch der 64 Meter hohe Rathausturm bestiegen werden kann.

Der Cartoonist e.o.plauen alias Erich Ohser

→ Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Plauen

Plauen ist seit seiner GrĂŒndung mit zahlreichen Persönlichkeiten verbunden. In der Politik gab es sowohl positive als auch negative Beispiele. Mit Heinrich dem Älteren und Heinrich Reuß von Plauen stellten die Herren von Plauen gleich zwei Hochmeister des Deutschen Ordens. Im Zweiten Weltkrieg spielte der Plauener Fabrikant Martin Mutschmann als Gauleiter in Sachsen dagegen eine unrĂŒhmliche Rolle. Jörg Schneider verfasste 1989 den Aufruf „Kommt zur Demonstration am 7. Oktober!“ Seit 2004 sitzt mit Frank Heidan ein Mitglied der Gruppe der 20, der BĂŒrgervertretung des Wendeherbstes 1989, im Landtag. Herausragend auf wissenschaftlichem Gebiet ist der Theologe und Astronom Georg Samuel Dörffel. Er wies in seinem Werk Astronomische Beobachtung des großen Cometen, welcher A. 1680 und 1681 erschienen schon Jahre vor der Newtonschen Gravitationstheorie nach, dass sich die Kometen auf parabolischen Bahnen bewegen, in deren Brennpunkt die Sonne steht. Auf dem Gebiet des Sportes haben sich besonders die Olympiasieger Kurt Helbig (Gewichtheben), Angelika Bahmann (Kanuslalom) und Kornelia Grummt-Ender (Schwimmen) hervorgetan. Auch einige Kulturschaffende hat Plauen hervorgebracht, so zum Beispiel den Kirchenmusiker und Komponisten Johannes Petzold, die Schauspieler Claudia Loerding und Stefan König und den Kabarettisten Olaf Schubert.

Der wohl bekannteste Plauener ist der Cartoonist Erich Ohser. Der Schöpfer der Vater-und-Sohn-Geschichten machte die Stadt durch seinen KĂŒnstlernamen e.o.plauen bekannt, obwohl er selbst in UntergettengrĂŒn geboren ist.

  • Erich Keyser (Hrsg.): Deutsches StĂ€dtebuch. Handbuch stĂ€dtischer Geschichte. Band II Mitteldeutschland – Im Auftrag der Konferenz der landesgeschichtlichen Kommissionen Deutschlands mit der UnterstĂŒtzung des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart 1941
  • RĂŒdiger FlĂ€mig (Hrsg.): Staatliche Kunst-und Fachschule fĂŒr Textilindustrie 1877/1945. Sebald Sachsendruck Plauen, Plauen 1996
  • ISBN 3-9288-28-22-3
  • Ulla Spörl: Plauen um 1900. 2006, ISBN 978-3-00-019362-0
  • Brigitte Unger, ISBN 978-3-937386-18-8
  • Richard Steche: Plauen. In: Beschreibende Darstellung der Ă€lteren Bau- und KunstdenkmĂ€ler des Königreichs Sachsen, 11. Heft: Amtshauptmannschaft Plauen. C. C. Meinhold, Dresden 1888, S. 48.
Geschichtsteil
  • Hermann Fiedler: Die Stadt Plauen im Vogtlande. Eine historische Skizze. Plauen, F. E. Neupert 1874
  • A. Neupert sen. (Hrsg.): Kleine Chronik der Stadt Plauen i. Vogtland von 1122 bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Kommissionsverlag Rud. Neupert jr., Plauen 1908
  • A. Neupert sen. (Hrsg.): Kleine Chronik der Stadt Plauen i. Vogtland Neue Folge 1901 bis 1908. Kommissionsverlag Rud. Neupert jr., Plauen 1909
  •  Abteilung Kultur des Rates der Stadt Plauen (Hrsg.): Plauen. Ein kleines Stadtbuch. Heft 25 der Museumsreihe, Plauen 1963.
  •  Walter Bachmann: Das Alte Plauen. 2. Auflage. VogtlĂ€ndischer Heimatverlag Neupert, Plauen 1994, ISBN 3-929039-43-5.
  •  Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): FlossenbĂŒrg. Das ISBN 978-3-406-562297.
  •  Brigitte Unger (Hrsg.): Der Vogtlandatlas. Regionalatlas zur Natur, Geschichte, Bevölkerung, Wirtschaft und Kultur des SĂ€chsischen Vogtlandes. 3. Auflage. Gumnior, Chemnitz 2007, ISBN 978-3-937386-18-8.
  •  Thomas KĂŒttler, Jean Curt Röder (Hrsg.): Die Wende in Plauen. VogtlĂ€ndischer Heimatverlag Neupert, Plauen 1991, ISBN 3-929039-15-X.
  •  Rolf Schwanitz, Curt Röder (Hrsg.): Zivilcourage. Die friedliche Revolution in Plauen anhand von Stasi-Akten sowie RĂŒckblicke auf die Ereignisse im Herbst 1989. VogtlĂ€ndischer Heimatverlag Neupert, Plauen 1998, ISBN 3-929039-65-6.
SehenswĂŒrdigkeiten
  • Das Alte Plauen (s.o.)
  • Vogtlandmuseum Plauen (Hrsg.): Ein Gang durch Alt-Plauen, Heft 60 der Museumsreihe, 1993
  • Axel Reitel: Staunen ĂŒber und Schauen auf Plauen. Stadt Plauen, Amt fĂŒr Wirtschaftsförderung. 1. Aufl., Plauen. Sebald Sachsendruck, 1997, [ca. 10] Bl.: Ill.
  1. ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewĂ€hlter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. ↑ a b Faltblatt der Pressestelle Zahlen Daten Fakten vom 10. April 2007
  3. ↑ Gerd Kramer: FlĂ€chennutzung Plauen im Vogtlandatlas, S. 64 (siehe Literatur)
  4. ↑ GĂŒnter Freyer: Die geologischen VerhĂ€ltnisse von Plauen in Plauen-Ein kleines Stadtbuch, Museumsreihe Heft 25, 1963, S. 9 ff.
  5. ↑ Uwe Lehmann: Epizentren und lokale Magnitude seismischer Ereignisse in SĂŒdwestsachsen 1984-2000 im Vogtlandatlas, S. 24 (siehe Literatur)
  6. ↑ Downloadmöglichkeit der Daten zur Normalperiode 1961-1990 auf der Seite des Deutschen Wetterdienstes. Abgerufen am 3. November 2010.
  7. ↑ Eberhard Freydank, Deutscher Wetterdienst Radebeul: Das Klima des Vogtlandes im Vogtlandatlas, S. 28 (siehe Literatur)
  8. ↑ Johannes Richter: ArchĂ€ologische Fundorte im Vogtlandatlas, S. 36 (siehe Literatur)
  9. ↑ Hans-Peter Franke: Der Pest-'Brief an die Frau von Plauen'. Studien zu Überlieferung und Gestalwandel (= Untersuchungen zur mittelalterlichen Pestliteratur, III, 2), WĂŒrzburg 1977 (= WĂŒrzburger medizinhistorische Forschungen, 9)
  10. ↑ Horst Fröhlich Plauens Weg zur Industriestadt in Plauen-Ein kleines Stadtbuch, Museumsreihe Heft 25, 1963, S. 70
  11. ↑ Historikus Vogtland – Geschichtsmagazin, Ausgabe September – Oktober 2007 (Online-Version des Artikels hier)
  12. ↑ Rolf Schmolling: Plauen (Baumwollspinnerei und Industriewerke AG) in FlossenbĂŒrg, Seite 223-226 (siehe Quellen)
  13. ↑ Ulrich Fritz: Plauen (Dr. Th. Horn). In: FlossenbĂŒrg, Seite 227−228 (siehe Quellen)
  14. ↑ Gerd Naumann: Plauen im Bombenkrieg. In: Vogtlandatlas. S. 50 (siehe Literatur)
  15. ↑ Fotodokumentation zur Großdemonstration am 7. Oktober 1989 in Plauen. Abgerufen am 27. Juni 2009.
  16. ↑ „Zivilcourage“ S. 359 (siehe oben)
  17. ↑ John Connelly: „Moment of Revolution: Plauen (Vogtland), October 7, 1989“ in German Politics & Society, No. 20, Sommer 1990, Seiten 71-89
  18. ↑ Satzung zur EinfĂŒhrung des „Tages der Demokratie“ als Gedenktag (S. 16). Abgerufen am 26. Februar 2009.
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  21. ↑ Beschluss des Verfassungsgerichtes zur Kreisreform 2008. Abgerufen am 13. Februar 2009.
  22. ↑ Meldung auf www.spitzenstadt.de zum Beitritt Plauens zur Initiative "Mayors for Peace". Abgerufen am 12. April 2010.
  23. ↑ Mitteilungsblatt (06/2010) der Stadt Plauen: Beschluss zum Beitritt zum Rat der Gemeinden und Regionen Europas (Beschluss-Nr. 10/10-4). Abgerufen am 20. Juli 2010.
  24. ↑ Übersicht der PreistrĂ€ger des Einheitspreises 2011 auf der offiziellen Internetseite. Abgerufen am 8. Februar 2012.
  25. ↑ Mitteilungsblatt (12/2011) der Stadt Plauen zur Verleihung des EEA. Abgerufen am 8. Februar 2012.
  26. ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  27. ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1996 und 1999
  28. ↑ Bericht in der Freien Presse vom 1. Februar 2012 zur Arbeitslosenquote. Abgerufen am 8. Februar 2012.
  29. ↑  Bernd Appel: Jeder vierte VogtlĂ€nder ist lutherisch In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 18. Januar 2011, S. 11.
  30. ↑  Bernd Appel: Was der Papst sagt, das ist bindend In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 25. Januar 2011, S. 10.
  31. ↑  Bernd Appel: Was einst mit illegalen Treffen begann In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 22. Februar 2011, S. 10.
  32. ↑  Bernd Appel: Im jĂŒngsten Gotteshaus gilt Lehrzucht In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 8. Februar 2011, S. 10.
  33. ↑ Artikel zur Geschichte der MatthĂ€usgemeinde auf der Internetseite der Gemeinde. Abgerufen am 2. September 2011.
  34. ↑  Bernd Appel: Wo der Sabbat geheiligt wird In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 8. MĂ€rz 2011, S. 10.
  35. ↑  Bernd Appel: Lange verschlossene Kirche öffnet sich In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 1. Februar 2011, S. 13.
  36. ↑  Bernd Appel: Offene TĂŒren und Herzen gefunden In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 15. MĂ€rz 2011, S. 13.
  37. ↑  Bernd Appel: BrĂŒdergemeinde braucht keinen Pfarrer In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 15. Februar 2011, S. 10.
  38. ↑  Bernd Appel: Evangelisation ist wichtigste Aufgabe In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 5. April 2011, S. 15.
  39. ↑  Bernd Appel: Nach Lobpreis folgt die Gebetszeit In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 22. MĂ€rz 2011, S. 11.
  40. ↑  Bernd Appel: Nicht durch Geburt und Tod begrenzt In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 19. April 2011, S. 11.
  41. ↑  Bernd Appel: Zeugen erwarten das "Paradies auf Erden" In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 12. April 2011, S. 14.
  42. ↑  Bernd Appel: Wo auch die Ahnen getauft werden In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 1. MĂ€rz 2011, S. 10.
  43. ↑  Bernd Appel: Glaube der Moslems ruht auf fĂŒnf SĂ€ulen In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 26. April 2011, S. 14.
  44. ↑  Bernd Appel: Der Verstand ist Gottes Geschenk In: Freie Presse – Plauener Zeitung. 29. MĂ€rz 2011, S. 11.
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  76. ↑ Financial Times Deutschland, abgefragt am 25. November 2011
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  80. ↑ Bericht vom 24. Juli 2011 im Vogtland-Anzeiger zum Abtransport der H4-Anlage und Personalabbau bei Philips. Abgerufen am 8. Februar 2012.
  1. ↑ a b c d e f Ortschaft
  2. ↑ a b c Ortschaft zusammen mit JĂ¶ĂŸnitz


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Sachsen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sachsen (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Freistaat Sachsen
Swobodny stat Sakska
Über dieses Bild
Flagge
Wappen
Sprache: Deutsch, Obersorbisch[1]
Landeshauptstadt: Dresden
FlĂ€che: 18.415,51 kmÂČ
Einwohnerzahl: 4,140 Mio. (31. Oktober 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner pro kmÂČ
Arbeitslosenquote: 10,8 % (MĂ€rz 2012)[3]
GrĂŒndung: 3. Oktober 1990
Schulden: 6,5 Mrd. EUR (31. Dezember 2010)[4]
ISO 3166-2: DE-SN
Kontakt:
Website: www.sachsen.de
Politik:
MinisterprÀsident: Stanislaw Tillich (CDU)
Regierende Parteien: CDU und FDP
Sitzverteilung im Landtag: CDU 58
Die Linke 29
SPD 14
FDP 14
B’90/GrĂŒne 9
NPD 8
(5. Wahlperiode)
Letzte Wahl: 30. August 2009
NĂ€chste Wahl: 2014
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im Bundesrat: 4

Der Freistaat Sachsen (obersorbisch Swobodny stat Sakska, AbkĂŒrzung SN) ist ein Land im Osten der Bundesrepublik Deutschland. Mit rund 4,1 Millionen Einwohnern und einer FlĂ€che von rund 18.400 Quadratkilometern gehört Sachsen zu den kleineren LĂ€ndern der Bundesrepublik. Die Landeshauptstadt Dresden und das etwa gleichgroße Leipzig sind die bevölkerungsreichsten StĂ€dte des Freistaates. NachbarlĂ€nder sind Brandenburg im Norden, Sachsen-Anhalt im Nordwesten, ThĂŒringen im Westen und Bayern im SĂŒdwesten. Zudem grenzt das Land im SĂŒden an Tschechien (an die Regionen Liberec, ÚstĂ­ und Karlovy Vary) und im Osten an Polen (an die Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien).

