Startseite Anmelden   Deutsch English
Startseite
  Startseite Unternehmen Außendienst Leistungen Produkte Referenzen Aktuelles Kontakt Empfehlen  

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Rollen-Konfigurator
 
· Stückgut
   · Nichtangetriebene Tragrollen
   · Angetriebene Tragrollen
   · Konische Tragrollen
   · Förderröllchen
   · Allseitenrollen
   · Rollenschienen
· Schüttgut
   · Bandrollen
   · BandfĂŒhrungsrollen
   · Pufferringrollen
   · StĂŒtzringrollen
   · Bandstationen
   · Antriebstrommeln
   · Umlenktrommeln
· Auswahl nach Typen
· PDF-Katalog

Gebietsvertregung Pirna, Region Sachsen - Hersteller von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut - Fördertechnik in Sachsen

Herstellung von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut in Pirna, Sachsen, Deutschland

Schüttgut, Stückgut und Fördertechnik in Pirna

Wählen Sie den Ort Pirna aus für eine Übersicht zu Fördertechnik, Schüttgut und Stückgut:

 

Förderband, Förderrolle und Fördertechnik in Pirna, Sachsen

 

 

Andere Orte:

Paderborn

Papenburg

Pappenheim

Parchim

Parsberg

Pasewalk

Passau

Pattensen

Pausa/Vogtl.

Pegau

Pegnitz

Peine

Peitz

Penig

Penkun

Penzberg

Penzlin

Perleberg

Petershagen

Pfaffenhofen an der Ilm

Pfarrkirchen

Pforzheim

Pfreimd

Pfullendorf

Pfullingen

Pfungstadt

Philippsburg

Pinneberg

Pirmasens

Plattling

Plau am See

Plaue

Plauen

Plettenberg

Pleystein

Plochingen

Plön

Pocking

Pohlheim

Polch

Porta Westfalica

Potsdam

Pottenstein

Preetz

Premnitz

Prenzlau

Pressath

Prettin

Preußisch Oldendorf

Prichsenstadt

Pritzwalk

PrĂŒm

Pulheim

Pulsnitz

Putbus

Putlitz

PĂŒttlingen

PĂ¶ĂŸneck

Pirna

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Dieser Artikel behandelt die Stadt Pirna, zur gleichnamigen RibonukleinsÀure siehe piRNA.
Wappen Deutschlandkarte
50.95777777777813.94118Koordinaten: 50° 57â€Č N, 13° 56â€Č O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Pirna
Höhe: 118 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 53,02 kmÂČ
Einwohner:

38.705 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 730 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl: 01796
Vorwahl: 03501
Kfz-Kennzeichen: PIR
GemeindeschlĂŒssel: 14 6 28 270
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Markt 1/2
01796 Pirna
WebprÀsenz: www.pirna.de
OberbĂŒrgermeister: Klaus-Peter Hanke (parteilos)
Lage der Stadt Pirna im Landkreis SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge
Über dieses Bild
Blick von Schloss Sonnenstein ĂŒber die historische Altstadt, rechts die Marienkirche

Pirna ist eine Große Kreisstadt und Verwaltungssitz des Landkreises SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge und der Verwaltungsgemeinschaft Pirna im Freistaat Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

Austritt der Elbe aus dem Elbsandsteingebirge in Pirna, links im Hintergrund die StadtbrĂŒcke Pirna

Pirna liegt am oberen Beginn der Elbtalweitung, wo die Wesenitz von Norden und die Gottleuba von SĂŒden in die Elbe mĂŒnden. Es liegt an der schollentektonischen Nahtstelle von Erzgebirge und Westsudeten, die sich nach Westen zum Grabenbruch des Elbtalkessels weitet.

Pirna ist im Norden durch das Westlausitzer HĂŒgel- und Bergland mit der Lausitzer Verwerfung und im SĂŒden durch das Vorland des Osterzgebirges umgeben. Östlich von Pirna durchquert die Elbe das Elbsandsteingebirge in einem Durchbruchstal, das bis in das Stadtgebiet hineinreicht. Pirna wird daher auch das „Tor zur SĂ€chsischen Schweiz“ genannt. Die 1992 eingeweihte SĂ€chsische Weinstraße fĂŒhrt von hier elbabwĂ€rts ĂŒber Pillnitz, Dresden und Meißen bis Diesbar-Seußlitz. Die Stadt Pirna wurde vom Elbhochwasser im August 2002 schwer getroffen.

Pirna grenzt im Norden an die sĂ€chsische Landeshauptstadt Dresden. Angrenzende Gemeinden im Landkreis SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge sind Bad Gottleuba-BerggießhĂŒbel (Stadt), Bahretal, Dohma, Dohna (Stadt), DĂŒrrröhrsdorf-Dittersbach, Heidenau (Stadt), Lohmen, Stadt Wehlen (Stadt) und Struppen.

Feuersteinwerkzeuge aus dem spĂ€ten PalĂ€olithikum (etwa 12.000–8.000 v. Chr.) am Ende der letzten Eiszeit sind die Ă€ltesten Zeichen einer menschlichen Besiedlung in diesem Gebiet. Durch die klimatisch gĂŒnstige Lage und fruchtbare LĂ¶ĂŸböden begĂŒnstigt, lebten hier im Neolithikum (5.500–4.000 v. Chr.) Ackerbauern und ViehzĂŒchter in der Zeit der Bandkeramik und ihre nachfolgenden Kulturen. Nach dem Abzug von germanischen StĂ€mmen aus dem Elbtal, welche hier ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. ansĂ€ssig waren, besiedelten um etwa 600 n. Chr. die slawischen Sorben als Fischer und Bauern dieses Gebiet. Der Name Pirna soll sich aus dem sorbischen „Perno“ – „na pernem“ – „auf dem Harten (Stein)“ ableiten.[2] Die sich im Wappen der Stadt spiegelnde Deutung des Namens vom Birnbaum ist ein spĂ€terer romantisierender Versuch. Der heutige Forschungsstand der Namensdeutung bezieht sich auf einer Darstellung von Professor Ernst Eichler auf die slawische Form von pirno oder pirna. Das Wort pir bedeutete glĂŒhende Asche in der slawischen Sprache. Geografisch könnte dieses eine Feuer-Rodungsstelle oder OpferstĂ€tte mit Feuer bedeuten.

Kupferstich von Merian (1650)
Der Marktplatz von Pirna
(Bernardo Bellotto, 1753–1754)

Mit der Eroberung des slawischen Gebietes und der GrĂŒndung der Mark Meißen durch die Ostfranken (929 grĂŒndet Heinrich I. die Burg Meißen) ist auch im Pirnaer Raum wieder Besiedlung nachweisbar. Im Schutz einer wahrscheinlich schon im 11. Jahrhundert bestehenden (und 1269 erstmals urkundlich erwĂ€hnten) Burg kommt es um 1200 im Rahmen des Landesausbaus zur Entstehung eines festen Austauschplatzes unter der Burg (Suburbium). Dieser Platz erhielt schließlich von Markgraf von Meißen Heinrich dem Erlauchten (Wettiner) das Stadtrecht verliehen, nachdem Kaiser Friedrich II. 1229 in dem „Vertrag mit den geistlichen FĂŒrsten“ und 1233 im „Vertrag mit den weltlichen FĂŒrsten“ auf diese kaiserlichen Rechte zu Gunsten der Landesherren (dominus terrarum) verzichtet hatte. Bereits zu dieser Zeit war die Elbe ein wichtiger Handelsweg, so dass die Stadt Pirna auch sehr schnell das Stapelrecht erhielt. Zudem lag die Stadt an einer wichtigen Handelsstraße nach Böhmen. WĂ€hrend am Fuße der Burg rund um die Kirche St. Marien ein unregelmĂ€ĂŸiges Straßenmuster vorherrscht, wurde der andere Teil der Stadt, etwa auf der Höhe des Rathauses erst spĂ€ter schachbrettartig angelegt. Dies ist ein Beleg dafĂŒr, dass die Stadt nicht planmĂ€ĂŸig gegrĂŒndet wurde, sondern aus einem viel Ă€lteren Siedlungskern hervorgegangen ist.

1233 wird Pirna erstmals urkundlich erwĂ€hnt. 1293 erwirbt König Wenzel II. von Böhmen Stadt und Burg vom Meißner Bischof, wodurch Pirna bis 1405 zu Böhmen gehört. 1307 wird das Dominikanerkloster gegrĂŒndet, und 1325 bestĂ€tigt König Johann von Böhmen das fĂŒr die Stadt eintrĂ€gliche Stapelrecht. Pirna entwickelt sich zu einer bedeutenden Niederlassung im markmeißnisch-böhmischen Grenzgebiet. 1351 hĂ€lt König Karl IV. von Böhmen (welcher vier Jahre spĂ€ter Kaiser wird) in Pirna einen FĂŒrstentag ab, bei dem es um die Schlichtung von Streitigkeiten um die Mark Brandenburg geht. Gut 50 Jahre nach der RĂŒckkehr Pirnas in die Mark Meißen bekommt KurfĂŒrst Friedrich II. von Sachsen im Vertrag von Eger den Besitz der Stadt bestĂ€tigt. Pirna bleibt aber böhmisches Lehen.

Im Jahr 1317 wird das erste Mal eine Schule in Pirna erwĂ€hnt.[3] Man weiß aber nicht, in welchem GebĂ€ude sie war. SpĂ€testens seit 1465 gibt es ein Schulhaus am Ort der heutigen „MĂ€gdleinschule“. Die Knabenschule zog 1540 ins freigewordene Dominikanerkloster um und 1583 in die obere Burgstraße. Im Jahr 1409 erlaubte der damalige Landesherr, Markgraf Wilhelm zu Meißen, der Stadt Pirna, an jedem Sonnabend einen freien Wochenmarkt abzuhalten. Die Urkunde befindet sich im Stadtarchiv.

Mit dem Aufkommen des Eisenerzbergbaus im Osterzgebirge Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Stadt im Jahre 1472 Sitz der fĂŒr das Pirnaer Revier zustĂ€ndigen Eisenkammer, die bis 1686 bestand.

Die ersten bekannten Hochwasser in Pirna in den Jahren 1427 und 1432 hat der Pirnaer Mönch Johannes Lindner aufgezeichnet. Vom 16.-18. August 1501 wurde das Elbtal, verursacht von einem neuntĂ€gigen Regen in Böhmen, von einem besonders schweren Hochwasser heimgesucht. In Pirna erreichte das Wasser die Kanzel der Klosterkirche. Das Wasser reichte bis an die Kante des Taufbeckens der Klosterkirche und wurde mit einem roten Strich ĂŒber dem Predigtstuhl markiert. Auch 1510 wurden bei einem Elbhochwasser weite Teile der Innenstadt ĂŒberflutet, der Markt stand komplett unter Wasser.

Klosterkirche „St. Heinrich“
(um 1400 entstanden)

In den meisten sĂ€chsischen StĂ€dten gab es um 1500 Niederlassungen der Bettelorden. In Pirna errichtete der Dominikanerorden etwa um 1300 ein Kloster, welches 1307 erstmals urkundlich erwĂ€hnt wurde.[4] Bereits 1483/84 beklagten sich die beiden Wettiner Ernst und Albrecht III. bei den Bischöfen von Merseburg und Meißen ĂŒber den zerrĂŒtteten Lebenswandel der Bettelmönche.[5] 1511 griff der Pirnaer Prediger Johann Styel den Prior des Pirnaer Dominikanerklosters wegen dessen Lebenswandel an.[6] Die Predigt zeigt auch, dass der reformatorische Gedanke 1511 weit verbreitet war.[7]

Die Bettelmönche hatten sich in den vorangegangenen Jahren bei der pirn’schen Bevölkerung nicht gerade beliebt gemacht. 1498 kam es zum Streit zwischen dem Kloster und der Witwe des Pirnaer BĂŒrgers Dominikus Rudel um dessen Erbe. Die Frau weigerte sich, das Testament ihres Mannes anzuerkennen, der dem Kloster die Äcker der Familie vermacht hatte. Das Kloster reagierte mit der Exkommunikation der Frau auf den Widerstand. 1502 musste Herzog Georg die Stadt schriftlich auffordern, dem Kloster keinen Widerstand beim Erwerb eines Gartens zu leisten. Zum Jahre 1516/17 berichtet der sogenannte Pirnsche Mönch ĂŒber eine KlostergrĂŒndung auf dem Königstein, die aber schon 1524 „wegen der Flucht der Mönche“ gescheitert war.[8]

Inwieweit der reformatorische Gedanke schon vor 1537 in Pirna verwurzelt war, lĂ€sst sich schwer beurteilen. Obwohl sich Pirna zu Lebzeiten Georgs des BĂ€rtigen noch treu katholisch gab, bemĂŒhte sich jedoch der Stadtrat seit spĂ€testens 1537 insgeheim in Wittenberg um einen tĂŒchtigen Pfarrer.[9] Den ersten Kontakt mit den Folgen der Reformation bekam die Pirnaer Bevölkerung ebenfalls 1537, als die restlichen aus dem Kloster Altzella vertriebenen Mönche im Kloster Pirna einquartiert wurden.

Kurz nachdem Herzog Georg am 17. April 1539 gestorben war, erschienen die Pirnaer Ratsherren Paul Arnold und Mathes Zschipchen bei Martin Luther in Wittenberg, um mitzuteilen, dass die Stadt den Magister und Diakon der Stadtkirche Wittenberg Antonius Lauterbach zum neuen Pfarrer gewĂ€hlt habe.[10] Nach zwei Tagen Bedenkzeit stimmte Lauterbach zu. Am 25. Juli 1539, zwei Tage nach der ersten Visitation, wurde Lauterbach mit einem Willkommenstrunk vom Stadtrat willkommengeheißen und begann noch am selben Tage nach lutherischem Bekenntnis zu taufen. Als Superintendent bekam Antonius Lauterbach auch die Aufsicht ĂŒber das Dominikanerstift.

Nach dem Tode von Herzog Georg begann Herzog Heinrich mit der DurchfĂŒhrung der Reformation. Herzogliche Kommissionen, die aus protestantischen Theologen und herzoglichen Beamten bestanden, besuchten die Klöster und Kirchen Sachsens, um die vorhandenen BesitztĂŒmer der Kirchen und Klöster festzustellen. Bereits am 1. Juli 1539 wurden auf herzoglichen Befehl hin alle katholischen Prozessionen in Sachsen verboten.[11] Am 10. Juli 1539 fertigte Herzog Heinrich den Befehl zur Visitation der sĂ€chsischen Klöster und Kirchen aus. Die erste Visitation erreichte Pirna am 22. Juli 1539. Die Visitatoren verboten die katholische Messe, die Beichte und alles, was nicht in der Heiligen Schrift begrĂŒndet war. Die Kommunion wurde unter beiderlei Gestalt erlaubt und in der Stadt wurde eine Superintendentur eingerichtet, die dem neuen Stadtpfarrer Lauterbach ĂŒbertragen wurde. Den Mönchen wurde aufgetragen, dass sie jeden aus ihren Reihen ziehen lassen mussten, der dies wollte, und zugleich wurde ihnen die Aufnahme neuer BrĂŒder untersagt.[12] Mit den Regelungen der ersten Visitation wurde den Mönchen jedwedes Ordensleben beinahe unmöglich gemacht. Schon ein halbes Jahr spĂ€ter erfolgte die zweite Visitation, die am 22. Januar 1540 Pirna erreicht. NĂ€here Regelungen fĂŒr Pirna sind nicht bekannt.

Eine Aufstellung von 1542 weist das Pirnaer Dominikanerkloster als das Ă€rmste der verbliebenen sĂ€chsischen Klöster aus.[13] WĂ€hrend das Kloster Ende 1539 noch sieben Mitglieder hatte, sowie „etzliche weitere Personen“, womit aus Freiberg, wo sich die Reformation schon frĂŒher durchgesetzt hatte, zugezogenen Mönche gemeint sein können, lebten Ende 1542 nur noch vier Mönche im Kloster. Im August 1540 hatten die LandstĂ€nde der Sequestration (Auflösung) des verlassenen Klostergutes in Sachsen zugestimmt. Zur Finanzierung eines TĂŒrkenfeldzuges des sĂ€chsischen Herzogs Moritz, wurde die Sequestration und Vermögenseinziehung aller bestehender katholischer Kirchen und Klöster beschlossen. Ein Drittel des Erlöses floss in den Staatshaushalt, das andere Drittel an die protestantische Kirche und das letzte Drittel an die Leipziger UniversitĂ€t.[14] Die LĂ€ndereien des Klosters Pirna wurden vom sĂ€chsischen Staat eingezogen, wĂ€hrend die BĂŒcher des Klosters in die UniversitĂ€tsbibliothek nach Leipzig kamen. 1548 scheinen alle Mönche entweder gestorben zu sein oder freiwillig das Kloster verlassen zu haben. Der inzwischen im Schmalkaldischen Krieg zum KurfĂŒrsten aufgestiegene Herzog Moritz verbot den Verkauf der KlostergebĂ€ude.[15] Jedoch 1552 wurden diese an verschiedene Pirnaer BĂŒrger verĂ€ußert.

Hochwassermarken von 1655 bis 2002
Die Marienkirche

1502 wurde mit dem Bau der neuen Stadtkirche unter der Leitung von Meister Peter Ulrich von Pirna begonnen. Mit der EinfĂŒhrung der Reformation im albertinischen Sachsen 1539 wurde der mit Luther vertraute Anton Lauterbach erster evangelischer Pfarrer und Superintendent. 1544 wurde die strategisch bedeutende Burg durch Herzog Moritz von Sachsen zur Landesfestung ausgebaut und ĂŒberstand drei Jahre spĂ€ter die Belagerung im Schmalkaldischen Krieg durch KurfĂŒrst Johann Friedrich von Sachsen.

Nachdem 1546 die Gewölbeausmalungen (biblische Bilderzyklen) der dreischiffigen spĂ€tgotischen Hallenkirche beendet werden konnten, erreichte die Pirnsche Kunst 1614 mit der Vollendung des zehn Meter hohen sandsteinernen Hauptaltars von St. Marien durch Michael und David Schwenke ihren Höhepunkt. Zeitgleich mit dem Zustrom böhmischer Exulanten 1628 wurde die zehn Meter hohe Stadtmauer errichtet, welche bis ins 18. Jahrhundert in diesem Zustand bestehen blieb. Das Fischerdorf an der Elbe (die spĂ€tere Schifftorvorstadt) und die Hausbergsiedlung blieben zunĂ€chst außerhalb der Mauern, weshalb sie im DreißigjĂ€hrigen Krieg gleich mehrfach zerstört wurden. Am 3. Januar 1651 stand bei einem Elbhochwasser wieder die Innenstadt bis zum Markt unter Wasser.