Das 1990 neu gegrĂŒndete Land fĂŒhrt, wie schon von 1919 bis 1933 als Gliedstaat der Weimarer Republik, die vorangestellte Zusatz-Bezeichnung Freistaat.

Inhaltsverzeichnis

Siehe NaturrÀume in Sachsen, Landschaften in Sachsen

Topografische Karte von Sachsen

Sachsen liegt im Osten Mitteldeutschlands und grenzt an die LĂ€nder Bayern (LĂ€nge der Grenze 41 km), ThĂŒringen (274 km), Sachsen-Anhalt (206 km), Brandenburg (242 km), die Republik Polen (123 km) und die Tschechische Republik (454 km). Der Freistaat Sachsen gehört wie auch ThĂŒringen und Teile Sachsen-Anhalts zur Region Mitteldeutschland.

Nach topografischen Gesichtspunkten ist es am sinnvollsten, Sachsen in Flachland, HĂŒgelland und Mittelgebirge einzuteilen. Zum Flachland gehören vor allem die Leipziger Tieflandsbucht um Leipzig sowie die nördliche Oberlausitz. Beide sind durch jĂŒngere Ablagerungen aus dem eiszeitlichen PleistozĂ€n und den Flussniederungen gekennzeichnet, sowie insbesondere durch deren tertiĂ€re Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das HĂŒgelland weiter sĂŒdlich mit seinen weitflĂ€chigen LĂ¶ĂŸablagerungen (LĂ¶ĂŸhĂŒgelland) und der damit verbundenen hohen BodenqualitĂ€t geht auf die EndmorĂ€nenbildung zurĂŒck.

Die sĂ€chsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im SĂŒdwesten Sachsens erstreckt sich das eigentlich bis nach Bayern, ThĂŒringen und Böhmen reichende Vogtland mit dem Erzgebirgsbecken als Nordgrenze und dem Elstergebirge im SĂŒdosten. Nach Osten folgt die Pultscholle des Erzgebirges, welches meist in West- und Osterzgebirge (geteilt durch das Flöhatal), seltener auch zusĂ€tzlich in das Mittelerzgebirge untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die mit 1215 Metern höchste Erhebung Sachsens, der Fichtelberg, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. SĂŒdlich der Landesgrenze fĂ€llt das Erzgebirge steil zum Egertalgraben ab. Den sĂŒdlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der Naturpark Erzgebirge/Vogtland ein. Östlich des Erzgebirges durchbricht die Elbe die Mittelgebirgskette und formte durch tiefe EinschĂŒrfungen das Elbsandsteingebirge. Am nordöstlichen Rand des Elbtals bildet die Lausitzer Verwerfung die scharfe Grenze zum Lausitzer Bergland, welches schließlich im Ă€ußersten SĂŒdosten Sachsens in das weit nach Tschechien reichende Lausitzer Gebirge ĂŒbergeht. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der Liste der Landschaften in Sachsen verzeichnet sind.

Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach hydrologischen Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, grĂ¶ĂŸte und einzig schiffbare Fluss ist die Elbe. Sie durchzieht den Freistaat von SĂŒdosten nach Nordwesten. Wichtige QuellflĂŒsse sind die Mulde, die Weißeritz, die Zschopau, die Weiße Elster und die Spree, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum Fluss-System der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der Lausitzer Neiße begrenzt, die in die Oder mĂŒndet.

→ Hauptartikel: Geschichte Sachsens

Als Sachsen wird heute ein Gebiet an der oberen Mittelelbe, in der sĂŒdlichen Lausitz und im Erzgebirge bezeichnet. Historisch ist es aber losgelöst vom Stammesherzogtum Sachsen, dem Siedlungsraum der Sachsen in Norddeutschland. Es wird zur historischen Abgrenzung auch als Obersachsen, im Gegensatz zu Niedersachsen, bezeichnet. Von 1247 bis 1485 deckte sich die Geschichte Sachsens zudem in weiten Teilen mit der Geschichte ThĂŒringens.

Schon in der Urgeschichte war das heutige Sachsen ein wichtiges Gebiet fĂŒr diejenigen, die ĂŒber die Mittelgebirge reisen wollten. ArchĂ€ologische Spuren weisen eine Besiedlung des Gebiets durch Bandkeramische Kulturen um 5500 v. Chr. aus dem spĂ€teren Böhmen heraus nach. Bevorzugter Siedlungsraum waren die weiten Flussauen von Elbe, Mulde und Spree im Vorland der Gebirge.

Die Albrechtsburg in Meißen

SpĂ€ter zogen aus westlicher Richtung und die Elbe hinauf germanische StĂ€mme in dieses Gebiet ein. Dieses Gebiet stand so bis ins 6. Jahrhundert unter großem Einfluss der ThĂŒringer. Die ThĂŒringer verloren ihre Gebiete an die Franken und Sachsen, wĂ€hrend bis ins 10. Jahrhundert von Osten her slawische Völker das spĂ€tere Territorium Sachsens besiedelten.

Der VorlĂ€ufer des heutigen Sachsens wurde mit dem Burgbau in Meißen als Markgrafschaft Meißen 929 gegrĂŒndet. Die weitere Geschichte der Markgrafschaft ist von der Ostsiedlung der Deutschen geprĂ€gt. Im Gebiet Sachsens wurden bestehende slawische Strukturen, wohl weitestgehend ohne Konflikte und Vertreibung, ĂŒbernommen und erweitert. Vor allem im Erzgebirge kam es, bedingt durch den Erzbergbau, dagegen zu GrĂŒndungen von StĂ€dten. Eine Vielzahl von Ortsnamen und GewĂ€ssernamen in Sachsen haben slawischen Ursprung. Im Jahr 1089 kam die Markgrafschaft in Besitz der Wettiner.

Ab 1423 wurde die Herrschaft der Wettiner vergrĂ¶ĂŸert: Neben Obersachsen und ThĂŒringen kam Sachsen-Wittenberg hinzu. Es war mit der KurwĂŒrde verbunden. In den folgenden Jahren wurde daher die Bezeichnung KurfĂŒrstentum Sachsen an Stelle der Markgrafschaft Meißen eingefĂŒhrt. Durch die Leipziger Teilung von 1485 löste sich Sachsen von ThĂŒringen in der weiteren Entwicklung ab. In der Folge wurde Dresden bei Meißen zur Residenzstadt ausgebaut. Nach dem Schmalkaldischen Krieg, den das ernestinische Kursachsen im Schmalkaldischen Bund verlor, ging mit der Herrschaft ĂŒber Teile Kursachsens 1547 auch die KurwĂŒrde von der ernestiner auf die albertiner Linie der Wettiner ĂŒber. Die Religionspolitik in beiden LĂ€ndern blieb aber lutherisch.

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg war Sachsen auf Seite des Kaisers involviert und zog gegen Böhmen. Kursachsen besetzte im Auftrag des Kaisers die Lausitzen und erhielt diese zur Deckung der eigenen Kriegskosten zunĂ€chst als Pfand. Sachsen verhielt sich darauf neutral, wechselte aber spĂ€ter auf die protestantische Seite, als es seine NeutralitĂ€t durch PlĂŒnderungen in der Lausitz missachtet sah. In der Schlacht bei Breitenfeld (1631) gelang es Sachsen zusammen mit Schweden erstmals, kaiserliche Truppen zu schlagen. 1635 erhielt Sachsen im sog. Sonderfrieden von Prag endgĂŒltig die Herrschaft ĂŒber beide Lausitzen bei gleichzeitiger NeutralitĂ€tsverpflichtung sowie Bestandsgarantie fĂŒr die dortigen konfessionellen VerhĂ€ltnisse.

Das am 8. Oktober 1656 eröffnete Testament Johann Georg I. sah vor, Teile Kursachsens seinen drei Söhnen August, Christian und Moritz zu vermachen und sie in einer kursĂ€chsischen Sekundogenitur als eigenstĂ€ndige HerzogtĂŒmer einzurichten. Es entstanden die HerzogtĂŒmer Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz. In den folgenden Jahrzehnten ging Sachsen vergleichsweise stark aus dem Krieg hervor und gehörte zu den FĂŒrstentĂŒmern, die sich am schnellsten erholen konnten. Sachsen verhielt sich dabei kaisertreu und stellte zum Beispiel 1683 Truppen fĂŒr die siegreiche Schlacht am Kahlenberg gegen die TĂŒrken. Unter Friedrich August I. (genannt der Starke) versuchte Kursachsen seine Herrschaft und Stellung im Heiligen Römischen Reich auszubauen. Sachsen erlebte fortgesetzt unter Friedrich August II. eine politische und kulturelle BlĂŒtezeit. Beide regierten zeitweise Polen als König und Sachsen als KurfĂŒrst in der Personalunion Sachsen-Polen. Beim Großen Nordischen Krieg gegen Schweden beteiligte sich Russland erfolgreich an der Seite von Sachsen-Polen. Territorialgewinne blieben dem KurfĂŒrstentum verwehrt, wĂ€hrend das passive Preußen danach gestĂ€rkt war.

Im SiebenjĂ€hrigen Krieg wurde Sachsen zunĂ€chst relativ kampflos durch Preußen besetzt. Es kĂ€mpfte spĂ€ter in einer Allianz aus Österreich, Russland und Frankreich gegen Preußen und Großbritannien und wurde 1759 wieder von dieser Allianz befreit. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos, richtete dabei aber erstmals große SchĂ€den in der Hauptstadt an. In der Folge ging Schlesien, welches eine Gebietsverbindung zwischen Sachsen und Polen hĂ€tte werden können, an Preußen. Das KurfĂŒrstentum wurde nach und nach wieder hergestellt.

JĂłzef Brodowski, 1895: NapolĂ©on Bonaparte ĂŒberquert die Elbe bei der Schlacht von Dresden

GemĂ€ĂŸ der Pillnitzer Deklaration gehörte Sachsen zu den LĂ€ndern, die an der Seite Preußens gegen die Französische Revolution kĂ€mpften. Nachdem im spĂ€teren Verlauf 1806 Napoleon weit nach Deutschland eingedrungen war, stellten sich ihm die sĂ€chsischen und preußischen Truppen gemeinsam entgegen, wurden aber in der Schlacht bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen. Daraufhin wurde mit Preußen auch Sachsen von den Franzosen besetzt. Nach dem baldigen Beitritt zum Rheinbund wurde das KurfĂŒrstentum noch 1806 zum Königreich Sachsen erhoben. Bei den besonders von Preußen getragenen Befreiungskriegen im Jahr 1813 war Sachsen Hauptkriegsschauplatz und kĂ€mpfte weiter an der Seite Frankreichs bis zur Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober. DafĂŒr wollte Preußen beim Wiener Kongress Sachsen auflösen und vereinnahmen, was nur durch den Schutz Österreichs und auch die französische Position verhindert wurde. Sachsen blieb danach zwar weiterhin Königreich, musste jedoch im Norden ungefĂ€hr die HĂ€lfte seines Gebietes an Preußen abtreten. Die Revolution von 1848 wurde in Sachsen niedergeschlagen, indem preußische Truppen im Auftrag der Reichsexekution die RĂŒckkehr des geflohenen Königs nach Dresden ermöglichten.

Im Deutschen Krieg 1866 stand Sachsen mit Österreich auf der Verliererseite. Es wurde in Folge Mitglied des Norddeutschen Bunds und nahm 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Das Königreich Sachsen war seit 1871 ein Bundesstaat des Deutschen Kaiserreichs, der als kleindeutscher Nationalstaat von Preußen geprĂ€gt wurde.

Am Ersten Weltkrieg nahm letztmalig eine eigene sÀchsische Armee im Rahmen des deutschen Heeres teil. Nach der Abdankung des Königs im Herbst 1918 wurde Sachsen Freistaat im Deutschen Reich, das nun nach der Verfassung von 1919 Weimarer Republik genannt wurde (siehe: Geschichte des Freistaates Sachsen). Zwischen 1934 und 1945 sowie zwischen 1952 und 1990 war das Land Sachsen seiner staatlichen SouverÀnitÀt beraubt und hat de facto nicht existiert. Seit 1990 ist Sachsen ein Land der Bundesrepublik Deutschland.

Der erste „Freistaat Sachsen“ entstand 1918 nach Abdankung des Königs und Auflösung des Königreichs Sachsen. Im Gleichschaltungsprozess des nationalsozialistischen Deutschlands verlor Sachsen durch das Gesetz ĂŒber den Neuaufbau des Reichs am 30. Januar 1934 seine staatlichen Hoheitsrechte; das Landesparlament wurde aufgelöst und die Landesregierung der Reichsregierung unterstellt. Im Zuge einer Verordnung kurz danach waren die Deutschen nicht mehr StaatsbĂŒrger anhand ihrer Landeszugehörigkeit, Staatsangehörigkeitsfragen gingen also direkt auf das Reich ĂŒber.

1945 entstand das Land Sachsen als Teil der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, und zwar aus dem Gebiet des vormaligen Freistaates (abzĂŒglich eines Gebietes östlich der Neiße bei Zittau) und aus Teilen der preußischen Provinz Schlesien westlich der Neiße. Es wurde eines von fĂŒnf LĂ€ndern der am 7. Oktober 1949 gegrĂŒndeten Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Im Jahr 1952 wurde den LĂ€ndern der DDR eine zentralistische Verwaltungsreform auferlegt, nach der sie Kreise bilden und diese zu Bezirken der DDR zusammenfassen sollten. Das Land Sachsen gab seine exekutiven und legislativen Befugnisse an den Bezirk Leipzig, den Bezirk Dresden und den Bezirk Chemnitz (1952–53, 1990) bzw. Karl-Marx-Stadt (1953–1990) ab. Die im Nordosten gelegenen Gebiete um Weißwasser und Hoyerswerda wurden als neu entstandene Kreise dem Bezirk Cottbus zugeordnet.

Das Land Sachsen wurde per Verfassungsgesetz zur Bildung von LĂ€ndern in der Deutschen Demokratischen Republik (LĂ€ndereinfĂŒhrungsgesetz) vom 22. Juli 1990 neu gegrĂŒndet. UrsprĂŒnglich sollte dieses Gesetz zum 14. Oktober 1990 in Kraft treten. Eine Neufassung des Gesetzes vom 13. September 1990 verlegte das Inkrafttreten auf den 3. Oktober 1990 (Tag der Wiedervereinigung) vor.

Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wurde das Land Sachsen zum Freistaat Sachsen, einem der seitdem 16 Gliedstaaten der Bundesrepublik. Dieser zweite Freistaat, der sich am 26. Mai 1992 seine Verfassung gab, ist eine parlamentarische Republik und der erste demokratische sĂ€chsische Staat mit eigener Verfassungsgerichtsbarkeit und drei geteilten Staatsgewalten. Der Freistaat Sachsen ist als deutsches Land originĂ€res Staatsrechtssubjekt und geborenes Völkerrechtssubjekt. Am 9. November 1990 wurde der Freistaat Sachsen erstmals bei einer Sitzung des Bundesrates vertreten und kann seitdem wieder ĂŒber diese Vertretung der Gliedstaaten an der Bundesgesetzgebung und -verwaltung mitwirken.

Die heutige, teilweise ĂŒber Volksabstimmungen festgelegte Landesgrenze ist ein Kompromiss zwischen den 1815 bis 1952 bestandenen sĂ€chsischen Grenzen und den danach in der DDR gebildeten Bezirksgrenzen. So kam Altenburg wieder zu ThĂŒringen, wĂ€hrend vom Leipziger Umland heute mehr zu Sachsen gehört als frĂŒher.

Sitz der Regierung ist die SĂ€chsische Staatskanzlei
Der Plenarsaal des SĂ€chsischen Landtags in Dresden

Die SĂ€chsische Staatsregierung wird von einem MinisterprĂ€sidenten gefĂŒhrt, der vom Landtag gewĂ€hlt wird. Sitz der Regierung ist die SĂ€chsische Staatskanzlei in der Dresdner Inneren Neustadt.

Die CDU ist in Sachsen seit der Wiedervereinigung die mit Abstand stĂ€rkste Partei und stellt seitdem den MinisterprĂ€sidenten. Kurt Biedenkopf regierte von 1990 bis April 2002 in einer CDU-Alleinregierung. Auf ihn folgte Georg Milbradt, der nach der Wahl 2004 eine Große Koalition mit der SPD einging. Nach Milbradts RĂŒcktritt im Mai 2008 ĂŒbernahm Stanislaw Tillich das Amt des MinisterprĂ€sidenten und setzte die CDU-SPD-Koalition bis zur Landtagswahl 2009 fort. Seit September 2009 regiert Tillich in einer schwarz-gelben Koalition zusammen mit der FDP.

Zusammensetzung der amtierenden Staatsregierung (siehe auch Kabinett Tillich II):

  • MinisterprĂ€sident: Stanislaw Tillich (CDU)
  • SĂ€chsische Staatskanzlei, Staatsminister und Chef der Staatskanzlei: Johannes Beermann (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Staatsminister und Stellvertretender MinisterprĂ€sident: Sven Morlok (FDP)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium der Finanzen, Staatsminister: Georg Unland (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium des Innern, Staatsminister: Markus Ulbig (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium der Justiz und fĂŒr Europa, Staatsminister: JĂŒrgen Martens (FDP)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Kultus und Sport, Staatsministerin: Brunhild Kurth
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Soziales und Verbraucherschutz, Staatsministerin: Christine Clauß (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Umwelt und Landwirtschaft, Staatsminister: Frank Kupfer (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Wissenschaft und Kunst, Staatsministerin: Sabine von Schorlemer (parteilos)

Die Legislative des Freistaates Sachsen ist der SĂ€chsische Landtag. Er besteht in der 5. Wahlperiode (2009–2014) aus 132 Abgeordneten (normal 120). Diese teilen sich wie folgt auf: CDU 58 Sitze, Die Linke 29 Sitze, SPD 14 Sitze, FDP 14 Sitze, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 9 Sitze und NPD 8 Sitze. LandtagsprĂ€sident ist Matthias RĂ¶ĂŸler (CDU), es gibt drei VizeprĂ€sidenten: Andrea Dombois, Horst Wehner und Andreas Schmalfuß. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion ist Steffen Flath, der Fraktion der Linken AndrĂ© Hahn, der SPD-Fraktion Martin Dulig, der FDP-Fraktion Holger Zastrow, der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen Antje Hermenau und der NPD-Fraktion Holger Apfel.

Verfassungsgerichtshof und Landgericht Leipzig
Das Oberlandesgericht Dresden

Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen befindet sich in Leipzig. Dieses ist neben der Landesregierung und dem Landtag ein oberstes und im Sinne der Gewaltenteilung unabhÀngiges Staatsorgan.

Die sonstigen Gerichte in Sachsen sind dem SÀchsischen Staatsministerium der Justiz nachgeordnete Behörden.[5] Die Rechtsprechung ist dabei unabhÀngig und nur dem Gesetz unterworfen.[6]

Das Oberlandesgericht Dresden ist das höchste Gericht der sÀchsischen Ordentlichen Gerichtsbarkeit. Ihm sind sechs Landgerichte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig und Zwickau nachgeordnet.

Weiterhin gibt es in Sachsen Gerichte der Fachgerichtsbarkeit. Der Sitz des SÀchsischen Oberverwaltungsgerichtes ist Bautzen. In Chemnitz befinden sich das sÀchsische Landessozial- und Landesarbeitsgericht. Das SÀchsische Finanzgericht befindet sich in Leipzig.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat ihren Sitz in Dresden. Dieser nachgeordnete Staatsanwaltschaften gibt es an den Standorten der Landgerichte. Der Freistaat Sachsen fĂŒhrt zehn Justizvollzugsanstalten. Das LandesjustizprĂŒfungsamt beim SĂ€chsischen Staatsministerium der Justiz ist das sĂ€chsische PrĂŒfungsamt fĂŒr die juristischen Staatsexamen.

In Sachsen befinden sich Einrichtungen der bundesstaatlichen Justiz, die dem Bundesministerium der Justiz nachgeordnet sind. In Leipzig befindet sich das Bundesverwaltungsgericht und der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes mit einem Teil der Behörde des Generalbundesanwalts.

Viele Entscheidungen der europĂ€ischen Institutionen haben unmittelbaren Einfluss auf die Menschen und Organisationen in den Regionen Europas, so auch in Sachsen. Die sĂ€chsische Europapolitik wird durch eine Vielzahl von Akteuren und Institutionen geprĂ€gt. Über verschiedene Wege werden die Interessen des Freistaats in der EuropĂ€ischen Union wahrgenommen.

Die Europapolitik Sachsens wird in der Staatsregierung koordiniert durch das SĂ€chsische Staatsministerium der Justiz und fĂŒr Europa unter Leitung von Staatsminister JĂŒrgen Martens (FDP). Die europapolitischen Leitlinien der Regierungskoalition aus CDU und FDP wurden im Koalitionsvertrag, Abschnitt Europa und Internationale Beziehungen, definiert.[7]

Auf Bundesebene wirkt die Staatsregierung ĂŒber den Bundesrat und die Europaministerkonferenz auch an der europĂ€ischen Gesetzgebung mit.

In BrĂŒssel unterhĂ€lt die Staatsregierung das Sachsen-VerbindungsbĂŒro BrĂŒssel, das u. a. die aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen der europĂ€ischen Institutionen beobachtet, dann fĂŒr den Freistaat relevante Themen identifiziert und an die zustĂ€ndigen Stellen in der Staatsregierung und dem Landtag ĂŒbermittelt. Im Ausschuss der Regionen wird Sachsen durch den Europaminister JĂŒrgen Martens und Landtagsabgeordneten Heinz Lehmann (Politiker) (CDU) vertreten. FĂŒnf Abgeordnete vertreten derzeit die sĂ€chsischen BĂŒrger im EuropĂ€ischen Parlament: Cornelia Ernst (DIE LINKE), Peter Jahr (CDU), Holger Krahmer (FDP), Constanze Krehl (SPD) und Hermann Winkler (CDU).

Im SĂ€chsischen Landtag befasst sich der Verfassungs-, Rechts- und Europaausschuss unter Vorsitz von Martin Modschiedler (CDU) mit europapolitischen Grundsatzfragen. Im April 2011 haben Landtag und Staatsregierung eine SubsidiaritĂ€tsvereinbarung geschlossen, die die Informationspflichten der Regierung gegenĂŒber dem Parlament und die Mitwirkungsrechte des Landtages an europapolitischen Positionen des Landes regelt.[8]

→ Hauptartikel: Liste der Landkreise und kreisfreien StĂ€dte in Sachsen

Sachsen ist in die drei Direktionsbezirke Chemnitz (1), Dresden (2) und Leipzig (3) untergliedert.
Die Direktionsbezirke enthalten insgesamt zehn Landkreise und drei kreisfreie StÀdte. Die in Klammern stehende Bezifferung ist auf nebenstehender Karte ersichtlich.