Am 23. April 1639 wurde die Stadt durch schwedische Truppen unter dem Oberbefehlshaber des schwedischen Heeres Feldmarschall BanĂ©r gestĂŒrmt. WĂ€hrend der vergeblichen fĂŒnfmonatigen Belagerung der Festung wurde die tieferliegende Stadt furchtbar verwĂŒstet und geplĂŒndert, etwa sechshundert Einwohner wurden ermordet („Pirnsches Elend“). Als beim Abzug der Schweden die Stadt eingeĂ€schert werden sollte, ritt der Besitzer der Löwenapotheke Theophilus JacobĂ€er durch die feindlichen Reihen und verhinderte durch einen FĂŒrbittbrief der sĂ€chsischen Kurprinzessin Magdalena Sibylle (einer Freundin der schwedischen Königin) die totale Vernichtung der Stadt. Mit dem in Sachsen aufkommenden Barockstil wurde die Festung Sonnenstein ab etwa 1670 nach modernen militĂ€rischen Erkenntnissen ausgebaut. Nur die mĂ€chtigen steinernen Außenwerke zeugen heute noch davon. 1707 hatte die Stadt aufgrund der hohen Belastungen im Großen Nordischen Krieg Schulden von mehr als 100.000 Talern.

Am 29. August 1756 flĂŒchtete sich die kleine sĂ€chsische Armee im SiebenjĂ€hrigen Krieg vor den ohne KriegserklĂ€rung eingefallenen Preußen auf die Ebenheit zwischen den Festungen Königstein und Sonnenstein und kapitulierte dort im „Lager bei Pirna“ am 16. Oktober, zwei Tage nach der Kapitulation der Festung Sonnenstein. 1758 belagerten österreichische Truppen und Teile der Reichsarmee die Festung, deren preußische Besatzung am 5. September kapitulierte. Die Festung Sonnenstein wurde 1758 geschleift.

Die „Schluchtschleuse“ ist der Ă€lteste Abwassergraben Pirnas, der elbparallel durch die HĂ€userblocks fĂŒhrte, zum Beispiel wurde er im Quartier 1 nachgewiesen. Von 1750 bis 1781 wurde die „Stadtschleuse“ gebaut, eine in den Straßen verlegte Abwasserleitung mit Sandsteingewölbe zur GrundstĂŒcksentwĂ€sserung. Zum Schluss war sie 2000 m lang und 242 GrundstĂŒcke waren angeschlossen. In der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts wurden im Stadtgebiet die großen Brunnentröge aus Sandsteinblöcken aufgestellt, von denen heute noch sieben vorhanden sind, davon vier an den Originalstandorten.[16]

Mit den Kattundruckereien entstanden 1774 in Pirna die ersten Manufakturen. 1809 gab es Truppenbewegungen der Österreicher und der mit Napoleon verbĂŒndeten Staaten des Rheinbundes, zu dem unter anderem Sachsen gehörte. Pirna wurde am 14. Juni 1809 von den Österreichern besetzt. Die Truppen mussten untergebracht und verpflegt werden; von KĂ€mpfen oder Zerstörungen wird nicht berichtet.[17] 1811 wurde auf dem Sonnenstein von dem Arzt Ernst Gottlob Pienitz eine Heilanstalt fĂŒr Geisteskranke eröffnet, die durch die Erfolge ihrer reformpsychiatrischen AnsĂ€tze von sich reden machte. Doch schon am 14. September 1813 besetzten französische Truppen den Sonnenstein und erzwangen die Evakuierung der 275 Patienten, beschlagnahmten VorrĂ€te und trugen die DachstĂŒhle wegen drohender Brandgefahr ab. Im September 1813 wohnte Kaiser Napoleon zeitweilig im Marienhaus am Markt. Bis zur Kapitulation Dresdens am 11. November verteidigten die Franzosen die Festung. Erst im Februar konnte der Betrieb der Heilanstalt wieder notdĂŒrftig aufgenommen werden.

Anfang des 19. Jahrhunderts standen die Stadtmauern noch. Es gab vier Tore: das Obertor (Steinische /Königsteinische), Dohnsche Tor, Elbtor (BrĂŒdertor) beim Kloster, Schifftor, und die Elbpforte an der Badergasse. Außerhalb der Mauer lagen der Hausberg, die Breite Gasse (heute Breite Straße), Dresdner Gasse (heute Bahnhofstr.), die HĂ€user an der Elbe, und die Schifftorvorstadt. Der Rat der Stadt bestand aus acht bezahlten Mitgliedern, die jĂ€hrlich am Michaelistag gewĂ€hlt wurden. Zwei BĂŒrgermeister wechselten sich als regierender und stellvertretender BĂŒrgermeister ab. Die Einwohnerzahl lag bei ca. 5000 und die Zahl der HĂ€user bei 480, davon 267 innerhalb der Stadtmauer und 213 in den VorstĂ€dten, die eigene Richter, NachtwĂ€chter und Feuerwehren hatten. Copitz, Ebenheit und Niedervogelgesang waren Ratsdörfer.[18]

1813 besuchte Goethe Pirna, wie auf einer Gedenktafel in der Breiten Straße dokumentiert ist. An der heutigen Clara-Zetkin-Str. stand von 1814 bis 1922 das Kreiswaisenhaus. 1816 entstand die Amtshauptmannschaft mit mehreren königlichen Behörden.

Seit 1832 hat Pirna einen gewĂ€hlten, hauptamtlichen BĂŒrgermeister. Der erste (1832–1849) war P. A. RitterstĂ€dt. 1837 wurde die Dampfschifffahrt auf der Oberelbe mit dem Dampfer „Königin Maria“ aufgenommen. 1838 wurde die Leih- und Sparkasse eröffnet. Bis 1926 war sie im Rathaus untergebracht, danach zog sie in das heutige GebĂ€ude in der Gartenstraße.

Der 1848 in Betrieb genommene alte Pirnaer Bahnhof an der ehemals SÀchsisch-Böhmische Staatseisenbahn

Am 31. MĂ€rz 1845 gab es ein großes Elbe-Hochwasser, das weite Teile der Altstadt von Pirna ĂŒberflutete. Der Pegel in Dresden erreichte 8,77 m und es flossen etwa 5700 Kubikmeter pro Sekunde in der Elbe ab.[19] Der erreichte Wasserstand dieser sogenannten SĂ€chsischen Sintflut wurde ĂŒberall im Elbtal als Maß fĂŒr den neuen Bahndamm der Bahnstrecke Dresden–Děčín genommen, der daraufhin etwa 1 m höher als der Hochwasserstand gebaut wurde. Die Eisenbahnlinie Dresden–Pirna wurde 1848 eröffnet. Der erste Bahnhof befand sich unmittelbar vor der alten Stadtmauer in der NĂ€he der Klosterkirche St. Heinrich. Der heute noch vorhandene klassizistische Sandsteinbau ist eines der Ă€ltesten erhaltenen BahnhofsgebĂ€ude in Sachsen.

An dem Dresdner Maiaufstandes zur Verteidigung der deutschen Verfassung 1849 beteiligten sich auch Pirnaer BĂŒrger. Der Pirnaer Arzt und Stadtverordnete Dr. Wilhelm Adolph Haußner wurde dabei von preußischen Soldaten ermordet. An Haußners Wirken erinnert heute eine Gedenkplatte an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Dohnaischen Straße.

Am 25. November 1859 wurde in Pirna die erste Gaslaterne auf dem Marktplatz aufgestellt. Seitdem gab es eine öffentliche Gasbeleuchtung mit 84 Gaslaternen; auch 442 Privathaushalte wurden versorgt.[20]

1861 wurde das Stadtmuseum, als eines der Ă€ltesten Museen in Sachsen, gegrĂŒndet. Das Museum hat seinen Sitz seit 1923 im KapitelsaalgebĂ€ude des Klosters.

1869 wurde die katholische Kirche in der heutigen Dr.-KĂŒlz-Straße im neugotischen Stil erbaut. Die beiden NachbarhĂ€user haben ebenfalls neogotische Giebel.

Der Aufstieg Pirnas zur Industriestadt begann 1862 mit dem Bau eines Emaillierwerkes. In den folgenden Jahrzehnten entstanden insbesondere entlang der nach Dresden fĂŒhrenden Eisenbahn weitere Fabriken, die schwerpunktmĂ€ĂŸig im Bereich des Maschinenbaus, der Glas- und Zellstoffproduktion und der Kunstseidenherstellung tĂ€tig waren. Einen weiteren Anstoß zur Industrialisierung ging von der 1875 fertig gestellten sandsteinernen ElbbrĂŒcke und der damit einher gehenden Verlagerung des Bahnhofes aus.

typische GrĂŒnderzeitbebauung in der Westvorstadt (Maxim-Gorki-Straße)
HauptgebĂ€ude der 1899/1900 erbauten Möbelfabrik Hengst (Maxim-Gorki-Straße)
Ehemaliges Rathaus Copitz in der Hauptstraße (erbaut 1906)

Zwischen der historischen Altstadt und dem neuen Bahnhof entstand bis zum Ersten Weltkrieg die Westvorstadt mit ihren grĂŒnderzeitlich geprĂ€gten Bauten. Der Großteil der hier befindlichen HĂ€user wurde zwischen 1880 und 1910 erbaut. In der Westvorstadt befindet sich auch die denkmalgeschĂŒtzte Möbelfabrik Hengst, welche heute zusammen mit der Elbtalzentrale der bedeutendste bauliche Sachzeuge der Industrialisierung in Pirna ist. Eine grĂŒnderzeitliche ÜberprĂ€gung erfuhr der Kern des rechtselbischen Ortes Copitz entlang der von der ElbbrĂŒcke nach Lohmen fĂŒhrenden Hauptstraße.

Blick auf die 1905/06 erbaute Rote Kaserne an der Rottwerndorfer Straße, links der Straße verlief die Gottleubatalbahn

Ende des 19. Jahrhunderts wuchs die Stadt auch in Richtung SĂŒden. Im Bereich der heutigen SĂŒdvorstadt entstand ab 1887/89 ein ausgedehntes Kasernenareal entlang der Rottwerndorfer Straße. Die "Graue Kaserne" diente als Unterkunft fĂŒr das 2. Feldartillerie-Regiment Nr. 28[21] (spĂ€ter ersetzt durch das 1. Pionierbataillon Nr. 12). Zwischen 1901 und 1906 wurde das Kasernenareal nach SĂŒden um die Bauten der „Roten Kaserne“ fĂŒr das 5. Feldartillerie-Regiment Nr. 64 erweitert. Die Kasernen boten UnterkĂŒnfte fĂŒr etwa 1700 Mann. Als ExerzierplĂ€tze nutzte das MilitĂ€r ein GelĂ€nde an der Stadtgrenze nach Heidenau und eines an der heutigen Copitzer BrĂŒckenauffahrt der SachsenbrĂŒcke beim Flugplatz. Am 12. September 1911 ertranken elf Ulanen bei dem Versuch, zu Pferde die Elbe zu ĂŒberqueren. Zur Erinnerung an sie wurde kurz danach auf der Oberpostaer Elbseite das sogenannte Ulanendenkmal errichtet.[22] Es wurde spĂ€ter, dem Zeitgeist entsprechend, zu seinem heutigen Aussehen verĂ€ndert.

Am 6./7. September 1890 ereignete sich ein Elbhochwasser, welches allerdings nicht die PegelstĂ€nde von 1845 erreichte. Weitere HochwasserschĂ€den waren 1897 zu verzeichnen. Beim Gottleuba-Hochwasser vom 29./30. Juli 1897 traten vor allem in Neundorf und in Rottwerndorf schwere SchĂ€den auf. Auch die Pirnaer Altstadt wurde großflĂ€chig ĂŒberschwemmt, da der Damm der Elbtalbahn mit seinen wenigen DurchlĂ€ssen ein rasches Abfließen der Wassermassen in die Elbe verhinderte. Die MĂŒndung der Gottleuba in die Elbe verbreitert sich von 5 m auf 70 m.

WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges war Pirna Garnisonsstadt und beherbergte an der Rottwerndorfer Straße das Pionier-Bataillon Nr. 12 und das 5. Königlich-SĂ€chsische Feldartillerie-Regiment Nr. 64. Beide Truppenteile hatten im Weltkrieg hohe Verluste.

Im Oktober 1923 marschierte die Reichswehr in Pirna ein, um einen Streik von Arbeitern niederzuschlagen. Dabei wurden am 23./24. Oktober zwei junge MĂ€nner, Artur MĂŒller und Hans Wittig, erschossen. Daran erinnert heute eine Gedenktafel am Rathaus.

1922/23 erweiterte sich die Stadt durch die Eingemeindungen mehrerer VorstĂ€dte (Posta, Niedervogelgesang, Obervogelgesang, Copitz, Hinterjessen, Neundorf, Zuschendorf, Rottwerndorf, Zehista) auf ĂŒber 30.000 Einwohner und erlangte dadurch die Kreisfreiheit.

1927 rief das Hochwasser von Gottleuba und Seidewitz auch in Pirna schwere SchĂ€den hervor. In den Wassermassen starben 13 Menschen, davon allein 9 in Pirna-Neundorf. Wie bereits 1897 wurden die Altstadt und die Westvorstadt großflĂ€chig ĂŒberschwemmt.

1929 wurde die Berufsschule am heutigen ThĂ€lmannplatz gegrĂŒndet

GedenkstÀtte Pirna-Sonnenstein

Nach der Reichstagswahl MĂ€rz 1933 erreichte die NSDAP auch in der Amtshauptmannschaft Pirna ĂŒber 40 Prozent der Stimmen. Massenkundgebungen, BĂŒcherverbrennungen und Verfolgungen folgten. 1928 wurde Prof. Dr. Hermann Paul Nitsche zum Direktor der auf ĂŒber 700 Patienten angewachsenen Heilanstalt Sonnenstein berufen. Mit seinem Antritt begann die systematische Ausgrenzung der chronisch psychisch kranken Menschen. Als BefĂŒrworter der „nationalsozialistischen Rassenhygiene“ und Euthanasie setzte er Zwangssterilisationen, fragwĂŒrdige „Zwangsheilbehandlungen“ und „Verpflegungssparrationierungen“ gegen „erbkranke“ Patienten durch.[23] Im Herbst 1939 wurde die Anstalt geschlossen und als Reservelazarett und Umsiedlerlager eingerichtet.

BerĂŒchtigt wurde die Anlage durch ihren Einsatz im Rahmen der Aktion T4, als unter der Leitung des Arztes Horst Schumann in Pirna von Juni 1940 bis August 1941 13.720 Patienten sowie mehr als 1.000 KZ-HĂ€ftlinge vergast wurden. Die meisten Euthanasie-Opfer stammten aus psychiatrischen Anstalten, Heimen fĂŒr geistig behinderte Menschen sowie Alters- und Pflegeheimen. In den Zeiten des „Hochbetriebs“ wurden bis zu 100 Menschen pro Arbeitstag vergast. In der Pirnaer Bevölkerung kursierten trotz strengster Geheimhaltung in der Tötungsanstalt GerĂŒchte ĂŒber die Krankenmorde. Dass die damalige Bevölkerung darĂŒber schwieg, mag mit passiver Akzeptanz und diffuser Angst vor Sanktionen zusammengehangen haben. Heute erinnert die GedenkstĂ€tte Pirna-Sonnenstein daran.

In Pirna wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 vier jĂŒdische GeschĂ€fte zerstört. Seit 2008 erinnert eine Tafel in der Schössergasse/Ecke Markt an eines davon.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, vom Januar bis Mai 1945, wurden im Außenlager Mockethal/Zatzschke des KZ FlossenbĂŒrg ĂŒber 1.000 HĂ€ftlinge zur Zwangsarbeit fĂŒr die Deutsche Gasolin beim Ausbau unterirdischer Treibstofferzeugungsanlagen („Dachs VII“) im Gebiet der „Alten Post“ bzw. fĂŒr die HASAG im oberirdischen Mineralölwerk Herrenleite („Carnallit“) eingesetzt.

Am 19. April 1945 wurde die ElbbrĂŒcke durch amerikanische BomberverbĂ€nde zerstört. Am 8. Mai besetzen sowjetische Truppen die Stadt.

Nach dem Kriegsende 1945 wurden in den StĂ€dten und Gemeinden des Landkreises Pirna Kommissionen der neuen staatlichen Organe zur Entnazifizierung und zur Durchsetzung der Befehle 124 und 126 der Alliierten Kontrollkommission gebildet. Die Kommissionen, in denen alle Blockparteien vertreten waren, ermittelten innerhalb weniger Tage die Betriebe, Personen und Einrichtungen, die unter die Befehle 124 und 126 fielen und fertigten gemeinsam mit den Antifa-AusschĂŒssen Listen, BegrĂŒndungen und Beurteilungen an. Danach wurden entsprechend dem Befehl 124 im Kreis Pirna (einschließlich des Kreises Sebnitz) 236 Objekte fĂŒr die Sequestrierung (Beschlagnahmung) festgestellt.

Dazu bildete Anfang 1946 die Kreisverwaltung Pirna die „Abteilung fĂŒr sequestriertes Vermögen“ und löste gleichzeitig die Kommission fĂŒr die DurchfĂŒhrung beider Befehle auf. Die neue Abteilung bereitete die VorschlĂ€ge fĂŒr die GrundstĂŒcke und GebĂ€ude vor und hatte auch die weitere Bearbeitung aller Angelegenheiten in diesem Zusammenhang durchzufĂŒhren. Ihre VorschlĂ€ge aber wurden nach wie vor von einer kontrollierenden Kommission beraten. Sequestrierte (beschlagnahmte) GebĂ€ude und GrundstĂŒcke erhielten die FDJ, die VolkssolidaritĂ€t, der FDGB und die Konsumgenossenschaft.

Beim Volksentscheid in Sachsen am 30. Juni 1946 zur ÜberfĂŒhrung von Betrieben in Volkseigentum stimmten im Landkreis Pirna 86.020 BĂŒrger fĂŒr die Enteignung, das waren 82,40 Prozent. Damit wurden in der Stadt Pirna folgende Betriebe in Volkseigentum ĂŒberfĂŒhrt:

  • Vereinigte Farbenglaswerke AG Pirna
  • Rottwerndorfer Seifenfabrik R. Walther KG
  • SĂ€chsische Klebstoffwerke Pirna, Szantner u. Teilhaber
  • Siemens Kondensatorenbau / Siemens-Schuckertwerke AG Pirna-Copitz
  • Mitteldeutsche SpinnhĂŒtte GmbH Pirna-Copitz
  • Siemens-Glas AG, Werk Copitz
  • Aschaffenburger Zellstoffwerke, Werk Hoesch & Co., Pirna
  • Chemische Fabrik Richard Dreßler Pirna
  • Dyckerhoff & Widmann KG Pirna-Copitz
  • Fr. KĂŒttner AG, Kunstseidenwerke Pirna
  • Gebr. Lein GmbH, Maschinenfabrik und Eisengießerei Pirna
  • Malzfabrik der Brauerei zum Felsenkeller AG Pirna
  • R. A. Schramm, Eisenwarenhandlung Pirna
  • Erich Bodechtel, SteinmetzgeschĂ€ft Pirna
  • Karl HĂ€schel, Schlosserei Pirna-Copitz.