Die zehn sÀchsischen Landkreise:

  • Bautzen (BudyĆĄin) (BZ)
  • Erzgebirgskreis (ERZ)
  • Görlitz (Zhorjelc) (GR)
  • Leipzig (L)
  • Meißen (MEI)
  • Mittelsachsen (FG)
  • Nordsachsen (TDO)
  • SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge (PIR)
  • Vogtlandkreis (V)
  • Zwickau (Z)

Die drei kreisfreien StÀdte Sachsens:

  • Chemnitz (C)
  • Dresden (DD)
  • Leipzig (L)
→ Hauptartikel: Kreisreform Sachsen 2008

Der Großteil der bis zum 31. Juli 2008 bestehenden Landkreise wurde 1994 und 1996 in einer Kreisreform gebildet. Im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden erfolgte zum 1. August 2008 erneut eine Kreisreform, bei der aus 22 Landkreisen zehn und aus sieben kreisfreien StĂ€dten drei wurden.

Einwohnerzahlen und Ausdehnung der neuen Kreise
Neuer Landkreis Alte Stadt- und Landkreise Einwohnerzahl am 31. Dezember 2008 Einwohnerzahl
Prognose 2025[9]
FlĂ€che in kmÂČ Bevölkerungsdichte 2008
Einwohner je kmÂČ
Bevölkerungsdichte 2025
Einwohner je kmÂČ
Bautzen Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda, Bischofswerda 328.990 273.500 2.391 138 114
Erzgebirgskreis Stollberg, Annaberg, Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis 377.245 307.300 1.828 206 168
Görlitz Niederschlesischer Oberlausitzkreis, Löbau-Zittau, Görlitz 284.790 232.100 2.106 135 110
Leipzig Leipziger Land, Muldentalkreis 271.863 241.800 1.646 165 147
Meißen Riesa-Großenhain, Meißen 256.638 223.900 1.452 177 154
Mittelsachsen Freiberg, Mittweida, Döbeln 335.797 277.500 2.111 159 132
Nordsachsen Delitzsch, Torgau-Oschatz 211.356 182.000 2.020 105 90
SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge Weißeritzkreis, SĂ€chsische Schweiz 255.459 232.200 1.654 154 140
Vogtlandkreis Vogtlandkreis, Plauen 250.246 205.000 1.412 177 145
Zwickau Chemnitzer Land, Zwickauer Land, Zwickau 348.834 288.500 949 368 304

Sachsen besteht aus insgesamt 485 politisch selbstĂ€ndigen StĂ€dten und Gemeinden (Stand: 1. Januar 2010). Diese verteilen sich wie folgt: 178 StĂ€dte, darunter drei kreisfreie StĂ€dte und 50 Große KreisstĂ€dte, und 307 nichtstĂ€dtische Gemeinden. Die kreisangehörigen Gemeinden haben sich teilweise zur Erledigung ihrer VerwaltungsgeschĂ€fte zu Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen: 223 Gemeinden sind in 90 Verwaltungsgemeinschaften und 27 Gemeinden in acht VerwaltungsverbĂ€nden eingebunden.

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind Leipzig und Dresden, gefolgt von Chemnitz. Die viertgrĂ¶ĂŸte Stadt, Zwickau, ist seit Ende 2003 keine Großstadt mehr, da die Einwohnerzahl zurĂŒckgegangen ist. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist die Einwohnerzahl im Freistaat Sachsen durch Abwanderung und SterbeĂŒberschuss aufgrund geringer Geburtenraten um 600.000 Einwohner zurĂŒckgegangen. Leipzig als grĂ¶ĂŸte und die Landeshauptstadt Dresden als zweitgrĂ¶ĂŸte sĂ€chsische Stadt sowie deren jeweils unmittelbar angrenzenden NachbarstĂ€dte Markkleeberg bzw. Radebeul weisen nach großen Bevölkerungsverlusten nach der Wiedervereinigung in den letzten Jahren durch leichte GeburtenĂŒberschĂŒsse und positiven Wanderungssaldo ein Bevölkerungswachstum auf. Dabei gehört die sĂ€chsische Landeshauptstadt in den letzten Jahren sogar zu den StĂ€dten mit dem durchschnittlich höchsten Bevölkerungswachstum der Bundesrepublik.

Stadt Kreis Einwohnerzahl am
31. Dezember 2000
Gebietsstand 2011
Einwohnerzahl am
31. Dezember 2011[10]
Gebietsstand 2011
VerÀnderung
in Prozent
Leipzig kreisfrei 493.208 531.014 +7,67
Dresden kreisfrei 477.807 529.322 +10,78
Chemnitz kreisfrei 259.246 242.818 −6,34
Zwickau Zwickau 103.008 93.331 −9,39
Plauen Vogtlandkreis 71.543 65.663 −8,22
Görlitz Görlitz 61.599 55.437 −10,00
Freiberg Mittelsachsen 45.428 41.240 −9,22
Bautzen / Budyơin Bautzen 43.353 40.395 −6,82
Freital SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge 40.129 39.273 −2,13
Pirna SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge 42.108 38.664 −8,18
Hoyerswerda / Wojerecy Bautzen 50.203 36.616 −27,06
Radebeul Meißen 32.246 33.734 +4,61
Riesa Meißen 39.367 33.560 −14,75
Zittau1 Görlitz 32.775 27.803 −15,17
Meißen Meißen 29.398 27.517 −6,40
Delitzsch2 Nordsachsen 29.265 26.046 −11,00
Limbach-Oberfrohna Zwickau 27.552 25.178 −8,62
Markkleeberg Leipzig 23.157 24.353 +5,16
Glauchau Zwickau 27.285 24.206 −11,28
Werdau Zwickau 26.077 22.322 −14,40
Annaberg-Buchholz Erzgebirgskreis 24.495 21.647 −11,63
Coswig Meißen 24.035 21.177 −11,89
Döbeln3 Mittelsachsen 24.322 21.085 −13,31
Crimmitschau Zwickau 23.305 20.584 −11,68
Borna4 Leipzig 24.219 20.406 −15,74
Reichenbach im Vogtland Vogtlandkreis 23.469 19.828 −15,51
Auerbach/Vogtl.5 Vogtlandkreis 22.629 19.789 −12,55

1 Eingemeindung von Hirschfelde (mit Dittelsdorf und Schlegel) am 1. Januar 2007
2 Eingemeindung von Döbernitz am 1. MÀrz 2004
3 Eingemeindung von Ebersbach am 1. Juli 2011

→ Hauptartikel: Liste der StĂ€dte und Gemeinden in Sachsen und Liste der Großen KreisstĂ€dte in Sachsen
Bevölkerungsentwicklung in Sachsen 1905 bis 2010

Die Bevölkerungszahl Sachsens ist seit ca. 1950 rĂŒcklĂ€ufig. Der lĂ€ndliche Raum, viele Mittelzentren und auch oberzentrale Orte verlieren Bevölkerung durch Abwanderung. Einzig die Einwohnerzahlen der StĂ€dte Dresden und Leipzig konnten in den vergangenen Jahren ZuwĂ€chse verzeichnen. Dresden erlebte seit dem Jahr 2000 eine Zunahme von mehr als 29.000 Einwohnern, Leipzig im selben Zeitraum eine Zunahme von mehr als 17.000 Einwohnern (jeweils ohne Änderung des Gebietsstandes). Beiden StĂ€dten wird ein weiteres Wachstum bis 2020 prognostiziert.

Die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen seit 1905:

Jahr Einwohner
1905 4.508.601
1946 5.558.566
1950 5.682.802
1964 5.463.571
1970 5.419.187
1981 5.152.857
1990 4.775.914
1995 4.566.603
2000 4.425.581
Jahr Einwohner
2001 4.384.192
2002 4.349.059
2003 4.321.437
2004 4.296.284
2005 4.273.754
2006 4.249.774
2007 4.220.200
2008 4.192.801
2009 4.168.732
Jahr Einwohner
2010 4.149.477

Die durchschnittliche Kinderzahl in Sachsen lag 2010 bei 1,49 je Frau und liegt damit deutschlandweit an erster Stelle unter den BundeslĂ€ndern.[11] Spitzenreiter ist der Erzgebirgskreis mit 1,537, wĂ€hrend Leipzig mit 1,371 das Schlusslicht in Sachsen bildet. Dresden steht mit 1,479 an der Spitze der deutschen GroßstĂ€dte ĂŒber 500.000 Einwohner.

→ Hauptartikel: Gesundheitswesen in Sachsen

In Sachsen gibt es 79 KrankenhÀuser mit ca. 26.300 Krankenhausbetten. Mit etwa 45.000 Mitarbeitern sind die KrankenhÀuser, vertreten durch die Krankenhausgesellschaft Sachsen, einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Freistaat. JÀhrlich werden ca. 945.000 Patienten stationÀr behandelt.[12] Darunter sind die beiden UniversitÀtsklinika in Dresden und Leipzig als Maximalversorger sowie zehn Schwerpunktversorger, die kommunalen HÀuser in Chemnitz, Dresden (Friedrichstadt), Görlitz, Leipzig, Riesa, und Zwickau, die teilprivatisierten in Freiberg und Hoyerswerda (beide Sana) sowie die beiden Helios Kliniken in Aue und Plauen.

Das grĂ¶ĂŸte Krankenhaus in Sachsen ist mit 1775 Betten das Klinikum Chemnitz; mit seinen drei Standorten ist es gleichzeitig das grĂ¶ĂŸte kommunale Haus seiner Art in Ostdeutschland. Außerdem ist es am Schneeberger Krankenhaus beteiligt.[13]

Die Gesundheitsausgaben in Sachsen stiegen 2009 um 3,7 %. Mit 3328 € lagen die Gesundheitsausgaben je Einwohner 2009 nur noch 2 % unter dem Bundesdurchschnitt, 2006 waren es noch 8 %.

Das Gesundheitsziel Sachsens ist mit dem Ziel "Aktives Altern - Altern in Gesundheit, Autonomie und Mitverantwortlichkeit" Vorreiter in Deutschland.[14][15]

In Sachsen studierten und arbeiteten viele bekannte Mediziner und Alternativmediziner wie Friedrich Eduard Bilz (Bilz-Sanatorium), Heinrich Braun ("Braunsche Schiene"), Carl Gustav Carus, Paul Ehrlich (Nobelpreis 1908), Paul Flechsig, Samuel Hahnemann (BegrĂŒnder der Homöopathie), Hermann Hartmann (GrĂŒnder des Hartmannbundes), Johann Christian August Heinroth (Inhaber der weltweit ersten Psychiatrieprofessur), Wilhelm His, Bernard Katz (Nobelpreis 1970), Heinrich Lahmann ("Lahmann-Sanatorium"), Carl Ludwig, Moritz Schreber ("SchrebergĂ€rten"), Carl Thiersch und Friedrich Trendelenburg.

Im Freistaat Sachsen werden hauptsĂ€chlich ostmitteldeutsche Dialekte gesprochen. Es handelt sich um das Meißnische und das OsterlĂ€ndische, die zur ThĂŒringisch-ObersĂ€chsischen Dialektgruppe gehören, sowie das Lausitzische. Die ersten beiden sowie die Dialekte des angrenzenden ThĂŒringens und im SĂŒden Sachsen-Anhalts werden umgangssprachlich auch als „SĂ€chsisch“ bezeichnet (siehe Obersachsen). Kennzeichen all dieser Dialekte ist die Lenisierung der stimmlosen Konsonanten. So wird das Wort „Koffer“ scheinbar als „Goffer“ ausgesprochen. Allerdings bildete die Schriftsprache am kursĂ€chsischen Hof in Meißen fĂŒr Martin Luther die Grundlage des Neuhochdeutschen.

In der Lausitz werden auch mehrere Dialekte des Obersorbischen sowie Übergangsdialekte zwischen dem Ober- und Niedersorbischen gesprochen. Beide sorbischen Sprachen zĂ€hlen zur westslawischen Sprachgruppe; im Freistaat Sachsen sprechen schĂ€tzungsweise 15.000 bis 20.000 Menschen Sorbisch als Alltagssprache.

Weiter leben in den Mittelgebirgen SĂŒdsachsens insgesamt etwa 700.000 Sprecher des VogtlĂ€ndischen und des Erzgebirgischen. Beides sind eigenstĂ€ndige Dialekte mit Verwandtschaft zum OstfrĂ€nkischen und Nordbairischen.