Vom 16. Juni bis zum 7. Juli 1947 fand im Dresdner Schwurgericht der Euthanasie-Prozess gegen Ärzte und Pfleger statt, die an der Aktion T4 teilgenommen hatten. Am 7. Juli wurden unter anderem Professor Dr. Paul Nitsche, die Sonnensteiner Pfleger Erhard GĂ€bler und Hermann Felfe zum Tode und der Pfleger Paul RĂ€pke zu lebenslanger Zuchthausstrafe verurteilt.

Nach Befehl 124 der Sowjetischen MilitĂ€radministration wurden in der Stadt Pirna 25 namentlich aufgefĂŒhrte, allesamt ehemals in NSDAP-FĂŒhrungsfunktionen aktive Personen enteignet. Zum Ausmaß der Enteignung heißt es: „Mit AushĂ€ndigung der Urkunden sind alle Vermögenswerte vorstehender Personen enteignet, sei es Guthaben in Bank-, Sparkassen- und ScheckbĂŒcher, Wertpapiere, Aktien, Darlehen usw. oder Grund und Boden, GrundstĂŒcke und Betriebe, Landwirtschaften.“ In den nĂ€chsten Tagen folgte die Grundbuchlöschung.

Es ist nicht bekannt, ob bei den Inhaftierten, Internierten und Enteigneten eine Teilnahme am Pogrom vom 9./10. November 1938 in Pirna und in anderen Orten des Kreises als BegrĂŒndung fĂŒr ihre Bestrafung eine Rolle gespielt hat. Ein spezielles Verfahren gegen die TĂ€ter dieses Pogroms hat es im Kreis Pirna offenbar nicht gegeben.

Blick ĂŒber das Neubaugebiet Sonnenstein
In Pirna hergestelltes Flugzeugtriebwerk auf der Leipziger Messe (1958)
Produktion im sĂ€chsischen Kunstseidenwerk „Siegfried RĂ€del“ (1970)
Straßenszene Juni 1979

In der DDR-Zeit gehörte Pirna zum Kreis Pirna im Bezirk Dresden. Zu den sozialistischen Errungenschaften gehört das Neubaugebiet in moderner Plattenbauweise auf dem Sonnenstein fĂŒr etwa 10.000 Einwohner, das zwischen 1965 und 1983, und das in Copitz-West, das von 1980 bis 1988 erbaut wurde. Die Altstadt dagegen verfiel, da wie ĂŒberall die GebĂ€ude nicht ausreichend instand gehalten wurden, weil durch die sozialistische Mangelwirtschaft alles Baumaterial knapp war und Privatbesitz an Wohneigentum nicht gefördert wurde. Ein großer Teil der HĂ€user war zum Ende der DDR unbewohnbar. Die Luft war von Kraftwerks- und Industrieabgasen sowie der Braunkohleheizungen, aber auch durch die Abgase der Zweitaktmotoren der Autos (vor allem Trabant und Wartburg) stark verschmutzt. Vom Osterzgebirge kommend sah man oft eine Dunstglocke ĂŒber dem Elbtalkessel.

WĂ€hrend der Planwirtschaft arbeiteten die Menschen zum großen Teil in volkseigenen Großbetrieben: im Kunstseidewerk (das vormals Hugo KĂŒttner gehörte), im Zellstoffwerk (beide auf dem IndustriegelĂ€nde an der heutigen B 172 Richtung Heidenau), im 1956 noch als VEB Entwicklungsbau Pirna gegrĂŒndeten VEB Strömungsmaschinen Pirna, kurz: „Strömungsmaschine“) auf dem Sonnenstein und bei der Wismut in Königstein. Im Strömungsmaschinenwerk entstanden unter anderem Gasturbinen Pirna 014 fĂŒr das in der DDR entwickelte DĂŒsenflugzeug 152. Alle diese Betriebe bestanden nach der Wende nicht lange weiter, da sie nicht konkurrenzfĂ€hig genug waren. – Durch die AbwĂ€sser der Industrie (besonders des Zellstoffwerks) wurde die Elbe stark verschmutzt; Baden in der Elbe war nicht mehr möglich.

Am 23. Juli 1957 (und noch einmal am 6. Juli 1958) ereignete sich durch die Gottleuba ein starkes Hochwasser, das große Teile der Altstadt ĂŒberflutete und Zerstörungen verursachte wie zuvor schon 1897 und 1927. Unter anderem brach dabei die EisenbahnbrĂŒcke an der Dampferanlegestelle in der jetzigen Dohnaischen Straße (die damals Karl-Marx-Straße hieß) zusammen. Daraufhin wurden die Talsperre Gottleuba und mehrere RĂŒckhaltebecken gebaut; sie konnten aber ein erneutes Überfluten der Altstadt im August 2002 nicht verhindern.

1968/69 wurde die Schwimmhalle an der Seminarstraße als „Initiativbau“ und „Volksschwimmhalle“ unter Beteiligung der Bevölkerung gebaut und am 4. Oktober 1969 eröffnet.

Typische Einrichtungen der sozialistischen Zeit, die auch in Pirna vertreten waren, waren die Gesellschaft fĂŒr Sport und Technik (GST), Gesellschaft fĂŒr Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF), die VolkssolidaritĂ€t, Betriebssportgemeinschaften, Betriebskampfgruppen (Kampfgruppen der Arbeiterklasse). Vereine nannten sich jetzt „Lokomotive“, „Fortschritt“, oder nach den Betrieben „Chemie“ und „Wismut“.

Die örtliche Stasi hatte ihr Domizil in der Seminarstraße, heute das alte GebĂ€ude der Arbeitsagentur. Es wurde im Herbst 1989 ebenso wie die Dresdner Zentrale vom BĂŒrgerkomitee besetzt. Auf der Grohmannstraße neben dem Klosterhof befand sich das Wehrkreisamt der NVA. WĂ€hrend der DDR-Zeit nutzte die NVA das KasernengebĂ€ude, in dem heute das DDR-Museum untergebracht ist, und nicht die Roten Kasernen.

1985 standen etwa 400 Wohnungen in der Altstadt leer. Einzelne besonders stark verfallene HĂ€user wurden in der Folgezeit abgerissen (zum Beispiel das Haus an der SĂŒdostecke des Marktplatzes und das Kern’sche Haus in der Burgstraße). Als 1989 im Rahmen von Abrißmaßnamen in der Altstadt auch das bekannte „Teufelserkerhaus“ beseitigt werden sollte, gab es BĂŒrger-Demonstrationen mit dem Ruf „Rettet Pirna“. Aus diesem Kreis bildete sich dann das „Kuratorium Altstadt“, das sich um den nach der „Wende“ einsetzenden Wiederaufbau verdient machte.[24]

Charakteristisch fĂŒr diese Zeit ist die in der Geschichte beispiellose Deindustrialisierung in der Stadt. In den Folgejahren wurden solche Großbetriebe, wie Strömungsmaschinen, Kunstseide, Zellstoffwerk, Glaswerk durch die Treuhandanstalt abgewickelt. Diese Entwicklung fĂŒhrte zu einer immer noch anhaltenden Abwanderung vor allem der jĂŒngeren Bevölkerung und damit zu einer fortschreitenden Überalterung der Einwohner der Stadt.

Nach der Wende wurde der Aufbau der Innenstadt stark gefördert. Inzwischen sind etwa 80 % der HĂ€user und GebĂ€ude im Stadtkern restauriert und renoviert. Der Markt und seine Gassen haben sich zu einem sehenswerten Viertel mit Bars und CafĂ©s sowie kulturellen Angeboten entwickelt. Nach dem Wegfall des GĂŒterverkehrs waren große Teile des Pirnaer Bahnhofes ungenutzt. Daher wurde auf diesem GelĂ€nde der neue Betriebshof der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH (eröffnet 2001) sowie das VerwaltungsgebĂ€ude der Landestalsperrenverwaltung Sachsen erbaut. Diesen folgte im Januar 2008 der neue Zentrale Omnibusbahnhof von Pirna, welcher auf dem GelĂ€nde der ehemaligen GĂŒterabfertigung und des alten Busbahnhofes errichtet wurde.

Pirna wurde wie die Nachbargemeinden vom Elbhochwasser 2002 erfasst. Viele rekonstruierte Bauwerke standen dabei bis zur ersten Etage im Wasser. Im Juli 2005 bekam Pirna einen Autobahnanschluss, als die Bundesautobahn 17 bis Pirna fertiggestellt wurde. Bis zur Grenze war die Autobahn erst im Dezember 2006 fertig. Das Krankenhaus zog 2007 in einen Neubau auf dem frĂŒheren StrömungsmaschinengelĂ€nde auf dem Sonnenstein. Pirna fĂŒhrte 2007 als erste Stadt in Sachsen in der Stadtverwaltung die doppelte BuchfĂŒhrung, die Doppik, ein.

Pirna machte schon in jĂŒngerer Vergangenheit und macht noch heute Schlagzeilen mit rechtsextremistischen Aktionen und Übergriffen. Die Anzahl von Neo-Nazis ist in dieser Gegend höher als anderswo in Deutschland. Es gibt viele Übergriffe gegen AuslĂ€nder und andere Gruppen (zum Beispiel Linke) in dieser Gegend. Allein 2004 gab es etwa 160 rechtsextreme Übergriffe (damit sind SchlĂ€gereien, SachbeschĂ€digung, Ruhestörung etc. gemeint), vor allem auch gegen linke Jugendliche und ĂŒber 100 Anzeigen gegen Neo-Nazis. Nicht selten geht die Gewalt von auswĂ€rtigen Extremisten (rechts & links) aus, die AufmĂ€rsche und Gegendemonstrationen fĂŒr ihre Zwecke missbrauchen.[25]

Es gibt aber auch viele BĂŒrger und Initiativen in der Stadt Pirna, die dem Rechtsextremismus entgegentreten, zum Beispiel die Pirnaer Initiative gegen Extremismus und fĂŒr Zivilcourage und den bundesweit bekannten Verein Aktion Zivilcourage e. V., welcher mit Staatsgeldern unterstĂŒtzt wird. So kann die Stadt keineswegs pauschal als eine rechte Hochburg bezeichnet werden. Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Pirna bestand anfangs aus der Altstadt und vier historischen VorstĂ€dten: Fischergasse, Schifftorvorstadt, Dohnaische Vorstadt und Obertorvorstadt. Im Weichbild der Stadt lagen auch jene Fluren, auf denen spĂ€ter die Westvorstadt, die SĂŒdvorstadt und das Wohngebiet Sonnenstein entstanden.

SpÀter dehnte sich die Stadt wie folgt aus:

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Birkwitz 1. Mai 1973[26] Zusammenschluss mit Pratzschwitz zu Birkwitz-Pratzschwitz
Birkwitz-Pratzschwitz 1. Januar 1999[27]
Bonnewitz 1. Januar 1972[26] Eingemeindung nach Graupa
Copitz 1923[28]
Cunnersdorf bei Pirna 1. Juli 1950[26]
Graupa 1. Januar 1999[27]
Hausberggemeinde 1850[28]
Hinterjessen 1923[28]
Krietzschwitz 1. April 1974[26]
Liebethal 1. Juni 1971[26]
Mockethal 1. Juli 1950[26]
Neundorf 1923[28]
Niedervogelgesang 1923[28]
Obervogelgesang 1. April 1974[26]
Posta 1922[28]
Pratzschwitz 1. Mai 1973[26] Zusammenschluss mit Birkwitz zu Birkwitz-Pratzschwitz
Rottwerndorf 1923[28]
Zatzschke 1. Juli 1950[26]
Zehista 1930[28]
Zuschendorf 1923[28]

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1960 31. Dezember):

  • 1300: 1.500
  • 1550: 3.538
  • 1801: 4.397
  • 1834: 5.556
  • 1871: 8.905
  • 1875: 10.581
  • 1880: 11.670
  • 1890: 13.852
  • 1910: 19.525
  • 1925: 30.460
  • 1933: 33.656
  • 1939: 36.325
  • 1946: 37.426 Âč
  • 1950: 38.676 ÂČ
  • 1960: 41.111
  • 1981: 48.387
  • 1984: 47.601
  • 1995: 39.194
  • 1998: 42.728
  • 2000: 42.108
  • 2002: 40.853
  • 2004: 40.259
  • 2005: 40.110
  • 2006: 39.751
  • 2007: 39.438
  • 2008: 39.132
  • 2009: 39.030
  • 2010: 38.705

Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen
Âč 29. Oktober
ÂČ 31. August

Bei der Wahl zum 4. SĂ€chsischen Landtag am 19. September 2004 gehört Pirna zum Wahlkreis 49 (SĂ€chsische Schweiz I). Die CDU erreicht in der Stadt 39,9 %, die PDS 26,8 %, die NPD 11,5 % und die SPD 6,8 % der Zweitstimmen. GrĂŒne und FDP kommen auf je 5 %. Der OberbĂŒrgermeister wird alle sieben Jahre gewĂ€hlt. Von 2001 bis 2009 hatte Markus Ulbig dieses Amt inne. Er wurde zuletzt am 8. Juni 2008 mit 64,87 Prozent der Stimmen in seinem Amt bestĂ€tigt.Nach dessen Ernennung zum SĂ€chsischen Innenminister[29] nahm BĂŒrgermeister Christian Flörke (parteilos) seit dem 30. September 2009 die AmtsgeschĂ€fte wahr. Aus der Neuwahl zum OberbĂŒrgermeister ging am 17. Januar 2010 Klaus-Peter Hanke im zweiten Wahlgang mit 60 % der Stimmen als Sieger hervor. Hanke ist Mitglied der Freien WĂ€hler, trat zur Wahl aber als unabhĂ€ngiger Kandidat an.[30]

Der Stadtrat wird alle fĂŒnf Jahre gewĂ€hlt. Die letzte Stadtratswahl wurde am 7. Juni 2009 durchgefĂŒhrt; die Wahlbeteiligung betrug 48,3 Prozent. Die Ergebnisse der Jahre 1999, 2004 und 2009:

Partei 1999 2004 2009
Sitze Prozent Sitze Prozent Stimmen Sitze Prozent
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 13 (36,21 %) 10 (31,51 %) 14.244 8 (30,6 %)
Die Linke. 8 (22,41 %) 8 (23,19 %) 10.482 5 (18,8 %)
Freie WĂ€hler (FW) 7 (19,58 %) 5 (17,20 %) 7.775 4 (15,4 %)
Pirnaer BĂŒrgerinitiativen (PB) – – 2 (8,37 %) 3.783 3 (10,6 %)
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 4 (12,36 %) 2 (7,08 %) 3.203 2 (7,7 %)
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) – – 2 (6,63 %) 2.999 2 (7,1 %)
Freie Demokratische Partei (FDP) – – – – – 1 (5,7 %)
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen – – – – – 1 (4,0 %)
WĂ€hlervereinigung Aktion Zivilcourage (WAZ) – – 1 (4,20 %) 1.898 – –
BĂŒrgerkomitee Graupa 1 (2,68 %) 0 (1,82 %) 825 – –
Großes Wappen von Pirna

Das Wappen der Stadt Pirna zeigt auf goldenem Schild einen dreifach gehĂŒgelten Berg, aus dessen Mitte ein Birnbaum mit am Stamm abgestĂŒmmelten Ästen wĂ€chst. DarĂŒber grĂŒnes Blattwerk mit sieben goldenen Birnen. Zu beiden Seiten des Baumes, diesem zugewandt, steigen zwei rubinfarbene Löwen auf, mit ausgeschlagenen roten Zungen und zurĂŒckgeworfenen SchwĂ€nzen, die Hinterpranken in den Berg gekrallt, die Tatzen an den Stamm schlagend. Auf dem Wappenschild ein Turnierhelm mit goldener und rubinfarbener Helmdecke geziert. Darauf eine goldene dreizackige Krone, aus der wiederum ein Birnbaum wĂ€chst. Dieses seit dem 23. August 1549 gĂŒltige Wappen geht auf Ferdinand I. (den spĂ€teren Kaiser) zurĂŒck. Das vor 1549 verwendete Pirnaer Stadtwappen findet sich am Osteingang des Rathauses zwischen Pilastern und einem Staffelaufbau mit Delphinen.

Mit folgenden StÀdten bestehen PartnerschaftsvertrÀge:

Mit den StĂ€dten Baienfurt (Baden-WĂŒrttemberg) und Reutlingen (Baden-WĂŒrttemberg) ist Pirna durch StĂ€dtefreundschaften verbunden.

Rathaus
Markt der Kulturen
Blick vom Turm der Marienkirche auf das Schloss Sonnenstein, im Vordergrund rechts der GebÀudekomplex um das Teufelserkerhaus
Erlpeterbrunnen an der Knabenschule
Teufelserkerhaus in der Oberen Burgstraße

In Pirna existieren unter Anderem die KleinkunstbĂŒhne „Q24“, die Herderhalle, eine Mehrzweckhalle, die zum Herder-Gymnasium gehört, das Tom-Pauls-Theater (Tom Pauls) und der Kabarett- und Kleinkunstverein „Pirnaer StechmĂŒcken e. V.“

Neben dem Stadtmuseum sind in Pirna die Botanischen Sammlungen und das Landschloss Pirna im Ortsteil Zuschendorf, das Richard-Wagner-Museum in Graupa, das DDR-Museum Pirna sowie das Feldbahnmuseum in der Herrenleite vertreten.

Die Stadtmusik wurde hinsichtlich Tradition und Niveau lange von der Kirchenmusik (St. Marien) bestimmt. 1950 wurde die Musikschule „Fidelio F. Finke“ (heute „Musikschule SĂ€chsische Schweiz“) und drei Jahre spĂ€ter das „Staatliche Kreiskulturorchester“, spĂ€ter „Sinfonieorchester Pirna“ gegrĂŒndet, welches nach dem Zusammenschluss mit der „Elbland Philharmonie Sachsen“ (Riesa) jetzt als „Neue Elbland Philharmonie“ firmiert und mit einem Ensemble von 60 Musikern etwa 160 Konzerte im Jahr auffĂŒhrt. Eine kleine Tradition ist die allsommerliche „Pirnaer Jazznacht“, die 2004 zum fĂŒnften Mal stattfand.

Besonders sehenswert ist das Gebiet der historischen Altstadt um Markt und Marienkirche. Sitznischenportale, Brunnenbecken und eine von ehemals drei vor den Stadttoren errichteten kursĂ€chsischen PostdistanzsĂ€ulen aus der Breiten Gasse (heute: Breite Straße / B 172), die Canaletto auf einem bekannten GemĂ€lde darstellte, sind auch Zeugen des Gewerbes mit dem Sandstein.

Das 1396 erstmals erwĂ€hnte Rathaus mit gotischen Fenster- und TĂŒrbögen im Erdgeschoss ist vom ersten Stock bis zu den Volutengiebeln von der Renaissance geprĂ€gt (Umbau 1555/56). Der zierliche, 1718 ersetzte barocke Turm mit seiner Doppellaterne steht in reizvollem Kontrast zu dem massigen Turm der nahen Marienkirche. Auf der Ostseite schlagen unterhalb der Mondphasenuhr die Wappenlöwen viertelstĂŒndlich gegen den Birnbaum. Direkt gegenĂŒber liegt das durch die Pirnaer Vedutenserie des Malers Canaletto berĂŒhmt gewordene „Canalettohaus“. Das 1520 erbaute Haus zeigt den Übergang von der Gotik zur Renaissance und beherbergt heute die Touristeninformation.

Weitere interessante HĂ€user sind die Löwenapotheke, das Marienhaus und gegenĂŒber ein GebĂ€ude mit spĂ€tgotischem Kielbogenportal (Am Markt 3). Die spĂ€tgotische dreischiffige Hallenkirche St. Marien wurde zwischen 1502 und 1546 ĂŒber einem VorgĂ€ngerbau errichtet und beeindruckt durch ihre GrĂ¶ĂŸe. Ihr mĂ€chtiger Turm mit barocker Turmhaube beherbergt seit 1994 wieder das einzige (seit 2003 neben der Dresdner Frauenkirche) siebenstimmige GelĂ€ut in der SĂ€chsischen Landeskirche. Neben dem zehn Meter hohen sandsteinernen Altarrentabel und dem bereits von Goethe bewunderten Taufstein mit 26 kleinen Kinderfiguren, stellen die figuralen Gewölbemalereien mit ihren vielen biblischen Szenen ein einmaliges Kleinod sakraler Malerei im Zeitalter der Reformation dar.

Neben der Kirche findet sich die rekonstruierte MĂ€gdleinschule (Kirchplatz 10) aus dem 15. Jahrhundert, in der heute das Kuratorium Altstadt Pirna e. V. seinen Sitz hat. Unweit von hier befindet sich die Alte Knabenschule (Obere Burgstraße 14) mit dem an der Ostwand befindlichen 1908 neu errichteten Erlpeterbrunnen. Der Name soll sich von der frĂŒheren Inschrift eines bereits 1384 hier befindlichen Brunnens abgeleitet haben: „ex petra“ (aus dem Felsen). Direkt gegenĂŒber hĂ€ngt der Teufelserker (Obere Burgstraße 1) mit den drei teuflischen Tragefiguren und der Inschrift: „ICH WOLDS SO HABEN WAS FRAGSTU DARNACH“. In Sichtweite liegt das auf 300-jĂ€hrigen Resten Mitte des 16. Jahrhunderts errichtete ehemalige Blechschmidthaus (Niedere Burgstraße 1) mit Volutengiebel, gotischem Wendelstein und farbiger Renaissance-Balkendecke. Das Haus des ehemaligen Baumeisters ist heute ein Hotel.

Zu den sehenswerten Bauten in den vom Markt abgehenden und nach Gewerken genannten Gassen gehören das Rochowsche Haus (Schössergasse 3) mit barocker Fassadenmalerei, das rekonstruierte Tetzelhaus (Schmiedegasse 19) mit in Europa einmaliger gotischer Bohlenstube und das Engelserkerhaus (Barbiergasse 10) mit dem Erker und bemalten Holzbalkendecken der Renaissance. Hinter dem reich verzierten Renaissanceportal der heutigen Stadtbibliothek (Dohnaische Straße 76), befindet sich neben der Haushalle auch ein historischer Innenhof mit LaubengĂ€ngen und Teilen der 700 Jahre alten Stadtmauer. Das um 1300 gegrĂŒndete Dominikanerkloster mit architektonisch bemerkenswerten Kreuzrippengewölben in Kapitelsaal und 1. Obergeschoss beherbergt heute das Stadtmuseum. Direkt nebenan steht die sanierte zweischiffige gotische Klosterkirche St. Heinrich (kath.) mit bedeutenden Resten 600-jĂ€hriger Seccomalereien.

An der Burganlage Sonnenstein
Inschrift Erlpeterbrunnen

Weitere sehenswerte Orte sind: das spĂ€tgotische BĂŒrgerhaus, welches 1719 fĂŒr den Sohn August des Starken und seiner Braut im Stil des Dresdner Barock als „Herrschaftslogier“ umgestaltet wurde (Lange Straße 10), die Frohnfeste mit der Stadtgalerie (Schmiedestraße 8), die Siedlung der ehemaligen Steinbrecher Am Steinplatz, die Burganlage Sonnenstein mit der GedenkstĂ€tte, und viele mehr. Am Tag des offenen Denkmals werden eine Vielzahl bauhistorisch interessanter GebĂ€ude, Höfe und Keller zur Besichtigung freigegeben.

In den eingemeindeten Ortsteilen liegen weitere SehenswĂŒrdigkeiten, wie das Richard-Wagner-Museum in Graupa, das grĂ¶ĂŸte Richard-Wagner-Denkmal der Welt im Liebethaler Grund oder das ĂŒber 450 Jahre alte Landschloss Zuschendorf (dem ehemaligen Stammsitz der Familie von Carlowitz) mit Hortensien-, Bonsai-, Efeu- und Kameliensammlung.

Westlich der Innenstadt wurde 1997–1999 eine neue ElbbrĂŒcke, die SachsenbrĂŒcke, errichtet. Sie ist mit 1071,5 m die lĂ€ngste StraßenbrĂŒcke Sachsens.

Gedenkstein am Bahnhof an das Deutsch-Sowjetische Jugendfestival 1970
  • Ehrenmal von 1947 in der Grohmannstraße fĂŒr alle Opfer des Faschismus
  • GemeinschaftsgrĂ€ber auf dem Sowjetischen Friedhof Rottwerndorfer Straße/Ecke Johann-Sebastian-Bach-Straße, in denen 190 mĂ€nnliche und 33 weibliche Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Rotarmisten begraben sind
  • Gedenksteine auf dem Friedhof Dippoldiswalder Straße fĂŒr 80 KZ-HĂ€ftlinge, die bei einem Evakuierungstransport aus einem der Außenlager ums Leben kamen, sowie von 73 jĂŒdischen HĂ€ftlingen, die als Tote aus einem Transportzug vom KZ Auschwitz geworfen und hier begraben wurden. Daneben befindet sich ein Gedenkstein fĂŒr acht polnische Personen, die Zwangsarbeit verrichten mussten
  • Gedenkstein auf der Anlage des ehemaligen Nicolaifriedhofs zur Erinnerung an 13 unbekannte KZ-HĂ€ftlinge, die Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstein am Bahnhof von 1970 zum Gedenken an die Deutsch-Sowjetische Freundschaft
  • Gedenktafel von 1984 am alten Pirnaer StadtgefĂ€ngnis, der Fronfeste in der Schmiedestraße 8, zur Erinnerung an die Verfolgung politischer Systemgegner bereits 1933, die von hier in das frĂŒhe KZ Hohnstein deportiert wurden, aber auch fĂŒr die Gefangenen, die 1944 bei der Aktion Gitter inhaftiert wurden
  • Gedenkstein von 1966 fĂŒr vier Copitzer WiderstandskĂ€mpfer an der (eh.) Paul-Harnisch-Straße/Ecke Schulstraße: Siegfried RĂ€del (1943 in Berlin-Plötzensee ermordet), Paul Harnisch (1945 in Dresden ermordet), Arthur Pollack (1945 im KZ Sachsenhausen ermordet), Albert Barthel (1942 im KZ Dachau ermordet)
  • Gedenktafeln fĂŒr Siegfried RĂ€del sind auch an seinem Geburtshaus Birkwitzer Straße 74 und seinem Wohnhaus Pirna-Posta Nr. 3 und waren am Kunstseidenwerk und im Bahratal angebracht
  • Gedenktafel fĂŒr Albert Barthel am Haus Nr. 14 in Pirna-Sonnenstein
  • GedenkstĂ€tte Pirna Sonnenstein zum Thema „Euthanasie in Sachsen – Aktion T4“ ĂŒber die Ermordung von Behinderten und psychisch kranken Menschen in der Zeit des Nationalsozialslismus.
  • Das Denkmal der grauen Busse steht seit dem 24. Juni 2010 in der Grohmannstraße. Dieses Denkmal stammt von Horst Hoheisel und Andreas Knitz und "wandert" durch ganz Deutschland.

Der grĂ¶ĂŸte Teil der Bevölkerung von Pirna ist konfessionslos.

Unter den Religionsgemeinschaften ist am mitgliederstÀrksten die evangelisch-lutherische Gemeinde Pirna mit der Stadtkirche St. Marien, dem Gemeindezentrum Pirna-Copitz sowie der Schlosskirche Zuschendorf. In Pirna-Sonnenstein gibt es eine eigene Kirchgemeinde mit Gemeindezentrum.

Es existiert ebenfalls eine katholische Gemeinde in Pirna mit der Pfarrkirche St. Kunigunde und der Klosterkirche St. Heinrich.

Weiterhin gibt es eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde.

Geibelt-Bad (Teilansicht)

Ein Ausflugsziel in Pirna ist der Kies- und Badesee Birkwitz des Weiteren existiert das Hallen- und Freibad „Geibeltbad Pirna“. Bekannte Sportvereine sind unter Anderem der VfL Pirna-Copitz 07, der ESV Lokomotive und der SV Fortschritt Pirna. Zudem gibt es die Vereinigung der DLRG „Obere Elbe“ Pirna sowie mehrere kleinere Sportvereine.

In Pirna finden regelmĂ€ĂŸig das Stadtfest, der „Pirnaer Tresen“ und die „Pirnaer Hofnacht“ statt. Bei der Hofnacht werden meist private Höfe der Pirnaer BĂŒrgerhĂ€user geöffnet und ein kulturelles Programm angeboten. Weiterhin gibt es den „Markt der Kulturen“ und das „Strandfest“ am Kies- und Badesee Birkwitz.

StadtbrĂŒcke von Osten
StadtbrĂŒcke von Westen

Durch Pirna fĂŒhrt die Elbtalbahn, welche im Jahr 1848 eröffnet wurde. Am Bahnhof Pirna zweigt die Bahnstrecke in Richtung Kamenz ab, welche 1875 eröffnet wurde. Von 1880 bis 1999 zweigte hier außerdem die Gottleubatalbahn nach Bad Gottleuba ab. Von dieser wiederum zweigte am Bahnhof Pirna SĂŒd von 1894 bis 1999 die Bahnstrecke nach Großcotta ab. Zudem existierte von 1907 bis 1998 die Bahnstrecke in die Herrenleite, welche jedoch nur fĂŒr den GĂŒterverkehr genutzt wurde.

Pirna besitzt Anschluss an die Linien S1 und S2 der S-Bahn Dresden mit den Halten am Bahnhof Pirna und am Haltepunkt Obervogelgesang (nur S1). Ab Bahnhof Pirna besteht somit ein angenĂ€herter Viertelstundentakt nach Dresden. Des Weiteren beginnt in Pirna die SB71 (SĂ€chsische-Schweiz-Ring), welche von Pirna ĂŒber DĂŒrrröhrsdorf, Neustadt und Sebnitz bis Bad Schandau fĂ€hrt.

Die Ă€lteste bedeutende Straße fĂŒr Pirna ist die ehemalige Reichsstraße / Fernverkehrsstraße 172, heute Bundesstraße 172. Seit 2005 fĂŒhrt die Bundesautobahn 17 von Dresden an Pirna vorbei bis nach Prag, gleichzeitig wurde auch die Bundesstraße 172a als Autobahnzubringer vierspurig gebaut, die nach der Anschlussstelle Pirna als Staatsstraße 177 ĂŒber die SachsenbrĂŒcke, die seit 1999 existiert, weiter in Richtung Graupa fĂŒhrt.

FĂ€hre in Pirna

In Pirna gibt es den Flugplatz Pirna-Pratzschwitz, der große Verkehrsflughafen in Dresden liegt etwa 15 km entfernt. Im Elbschiffverkehr verfĂŒgt Pirna ĂŒber eine Anlegestelle der SĂ€chsischen Dampfschifffahrt und ĂŒber eine FĂ€hrverbindung zwischen Pirna und Pirna-Copitz, die von der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz betrieben wird.

Der ÖPNV wird zum großen Teil von der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft Pirna-Sebnitz mbH betrieben. Durch diese gibt es im Stadtverkehr Pirna die folgenden sieben Linien:

  • G/L Stadtmitte – Copitz-West – Liebethal – Graupa (- Birkwitz – Pratzschwitz) – Copitz-West – Stadtmitte
  • H/S Pirna-Sonnenstein – Stadtmitte – Heidenau – Dresden-Prohlis und zurĂŒck
  • H/S2 (ehemals U) Stadtmitte – Postweg – Pirna-Sonnenstein und zurĂŒck
  • M Stadtmitte – Mockethal – Gewerbegebiet Nord – Birkwitzer Straße und zurĂŒck
  • N Busbahnhof/Bahnhof – SĂŒdvorstadt – Neundorf und zurĂŒck
  • P Stadtmitte – Pratzschwitz – Birkwitz – Dresden-Pillnitz und zurĂŒck
  • Z Stadtmitte – Zuschendorf – Dohma – Zehista – Stadtmitte

Daneben erschließen 16 Linien des Regionalverkehrs die Stadt Pirna und verbinden diese mit dem Landkreis SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge. Weiterhin gibt es im Regionalverkehr eine Linie der Firma Jurk Bad Gottleuba und zwei Linien der Firma MĂŒller Busreisen aus Stolpen.

Kunststofftechnik Sachsen GmbH
Möbelfabrik Hengst, HauptgebÀude

In der Stadt ansĂ€ssige grĂ¶ĂŸere Unternehmen sind die beiden Hersteller von Kunststoffteilen fĂŒr die Automobilproduktion, KTSN Kunststofftechnik Sachsen mit etwa 260 BeschĂ€ftigten im Jahr 2010[31] und Ehrlich Werkzeug- und GerĂ€tebau mit etwa 95 BeschĂ€ftigten, der Automobilzulieferer Fahrzeugelektrik Pirna (FEP) mit etwa 280 BeschĂ€ftigten 2011 und die Edelstahlwerke Schmees im Bereich der Herstellung von Edelstahl-Gussteilen mit etwa 260 BeschĂ€ftigten im Jahr 2008. Weitere Firmen sind die SĂ€chsische Sandsteinwerke GmbH, die mit etwa 140 BeschĂ€ftigten 2005 die Gewinnung und Verarbeitung von Natursandstein betreibt, die LITRONIK GmbH mit etwa 100 Mitarbeitern 2005 im Bereich der Herstellung kompakter implantierbarer Hochleistungsbatterien sowie das Getriebewerk Pirna mit etwa 80 Mitarbeitern 2008.

Seit Juli 2005 sendet der lokale Fernsehsender PTV wöchentlich aktualisierte Nachrichten aus der Lokalpolitik ĂŒber Kunst und Kultur, Wirtschaft und Sport.

In Pirna befinden sich mehrere auch regional bedeutsame öffentliche Einrichtungen.

Bedeutendster Arbeitgeber der Stadt ist das von der Rhön-Klinikum AG betriebene Klinikum Pirna, das als Akademisches Lehrkrankenhaus des UniversitĂ€tsklinikums Dresden fungiert und an zwei Standorten ĂŒber 384 Stationsbetten sowie 16 TagesklinikplĂ€tze im Bereich der Psychiatrie verfĂŒgt. Das Klinikum beschĂ€ftigt etwa 650 Mitarbeiter.[32]

Weitere bedeutsame öffentliche Einrichtungen sind im Bereich der öffentlichen Verwaltung zu finden. Pirna ist Sitz der Verwaltung des Landkreis SÀchsische Schweiz-Osterzgebirge, der in Pirna etwa 490 Mitarbeiter beschÀftigt.[33] Das Landratsamt befindet sich seit Dezember 2011 in den RÀumen von Schloss Sonnenstein.

Ebenfalls in Pirna ansĂ€ssig ist der Hauptsitz der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (LTV), die in ganz Sachsen etwa 700 Mitarbeiter beschĂ€ftigt.[34] Die LTV betreibt, bewirtschaftet und verwaltet die Talsperren im Eigentum des Landes Sachsen fĂŒr die Wasserversorgung und den Hochwasserschutz.

Die Bundespolizeidirektion Pirna verantwortet von hier aus die Kontrolle fĂŒr knapp 600 Kilometer GrenzlĂ€nge zur Republik Polen und zur Tschechischen Republik und knapp 7.900 Streckenkilometer der Deutschen Bahn mit ĂŒber 1.300 Bahnhöfen und Haltepunkten.[35]

Pirna ist zudem Sitz eines Amtsgerichtes, eines Finanzamtes, eines Polizeireviers und einer Agentur fĂŒr Arbeit.

Die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk hat in Pirna einen Ortsverband. Dieser ist dem THW LĂ€nderverband Sachsen, ThĂŒringen mit Sitz in Altenburg unterstellt.

Die LandesgeschÀftsstelle der THW Jugend Sachsen hat in Pirna ihren Sitz.

In Pirna gibt es sieben Grundschulen, neben einer evangelischen gibt es die Lessing-Grundschule und die Diesterweg-Grundschule sowie Einrichtungen in Graupa, Neundorf, Sonnenstein und Zehista. Mit der Goethe-Mittelschule, der Pestalozzi-Mittelschule, Carl-Friedrich-Gauß-Mittelschule und einer evangelischen Mittelschule befinden sich vier Mittelschulen auf dem Stadtgebiet. Es gibt das Herder- und das Schiller-Gymnasium und die Hotelfachschule Pirna. Berufsbildende Schulen sind das Berufliche Schulzentrum fĂŒr Technik, Berufliche Schulzentrum fĂŒr Wirtschaft und IFB Pirna, eine private Berufsfachschule fĂŒr Sprachen und Informatik.

Als Förderschulen existieren in Pirna die Förderschule fĂŒr geistig Behinderte „Dr. Pienitz“, die HeilpĂ€dagogische Schule Bonnewitz, die Förderschule fĂŒr Lernbehinderte „Kurt Krenz“ sowie die Schule fĂŒr Erziehungshilfe „Dr. Heinrich Hoffmann“.