Vermutlich bereits mit Herausbildung des Neuhochdeutschen bildete sich, ausgehend von den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten und begĂŒnstigt durch eine relativ hohe Bevölkerungsdichte und Dichte der Infrastruktur im mitteldeutschen Raum eine Regional- bzw. Umgangssprache heraus, die landlĂ€ufig als „SĂ€chsisch“ bezeichnet wird. Dieses SĂ€chsisch wird in einem unscharf abgegrenzten Raum gesprochen, der auch Teile Sachsen-Anhalts, ThĂŒringens und Brandenburgs umfasst.[16]

Der ĂŒberwiegende Teil der sĂ€chsischen Bevölkerung ist konfessionslos. In den meisten Gemeinden bildet die evangelische Religionsgemeinschaft die grĂ¶ĂŸte organisierte Konfession und betreibt die Ortskirche. Auch die römisch-katholische Kirche ist in den meisten grĂ¶ĂŸeren Orten vertreten, wĂ€hrend die altkatholische Kirche nur in einigen wenigen Orten vertreten ist.[17] Es gibt darĂŒber hinaus zahlreiche Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften, eine jĂŒdische und muslimische Minderheit sowie Gemeinden und Gruppen, die anderen Konfessionen bzw. Religionen zugehörig sind.

Die evangelischen Ortsgemeinden gehören zu einem Großteil zur evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die restlichen Ortsgemeinden gehören zur frĂŒheren evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz (heute Teil der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) sowie zur evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen.

Mitglieder (31. Dez. 2009)[18] Bevölkerungsanteil
römisch-katholisch 148.976 3,6 %
evangelisch 855.430 20,5 %
andere Konfessionen
und Konfessionslose
3.164.326 75,9 %

Der Freistaat Sachsen besitzt eine lebendige Medienlandschaft aus Printmedien, landesweiten und lokalen Hörfunk- und Fernsehprogrammen.[19]

Tageszeitungen [20]

  • SĂ€chsische Zeitung
  • Leipziger Volkszeitung
  • Lausitzer Rundschau
  • Freie Presse
  • Dresdner Neueste Nachrichten
  • Morgenpost mit ihren regionalen Ausgaben
  • Bildzeitung mit ihren regionalen Ausgaben
  • Serbske Nowiny

AnzeigenblÀtter [21]

  • WochenSpiegel
  • BLICK
  • SĂ€chsischer Bote
  • Wochenkurier
  • Leipziger Rundschau
  • Sachsen Sonntag
  • Hallo! Leipzig

Öffentlich-rechtlich Hörfunkveranstalter [22]

  • MDR 1 Radio Sachsen
  • Jump

Freie Radios [23]

  • Radio Blau
  • coloRadio
  • Radio T
  • mephisto 97.6

Private Hörfunkveranstalter [24]

  • Apollo radio
  • Hitradio RTL Sachsen
  • R.SA
  • Radio PSR
  • Elsterwelle
  • Energy Sachsen
  • Radio Chemnitz
  • Radio Zwickau
  • Radio Erzgebirge
  • Radio Leipzig
  • Radio Lausitz
  • Radio Dresden

Öffentlich-rechtliche Fernsehsender[25]

  • MDR Fernsehen

Private Fernsehsender

  • Sachsen Fernsehen
  • Dresden Fernsehen
  • Leipzig Fernsehen
  • Vogtland Regional Fernsehen

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurden seit 1946 im Auftrag der Sowjetischen MilitÀradministration in Deutschland viele Industriezweige zu Volkseigenen Betrieben (VEB) umstrukturiert und bis zum Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz) vom 17. Juni 1990 gab es eine eigene Wirtschaftsentwicklung Sachsens innerhalb der DDR.[26]

Nach der Deutschen Wiedervereinigung hat die sĂ€chsische Wirtschaft einen starken Strukturwandel erlebt. Viele der meist stark rĂŒckstĂ€ndigen Industriebetriebe wurden geschlossen. Braunkohletagebaue und -kraftwerke wurden stillgelegt oder durch neue ersetzt. Zahlreiche ehemalige Tagebaurestlöcher befinden sich zurzeit in der Rekultivierung.

Heute steht Sachsen vor ThĂŒringen auf einem Spitzenplatz der ostdeutschen Wirtschaft, wenngleich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit nicht gelöst ist. Im Juni 2011 waren etwa 219.200 Menschen in Sachsen arbeitslos, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,3 %.[27]

Sachsen hat mit Wachstumsraten einzelner Industriebereiche zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland und kann in Teilen bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zu den westlichen BundeslĂ€ndern bereits aufschließen. So liegt das verfĂŒgbare Einkommen der Altersgruppe von 20–35 ĂŒber dem Bundesdurchschnitt, jedoch wird das Gesamtergebnis von den niedrigen Einkommen der Gruppen ab 40 kompensiert. Insgesamt ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht Sachsen einen Index von 85,9 (EU-27:100) (2004).[28]

2009 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Sachsen gemessen am BIP rund 94,99 Milliarden Euro.[29]

Karte der FlughÀfen und LandeplÀtze in Sachsen

Vor allem die BallungsrÀume Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau sind Antrieb der sÀchsischen Wirtschaft. Das Ballungsgebiet Dresden ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stÀrkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von Globalfoundries und Infineon sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Diese drei RÀume bilden die Ecken der Metropolregion Sachsendreieck.

Außerdem gibt es in der sĂŒdlichen Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge auch verdichtete lĂ€ndliche RĂ€ume, die dĂŒnnbesiedelten Gebieten in Nordsachsen gegenĂŒberstehen.

Die Autobahn 4 durchzieht Sachsen auf einer West-Ost-Achse. Die wichtigsten Streckenabschnitte entstanden schon in den 1930er Jahren. Sie wurden nach 1990 auf einen modernen Stand gebracht. Zugleich erfolgte mit dem Ausbau von Bautzen bis zur Grenzstadt Görlitz ein LĂŒckenschluss im europĂ€ischen Autobahnnetz. Wichtiges Autobahnbauprojekt ist die Verbindung der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig. Bereits fertig gestellt sind die A 17 zwischen Dresden und Prag und die A 38 als SĂŒdumfahrung Leipzigs.

Sachsen besaß in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts das dichteste Eisenbahnnetz Europas. Zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war kaum ein Ort in Sachsen mehr als 15 km von einem Bahnhof oder Haltepunkt entfernt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Schmalspurbahnen im Tiefland um MĂŒgeln und im Erzgebirge. Noch heute sind in Sachsen sieben Schmalspurbahnen hauptsĂ€chlich fĂŒr touristische Zwecke unterwegs. Eine große Zahl von Strecken wurde allerdings stillgelegt.

GegenwĂ€rtig werden die Strecken Leipzig–Dresden (ĂŒber Riesa), Dresden–Chemnitz und Leipzig/Halle–Erfurt fĂŒr den Schnellverkehr ausgebaut. Als weiteres Großprojekt gilt der Bau eines City-Tunnels in Leipzig. Dieser soll den bislang grĂ¶ĂŸten Kopfbahnhof Europas entlasten.

Sachsen ist, trotz des dichten Eisenbahnnetzes und der grĂ¶ĂŸten Bevölkerungszahl, das Land mit den wenigsten Fernbahnhöfen der Neuen BundeslĂ€nder (sechs Bahnhöfe im Vergleich zu sieben in ThĂŒringen, acht in Brandenburg, neun in Sachsen-Anhalt und 13 in Mecklenburg-Vorpommern). Vier dieser Bahnhöfe liegen in oder bei Dresden und Leipzig. Der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau gehört zu den Großstadtregionen mit den schlechtesten Bahnanbindungen in Deutschland.[30]

Im internationalen Verkehr sind die Verbindungen in die Tschechische Republik von Bedeutung, wĂ€hrend der Großteil des Verkehrs in Richtung Polen eher ĂŒber Brandenburg als ĂŒber Sachsen verlĂ€uft.

Insbesondere das Erzgebirge, das Vogtland (sĂ€chsischer Teil), die SĂ€chsische Schweiz und das Zittauer Gebirge sind als sĂ€chsische Landschaften vom Tourismus geprĂ€gt, als StĂ€dte sind vor allem Dresden und Leipzig zu nennen. Neben Erholungs- und Sportmöglichkeiten begrĂŒndet sich die Tourismuswirtschaft in Sachsen in der Architektur und den kulturellen Möglichkeiten in StĂ€dten wie Dresden, Leipzig, Meißen (Porzellan) oder Görlitz, aber auch in der Bergbautradition (Silberstraße zwischen Zwickau und Dresden) und in regionalen Produkten wie der Erzgebirgischen Volkskunst oder den sorbischen Ostereiern. Die Anzahl der Übernachtungen im Freistaat belief sich 2005 auf 14,9 Millionen, 2006 auf 15,9 Millionen (+6,7 %),[31] 2007 auf 15,5 Millionen[32], 2008 auf 15,7 Millionen.[33]

Nicht zuletzt auf Grund vieler kultureller und historischer SehenswĂŒrdigkeiten fĂŒhrt Sachsen Ende 2007 das Ranking der inlĂ€ndischen Kultururlaubsziele an und verweist Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen auf die PlĂ€tze.[34]

Laut einer Ipsos-Studie vom Oktober 2007 entschieden sich seit 2004 neun Prozent der potentiellen Sachsen-Urlauber aufgrund der jĂŒngsten Ereignisse bezĂŒglich rechtsextremer Gewalt, fremdenfeindlicher Übergriffe und Wahlerfolge rechtsextremer Parteien gegen einen Besuch in Sachsen.[35]

Neben den bundesweit gĂŒltigen Feiertagen Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten sind in Sachsen das Reformationsfest[36] und der Buß- und Bettag gesetzliche Feiertage. In bestimmten Gemeinden und Gemeindeteilen des Landkreises Bautzen (sorbisches Siedlungsgebiet) ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.[37]

Der Freistaat Sachsen verleiht gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank den SĂ€chsischen BĂŒrgerpreis. Er wird in den Kategorien gesellschaftlich-soziales Engagement und kulturell-geistliches Engagement vergeben und ist mit jeweils 5000 Euro dotiert. Die erste Verleihung fand 2011 statt.[38]