In Pirna existieren derzeit (Stand 11/2006) zwanzig Kindereinrichtungen. Dazu zĂ€hlen sechs Schulhorte mit 486 PlĂ€tzen fĂŒr SchĂŒler der 1.-4. Klasse sowie vierzehn KindertagesstĂ€tten mit 229 PlĂ€tzen im Kinderkrippen- und 847 PlĂ€tzen im Kindergartenbereich. Die Kitas bieten weitere 384 HortplĂ€tze an.[36]

Des Weiteren gibt es zwei Musikschulen in Pirna.

→ Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Pirna

  • Emil Beck - Dr. med., Hofrat, BegrĂŒnder des Stadtkrankenhauses, 1880 zum EhrenbĂŒrger ernannt[37]
  • Otto von Bismarck (1815 - 1898) - Politiker, Reichskanzler des Deutschen Reiches, 1885 zum EhrenbĂŒrger ernannt[38]
  • Heinz FĂŒlfe (1920–1994) – Puppenspieler, am 11. MĂ€rz 1965 zusammen mit seiner Ehefrau Ingeburg zum EhrenbĂŒrger ernannt[39]
  • Ingeburg FĂŒlfe (* 1931) – Puppenspielerin, am 11. MĂ€rz 1965 zusammen mit ihrem Mann Heinz zum EhrenbĂŒrger ernannt[40]
  • Karl Grumpelt (1920–1998) – Museumsdirektor
  • Margareta Haak (1907–2001) – Schwester von Siegfried RĂ€del, EhrenbĂŒrgerin seit 1987
  • Gustav Haensel (1841–1923) – Kommerzienrat, Unternehmer, Stadtverordneter, 1923 zum EhrenbĂŒrger ernannt[41]
  • Karl Wilhelm Ludwig Koch († 1869) – Dr. med., kgl. sĂ€chsischer Bezirksarzt, 1862 zum EhrenbĂŒrger ernannt[42]
  • Eva Schulze-Knabe (1907–1976) – Malerin, EhrenbĂŒrgerin seit 1972
  • Werner Kruschwitz (1914–2010) – Oberst der NVA, EhrenbĂŒrger seit dem 5. Oktober 1989[43]
  • Karl Friedrich Moritz Pienitz - BĂŒrgermeister, 1883 zum EhrenbĂŒrger ernannt[44]
  • Rudolf von der Planitz - Major a.D., 1. Kommandant der Kommunalgarde, 1833 zum EhrenbĂŒrger ernannt[45]
  • Werner Schmidt (1930–2010), EhrenbĂŒrger seit 15. Mai 2010 fĂŒr sein Engagement zur Förderung von Kunst und Kultur[46]
  • Johann Tetzel (1465–1519), Dominikanermönch, Ablassprediger und Anlass zu Luthers 95 Thesen [47]
  • Max Zimmering (1909–1973), Schriftsteller und Redakteur, EhrenbĂŒrger seit 1971

In Pirna wird eine spezifische Form des SĂ€chsischen Dialektes gesprochen: das SĂŒdostmeißnische, welches einen der fĂŒnf Meißnischen Dialekte darstellt.

Pirnsche Sprachprobe: „
 Wennsch maa wieder nach heme kumm tu, muss’sch dr glei maa wieder mit an dn Girchblatz zr Girche guckn geh’n und an dr Gnabnschule e bissl Erlbetrwassr nibbm. An der Stelle muss’sch nu ooch maa orwĂ€hn, dass unterm Erlbetr een Spruch droffsteht: ‚Hasste kee Geld in deinr Dasche, dann drink mit mier aus meinr Flasche.’ Obwohl’sch euch nur e bissl orklĂ€rn wollte, is de Zeit vrgang’ wie vorrĂŒckt und schließlich is’ ooch mir ni vorborchn jebliem, dass se gorni mehr zuhörn’ wolln. 
“

spezielle Vokabel-Bsp.: 
 da habe ich – da habsch 
 
 jetzt gehe ich – jetzt gehsch 
 
 das kann ich – das kannsch 
 
 jetzt brauche ich – jetzt brauchsch 
 ja – nu

Weitere Hochwasserereignisse in Pirna sind unter Hochwasser und Naturkatastrophen in Sachsen zu finden.

  •  Georg Aster: BaudenkmĂ€ler der Stadt Pirna aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Pirna 1902.
  •  ISBN 3-00-007126-1.
  •  Robert Dittrich: Das Ende des Klosters Pirna. Ein Beitrag zur Kirchengeschichte im nachreformatorischen Sachsen. In: Auslage im Stadtarchiv Pirna. S. 1–29.
  •  Richard Flachs (Hrsg.): Petermanns Pirnsche Chronik. Pirna 1914.
  •  Wolfgang Hensel, Gerd J. Pohl (Vorwort): Kaspers Weg von Ost nach West. Erinnerungen an die «Pirnaer Puppenspieler». Roehl, Dettelbach 2008, Leseprobe (PDF) 26 Seiten 2,25 MB).
  • Reinhold Hoffmann: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: BeitrĂ€ge zur sĂ€chsischen Kirchengeschichte. Bd. 8. Leipzig 1893. S. 1–329.
  • Kuratorium GedenkstĂ€tte Sonnenstein e. V. und SĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung (Hrsg.): Nationalsozialistische Euthanasieverbrechen in Sachsen. BeitrĂ€ge zu ihrer Aufarbeitung. Unter anderem Pirna 1996.
  • Alfred Meiche: Historisch-topographische Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna. Dresden 1927.
  • RenĂ© Misterek: Pirna – so wie es war. DĂŒsseldorf 1996.
  • Heinz Quinger: Pirna. Kunstgeschichtliche WĂŒrdigung einer alten sĂ€chsischen Stadt. Unter anderem Dresden 1993.
  • Thomas Schilter: Unmenschliches Ermessen. Die nationalsozialistische „Euthanasie“-Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein 1940/41. In: Schriftenreihe der Stiftung SĂ€chsische GedenkstĂ€tten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft, Bd. 5, Leipzig 1998.
  • Stadtmuseum Pirna (Hrsg.): JahrhundertrĂŒckblicke. BeitrĂ€ge zur Geschichte des Landkreise SĂ€chsische Schweiz 1901–2000. Pirna 2001.
  • Richard Steche: Pirna. In: Beschreibende Darstellung der Ă€lteren Bau- und KunstdenkmĂ€ler des Königreichs Sachsen, 1. Heft: Amtshauptmannschaft Pirna. C. C. Meinhold, Dresden 1882, S. 56 ff.
  • Albrecht Sturm: Canaletto-Stadt Pirna. 1500–1800 Betrachtungen zur Stadtbaugeschichte. Petersberg 1998.
  • Albrecht Sturm: Pirna StadtfĂŒhrer. Pirna 2009, ISBN 978-3-00-026671-3
  • Dr. Johannes Uhlmann: Chronik der Stadt Pirna. Berlin 1938.
  • Verband der Verfolgten des Naziregimes u. Bund der Antifaschisten e. V. (Hrsg.): Unsere Heimat unterm Hakenkreuz. Ein Beitrag zu nationalsozialistischer Gewaltherrschaft. Verfolgung und antifaschistischem Widerstand in Amtshauptmannschaft und Kreis Pirna von 1933 bis 1945. Erarbeitet von Dr. Boris Böhm, Dr. GĂŒnter Endler, Rudolf Hajny, Hugo Jensch, GĂŒnter Kosmol, Heinz Ruscher. 368 Seiten, Pirna 2003, ISBN 3-00-011998-1.
  • Kuratorium Altstadt e. V. (Hrsg.): Pirnaer Hefte – BeitrĂ€ge zur Stadt- und Regionalgeschichte, Baugeschichte und Denkmalpflege. Pirna. (bis 2004 sind fĂŒnf Hefte erschienen, die genauen Inhalte finden sich auf geschichte-pirna.de)
  • Schriftenreihe des Stadtmuseums Pirna: Geschichtliche und heimatkundliche BeitrĂ€ge aus Pirna und Umgebung (bis 2004 sind unregelmĂ€ĂŸig zwölf Hefte erschienen)
  1. ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewĂ€hlter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. ↑ Landkarte von Böhmen
  3. ↑ Vgl. Hofmann, Reinhold: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: BeitrĂ€ge zur sĂ€chsischen Kirchengeschichte Bd. 8, Leipzig 1893. S. 25
  4. ↑ Vgl. Hofmann, Reinhold: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: BeitrĂ€ge zur sĂ€chsischen Kirchengeschichte Bd. 8, Leipzig 1893. S. 23
  5. ↑ Vgl. Hofmann, Reinhold: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: BeitrĂ€ge zur sĂ€chsischen Kirchengeschichte Bd. 8, Leipzig 1893. S. 36
  6. ↑ „Du bist ein Hochmuttiger monch, der Hochmuth ist mit dir in den Ordin gegangen; ess wer besser du hettest eyn gebundeleyn Dornes Jn die kappen geleget, vnd den Hochmuth hir aussin geloczin. Du bist eyn furfurer dess folcks etc. ich habe gepredigt, wie dass nicht mirackel, abloss vnd hiligtum furkundigen sall an orlawb bebstliches stules etc., dass das folk nicht geergert wurde und furfuret. Sich nutte zcu, dass es dir nicht gehe, wie deinen vetirn gangin hat, die da gebrant seyn wordin,die da auch Lester und schendir gewest seyn der juncfraw Marie, als du einer bist. Jhene seynt gebranth zcu Bern, die sich dem tewffel irgebin hattin, mit irem eigem Blutte furschriben ewigk seyn zcu seyn, er solt yn helffin ihr schalcheit furbrengin. Du predigest anderen Leuten, sie solle fastin, do hastu gesessen vnd hast gebrattin fische fur die gehatt, vnd zweyerley Weyn vndt bir, vndt gebrattin Hunner. Gehort das deinen geistlichen standt an, das du die Nacht off der gassin vmblauffin salst do sey schonin frawin gewest, wiltu sie schendin. Du thust mit deynem heyligthum gleich als einer, der da dreyackel fel hat, lofft zcu, lofft zcu, myss mit leffelin auss. Ich habe dir eyn riss Jn die Wunderzeichen gethan, Ich will dir auch eynen riss Jn den Ablass thun, wen du furkundigest vil ablass. Du lest brust bylde schnytzen heyligthum eynzcufassen, wo hastu das heyligthum genommen? Wer hats geheyliget. Wer eynen heller aber phennigk darzcu gebit, der thut eyn todt sundt.“ Zitiert nach: Hoffmann, Reinhold: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: BeitrĂ€ge zur sĂ€chsischen Kirchengeschichte. Bd. 8. Leipzig 1893. S. 37/38.
  7. ↑ Vgl. Dittrich, Robert: Das Ende des Klosters Pirna. Ein Beitrag zur Kirchenpolitik im nachreformatorischen Sachsen. In: Auslage im Stadtarchiv Pirna.
  8. ↑ „Kunigstein, ein wonderlicher berg, frey allenthalben, an der Elben, [
] Darauf (MVCXVI) der hochgeborner Furst Jorge czu Sachssen aus christlicher Andacht [
] auf eigene cost ein closter czu bawen, dahin Celestiner bruder von Oybin gefoddiert. [
] Aber (MVCXXIIII) worden die Munche vorgelt mit der Luterianischen secten, namen was sie konnten hinweg brengen, verliffen sich und namen die flucht ein kegen Wittenberg.“ Zitiert nach: Saxonica; Misnica et Thuringiaca ex monarchi pirnensis seu, vero nomine; Johannis Lindneri sive tillani onomastico autographo, quid exstat in bibliotheca senatoria Lipensi.“ In: JO: Burchardus Menckie NJJ.: Scriptores Rerum Germaniacum Praecipve Saxonicarum. Tomus II. Leipzig 1728. Fol. 1573.
  9. ↑ Hofmann: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna, S. 45
  10. ↑ Hofmann: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna, S. 27
  11. ↑ Issbleib, Simon: Herzog Heinrich als evangelischer FĂŒrst 1537–1541. In: BeitrĂ€ge zur sĂ€chsischen Kirchengeschichte. Bd. 19, Leipzig 1905. S. 160
  12. ↑ Codex diplomaticus Saxoniae Regiae. Bd. II. Urkunde: 218, vom 22. Juli 1539.
  13. ↑ Hofmann, Reinhold: Reformationsgeschichte der Stadt Pirna. In: BeitrĂ€ge zur sĂ€chsischen Kirchengeschichte Bd. 8, Leipzig 1893. S. 46
  14. ↑ Enno BĂŒnz: Das Ende der Klöster. In: Marx, Harald/ Hollfeld, Celine (Hrsg.): Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit. AufsĂ€tze zur 2. sĂ€chsischen Landesausstellung. Torgau 2003. S. 87
  15. ↑ Codex diplomaticus Saxoniae Regiae. Bd. II. Urkunde: 226, vom 29. Juli 1548.
  16. ↑ Georg Schmitt: Pirna, die Altstadtsanierung von 1990 bis 2010
  17. ↑ Pirnaer Anzeiger Nr. 22/2010
  18. ↑ Pirnaer Anzeiger Nr. 22/2010
  19. ↑ Hochwasserschutz in Sachsen, SMUL, FĂŒgner, Mai 2002
  20. ↑ Pirnaer Anzeiger Nr. 04/2009
  21. ↑ Hauptstaatsarchiv Dresden: VerbĂ€nde und Truppenteile der SĂ€chsischen Armee (Abruf 8. April 2011)
  22. ↑ Hermann Sczepansky: Was geschah in Posta? (Ulanendenkmal 1911). KV, Sept. 1961, S. 3–5
  23. ↑ aus der Zeit des Nationalsozialismus: Chronik 1938
  24. ↑ Hartmut U. Hallek: „Stadt im Elend, Stadt im GlĂŒck“. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Mai 2009
  25. ↑ Stellungnahme des OberbĂŒrgermeisters zur Gewalt in Pirna
  26. ↑ ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  27. ↑ a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  28. ↑ a b c d e f g h i Pirna im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  29. ↑ OberbĂŒrgermeister Markus Ulbig zum sĂ€chsischen Innenminister ernannt
  30. ↑ Mitteilung der vorlĂ€ufigen Endergebnisse der OberbĂŒrgermeisterwahl auf pirna.de (Abruf am 17. Januar 2010)
  31. ↑ Pirnaer streiten um höheren Lohn, SĂ€chsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 27. April 2011Bezugsangabe
  32. ↑ Klinikum Pirna - Wir ĂŒber uns (Abruf 13. Dezember 2011)
  33. ↑ Am Schloss Sonnenstein fallen die GerĂŒste, SĂ€chsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 20. Juli 2011
  34. ↑ Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen (Abruf 13. Dezember 2011)
  35. ↑ Bundespolizeidirektion Pirna (Abruf 13. Dezember 2011)
  36. ↑ Liste der Kindereinrichtungen in Pirna
  37. ↑ Pirnaer Anzeiger vom 17. Januar 1934
  38. ↑ Pirnaer Anzeiger vom 17. Januar 1934
  39. ↑ Pirnaer Anzeiger 1/1995, S. 7
  40. ↑ Pirnaer Anzeiger 1/1995, S. 7
  41. ↑ Pirnaer Anzeiger vom 17. Januar 1934
  42. ↑ Pirnaer Anzeiger vom 17. Januar 1934
  43. ↑ SĂ€chsische Zeitung (Ausgabe Pirna) vom 12. Februar 2010
  44. ↑ Pirnaer Anzeiger vom 17. Januar 1934
  45. ↑ Pirnaer Anzeiger vom 17. Januar 1934
  46. ↑ pirna.de
  47. ↑ Nach anderen Angaben kommt er aus Leipzig.


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Pirna aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Sachsen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sachsen (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Freistaat Sachsen
Swobodny stat Sakska
Über dieses Bild
Flagge
Wappen
Sprache: Deutsch, Obersorbisch[1]
Landeshauptstadt: Dresden
FlĂ€che: 18.415,51 kmÂČ
Einwohnerzahl: 4,140 Mio. (31. Oktober 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner pro kmÂČ
Arbeitslosenquote: 10,8 % (MĂ€rz 2012)[3]
GrĂŒndung: 3. Oktober 1990
Schulden: 6,5 Mrd. EUR (31. Dezember 2010)[4]
ISO 3166-2: DE-SN
Kontakt:
Website: www.sachsen.de
Politik:
MinisterprÀsident: Stanislaw Tillich (CDU)
Regierende Parteien: CDU und FDP
Sitzverteilung im Landtag: CDU 58
Die Linke 29
SPD 14
FDP 14
B’90/GrĂŒne 9
NPD 8
(5. Wahlperiode)
Letzte Wahl: 30. August 2009
NĂ€chste Wahl: 2014
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im Bundesrat: 4

Der Freistaat Sachsen (obersorbisch Swobodny stat Sakska, AbkĂŒrzung SN) ist ein Land im Osten der Bundesrepublik Deutschland. Mit rund 4,1 Millionen Einwohnern und einer FlĂ€che von rund 18.400 Quadratkilometern gehört Sachsen zu den kleineren LĂ€ndern der Bundesrepublik. Die Landeshauptstadt Dresden und das etwa gleichgroße Leipzig sind die bevölkerungsreichsten StĂ€dte des Freistaates. NachbarlĂ€nder sind Brandenburg im Norden, Sachsen-Anhalt im Nordwesten, ThĂŒringen im Westen und Bayern im SĂŒdwesten. Zudem grenzt das Land im SĂŒden an Tschechien (an die Regionen Liberec, ÚstĂ­ und Karlovy Vary) und im Osten an Polen (an die Woiwodschaften Lebus und Niederschlesien).

Das 1990 neu gegrĂŒndete Land fĂŒhrt, wie schon von 1919 bis 1933 als Gliedstaat der Weimarer Republik, die vorangestellte Zusatz-Bezeichnung Freistaat.

Inhaltsverzeichnis

Siehe NaturrÀume in Sachsen, Landschaften in Sachsen

Topografische Karte von Sachsen

Sachsen liegt im Osten Mitteldeutschlands und grenzt an die LĂ€nder Bayern (LĂ€nge der Grenze 41 km), ThĂŒringen (274 km), Sachsen-Anhalt (206 km), Brandenburg (242 km), die Republik Polen (123 km) und die Tschechische Republik (454 km). Der Freistaat Sachsen gehört wie auch ThĂŒringen und Teile Sachsen-Anhalts zur Region Mitteldeutschland.

Nach topografischen Gesichtspunkten ist es am sinnvollsten, Sachsen in Flachland, HĂŒgelland und Mittelgebirge einzuteilen. Zum Flachland gehören vor allem die Leipziger Tieflandsbucht um Leipzig sowie die nördliche Oberlausitz. Beide sind durch jĂŒngere Ablagerungen aus dem eiszeitlichen PleistozĂ€n und den Flussniederungen gekennzeichnet, sowie insbesondere durch deren tertiĂ€re Braunkohlevorkommen im Untergrund. Das HĂŒgelland weiter sĂŒdlich mit seinen weitflĂ€chigen LĂ¶ĂŸablagerungen (LĂ¶ĂŸhĂŒgelland) und der damit verbundenen hohen BodenqualitĂ€t geht auf die EndmorĂ€nenbildung zurĂŒck.

Die sĂ€chsischen Mittelgebirge gliedern sich von West nach Ost durch eher unscharfe Grenzen. Im SĂŒdwesten Sachsens erstreckt sich das eigentlich bis nach Bayern, ThĂŒringen und Böhmen reichende Vogtland mit dem Erzgebirgsbecken als Nordgrenze und dem Elstergebirge im SĂŒdosten. Nach Osten folgt die Pultscholle des Erzgebirges, welches meist in West- und Osterzgebirge (geteilt durch das Flöhatal), seltener auch zusĂ€tzlich in das Mittelerzgebirge untergliedert wird. Die Höhenlagen nehmen dabei von West nach Ost langsam ab, weshalb auch die mit 1215 Metern höchste Erhebung Sachsens, der Fichtelberg, zum West- bzw. Mittelerzgebirge gehört. SĂŒdlich der Landesgrenze fĂ€llt das Erzgebirge steil zum Egertalgraben ab. Den sĂŒdlichen Bereich des Erzgebirges entlang der Kammlagen nimmt der Naturpark Erzgebirge/Vogtland ein. Östlich des Erzgebirges durchbricht die Elbe die Mittelgebirgskette und formte durch tiefe EinschĂŒrfungen das Elbsandsteingebirge. Am nordöstlichen Rand des Elbtals bildet die Lausitzer Verwerfung die scharfe Grenze zum Lausitzer Bergland, welches schließlich im Ă€ußersten SĂŒdosten Sachsens in das weit nach Tschechien reichende Lausitzer Gebirge ĂŒbergeht. Neben diesen Landschaftseinheiten gibt es zahlreiche weitere Unterscheidungen und Nuancen, welche in der Liste der Landschaften in Sachsen verzeichnet sind.

Eine weitere Gliederung Sachsens kann nach hydrologischen Gesichtspunkten erfolgen. Der wichtigste, grĂ¶ĂŸte und einzig schiffbare Fluss ist die Elbe. Sie durchzieht den Freistaat von SĂŒdosten nach Nordwesten. Wichtige QuellflĂŒsse sind die Mulde, die Weißeritz, die Zschopau, die Weiße Elster und die Spree, deren allgemeine Fließrichtung Norden ist und die ebenfalls zum Fluss-System der Elbe gehören. Im Osten wird der Freistaat von der Lausitzer Neiße begrenzt, die in die Oder mĂŒndet.

→ Hauptartikel: Geschichte Sachsens

Als Sachsen wird heute ein Gebiet an der oberen Mittelelbe, in der sĂŒdlichen Lausitz und im Erzgebirge bezeichnet. Historisch ist es aber losgelöst vom Stammesherzogtum Sachsen, dem Siedlungsraum der Sachsen in Norddeutschland. Es wird zur historischen Abgrenzung auch als Obersachsen, im Gegensatz zu Niedersachsen, bezeichnet. Von 1247 bis 1485 deckte sich die Geschichte Sachsens zudem in weiten Teilen mit der Geschichte ThĂŒringens.

Schon in der Urgeschichte war das heutige Sachsen ein wichtiges Gebiet fĂŒr diejenigen, die ĂŒber die Mittelgebirge reisen wollten. ArchĂ€ologische Spuren weisen eine Besiedlung des Gebiets durch Bandkeramische Kulturen um 5500 v. Chr. aus dem spĂ€teren Böhmen heraus nach. Bevorzugter Siedlungsraum waren die weiten Flussauen von Elbe, Mulde und Spree im Vorland der Gebirge.

Die Albrechtsburg in Meißen

SpĂ€ter zogen aus westlicher Richtung und die Elbe hinauf germanische StĂ€mme in dieses Gebiet ein. Dieses Gebiet stand so bis ins 6. Jahrhundert unter großem Einfluss der ThĂŒringer. Die ThĂŒringer verloren ihre Gebiete an die Franken und Sachsen, wĂ€hrend bis ins 10. Jahrhundert von Osten her slawische Völker das spĂ€tere Territorium Sachsens besiedelten.

Der VorlĂ€ufer des heutigen Sachsens wurde mit dem Burgbau in Meißen als Markgrafschaft Meißen 929 gegrĂŒndet. Die weitere Geschichte der Markgrafschaft ist von der Ostsiedlung der Deutschen geprĂ€gt. Im Gebiet Sachsens wurden bestehende slawische Strukturen, wohl weitestgehend ohne Konflikte und Vertreibung, ĂŒbernommen und erweitert. Vor allem im Erzgebirge kam es, bedingt durch den Erzbergbau, dagegen zu GrĂŒndungen von StĂ€dten. Eine Vielzahl von Ortsnamen und GewĂ€ssernamen in Sachsen haben slawischen Ursprung. Im Jahr 1089 kam die Markgrafschaft in Besitz der Wettiner.

Ab 1423 wurde die Herrschaft der Wettiner vergrĂ¶ĂŸert: Neben Obersachsen und ThĂŒringen kam Sachsen-Wittenberg hinzu. Es war mit der KurwĂŒrde verbunden. In den folgenden Jahren wurde daher die Bezeichnung KurfĂŒrstentum Sachsen an Stelle der Markgrafschaft Meißen eingefĂŒhrt. Durch die Leipziger Teilung von 1485 löste sich Sachsen von ThĂŒringen in der weiteren Entwicklung ab. In der Folge wurde Dresden bei Meißen zur Residenzstadt ausgebaut. Nach dem Schmalkaldischen Krieg, den das ernestinische Kursachsen im Schmalkaldischen Bund verlor, ging mit der Herrschaft ĂŒber Teile Kursachsens 1547 auch die KurwĂŒrde von der ernestiner auf die albertiner Linie der Wettiner ĂŒber. Die Religionspolitik in beiden LĂ€ndern blieb aber lutherisch.

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg war Sachsen auf Seite des Kaisers involviert und zog gegen Böhmen. Kursachsen besetzte im Auftrag des Kaisers die Lausitzen und erhielt diese zur Deckung der eigenen Kriegskosten zunĂ€chst als Pfand. Sachsen verhielt sich darauf neutral, wechselte aber spĂ€ter auf die protestantische Seite, als es seine NeutralitĂ€t durch PlĂŒnderungen in der Lausitz missachtet sah. In der Schlacht bei Breitenfeld (1631) gelang es Sachsen zusammen mit Schweden erstmals, kaiserliche Truppen zu schlagen. 1635 erhielt Sachsen im sog. Sonderfrieden von Prag endgĂŒltig die Herrschaft ĂŒber beide Lausitzen bei gleichzeitiger NeutralitĂ€tsverpflichtung sowie Bestandsgarantie fĂŒr die dortigen konfessionellen VerhĂ€ltnisse.

Das am 8. Oktober 1656 eröffnete Testament Johann Georg I. sah vor, Teile Kursachsens seinen drei Söhnen August, Christian und Moritz zu vermachen und sie in einer kursĂ€chsischen Sekundogenitur als eigenstĂ€ndige HerzogtĂŒmer einzurichten. Es entstanden die HerzogtĂŒmer Sachsen-Weißenfels, Sachsen-Merseburg und Sachsen-Zeitz. In den folgenden Jahrzehnten ging Sachsen vergleichsweise stark aus dem Krieg hervor und gehörte zu den FĂŒrstentĂŒmern, die sich am schnellsten erholen konnten. Sachsen verhielt sich dabei kaisertreu und stellte zum Beispiel 1683 Truppen fĂŒr die siegreiche Schlacht am Kahlenberg gegen die TĂŒrken. Unter Friedrich August I. (genannt der Starke) versuchte Kursachsen seine Herrschaft und Stellung im Heiligen Römischen Reich auszubauen. Sachsen erlebte fortgesetzt unter Friedrich August II. eine politische und kulturelle BlĂŒtezeit. Beide regierten zeitweise Polen als König und Sachsen als KurfĂŒrst in der Personalunion Sachsen-Polen. Beim Großen Nordischen Krieg gegen Schweden beteiligte sich Russland erfolgreich an der Seite von Sachsen-Polen. Territorialgewinne blieben dem KurfĂŒrstentum verwehrt, wĂ€hrend das passive Preußen danach gestĂ€rkt war.

Im SiebenjĂ€hrigen Krieg wurde Sachsen zunĂ€chst relativ kampflos durch Preußen besetzt. Es kĂ€mpfte spĂ€ter in einer Allianz aus Österreich, Russland und Frankreich gegen Preußen und Großbritannien und wurde 1759 wieder von dieser Allianz befreit. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos, richtete dabei aber erstmals große SchĂ€den in der Hauptstadt an. In der Folge ging Schlesien, welches eine Gebietsverbindung zwischen Sachsen und Polen hĂ€tte werden können, an Preußen. Das KurfĂŒrstentum wurde nach und nach wieder hergestellt.

JĂłzef Brodowski, 1895: NapolĂ©on Bonaparte ĂŒberquert die Elbe bei der Schlacht von Dresden

GemĂ€ĂŸ der Pillnitzer Deklaration gehörte Sachsen zu den LĂ€ndern, die an der Seite Preußens gegen die Französische Revolution kĂ€mpften. Nachdem im spĂ€teren Verlauf 1806 Napoleon weit nach Deutschland eingedrungen war, stellten sich ihm die sĂ€chsischen und preußischen Truppen gemeinsam entgegen, wurden aber in der Schlacht bei Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen. Daraufhin wurde mit Preußen auch Sachsen von den Franzosen besetzt. Nach dem baldigen Beitritt zum Rheinbund wurde das KurfĂŒrstentum noch 1806 zum Königreich Sachsen erhoben. Bei den besonders von Preußen getragenen Befreiungskriegen im Jahr 1813 war Sachsen Hauptkriegsschauplatz und kĂ€mpfte weiter an der Seite Frankreichs bis zur Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober. DafĂŒr wollte Preußen beim Wiener Kongress Sachsen auflösen und vereinnahmen, was nur durch den Schutz Österreichs und auch die französische Position verhindert wurde. Sachsen blieb danach zwar weiterhin Königreich, musste jedoch im Norden ungefĂ€hr die HĂ€lfte seines Gebietes an Preußen abtreten. Die Revolution von 1848 wurde in Sachsen niedergeschlagen, indem preußische Truppen im Auftrag der Reichsexekution die RĂŒckkehr des geflohenen Königs nach Dresden ermöglichten.

Im Deutschen Krieg 1866 stand Sachsen mit Österreich auf der Verliererseite. Es wurde in Folge Mitglied des Norddeutschen Bunds und nahm 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Das Königreich Sachsen war seit 1871 ein Bundesstaat des Deutschen Kaiserreichs, der als kleindeutscher Nationalstaat von Preußen geprĂ€gt wurde.

Am Ersten Weltkrieg nahm letztmalig eine eigene sÀchsische Armee im Rahmen des deutschen Heeres teil. Nach der Abdankung des Königs im Herbst 1918 wurde Sachsen Freistaat im Deutschen Reich, das nun nach der Verfassung von 1919 Weimarer Republik genannt wurde (siehe: Geschichte des Freistaates Sachsen). Zwischen 1934 und 1945 sowie zwischen 1952 und 1990 war das Land Sachsen seiner staatlichen SouverÀnitÀt beraubt und hat de facto nicht existiert. Seit 1990 ist Sachsen ein Land der Bundesrepublik Deutschland.

Der erste „Freistaat Sachsen“ entstand 1918 nach Abdankung des Königs und Auflösung des Königreichs Sachsen. Im Gleichschaltungsprozess des nationalsozialistischen Deutschlands verlor Sachsen durch das Gesetz ĂŒber den Neuaufbau des Reichs am 30. Januar 1934 seine staatlichen Hoheitsrechte; das Landesparlament wurde aufgelöst und die Landesregierung der Reichsregierung unterstellt. Im Zuge einer Verordnung kurz danach waren die Deutschen nicht mehr StaatsbĂŒrger anhand ihrer Landeszugehörigkeit, Staatsangehörigkeitsfragen gingen also direkt auf das Reich ĂŒber.

1945 entstand das Land Sachsen als Teil der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands, und zwar aus dem Gebiet des vormaligen Freistaates (abzĂŒglich eines Gebietes östlich der Neiße bei Zittau) und aus Teilen der preußischen Provinz Schlesien westlich der Neiße. Es wurde eines von fĂŒnf LĂ€ndern der am 7. Oktober 1949 gegrĂŒndeten Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Im Jahr 1952 wurde den LĂ€ndern der DDR eine zentralistische Verwaltungsreform auferlegt, nach der sie Kreise bilden und diese zu Bezirken der DDR zusammenfassen sollten. Das Land Sachsen gab seine exekutiven und legislativen Befugnisse an den Bezirk Leipzig, den Bezirk Dresden und den Bezirk Chemnitz (1952–53, 1990) bzw. Karl-Marx-Stadt (1953–1990) ab. Die im Nordosten gelegenen Gebiete um Weißwasser und Hoyerswerda wurden als neu entstandene Kreise dem Bezirk Cottbus zugeordnet.

Das Land Sachsen wurde per Verfassungsgesetz zur Bildung von LĂ€ndern in der Deutschen Demokratischen Republik (LĂ€ndereinfĂŒhrungsgesetz) vom 22. Juli 1990 neu gegrĂŒndet. UrsprĂŒnglich sollte dieses Gesetz zum 14. Oktober 1990 in Kraft treten. Eine Neufassung des Gesetzes vom 13. September 1990 verlegte das Inkrafttreten auf den 3. Oktober 1990 (Tag der Wiedervereinigung) vor.

Mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wurde das Land Sachsen zum Freistaat Sachsen, einem der seitdem 16 Gliedstaaten der Bundesrepublik. Dieser zweite Freistaat, der sich am 26. Mai 1992 seine Verfassung gab, ist eine parlamentarische Republik und der erste demokratische sĂ€chsische Staat mit eigener Verfassungsgerichtsbarkeit und drei geteilten Staatsgewalten. Der Freistaat Sachsen ist als deutsches Land originĂ€res Staatsrechtssubjekt und geborenes Völkerrechtssubjekt. Am 9. November 1990 wurde der Freistaat Sachsen erstmals bei einer Sitzung des Bundesrates vertreten und kann seitdem wieder ĂŒber diese Vertretung der Gliedstaaten an der Bundesgesetzgebung und -verwaltung mitwirken.

Die heutige, teilweise ĂŒber Volksabstimmungen festgelegte Landesgrenze ist ein Kompromiss zwischen den 1815 bis 1952 bestandenen sĂ€chsischen Grenzen und den danach in der DDR gebildeten Bezirksgrenzen. So kam Altenburg wieder zu ThĂŒringen, wĂ€hrend vom Leipziger Umland heute mehr zu Sachsen gehört als frĂŒher.

Sitz der Regierung ist die SĂ€chsische Staatskanzlei
Der Plenarsaal des SĂ€chsischen Landtags in Dresden

Die SĂ€chsische Staatsregierung wird von einem MinisterprĂ€sidenten gefĂŒhrt, der vom Landtag gewĂ€hlt wird. Sitz der Regierung ist die SĂ€chsische Staatskanzlei in der Dresdner Inneren Neustadt.

Die CDU ist in Sachsen seit der Wiedervereinigung die mit Abstand stĂ€rkste Partei und stellt seitdem den MinisterprĂ€sidenten. Kurt Biedenkopf regierte von 1990 bis April 2002 in einer CDU-Alleinregierung. Auf ihn folgte Georg Milbradt, der nach der Wahl 2004 eine Große Koalition mit der SPD einging. Nach Milbradts RĂŒcktritt im Mai 2008 ĂŒbernahm Stanislaw Tillich das Amt des MinisterprĂ€sidenten und setzte die CDU-SPD-Koalition bis zur Landtagswahl 2009 fort. Seit September 2009 regiert Tillich in einer schwarz-gelben Koalition zusammen mit der FDP.

Zusammensetzung der amtierenden Staatsregierung (siehe auch Kabinett Tillich II):

  • MinisterprĂ€sident: Stanislaw Tillich (CDU)
  • SĂ€chsische Staatskanzlei, Staatsminister und Chef der Staatskanzlei: Johannes Beermann (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Staatsminister und Stellvertretender MinisterprĂ€sident: Sven Morlok (FDP)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium der Finanzen, Staatsminister: Georg Unland (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium des Innern, Staatsminister: Markus Ulbig (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium der Justiz und fĂŒr Europa, Staatsminister: JĂŒrgen Martens (FDP)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Kultus und Sport, Staatsministerin: Brunhild Kurth
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Soziales und Verbraucherschutz, Staatsministerin: Christine Clauß (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Umwelt und Landwirtschaft, Staatsminister: Frank Kupfer (CDU)
  • SĂ€chsisches Staatsministerium fĂŒr Wissenschaft und Kunst, Staatsministerin: Sabine von Schorlemer (parteilos)

Die Legislative des Freistaates Sachsen ist der SĂ€chsische Landtag. Er besteht in der 5. Wahlperiode (2009–2014) aus 132 Abgeordneten (normal 120). Diese teilen sich wie folgt auf: CDU 58 Sitze, Die Linke 29 Sitze, SPD 14 Sitze, FDP 14 Sitze, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 9 Sitze und NPD 8 Sitze. LandtagsprĂ€sident ist Matthias RĂ¶ĂŸler (CDU), es gibt drei VizeprĂ€sidenten: Andrea Dombois, Horst Wehner und Andreas Schmalfuß. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion ist Steffen Flath, der Fraktion der Linken AndrĂ© Hahn, der SPD-Fraktion Martin Dulig, der FDP-Fraktion Holger Zastrow, der Fraktion BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen Antje Hermenau und der NPD-Fraktion Holger Apfel.

Verfassungsgerichtshof und Landgericht Leipzig
Das Oberlandesgericht Dresden

Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen befindet sich in Leipzig. Dieses ist neben der Landesregierung und dem Landtag ein oberstes und im Sinne der Gewaltenteilung unabhÀngiges Staatsorgan.

Die sonstigen Gerichte in Sachsen sind dem SÀchsischen Staatsministerium der Justiz nachgeordnete Behörden.[5] Die Rechtsprechung ist dabei unabhÀngig und nur dem Gesetz unterworfen.[6]

Das Oberlandesgericht Dresden ist das höchste Gericht der sÀchsischen Ordentlichen Gerichtsbarkeit. Ihm sind sechs Landgerichte in Bautzen, Chemnitz, Dresden, Görlitz, Leipzig und Zwickau nachgeordnet.