  • ISBN 3-531-15727-2
  • Joachim Menzhausen: Kulturgeschichte Sachsens. Edition Leipzig, Leipzig 2008
  • Reiner Groß: Geschichte Sachsens. Edition Leipzig, 4. Auflage, Leipzig 2007
  • Friedrich Ludwig MĂŒller, Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld, Florian Monheim: Barock in Sachsen. Monumente-Edition. Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2000, ISBN 3-935208-01-4
  • Rainer Karlsch, Michael SchĂ€fer: Wirtschaftsgeschichte Sachsens im Industriezeitalter. Edition Leipzig, Dresden/Leipzig 2006
  • Hartmut Kowalke: Sachsen. Reihe Perthes LĂ€nderprofile, Klett-Perthes-Verlag, Gotha/Stuttgart 2000, ISBN 3-623-00672-6
  • SĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung/Landesverein SĂ€chsischer Heimatschutz e. V. (Hrsg.): Sachsen. Heimatgeschichte, Volkskunde, Denkmalpflege, Dorfgestaltung, Natur und Landschaft. Dresden 2007
  • Literatur von Sachsen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • SĂ€chsische Bibliographie
  • ISBN 978-3-89812-528-4.
  • Verfassung des Freistaates Sachsen
  • Postgeschichte und Briefmarken Sachsens
  1. ↑ Nach der EuropĂ€ischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
  2. ↑ Statistische Ämter des Bundes und der LĂ€nder
  3. ↑ Arbeitslosenquoten im MĂ€rz 2012 – LĂ€nder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur fĂŒr Arbeit, abgerufen am 29. MĂ€rz 2012.
  4. ↑ Statistisches Bundesamt - Angaben zu den Schulden der LĂ€nder
  5. ↑ SĂ€chsisches Staatsministerium der Justiz: Organigramm nachgeordneter Behörden
  6. ↑ Verfassung des Freistaates Sachsen Art. 77, Abs. 2
  7. ↑ Siehe Koalitionsvertrag Freiheit. Verantwortung. SolidaritĂ€t. Gemeinsam fĂŒr ein starkes und selbsbewusstes Sachsen zwischen CDU und FDP vom 16. September 2009
  8. ↑ Vereinbarung zwischen dem SĂ€chsischen Landtag und der SĂ€chsischen Staatsregierung ĂŒber die Konsultation des Landtags im Rahmen der SubsidiaritĂ€tsprĂŒfung nach Artikel 6 bis 8 des Protokolls ĂŒber die Anwendung der GrundsĂ€tze der SubsidiaritĂ€t und der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit sowie ĂŒber die Zusammenarbeit in Angelegenheiten der EuropĂ€ischen Union (SubsidiaritĂ€tsvereinbarung) vom 20. April 2011
  9. ↑ statistik.sachsen.de: 5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose fĂŒr den Freistaat Sachsen bis 2025. Abgerufen am 22. Mai 2011.
  10. ↑ Statistisches Landamt Sachsen: „VorlĂ€ufige Bevölkerung des Freistaates Sachsen am 31. Dezember 2011) nach Gemeinden“
  11. ↑ Geburten je Frau im Freistaat Sachsen 1990 – 2010, PDF
  12. ↑ Krankenhausgesellschaft Sachsen (am 20. Juni 2011)
  13. ↑ Internetauftritt des Klinikums Chemnitz. (abgerufen am 18. Juni 2011)
  14. ↑ Sachsen.de. (am 1. Juli 2011)
  15. ↑ www.Gesundheitsziele.de. (abgerufen am 1. Juli 2011)
  16. ISBN 3-406-31407-4
  17. ↑ Deutschlandfunk, Sendung „Tag fĂŒr Tag“: Altkatholiken in Sachsen (14. April 2009)
  18. ↑ Statistisches Landesamt Sachsen (abgerufen am 14. Dezember 2010)
  19. ↑ http://www.medien.sachsen.de/12594.htm
  20. ↑ http://www.medien.sachsen.de/
  21. ↑ http://www.bvda.de/index.php?id=40&land=13
  22. ↑ http://www.medien.sachsen.de/12602.htm
  23. ↑ http://www.freie-radios.de/
  24. ↑ http://www.slm-online.de/psk/slmo/powerslave,id,193,nodeid,193,ansicht,gruppe,gruppe_id,100.html
  25. ↑ http://www.medien.sachsen.de/12601.htm
  26. ↑ Wirtschaft in Sachsen 1946–1990 im Staatsarchiv Chemnitz.
  27. ↑ [1] (am 12. August 2011)
  28. ↑ Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[2]
  29. ↑ [3] (am 12. August 2011)
  30. ↑ Technische UniversitĂ€t Chemnitz: Wie die Deutsche Bahn eine ganze Region im Stich lĂ€ĂŸt.
  31. ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Übernachtungen in BeherbergungsstĂ€tten des Freistaates Sachsen nach dem Herkunftsland der GĂ€ste ab 1992 (Auswahl)
  32. ↑ Landestourismusverband Sachsen:"Das Jahr 2007"
  33. ↑ http://www.ltv-sachsen.de/cgi-bin/click.system?navid=1013&id=144&fb=News&fa=2&page=2009&sid=de Landestourismusverband Sachsen: "Stabil trotz Krisenzeiten - Reiseland Sachsen 2008 wieder im AufwĂ€rtstrend"]
  34. ↑ Pressemitteilung: Sachsen will deutsche Spitze bei Kulturreisen bleiben
  35. ↑ Spiegel Online: Rechtsextremismus vertreibt Touristen (11. November 2007)
  36. ↑ Änderung des Gesetzes ĂŒber Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen
  37. ↑ Gesetz ĂŒber Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen (SĂ€chsSFG) § 1
  38. ↑ Der SĂ€chsische BĂŒrgerpreis

51.02757613.359375Koordinaten: 51° 2â€Č N, 13° 22â€Č O



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Produktion

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Produktion (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.

Produktion, (v. lat.: producere = hervor fĂŒhren), Fertigung, Fabrikation, im rechtlichen Sprachgebrauch die Herstellung, ist der vom Menschen (Produzent) bewirkte Prozess der Transformation, der aus natĂŒrlichen wie bereits produzierten Ausgangsstoffen (Material) unter Einsatz von Energie, Arbeitskraft und bestimmten Produktionsmitteln lagerbare Wirtschafts- oder GebrauchsgĂŒter (Ökonomisches Gut) erzeugt.

Die Produktion ist Teil des GeschĂ€ftsprozesses. Eine umfassende Betrachtung der Produktion erstreckt sich nicht nur auf organisatorische und technologische Gesichtspunkte, sondern auch auf soziokulturelle und ethisch-normative Wertvorstellungen ĂŒber die Arbeit, denen sie als einer der grundlegenden VorgĂ€nge zur Deckung der menschlichen BedĂŒrfnisse unterliegt.

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff der Produktion ist dabei zunĂ€chst nicht auf den industriellen Bereich beschrĂ€nkt, sondern bezeichnet ebenfalls die Herstellung von GĂŒtern im Allgemeinen. Produziert wird ebenso im Handwerk, in der Land- und Forstwirtschaft und auf kĂŒnstlerischem Gebiet. Dienstleistungen sind eingeschrĂ€nkt produzierbar, solange ein zumindest in Maßen als Gegenstand zu begreifendes Produkt erzeugt wird (Fernsehsendung). In Verlagen bleibt die traditionelle Bezeichnung Herstellung als großer Arbeitsbereich, zustĂ€ndig fĂŒr Papier und Online-Organisation, Satz etc. Nicht lagerbare WirtschaftsgĂŒter, wie beispielsweise ElektrizitĂ€t, werden dagegen in der Regel nicht ‚produziert‘, sondern bereitgestellt.

In der industriellen Produktion wird die Fertigung (von StĂŒckgĂŒtern), die Prozessfertigung (von FließgĂŒtern) und die Verfahrenstechnik (von Rohstoffen zu GĂŒtern) unterschieden.

  • Unter Fertigungstechnik versteht man die Herstellung und Montage von diskreten, zĂ€hlbaren Teilen. Die verschiedenen Fertigungsverfahren werden aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterschieden nach der Fertigungsart, welche nach dem Fertigungstyp mit Anzahl der gefertigten Teile als Einteilungskriterium und der Fertigungsorganisation differenziert wird. Die Fertigungstechnik beschreibt die technischen Methoden der Fertigung.
  • In der Verfahrenstechnik wird primĂ€r die Verarbeitung von Rohmaterialien zu einem Produkt betrachtet. Dabei werden kontinuierliche und diskontinuierliche Prozesse unterschieden.

Die wettbewerbsfĂ€hige GĂŒterproduktion in HochlohnlĂ€ndern basiert auf qualifizierten Fachleuten, besonders aber auf einem hohen Technisierungsgrad. Die Produktionsforschung entwickelt Verfahren, AusrĂŒstungen und ProduktionsstĂ€tten unter anderem fĂŒr den Fahrzeugbau oder das verarbeitende Gewerbe. Besonders wichtig sind ihre Ergebnisse aber im Maschinen- und Anlagenbau, dessen Produkte ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit der anderen Industriezweige bestimmen.

In den letzten Jahren hat die Globalisierung der Produktion stark zugenommen. Hierbei spielen die beiden Hauptmotive Kostensenkung und Markterschließung die wichtigen Rollen. Die Arbeitskosten und die NĂ€he zum Markt sind deshalb die beiden relevanten Standortfaktoren fĂŒr die Produktion. Erfolgreich global tĂ€tigen Unternehmen ist es fast ĂŒberall auf der Welt gelungen, exzellente ProduktivitĂ€t und QualitĂ€t zu erreichen. Diese Unternehmen stellen sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten ein und nutzen die standortgerechte Fertigungstechnik und BeschĂ€ftigungsstrategie.

Die Betrachtung der Produktion ist jedoch insbesondere auf die industrielle Fertigung im Produktionsbetrieb ausgerichtet. Die Betriebswirtschaftslehre fĂŒhrt sie als eine der klassischen Funktionen im Betrieb (Produktionswirtschaft, Industriebetriebslehre, Technologie).

In der Volkswirtschaftslehre beschreibt die Produktionstheorie die Herleitung der Angebotskurve (Angebot (Volkswirtschaftslehre)) im Marktmodell. Von einer Technologie ausgehend, die alle technisch machbaren Kombinationen von Inputfaktoren beschreibt, lĂ€sst sich die effizienteste Faktorkombination - fĂŒr gegebene Preise - herleiten (sogenannte Gewinnmaximierung). Daraus lassen sich die Faktornachfrage und das GĂŒterangebot herleiten.

  • Faktor-Substitution: Die Faktoren können beliebig kombiniert werden, da ein Faktor einen anderen ersetzen (substituieren) kann.
  • Partielle Faktor-Variation: Im Gegensatz zur Faktorsubstitution, bei der die Ausbringungsmenge bei Änderung des VerhĂ€ltnisses der Einsatzfaktoren konstant bleibt, Ă€ndert sich die Ausbringungsmenge. Partiell bedeutet ferner, dass lediglich ein Faktor geĂ€ndert, der andere konstant gehalten wird.
  • Totale Faktor-Variation: Alle Produktionsfaktoren können frei eingesetzt werden (keine Restriktion).

Hinsichtlich der Faktorbeziehungen lassen sich substitutionale und limitationale Produktionsfunktionen unterscheiden. Bei substitutionalen Produktionsfunktionen stehen die Ertragsfaktoren in keiner festen Relation zu dem mengenmĂ€ĂŸigen Ertrag. Substitionale Produktionsfaktoren können daher gegeneinander ausgetauscht werden. Hierbei ist allerdings ggf. eine abnehmende Grenzrate der Substitution zu beachten, das heißt, dass mit fortschreitender Substitution eines Produktionsfaktors ein steigender Bedarf an den anderen Produktionsfaktoren besteht, um eine Einheit des substituierten Faktors zu ersetzen.

Im Gegensatz hierzu stehen die Faktoren bei limitationalen Produktionsfunktionen in einer technisch determinierten Relation zur geplanten Produktionsmenge. Zur Erzeugung eines bestimmten Ertrages ist eine technisch genau festgelegte Einsatzmenge jedes limitationalen Produktionsfaktors erforderlich. Dies findet man hÀufig in der chemischen Industrie.

  • Hoitsch, H.-J.: Produktionswirtschaft. Grundlagen einer industriellen Betriebswirtschaftslehre, 2. Aufl., Vahlen 1993
  • Corsten, H.: Produktionswirtschaft, 10. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2003
  • Dyckhoff, H.: Produktionstheorie, 5. Aufl., Berlin 2006
  • Ebel. B.: Produktionswirtschaft, 8. Aufl., Ludwigshafen 2003
  • Fandel, G.: Produktion 1, 6. Aufl., Berlin 2005
  • Gutenberg, E.: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Erster Band: Die Produktion, 24. Aufl., Berlin/Heidelberg/New York 1983
  • Nebl, Th.: Produktionswirtschaft, 6. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2007
  • Produkt (Wirtschaft)
  • schlanke Produktion
  • Minimalkostenkombination
  • Kuppelproduktion
  • Fertigungsdienstleistung
  • Verlagsherstellung
  • Konstruieren (Technik)
  • Produktion von Software
  • Bereitstellen von IT-Leistungen ĂŒber spezielle Produktionsumgebungen


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Fördertechnik

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Fördertechnik fĂŒr StĂŒckgut in einem Distributionszentrum

Die Fördertechnik (FT) (engl. material handling) ist eine Teildisziplin des Maschinenbaus und befasst sich mit der Konzeption, der Auslegung, der Planung und der AusfĂŒhrung von Einrichtungen zum Transport von StĂŒckgut (Paletten, Kisten, Pakete etc.) oder SchĂŒttgut (Sand, Erz, Getreide etc.). Der Transport von flĂŒssigen Medien und Gasen mit Rohrleitungen ist in der Regel nicht Teil der Fördertechnik.

Unter Fördertechnik versteht man zunĂ€chst die eigentliche Technik (Förderanlagen im erweiterten Sinne einschließlich der Lagertechnik), aber auch die Prozessgestaltung beim Betrieb der Anlagen. Zum Fachgebiet Fördertechnik gehört also die Gesamtheit aller Transport-, Umschlag- und Lageraufgaben oder -prozesse sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. HĂ€ufig wird dieser Bereich unter dem Begriff Logistik zusammengefasst.

Im Gegensatz zur Verkehrstechnik, die sich mit dem weitrĂ€umigen Transport befasst, behandelt die Fördertechnik das Fortbewegen von GĂŒtern in abgegrenzten Betriebsbereichen wie beispielsweise HĂ€fen, FlughĂ€fen, im Bergbau oder auch in Industriebetrieben.