Weiterhin gibt es in Sachsen Gerichte der Fachgerichtsbarkeit. Der Sitz des SÀchsischen Oberverwaltungsgerichtes ist Bautzen. In Chemnitz befinden sich das sÀchsische Landessozial- und Landesarbeitsgericht. Das SÀchsische Finanzgericht befindet sich in Leipzig.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat ihren Sitz in Dresden. Dieser nachgeordnete Staatsanwaltschaften gibt es an den Standorten der Landgerichte. Der Freistaat Sachsen fĂŒhrt zehn Justizvollzugsanstalten. Das LandesjustizprĂŒfungsamt beim SĂ€chsischen Staatsministerium der Justiz ist das sĂ€chsische PrĂŒfungsamt fĂŒr die juristischen Staatsexamen.

In Sachsen befinden sich Einrichtungen der bundesstaatlichen Justiz, die dem Bundesministerium der Justiz nachgeordnet sind. In Leipzig befindet sich das Bundesverwaltungsgericht und der 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes mit einem Teil der Behörde des Generalbundesanwalts.

Viele Entscheidungen der europĂ€ischen Institutionen haben unmittelbaren Einfluss auf die Menschen und Organisationen in den Regionen Europas, so auch in Sachsen. Die sĂ€chsische Europapolitik wird durch eine Vielzahl von Akteuren und Institutionen geprĂ€gt. Über verschiedene Wege werden die Interessen des Freistaats in der EuropĂ€ischen Union wahrgenommen.

Die Europapolitik Sachsens wird in der Staatsregierung koordiniert durch das SĂ€chsische Staatsministerium der Justiz und fĂŒr Europa unter Leitung von Staatsminister JĂŒrgen Martens (FDP). Die europapolitischen Leitlinien der Regierungskoalition aus CDU und FDP wurden im Koalitionsvertrag, Abschnitt Europa und Internationale Beziehungen, definiert.[7]

Auf Bundesebene wirkt die Staatsregierung ĂŒber den Bundesrat und die Europaministerkonferenz auch an der europĂ€ischen Gesetzgebung mit.

In BrĂŒssel unterhĂ€lt die Staatsregierung das Sachsen-VerbindungsbĂŒro BrĂŒssel, das u. a. die aktuellen Entwicklungen und Entscheidungen der europĂ€ischen Institutionen beobachtet, dann fĂŒr den Freistaat relevante Themen identifiziert und an die zustĂ€ndigen Stellen in der Staatsregierung und dem Landtag ĂŒbermittelt. Im Ausschuss der Regionen wird Sachsen durch den Europaminister JĂŒrgen Martens und Landtagsabgeordneten Heinz Lehmann (Politiker) (CDU) vertreten. FĂŒnf Abgeordnete vertreten derzeit die sĂ€chsischen BĂŒrger im EuropĂ€ischen Parlament: Cornelia Ernst (DIE LINKE), Peter Jahr (CDU), Holger Krahmer (FDP), Constanze Krehl (SPD) und Hermann Winkler (CDU).

Im SĂ€chsischen Landtag befasst sich der Verfassungs-, Rechts- und Europaausschuss unter Vorsitz von Martin Modschiedler (CDU) mit europapolitischen Grundsatzfragen. Im April 2011 haben Landtag und Staatsregierung eine SubsidiaritĂ€tsvereinbarung geschlossen, die die Informationspflichten der Regierung gegenĂŒber dem Parlament und die Mitwirkungsrechte des Landtages an europapolitischen Positionen des Landes regelt.[8]

→ Hauptartikel: Liste der Landkreise und kreisfreien StĂ€dte in Sachsen

Sachsen ist in die drei Direktionsbezirke Chemnitz (1), Dresden (2) und Leipzig (3) untergliedert.
Die Direktionsbezirke enthalten insgesamt zehn Landkreise und drei kreisfreie StÀdte. Die in Klammern stehende Bezifferung ist auf nebenstehender Karte ersichtlich.

Die zehn sÀchsischen Landkreise:

  • Bautzen (BudyĆĄin) (BZ)
  • Erzgebirgskreis (ERZ)
  • Görlitz (Zhorjelc) (GR)
  • Leipzig (L)
  • Meißen (MEI)
  • Mittelsachsen (FG)
  • Nordsachsen (TDO)
  • SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge (PIR)
  • Vogtlandkreis (V)
  • Zwickau (Z)

Die drei kreisfreien StÀdte Sachsens:

  • Chemnitz (C)
  • Dresden (DD)
  • Leipzig (L)
→ Hauptartikel: Kreisreform Sachsen 2008

Der Großteil der bis zum 31. Juli 2008 bestehenden Landkreise wurde 1994 und 1996 in einer Kreisreform gebildet. Im Rahmen der Verwaltungsreform der Landesbehörden erfolgte zum 1. August 2008 erneut eine Kreisreform, bei der aus 22 Landkreisen zehn und aus sieben kreisfreien StĂ€dten drei wurden.

Einwohnerzahlen und Ausdehnung der neuen Kreise
Neuer Landkreis Alte Stadt- und Landkreise Einwohnerzahl am 31. Dezember 2008 Einwohnerzahl
Prognose 2025[9]
FlĂ€che in kmÂČ Bevölkerungsdichte 2008
Einwohner je kmÂČ
Bevölkerungsdichte 2025
Einwohner je kmÂČ
Bautzen Bautzen, Kamenz, Hoyerswerda, Bischofswerda 328.990 273.500 2.391 138 114
Erzgebirgskreis Stollberg, Annaberg, Aue-Schwarzenberg, Mittlerer Erzgebirgskreis 377.245 307.300 1.828 206 168
Görlitz Niederschlesischer Oberlausitzkreis, Löbau-Zittau, Görlitz 284.790 232.100 2.106 135 110
Leipzig Leipziger Land, Muldentalkreis 271.863 241.800 1.646 165 147
Meißen Riesa-Großenhain, Meißen 256.638 223.900 1.452 177 154
Mittelsachsen Freiberg, Mittweida, Döbeln 335.797 277.500 2.111 159 132
Nordsachsen Delitzsch, Torgau-Oschatz 211.356 182.000 2.020 105 90
SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge Weißeritzkreis, SĂ€chsische Schweiz 255.459 232.200 1.654 154 140
Vogtlandkreis Vogtlandkreis, Plauen 250.246 205.000 1.412 177 145
Zwickau Chemnitzer Land, Zwickauer Land, Zwickau 348.834 288.500 949 368 304

Sachsen besteht aus insgesamt 485 politisch selbstĂ€ndigen StĂ€dten und Gemeinden (Stand: 1. Januar 2010). Diese verteilen sich wie folgt: 178 StĂ€dte, darunter drei kreisfreie StĂ€dte und 50 Große KreisstĂ€dte, und 307 nichtstĂ€dtische Gemeinden. Die kreisangehörigen Gemeinden haben sich teilweise zur Erledigung ihrer VerwaltungsgeschĂ€fte zu Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen: 223 Gemeinden sind in 90 Verwaltungsgemeinschaften und 27 Gemeinden in acht VerwaltungsverbĂ€nden eingebunden.

Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte sind Leipzig und Dresden, gefolgt von Chemnitz. Die viertgrĂ¶ĂŸte Stadt, Zwickau, ist seit Ende 2003 keine Großstadt mehr, da die Einwohnerzahl zurĂŒckgegangen ist. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 ist die Einwohnerzahl im Freistaat Sachsen durch Abwanderung und SterbeĂŒberschuss aufgrund geringer Geburtenraten um 600.000 Einwohner zurĂŒckgegangen. Leipzig als grĂ¶ĂŸte und die Landeshauptstadt Dresden als zweitgrĂ¶ĂŸte sĂ€chsische Stadt sowie deren jeweils unmittelbar angrenzenden NachbarstĂ€dte Markkleeberg bzw. Radebeul weisen nach großen Bevölkerungsverlusten nach der Wiedervereinigung in den letzten Jahren durch leichte GeburtenĂŒberschĂŒsse und positiven Wanderungssaldo ein Bevölkerungswachstum auf. Dabei gehört die sĂ€chsische Landeshauptstadt in den letzten Jahren sogar zu den StĂ€dten mit dem durchschnittlich höchsten Bevölkerungswachstum der Bundesrepublik.

Stadt Kreis Einwohnerzahl am
31. Dezember 2000
Gebietsstand 2011
Einwohnerzahl am
31. Dezember 2011[10]
Gebietsstand 2011
VerÀnderung
in Prozent
Leipzig kreisfrei 493.208 531.014 +7,67
Dresden kreisfrei 477.807 529.322 +10,78
Chemnitz kreisfrei 259.246 242.818 −6,34
Zwickau Zwickau 103.008 93.331 −9,39
Plauen Vogtlandkreis 71.543 65.663 −8,22
Görlitz Görlitz 61.599 55.437 −10,00
Freiberg Mittelsachsen 45.428 41.240 −9,22
Bautzen / Budyơin Bautzen 43.353 40.395 −6,82
Freital SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge 40.129 39.273 −2,13
Pirna SĂ€chsische Schweiz-Osterzgebirge 42.108 38.664 −8,18
Hoyerswerda / Wojerecy Bautzen 50.203 36.616 −27,06
Radebeul Meißen 32.246 33.734 +4,61
Riesa Meißen 39.367 33.560 −14,75
Zittau1 Görlitz 32.775 27.803 −15,17
Meißen Meißen 29.398 27.517 −6,40
Delitzsch2 Nordsachsen 29.265 26.046 −11,00
Limbach-Oberfrohna Zwickau 27.552 25.178 −8,62
Markkleeberg Leipzig 23.157 24.353 +5,16
Glauchau Zwickau 27.285 24.206 −11,28
Werdau Zwickau 26.077 22.322 −14,40
Annaberg-Buchholz Erzgebirgskreis 24.495 21.647 −11,63
Coswig Meißen 24.035 21.177 −11,89
Döbeln3 Mittelsachsen 24.322 21.085 −13,31
Crimmitschau Zwickau 23.305 20.584 −11,68
Borna4 Leipzig 24.219 20.406 −15,74
Reichenbach im Vogtland Vogtlandkreis 23.469 19.828 −15,51
Auerbach/Vogtl.5 Vogtlandkreis 22.629 19.789 −12,55

1 Eingemeindung von Hirschfelde (mit Dittelsdorf und Schlegel) am 1. Januar 2007
2 Eingemeindung von Döbernitz am 1. MÀrz 2004
3 Eingemeindung von Ebersbach am 1. Juli 2011

→ Hauptartikel: Liste der StĂ€dte und Gemeinden in Sachsen und Liste der Großen KreisstĂ€dte in Sachsen
Bevölkerungsentwicklung in Sachsen 1905 bis 2010

Die Bevölkerungszahl Sachsens ist seit ca. 1950 rĂŒcklĂ€ufig. Der lĂ€ndliche Raum, viele Mittelzentren und auch oberzentrale Orte verlieren Bevölkerung durch Abwanderung. Einzig die Einwohnerzahlen der StĂ€dte Dresden und Leipzig konnten in den vergangenen Jahren ZuwĂ€chse verzeichnen. Dresden erlebte seit dem Jahr 2000 eine Zunahme von mehr als 29.000 Einwohnern, Leipzig im selben Zeitraum eine Zunahme von mehr als 17.000 Einwohnern (jeweils ohne Änderung des Gebietsstandes). Beiden StĂ€dten wird ein weiteres Wachstum bis 2020 prognostiziert.

Die Bevölkerungsentwicklung in Sachsen seit 1905:

Jahr Einwohner
1905 4.508.601
1946 5.558.566
1950 5.682.802
1964 5.463.571
1970 5.419.187
1981 5.152.857
1990 4.775.914
1995 4.566.603
2000 4.425.581
Jahr Einwohner
2001 4.384.192
2002 4.349.059
2003 4.321.437
2004 4.296.284
2005 4.273.754
2006 4.249.774
2007 4.220.200
2008 4.192.801
2009 4.168.732
Jahr Einwohner
2010 4.149.477

Die durchschnittliche Kinderzahl in Sachsen lag 2010 bei 1,49 je Frau und liegt damit deutschlandweit an erster Stelle unter den BundeslĂ€ndern.[11] Spitzenreiter ist der Erzgebirgskreis mit 1,537, wĂ€hrend Leipzig mit 1,371 das Schlusslicht in Sachsen bildet. Dresden steht mit 1,479 an der Spitze der deutschen GroßstĂ€dte ĂŒber 500.000 Einwohner.

→ Hauptartikel: Gesundheitswesen in Sachsen

In Sachsen gibt es 79 KrankenhÀuser mit ca. 26.300 Krankenhausbetten. Mit etwa 45.000 Mitarbeitern sind die KrankenhÀuser, vertreten durch die Krankenhausgesellschaft Sachsen, einer der bedeutendsten Arbeitgeber im Freistaat. JÀhrlich werden ca. 945.000 Patienten stationÀr behandelt.[12] Darunter sind die beiden UniversitÀtsklinika in Dresden und Leipzig als Maximalversorger sowie zehn Schwerpunktversorger, die kommunalen HÀuser in Chemnitz, Dresden (Friedrichstadt), Görlitz, Leipzig, Riesa, und Zwickau, die teilprivatisierten in Freiberg und Hoyerswerda (beide Sana) sowie die beiden Helios Kliniken in Aue und Plauen.

Das grĂ¶ĂŸte Krankenhaus in Sachsen ist mit 1775 Betten das Klinikum Chemnitz; mit seinen drei Standorten ist es gleichzeitig das grĂ¶ĂŸte kommunale Haus seiner Art in Ostdeutschland. Außerdem ist es am Schneeberger Krankenhaus beteiligt.[13]

Die Gesundheitsausgaben in Sachsen stiegen 2009 um 3,7 %. Mit 3328 € lagen die Gesundheitsausgaben je Einwohner 2009 nur noch 2 % unter dem Bundesdurchschnitt, 2006 waren es noch 8 %.

Das Gesundheitsziel Sachsens ist mit dem Ziel "Aktives Altern - Altern in Gesundheit, Autonomie und Mitverantwortlichkeit" Vorreiter in Deutschland.[14][15]

In Sachsen studierten und arbeiteten viele bekannte Mediziner und Alternativmediziner wie Friedrich Eduard Bilz (Bilz-Sanatorium), Heinrich Braun ("Braunsche Schiene"), Carl Gustav Carus, Paul Ehrlich (Nobelpreis 1908), Paul Flechsig, Samuel Hahnemann (BegrĂŒnder der Homöopathie), Hermann Hartmann (GrĂŒnder des Hartmannbundes), Johann Christian August Heinroth (Inhaber der weltweit ersten Psychiatrieprofessur), Wilhelm His, Bernard Katz (Nobelpreis 1970), Heinrich Lahmann ("Lahmann-Sanatorium"), Carl Ludwig, Moritz Schreber ("SchrebergĂ€rten"), Carl Thiersch und Friedrich Trendelenburg.

Im Freistaat Sachsen werden hauptsĂ€chlich ostmitteldeutsche Dialekte gesprochen. Es handelt sich um das Meißnische und das OsterlĂ€ndische, die zur ThĂŒringisch-ObersĂ€chsischen Dialektgruppe gehören, sowie das Lausitzische. Die ersten beiden sowie die Dialekte des angrenzenden ThĂŒringens und im SĂŒden Sachsen-Anhalts werden umgangssprachlich auch als „SĂ€chsisch“ bezeichnet (siehe Obersachsen). Kennzeichen all dieser Dialekte ist die Lenisierung der stimmlosen Konsonanten. So wird das Wort „Koffer“ scheinbar als „Goffer“ ausgesprochen. Allerdings bildete die Schriftsprache am kursĂ€chsischen Hof in Meißen fĂŒr Martin Luther die Grundlage des Neuhochdeutschen.

In der Lausitz werden auch mehrere Dialekte des Obersorbischen sowie Übergangsdialekte zwischen dem Ober- und Niedersorbischen gesprochen. Beide sorbischen Sprachen zĂ€hlen zur westslawischen Sprachgruppe; im Freistaat Sachsen sprechen schĂ€tzungsweise 15.000 bis 20.000 Menschen Sorbisch als Alltagssprache.

Weiter leben in den Mittelgebirgen SĂŒdsachsens insgesamt etwa 700.000 Sprecher des VogtlĂ€ndischen und des Erzgebirgischen. Beides sind eigenstĂ€ndige Dialekte mit Verwandtschaft zum OstfrĂ€nkischen und Nordbairischen.

Vermutlich bereits mit Herausbildung des Neuhochdeutschen bildete sich, ausgehend von den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten und begĂŒnstigt durch eine relativ hohe Bevölkerungsdichte und Dichte der Infrastruktur im mitteldeutschen Raum eine Regional- bzw. Umgangssprache heraus, die landlĂ€ufig als „SĂ€chsisch“ bezeichnet wird. Dieses SĂ€chsisch wird in einem unscharf abgegrenzten Raum gesprochen, der auch Teile Sachsen-Anhalts, ThĂŒringens und Brandenburgs umfasst.[16]

Der ĂŒberwiegende Teil der sĂ€chsischen Bevölkerung ist konfessionslos. In den meisten Gemeinden bildet die evangelische Religionsgemeinschaft die grĂ¶ĂŸte organisierte Konfession und betreibt die Ortskirche. Auch die römisch-katholische Kirche ist in den meisten grĂ¶ĂŸeren Orten vertreten, wĂ€hrend die altkatholische Kirche nur in einigen wenigen Orten vertreten ist.[17] Es gibt darĂŒber hinaus zahlreiche Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften, eine jĂŒdische und muslimische Minderheit sowie Gemeinden und Gruppen, die anderen Konfessionen bzw. Religionen zugehörig sind.

Die evangelischen Ortsgemeinden gehören zu einem Großteil zur evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens. Die restlichen Ortsgemeinden gehören zur frĂŒheren evangelischen Kirche der schlesischen Oberlausitz (heute Teil der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz) sowie zur evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen.