Fördertechnische Bauteile sind Seile und FlaschenzĂŒge, Seilrollen, Seiltrommeln und Treibscheiben. Rundstahlketten, Gelenkketten, KettenrĂ€der und Kettentrommeln werden fĂŒr Kettentriebe benötigt. Fördergurte sind Hauptbauelement von FörderbĂ€ndern. Fahrwerkselemente sind LaufrĂ€der und Schienen. Als Lastaufnahmemittel bezeichnet man Lasthaken, Hakengeschirre, SchĂ€kel, Zangen und Klemmen, KĂŒbel und Greifer. Weitere Bauelemente der Fördertechnik sind Triebwerke und Bremsen.

Weiter werden zur Fördertechnik die innerbetrieblichen Transportsysteme gerechnet. Dazu gehören Stetigförderer wie Rollenbahnen, Zellenradschleusen, Gurtbecherwerke und Gurtbandförderer sowie Unstetigförderer wie mannbediente Flurförderzeuge (Gabelstapler, Plattformwagen etc.), Krane, Automatische LKW-Verladesysteme, Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF), WerkstĂŒckförderer und Senkrechtförderer wie Hebetische oder Gurtheber.

In der Fabrikautomation spielen auch pneumatische Antriebe, beispielsweise zum Fördern von Halbfabrikaten und Fertigprodukten, eine bedeutende Rolle. Das pneumatische Fördersystem der Rohrpost wird heute nur noch selten eingesetzt.

  • Sorter
  • ZufĂŒhrtechnik
  • Dubbel: Taschenbuch fĂŒr den Maschinenbau, Berlin: Springer-Verlag 1990
  • DIN: Taschenbuch 44, Fördertechnik 1, Berlin: Beuth-Verlag 1995
  • DIN: Taschenbuch 185, Fördertechnik 2, Berlin: Beuth-Verlag 1995


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Rollen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Rollen steht fĂŒr:

  • mathematisch die Bewegung eines Punktes um eine Achse, siehe Zykloide
  • physikalisch den Abrollvorgang eines Rades oder rundlichenen Objektes auf dem Untergrund, siehe Rollwiderstand
  • die Bewegung eines Wasser- oder Luftfahrzeugs um seine LĂ€ngsachse, siehe Rollen (Bewegung)
  • die Bewegung eines Flugzeuges von und zur Parkposition auf der Rollbahn eines Flugplatzes, siehe Taxiing
  • ein Darstellungverfahren fĂŒr Computerbildschirme, um zu große Inhalte wiederzugeben (engl. Scrolling), siehe Bildlauf
  • ein Element auf der Computertastatur, siehe Rollen-Taste
  • ein Vorbereitungsverfahren von Lebensmitteln, siehe Wickeln (Zubereitungsart)
  • umgangssprachlich das Aussprechen eines R-Lautes als Vibrant
  • das Verkosten von FlĂŒssigkeiten, wie Wein, siehe Verkostung
Diese Seite ist eine BegriffsklÀrung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.


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StĂŒckgut

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

StĂŒckgutverladung 1920
StĂŒckgut-Spezialladung, Mini U-Boot, fĂŒr Nassau, Bahamas (1964)

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich einzeln am StĂŒck transportieren lĂ€sst:

  • Kollo (Plural Kolli, oft auch Colli, von italienisch collo bzw. französisch colis, engl. trading unit) bezeichnet die kleinste Einheit einer Warensendung: (einzelne) StĂŒcke, die in völlig unterschiedlicher, uneinheitlicher Form und GrĂ¶ĂŸe vorliegen, als EinzelstĂŒck oder Verpackungseinheit (PackstĂŒck, engl. packing unit)
  • StĂŒck (gebrĂ€uchliche AbkĂŒrzung Stck.) bezeichnet immer Kolli derselben Art
  • Sammelgut bezeichnet die Zusammenfassung von gleichen oder verschiedenen StĂŒckgĂŒtern zu einem StĂŒck.

Die StĂŒckmenge ist die MessgrĂ¶ĂŸe des StĂŒckgutes, solange es noch nicht den logistischen Maßnahmen fĂŒr den Transport unterworfen ist. Durch ZĂ€hlen von Kolli oder StĂŒcken wird dabei die StĂŒckzahl als Maßeinheit der StĂŒckmenge ermittelt, wie es etwa manuell, mit ZĂ€hlwaagen oder auf elektronischem Wege geschieht.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung des Begriffs StĂŒckgut

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich am StĂŒck transportieren lĂ€sst, also ein Gebinde, beispielsweise Kisten, beladene Paletten, Maschinen oder Anlagenteile, Kabel-, Papier- oder Blechrollen und FĂ€sser. Die internationale Bezeichnung ist Kollo (Plural: Kolli). Kein StĂŒckgut ist beispielsweise FlĂŒssiggut oder sind Gase, die ohne eigenen BehĂ€lter in die Transportfahrzeuge gepumpt werden. Sand, Kohle, Getreide und vergleichbare Feststoffe sind SchĂŒtt- oder Sauggut, sofern sie nicht verpackt sind.

Die Begriffe StĂŒckgut und Sammelgut werden hĂ€ufig als synonymes Wortpaar verwendet. WĂ€hrend Sammelgut jedoch die Konsolidierung von Warenströmen zur Steigerung der Gewichts- oder Raumausnutzung von Verkehrsmitteln, vor allem in speditionellen HauptlĂ€ufen beschreibt, ist der Begriff des StĂŒckguts im Rahmen von GĂŒterverkehrssystemen der Ebene der ObjektgrĂ¶ĂŸe zuzuordnen.

  • In Deutschland stellte nach dem Eisenbahn-Reformtarif von 1877 das StĂŒckgut neben dem Eilgut und der Wagenladung ein eigenes Abrechnungskriterium dar.
  • FĂŒr den GĂŒterkraftverkehr fand sich eine legaldefinitorische Abgrenzung des StĂŒckguts vom Ladungsverkehr hinsichtlich der Abfertigungsart im § 4 der Kraftverkehrsordnung (KVO) fĂŒr den GĂŒterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen, in der zwischen der Übergabe zur Verladung (StĂŒckgut) oder Bestellung eines Fahrzeuges (Ladungsverkehr) unterschieden wurde.
In der weltweiten Logistik wird StĂŒckgut meist in Containern transportiert

Bei der Abmessung von StĂŒckgĂŒtern gibt es im Gegensatz zu den klar definierten Gewichts- und GrĂ¶ĂŸenmaßen bei den Paketdiensten (vor allem bei den multinationalen Integrators) keine bestimmten Grenzwerte. Die Gewichtsgrenzen sind hĂ€ufig historisch gewachsene und durch alte, nicht mehr gĂŒltige Gesetze und Verordnungen geprĂ€gt.

Die GrĂ¶ĂŸe von StĂŒckgut liegt meist zwischen dem, was ein Gabelstapler transportieren kann, und den Abmessungen eines 40-Fuß-Containers bzw. der LadeflĂ€che eines LKW. Jedoch sind grĂ¶ĂŸere Abmessungen unvermeidlich, wenn der jeweilige Kollo nicht in Einzelteilen transportierbar und erst am Einsatzort montierbar ist, beispielsweise im Fall von Turbinen fĂŒr ElektrizitĂ€tswerke. Übergroße StĂŒcke erfordern Großraumtransporte, welche eine Teildisziplin der Schwertransporte darstellen.

Bei der GrĂ¶ĂŸenabgrenzung ist grundsĂ€tzlich die Gliederung von 1877 aber auch heute noch im GĂŒterkraftverkehr durch die Segmente Paketdienst, StĂŒckgutverkehr und Ladungsverkehr gegeben. In den letzten Jahren hat sich der Transportmarkt weiter differenziert, so dass heute der Markt in die Bereiche Kurier-, Express und Paketdienst (KEP), Gefahrgut, temperaturgefĂŒhrte GĂŒter, Nahrungsmittel, hĂ€ngende GĂŒter und den Markt von handhabbaren und nicht handhabbaren StĂŒckgĂŒtern eingeteilt werden kann. Die Gliederung des Transportmarktes hinsichtlich dieser Gewichtsgrenzen und der Anzahl der Nutzer verdeutlicht Abbildung 1.

Bei der Untergrenze von StĂŒckgĂŒtern gibt es keine einheitliche Meinung. Sie ist vielmehr im Übergangsbereich zu den Kurier, Express und Paketdiensten (KEP) sowie den multinationalen Integrators festzumachen. Der Gewichtsbereich unter 20 kg wird durch das Postgesetz (PostG) im § 4 eindeutig in einen Briefbereich und einen Paketbereich gegliedert. Alle anderen Gewichtsgrenzen sind nicht (mehr) gesetzlich fixiert. Der nationale KEP-Markt orientiert sich ĂŒberwiegend an der 31,5 kg Grenze mit einer Anhebung bis teilweise 40 kg bzw. 50 kg fĂŒr Standardsendungen. Die gleiche Entwicklung ist auch bei den Integrators zu beobachten, bei denen eine Gewichtsanhebung von 31,5 kg auf maximal 68 kg bzw. 70 kg zu beobachten ist. Der Bundesverband Spedition und Logistik (BSL) empfiehlt ein Mindestgewicht von 50 kg, bzw. bei unpalettiert ĂŒbernommenen GĂŒtern 1.000 kg pro Lademeter. In der Speditionspraxis sind VerrechnungssĂ€tze mit Mindestgewichten von national 50 kg bis international 200 kg ĂŒblich.

Als Obergrenze lassen sich in der Literatur Gewichte von 1.500 bis 3.000 kg finden. WĂ€hrend die untere Grenze eher eine fehlende TrennschĂ€rfe zur Unterscheidung von Direktabholung resp. Direktzustellung vermuten lĂ€sst, wird von vielen Speditionen ein Gewicht von 2.500 kg veröffentlicht, die auch in der amtlichen Statistik beim gewerblichen Fernverkehr angesetzt werden. Die Preisempfehlungen des BSL setzen bei StĂŒckgĂŒtern eine Obergrenze von 3.000 kg an.

MarktfĂŒhrer im StĂŒckgut-Segment ist die Kemptener Spedition Dachser. Zu den Top-Ten-StĂŒckgut-Dienstleistern gehören neben DB Schenker und DHL Logistics auch die Kölner Spedition Emons (Stand 2007).

Unter StĂŒckgut kann somit eine Sendung verstanden werden, die zwischen Absender und EmpfĂ€nger im Haus-zu-Haus Verkehr befördert wird, und ein Gewicht zwischen 50 kg und 2.500 kg hat, die zulĂ€ssige Nutzlast des verwendeten Fahrzeuges sowohl vom Volumen als auch vom Gewicht nicht vollstĂ€ndig ausnutzt und somit in der Regel mit anderen Sendungen zusammen befördert wird.

HĂ€ufig besteht eine Lieferung an einen Kunden aus mehreren einzelnen Teilen. Diese werden zur besseren Handhabung im Transport zu grĂ¶ĂŸeren PackstĂŒcken (Kollo) zusammengefasst, etwa in Kartons verpackt. Diese PackstĂŒcke werden schließlich als einzeln zu handhabende StĂŒcke beispielsweise in einen LKW verladen und beim Kunden wieder ausgeladen.

Die Anzahl der Kolli wird in der Regel auf dem Frachtbrief angegeben. Nur diese, nicht der Inhalt der Kolli, kann und sollte vom Spediteur beim Aufladen ĂŒberprĂŒft werden; denn er haftet in der Regel fĂŒr verloren gegangene Ware und sollte daher sicher sein, auch alles eingepackt zu haben.

Zur ÜberprĂŒfung der VollstĂ€ndigkeit einer Lieferung wird in der Regel auf dem Lieferschein die Anzahl der Kolli angegeben. So kann sofort nach dem Entladen eine erste VollstĂ€ndigkeitsprĂŒfung durchgefĂŒhrt und sichergestellt werden, dass beispielsweise kein Kollo auf dem LKW vergessen wurde.

StĂŒckgut kann auf Pritschenwagen, geschlossenen Lastkraftwagen, in Containern oder im Laderaum von Flugzeugen transportiert werden und erfordert keine speziellen TransportbehĂ€lter.

StĂŒckgut wurde frĂŒher auf StĂŒckgutschiffen und in StĂŒckgutwaggons, u.a. im StĂŒckgut-Schnellverkehr, transportiert. Heute verwendet man hierfĂŒr fast nur noch Container, die sich in verschiedenen Verkehrsmitteln einfach transportieren lassen.

FĂŒr StĂŒckgut gelten spezielle Vorschriften der Ladegutsicherung.

→ Hauptartikel: Transportnetzstruktur

Besonders im Sammelgut- und StĂŒckgutverkehr ergibt sich durch die zunehmenden Bedeutung der Logistik als Wettbewerbsfaktor fĂŒr Industrie und Handel, die Notwendigkeit, flĂ€chendeckende Dienstleistungen anzubieten. Plangesteuerte Distributionsverfahren gelten als veraltet, zentrale Distributionsstrategie erfordern jedoch niedrige Transportkosten und kurze Laufzeiten. Laufzeitunterschiede im „Europa mit Grenzen“ waren und sind bei osteuropĂ€ischen Verkehren auch heute noch plausibel und allgemein akzeptiert. In Zentraleuropa hingegen werden nur noch Entfernungsunterschiede akzeptiert. Der Netzstruktur, als ein wesentlicher Einflussfaktor, kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

Netzwerkstrukturen entstehen durch die Anordnung von Knoten (Quellen und Senken von Ladungen) und deren VerknĂŒpfung ĂŒber Kanten (Netzwerkprozesse). Knoten stellen somit Lagerorte und Kanten Transporte dar. Eine Charakterisierung kann ĂŒber die drei Kriterien Stufigkeit, Dichte (Anzahl der im Netzwerk verbundenen Depots) und Dislozierung (rĂ€umliche Verteilung) erfolgen.

Das Marktvolumen ist auf Grund einer schwierigen Datenlage nur eingeschrĂ€nkt bewertbar. 1996 betrug die beförderte GĂŒtermenge im StĂŒckgutverkehr 41 Mio. Tonnen , was 1,4 % der gesamten GĂŒtermenge bedeutet. Vergleiche mit Paketdiensten können nur schwer gezogen werden, da hier das Sendungsaufkommen in Paketanzahl erfasst wird. Der im StĂŒckgutverkehr erwirtschaftete Umsatz belĂ€uft sich nach Lorenz auf 12 Mrd. DM, wobei aktuelle SchĂ€tzungen 14 Mrd. DM angeben. Zu signifikanten Unterschieden im Umsatz gelangt die Marktstudie der UniversitĂ€t Erlangen, wonach schon die Top 50 Unternehmen einen Umsatz im Sammelgutbereich von fast 30 Mrd. DM erwirtschaften.

Infolge der Reduzierung von LagerbestĂ€nden in Industrie und Handel und der damit verbundenen Steigerung der Lieferfrequenz Logistikeffekt, kann es zu erhöhtem Aufkommen an StĂŒckgutverkehren kommen. Da StĂŒckgutverkehre jedoch wiederum mit höheren Kosten verbunden sind, wird mit Konzepten wie z. B. milkrun) versucht Belieferungen zu bĂŒndeln. Eine weitere Steigerung des Aufkommens ist mit der Internationalisierung von Unternehmen und der Vernetzung der Produktionsstandorte zu erklĂ€ren.

Die Sammelgutbranche ist aufgrund der sammelgutaffinen Entwicklungstendenzen zu kleineren GrĂ¶ĂŸen und Gewichten grundsĂ€tzlich als Wachstumsbranche zu bezeichnen.

Siehe auch: PaneuropĂ€ischer StĂŒckgutverkehr

Als Teilmenge der logistischen Dienstleistungen finden StĂŒckgutverkehre zwischen den Produzenten und dem Nachfrager statt. Somit können allgemeine Modelle, wie z. B. das Modell der „blauen Banane“ herangezogen werden. Bei diesem Modell werden Aktiv- und PassivrĂ€ume in Europa dargestellt. Die ĂŒberwiegend zwischen und innerhalb dieser und den angrenzenden Regionen stattfindenden Transporte bestimmen die rĂ€umliche Struktur der StĂŒckgutverkehre. Ein weiteres Modell zur Beschreibung von StĂŒckgutverkehren basiert auf der Erreichbarkeit einer Region. Hier kann z. B. der Peripherieindex herangezogen werden. Bezogen auf die Bevölkerung und den LKW zeigt eine positive Erreichbarkeit fĂŒr Zentralpolen und Westungarn, die vergleichbar mit Norditalien und Zentralfrankreich ist. Eine von Miebach Logistics durchgefĂŒhrte Studie zur Standortwahl in Ostmitteleuropa (1998) nennt Posen, Prag, Brno und Bratislava als ideale Standorte fĂŒr nationale oder regionale Distributionslager.

Die meisten Speditionen sind in BĂŒnden organisiert (z. B. VTL (Vernetzte-Transport-Logistik GmbH); 24plus logistics network; CTL; CargoLine; IDS; S.T.a.R., Systemgut; System Alliance). Diese BĂŒnde arbeiten mit GĂŒterverteilungszentren an Verkehrsknotenpunkten (Verteilerzentren). Ähnlich wie bei Paketdienstleistern ĂŒberspannt ein Netz aus Linienverkehren und Knotenpunkten den gesamten Zustellungsbereich, so können die Lastkraftwagen optimal eingesetzt und ausgelastet werden. Diese Art von Logistik nennt man "Systemverkehr".

Beispielhaft fĂŒr den Systemverkehr ist z. B. der Warenumlauf bei großen Handelsketten wie Kaufland. Das fĂŒr den Bereich Schweinfurt / Kitzingen zustĂ€ndige Warenlager befindet sich in Donnersdorf. Lkws eines bei Kaufland beschĂ€ftigten Fuhrunternehmens liefern beispielsweise StĂŒckgut (z. B. Wein und Kleidung) von diesem Verteilerzentrum nach SĂŒdfrankreich, der Lkw nimmt dort eine andere Ware auf, liefert nach Nordspanien und kehrt dann wieder mit Ware, deren Zielort in Mitteleuropa liegt, zurĂŒck zum Ausgangspunkt. Leerfahrten werden so notwendigerweise vermieden. Diese Route wird regelmĂ€ĂŸig gefahren, sie ist deshalb ein Linienverkehr. NatĂŒrlich trifft dies auch auf StĂŒckgut aller Art zu, der stĂ€ndige Kostendruck auf die Fuhrunternehmer zwingt diese zu Rationalisierungsmaßnahmen, StĂŒckgut kann nun also nicht mehr einzeln geliefert es muss gemeinsam mit StĂŒckgut,bzw. anderer Art der Ladung, zu einer großen Sendung zusammengefasst werden. Die mittlerweile beinahe tĂ€glich zwischen großen StĂ€dten pendelnden Linienverkehre ermöglichen so eine kosteneffiziente Methode des Transports.

[Bearbeiten] Andere TransportgĂŒter

  • Frachtgut
    • Containergut
    • FlĂŒssiggut
    • Greifergut
    • Massengut
    • Sauggut
    • SchĂŒttgut


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SchĂŒttgut

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter SchĂŒttgut (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Siloanlage SchĂŒttgĂŒter
Sand gehört zur Klasse der SchĂŒttgĂŒter

Der Begriff SchĂŒttgut bezeichnet ein körniges oder auch stĂŒckiges Gemenge, das in einer schĂŒttfĂ€higen Form vorliegt. Bestimmt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut durch die KorngrĂ¶ĂŸe und der Kornverteilung, sowie die SchĂŒttdichte, den SchĂŒttwinkel, die Feuchtigkeit und der Temperatur.[1]

SchĂŒttgĂŒter werden in zwei Gruppen unterschieden:

  • kohĂ€sionlose, freifließende SchĂŒttgĂŒter
  • kohĂ€sive, zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter

Die Bezeichnung „SchĂŒtten” ist ein aus den DIN-Normen des Transportwesens und der Verfahrenstechnik definierter Begriff mit dem Umgang von SchĂŒttgĂŒtern. Eine SchĂŒttung, insbesondere die lose SchĂŒttung, bezeichnet GĂŒter, die sich in einem BehĂ€ltnis frei bewegen können oder nicht anderweitig in ihrer Lage gesichert sind.

Die SchĂŒttgutmechanik beschĂ€ftigt sich mit Lager- und Transportbedingungen von SchĂŒttgĂŒtern wie SchĂŒttwinkel (Reibungswinkel), Ausflussverhalten von Silos, Fluidisierung und SchĂŒttdichte. Nach Überschreiten einer Aktivierungsenergie können sich SchĂŒttgĂŒter wie ein Fluid verhalten, also fließen. Die Partikel bleiben dabei im Wesentlichen erhalten oder verĂ€ndern ihre Form auf dem Transportweg nicht. Die wichtigste KenngrĂ¶ĂŸe hierfĂŒr ist die RieselfĂ€higkeit. Physikalisch behandelt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut in der Theorie der granularen Materie.

Inhaltsverzeichnis

Salz als Berg (Halde) aufgeschĂŒttet

Zu den SchĂŒttgĂŒtern zĂ€hlen Baustoffe wie beispielsweise Oberboden, Sand, Kies und Zement sowie Rohstoffe wie etwa Erz, Kohle oder Streusalz. Weiterhin gehören Lebensmittel wie Getreidesorten, Zucker, Salz, Kaffee und Mehl zur Gruppe der SchĂŒttgĂŒter. Pulverförmige GĂŒter wie Pigmente sowie FĂŒllstoffe, Granulate und Pellets lassen sich ebenfalls zuordnen.

SchĂŒttgĂŒter werden aufgrund ihrer Stoffeigenschaften oftmals in Silos oder Bunkern gelagert. Je nach Stoffeigenschaft unterscheidet man freifliessende und zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter. Erstere sind problemlos mit beispielsweise einer Zellenradschleuse oder mithilfe eines Schiebers auszutragen. Bei schwierigen (komplexen) SchĂŒttgĂŒter beispielsweise bei kohĂ€siven, hygroskopischen, entmischenden, schießenden, nicht fließfĂ€higen oder pastösen SchĂŒttgĂŒter ist die Austragung (speziell die genau dosierte), mehr als anspruchsvoll. Stoffe mit den beschriebenen Eigenschaften können problemlos mit einem Kippbalkenboden ausgetragen werden. Ware, die witterungsunempfindlich ist, kann auch im Freien gelagert werden. Bei der Beförderung unterscheidet man kontinuierlichen, also ununterbrochen fließenden, und diskontinuierlichen Transport.

Zu den kontinuierliche Transportverfahren zĂ€hlen einfache Einrichtungen wie SchlĂ€uche und Rohre (so genannte pneumatische Förderung), aber auch komplexe Systeme wie Bandstetigförderer (Muldengurtförderer, Fördergurt), Kettenstetigförderer, Schwingförderer und Becherwerke sowie Zellenradschleusen zum Austragen und Eindosieren. Des Weiteren dient die Doppelpendelklappe zur Beförderung von grobem SchĂŒttgut. Diskontinuierlicher Transport erfolgt bei SchĂŒttgut-Silos oder -Bunkern (etwa bei Schiffen, dort auch als StĂŒrzgut bezeichnet) in Mulden- und Hochbordfahrzeugen (Straße und Schiene) sowie in Silowagen, Silofahrzeugen, Sattelauflieger mit Schiebeboden und als Sackware oder in Bigbags.

In der SchĂŒttguttechnik beschĂ€ftigt man sich mit der funktionsgerechten Auslegung von Apparaten der mechanischen Verfahrenstechnik, insbesondere Silos. Durch Kenntnis experimentell ermittelter SchĂŒttguteigenschaften ist eine Siloauslegung mit dem Ziel der Vermeidung von Ausflussstörungen, wie Schachtbildung, BrĂŒckenbildung oder Entmischung möglich.

Experimentell ermittelte Eigenschaften sind:

  • die SchĂŒttgutfestigkeit,
  • die SchĂŒttdichte,
  • der effektive Reibungswinkel,
  • der Wandreibungswinkel
  • Transportgut
  • Sauggut
  • Massengut
  • StĂŒckgut
  • FĂŒllgut
  1. ↑ SchĂŒttgut Tagung
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 508 S. m. 350 Abb., Springer Verlag Berlin, ISBN 978-3-540-34082-9
  • DIN EN 1991-4: Einwirkungen auf Tragwerke - Teil 4: Einwirkungen auf SchĂŒttgut-Silos Deutsche Fassung EN 1991-4:2006, 119 S., Beuth Verlag GmbH
  • Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter: Fliesseigenschaften und Handhabung. Springer 2006
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 377 S., Springer Verlag Berlin, ISBN 3-540-34082-3


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