Mitglieder (31. Dez. 2009)[18] Bevölkerungsanteil
römisch-katholisch 148.976 3,6 %
evangelisch 855.430 20,5 %
andere Konfessionen
und Konfessionslose
3.164.326 75,9 %

Der Freistaat Sachsen besitzt eine lebendige Medienlandschaft aus Printmedien, landesweiten und lokalen Hörfunk- und Fernsehprogrammen.[19]

Tageszeitungen [20]

  • SĂ€chsische Zeitung
  • Leipziger Volkszeitung
  • Lausitzer Rundschau
  • Freie Presse
  • Dresdner Neueste Nachrichten
  • Morgenpost mit ihren regionalen Ausgaben
  • Bildzeitung mit ihren regionalen Ausgaben
  • Serbske Nowiny

AnzeigenblÀtter [21]

  • WochenSpiegel
  • BLICK
  • SĂ€chsischer Bote
  • Wochenkurier
  • Leipziger Rundschau
  • Sachsen Sonntag
  • Hallo! Leipzig

Öffentlich-rechtlich Hörfunkveranstalter [22]

  • MDR 1 Radio Sachsen
  • Jump

Freie Radios [23]

  • Radio Blau
  • coloRadio
  • Radio T
  • mephisto 97.6

Private Hörfunkveranstalter [24]

  • Apollo radio
  • Hitradio RTL Sachsen
  • R.SA
  • Radio PSR
  • Elsterwelle
  • Energy Sachsen
  • Radio Chemnitz
  • Radio Zwickau
  • Radio Erzgebirge
  • Radio Leipzig
  • Radio Lausitz
  • Radio Dresden

Öffentlich-rechtliche Fernsehsender[25]

  • MDR Fernsehen

Private Fernsehsender

  • Sachsen Fernsehen
  • Dresden Fernsehen
  • Leipzig Fernsehen
  • Vogtland Regional Fernsehen

Mit Ende des Zweiten Weltkrieges wurden seit 1946 im Auftrag der Sowjetischen MilitÀradministration in Deutschland viele Industriezweige zu Volkseigenen Betrieben (VEB) umstrukturiert und bis zum Gesetz zur Privatisierung und Reorganisation des volkseigenen Vermögens (Treuhandgesetz) vom 17. Juni 1990 gab es eine eigene Wirtschaftsentwicklung Sachsens innerhalb der DDR.[26]

Nach der Deutschen Wiedervereinigung hat die sĂ€chsische Wirtschaft einen starken Strukturwandel erlebt. Viele der meist stark rĂŒckstĂ€ndigen Industriebetriebe wurden geschlossen. Braunkohletagebaue und -kraftwerke wurden stillgelegt oder durch neue ersetzt. Zahlreiche ehemalige Tagebaurestlöcher befinden sich zurzeit in der Rekultivierung.

Heute steht Sachsen vor ThĂŒringen auf einem Spitzenplatz der ostdeutschen Wirtschaft, wenngleich das Problem der hohen Arbeitslosigkeit nicht gelöst ist. Im Juni 2011 waren etwa 219.200 Menschen in Sachsen arbeitslos, das entspricht einer Arbeitslosenquote von 10,3 %.[27]

Sachsen hat mit Wachstumsraten einzelner Industriebereiche zwischen acht und zehn Prozent die höchsten in Deutschland und kann in Teilen bei wichtigen Wohlstandsindikatoren zu den westlichen BundeslĂ€ndern bereits aufschließen. So liegt das verfĂŒgbare Einkommen der Altersgruppe von 20–35 ĂŒber dem Bundesdurchschnitt, jedoch wird das Gesamtergebnis von den niedrigen Einkommen der Gruppen ab 40 kompensiert. Insgesamt ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht Sachsen einen Index von 85,9 (EU-27:100) (2004).[28]

2009 betrug die Wirtschaftsleistung im Bundesland Sachsen gemessen am BIP rund 94,99 Milliarden Euro.[29]

Karte der FlughÀfen und LandeplÀtze in Sachsen

Vor allem die BallungsrÀume Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau sind Antrieb der sÀchsischen Wirtschaft. Das Ballungsgebiet Dresden ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt der wirtschaftlich stÀrkste Raum Sachsens. Dresden spielt dabei durch die Ansiedlung von Globalfoundries und Infineon sowie vieler Zulieferbetriebe eine wichtige Rolle in der Mikrotechnologie. Diese drei RÀume bilden die Ecken der Metropolregion Sachsendreieck.

Außerdem gibt es in der sĂŒdlichen Lausitz, dem Vogtland und dem Erzgebirge auch verdichtete lĂ€ndliche RĂ€ume, die dĂŒnnbesiedelten Gebieten in Nordsachsen gegenĂŒberstehen.

Die Autobahn 4 durchzieht Sachsen auf einer West-Ost-Achse. Die wichtigsten Streckenabschnitte entstanden schon in den 1930er Jahren. Sie wurden nach 1990 auf einen modernen Stand gebracht. Zugleich erfolgte mit dem Ausbau von Bautzen bis zur Grenzstadt Görlitz ein LĂŒckenschluss im europĂ€ischen Autobahnnetz. Wichtiges Autobahnbauprojekt ist die Verbindung der A 72 zwischen Chemnitz und Leipzig. Bereits fertig gestellt sind die A 17 zwischen Dresden und Prag und die A 38 als SĂŒdumfahrung Leipzigs.

Sachsen besaß in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts das dichteste Eisenbahnnetz Europas. Zur Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert war kaum ein Ort in Sachsen mehr als 15 km von einem Bahnhof oder Haltepunkt entfernt. Eine wichtige Rolle spielten dabei die Schmalspurbahnen im Tiefland um MĂŒgeln und im Erzgebirge. Noch heute sind in Sachsen sieben Schmalspurbahnen hauptsĂ€chlich fĂŒr touristische Zwecke unterwegs. Eine große Zahl von Strecken wurde allerdings stillgelegt.

GegenwĂ€rtig werden die Strecken Leipzig–Dresden (ĂŒber Riesa), Dresden–Chemnitz und Leipzig/Halle–Erfurt fĂŒr den Schnellverkehr ausgebaut. Als weiteres Großprojekt gilt der Bau eines City-Tunnels in Leipzig. Dieser soll den bislang grĂ¶ĂŸten Kopfbahnhof Europas entlasten.

Sachsen ist, trotz des dichten Eisenbahnnetzes und der grĂ¶ĂŸten Bevölkerungszahl, das Land mit den wenigsten Fernbahnhöfen der Neuen BundeslĂ€nder (sechs Bahnhöfe im Vergleich zu sieben in ThĂŒringen, acht in Brandenburg, neun in Sachsen-Anhalt und 13 in Mecklenburg-Vorpommern). Vier dieser Bahnhöfe liegen in oder bei Dresden und Leipzig. Der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau gehört zu den Großstadtregionen mit den schlechtesten Bahnanbindungen in Deutschland.[30]

Im internationalen Verkehr sind die Verbindungen in die Tschechische Republik von Bedeutung, wĂ€hrend der Großteil des Verkehrs in Richtung Polen eher ĂŒber Brandenburg als ĂŒber Sachsen verlĂ€uft.

Insbesondere das Erzgebirge, das Vogtland (sĂ€chsischer Teil), die SĂ€chsische Schweiz und das Zittauer Gebirge sind als sĂ€chsische Landschaften vom Tourismus geprĂ€gt, als StĂ€dte sind vor allem Dresden und Leipzig zu nennen. Neben Erholungs- und Sportmöglichkeiten begrĂŒndet sich die Tourismuswirtschaft in Sachsen in der Architektur und den kulturellen Möglichkeiten in StĂ€dten wie Dresden, Leipzig, Meißen (Porzellan) oder Görlitz, aber auch in der Bergbautradition (Silberstraße zwischen Zwickau und Dresden) und in regionalen Produkten wie der Erzgebirgischen Volkskunst oder den sorbischen Ostereiern. Die Anzahl der Übernachtungen im Freistaat belief sich 2005 auf 14,9 Millionen, 2006 auf 15,9 Millionen (+6,7 %),[31] 2007 auf 15,5 Millionen[32], 2008 auf 15,7 Millionen.[33]

Nicht zuletzt auf Grund vieler kultureller und historischer SehenswĂŒrdigkeiten fĂŒhrt Sachsen Ende 2007 das Ranking der inlĂ€ndischen Kultururlaubsziele an und verweist Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen auf die PlĂ€tze.[34]

Laut einer Ipsos-Studie vom Oktober 2007 entschieden sich seit 2004 neun Prozent der potentiellen Sachsen-Urlauber aufgrund der jĂŒngsten Ereignisse bezĂŒglich rechtsextremer Gewalt, fremdenfeindlicher Übergriffe und Wahlerfolge rechtsextremer Parteien gegen einen Besuch in Sachsen.[35]

Neben den bundesweit gĂŒltigen Feiertagen Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten sind in Sachsen das Reformationsfest[36] und der Buß- und Bettag gesetzliche Feiertage. In bestimmten Gemeinden und Gemeindeteilen des Landkreises Bautzen (sorbisches Siedlungsgebiet) ist Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag.[37]

Der Freistaat Sachsen verleiht gemeinsam mit der Stiftung Frauenkirche Dresden und der Kulturstiftung Dresden der Dresdner Bank den SĂ€chsischen BĂŒrgerpreis. Er wird in den Kategorien gesellschaftlich-soziales Engagement und kulturell-geistliches Engagement vergeben und ist mit jeweils 5000 Euro dotiert. Die erste Verleihung fand 2011 statt.[38]

  • ISBN 3-531-15727-2
  • Joachim Menzhausen: Kulturgeschichte Sachsens. Edition Leipzig, Leipzig 2008
  • Reiner Groß: Geschichte Sachsens. Edition Leipzig, 4. Auflage, Leipzig 2007
  • Friedrich Ludwig MĂŒller, Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld, Florian Monheim: Barock in Sachsen. Monumente-Edition. Monumente-Publikation der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Bonn 2000, ISBN 3-935208-01-4
  • Rainer Karlsch, Michael SchĂ€fer: Wirtschaftsgeschichte Sachsens im Industriezeitalter. Edition Leipzig, Dresden/Leipzig 2006
  • Hartmut Kowalke: Sachsen. Reihe Perthes LĂ€nderprofile, Klett-Perthes-Verlag, Gotha/Stuttgart 2000, ISBN 3-623-00672-6
  • SĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung/Landesverein SĂ€chsischer Heimatschutz e. V. (Hrsg.): Sachsen. Heimatgeschichte, Volkskunde, Denkmalpflege, Dorfgestaltung, Natur und Landschaft. Dresden 2007
  • Literatur von Sachsen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • SĂ€chsische Bibliographie
  • ISBN 978-3-89812-528-4.
  • Verfassung des Freistaates Sachsen
  • Postgeschichte und Briefmarken Sachsens
  1. ↑ Nach der EuropĂ€ischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen
  2. ↑ Statistische Ämter des Bundes und der LĂ€nder
  3. ↑ Arbeitslosenquoten im MĂ€rz 2012 – LĂ€nder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur fĂŒr Arbeit, abgerufen am 29. MĂ€rz 2012.
  4. ↑ Statistisches Bundesamt - Angaben zu den Schulden der LĂ€nder
  5. ↑ SĂ€chsisches Staatsministerium der Justiz: Organigramm nachgeordneter Behörden
  6. ↑ Verfassung des Freistaates Sachsen Art. 77, Abs. 2
  7. ↑ Siehe Koalitionsvertrag Freiheit. Verantwortung. SolidaritĂ€t. Gemeinsam fĂŒr ein starkes und selbsbewusstes Sachsen zwischen CDU und FDP vom 16. September 2009
  8. ↑ Vereinbarung zwischen dem SĂ€chsischen Landtag und der SĂ€chsischen Staatsregierung ĂŒber die Konsultation des Landtags im Rahmen der SubsidiaritĂ€tsprĂŒfung nach Artikel 6 bis 8 des Protokolls ĂŒber die Anwendung der GrundsĂ€tze der SubsidiaritĂ€t und der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit sowie ĂŒber die Zusammenarbeit in Angelegenheiten der EuropĂ€ischen Union (SubsidiaritĂ€tsvereinbarung) vom 20. April 2011
  9. ↑ statistik.sachsen.de: 5. Regionalisierte Bevölkerungsprognose fĂŒr den Freistaat Sachsen bis 2025. Abgerufen am 22. Mai 2011.
  10. ↑ Statistisches Landamt Sachsen: „VorlĂ€ufige Bevölkerung des Freistaates Sachsen am 31. Dezember 2011) nach Gemeinden“
  11. ↑ Geburten je Frau im Freistaat Sachsen 1990 – 2010, PDF
  12. ↑ Krankenhausgesellschaft Sachsen (am 20. Juni 2011)
  13. ↑ Internetauftritt des Klinikums Chemnitz. (abgerufen am 18. Juni 2011)
  14. ↑ Sachsen.de. (am 1. Juli 2011)
  15. ↑ www.Gesundheitsziele.de. (abgerufen am 1. Juli 2011)
  16. ISBN 3-406-31407-4
  17. ↑ Deutschlandfunk, Sendung „Tag fĂŒr Tag“: Altkatholiken in Sachsen (14. April 2009)
  18. ↑ Statistisches Landesamt Sachsen (abgerufen am 14. Dezember 2010)
  19. ↑ http://www.medien.sachsen.de/12594.htm
  20. ↑ http://www.medien.sachsen.de/
  21. ↑ http://www.bvda.de/index.php?id=40&land=13
  22. ↑ http://www.medien.sachsen.de/12602.htm
  23. ↑ http://www.freie-radios.de/
  24. ↑ http://www.slm-online.de/psk/slmo/powerslave,id,193,nodeid,193,ansicht,gruppe,gruppe_id,100.html
  25. ↑ http://www.medien.sachsen.de/12601.htm
  26. ↑ Wirtschaft in Sachsen 1946–1990 im Staatsarchiv Chemnitz.
  27. ↑ [1] (am 12. August 2011)
  28. ↑ Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[2]
  29. ↑ [3] (am 12. August 2011)
  30. ↑ Technische UniversitĂ€t Chemnitz: Wie die Deutsche Bahn eine ganze Region im Stich lĂ€ĂŸt.
  31. ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Übernachtungen in BeherbergungsstĂ€tten des Freistaates Sachsen nach dem Herkunftsland der GĂ€ste ab 1992 (Auswahl)
  32. ↑ Landestourismusverband Sachsen:"Das Jahr 2007"
  33. ↑ http://www.ltv-sachsen.de/cgi-bin/click.system?navid=1013&id=144&fb=News&fa=2&page=2009&sid=de Landestourismusverband Sachsen: "Stabil trotz Krisenzeiten - Reiseland Sachsen 2008 wieder im AufwĂ€rtstrend"]
  34. ↑ Pressemitteilung: Sachsen will deutsche Spitze bei Kulturreisen bleiben
  35. ↑ Spiegel Online: Rechtsextremismus vertreibt Touristen (11. November 2007)
  36. ↑ Änderung des Gesetzes ĂŒber Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen
  37. ↑ Gesetz ĂŒber Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen (SĂ€chsSFG) § 1
  38. ↑ Der SĂ€chsische BĂŒrgerpreis

51.02757613.359375Koordinaten: 51° 2â€Č N, 13° 22â€Č O



Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Sachsen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Produktion

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Produktion (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.

Produktion, (v. lat.: producere = hervor fĂŒhren), Fertigung, Fabrikation, im rechtlichen Sprachgebrauch die Herstellung, ist der vom Menschen (Produzent) bewirkte Prozess der Transformation, der aus natĂŒrlichen wie bereits produzierten Ausgangsstoffen (Material) unter Einsatz von Energie, Arbeitskraft und bestimmten Produktionsmitteln lagerbare Wirtschafts- oder GebrauchsgĂŒter (Ökonomisches Gut) erzeugt.

Die Produktion ist Teil des GeschĂ€ftsprozesses. Eine umfassende Betrachtung der Produktion erstreckt sich nicht nur auf organisatorische und technologische Gesichtspunkte, sondern auch auf soziokulturelle und ethisch-normative Wertvorstellungen ĂŒber die Arbeit, denen sie als einer der grundlegenden VorgĂ€nge zur Deckung der menschlichen BedĂŒrfnisse unterliegt.

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff der Produktion ist dabei zunĂ€chst nicht auf den industriellen Bereich beschrĂ€nkt, sondern bezeichnet ebenfalls die Herstellung von GĂŒtern im Allgemeinen. Produziert wird ebenso im Handwerk, in der Land- und Forstwirtschaft und auf kĂŒnstlerischem Gebiet. Dienstleistungen sind eingeschrĂ€nkt produzierbar, solange ein zumindest in Maßen als Gegenstand zu begreifendes Produkt erzeugt wird (Fernsehsendung). In Verlagen bleibt die traditionelle Bezeichnung Herstellung als großer Arbeitsbereich, zustĂ€ndig fĂŒr Papier und Online-Organisation, Satz etc. Nicht lagerbare WirtschaftsgĂŒter, wie beispielsweise ElektrizitĂ€t, werden dagegen in der Regel nicht ‚produziert‘, sondern bereitgestellt.

In der industriellen Produktion wird die Fertigung (von StĂŒckgĂŒtern), die Prozessfertigung (von FließgĂŒtern) und die Verfahrenstechnik (von Rohstoffen zu GĂŒtern) unterschieden.

  • Unter Fertigungstechnik versteht man die Herstellung und Montage von diskreten, zĂ€hlbaren Teilen. Die verschiedenen Fertigungsverfahren werden aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterschieden nach der Fertigungsart, welche nach dem Fertigungstyp mit Anzahl der gefertigten Teile als Einteilungskriterium und der Fertigungsorganisation differenziert wird. Die Fertigungstechnik beschreibt die technischen Methoden der Fertigung.
  • In der Verfahrenstechnik wird primĂ€r die Verarbeitung von Rohmaterialien zu einem Produkt betrachtet. Dabei werden kontinuierliche und diskontinuierliche Prozesse unterschieden.

Die wettbewerbsfĂ€hige GĂŒterproduktion in HochlohnlĂ€ndern basiert auf qualifizierten Fachleuten, besonders aber auf einem hohen Technisierungsgrad. Die Produktionsforschung entwickelt Verfahren, AusrĂŒstungen und ProduktionsstĂ€tten unter anderem fĂŒr den Fahrzeugbau oder das verarbeitende Gewerbe. Besonders wichtig sind ihre Ergebnisse aber im Maschinen- und Anlagenbau, dessen Produkte ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit der anderen Industriezweige bestimmen.

In den letzten Jahren hat die Globalisierung der Produktion stark zugenommen. Hierbei spielen die beiden Hauptmotive Kostensenkung und Markterschließung die wichtigen Rollen. Die Arbeitskosten und die NĂ€he zum Markt sind deshalb die beiden relevanten Standortfaktoren fĂŒr die Produktion. Erfolgreich global tĂ€tigen Unternehmen ist es fast ĂŒberall auf der Welt gelungen, exzellente ProduktivitĂ€t und QualitĂ€t zu erreichen. Diese Unternehmen stellen sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten ein und nutzen die standortgerechte Fertigungstechnik und BeschĂ€ftigungsstrategie.

Die Betrachtung der Produktion ist jedoch insbesondere auf die industrielle Fertigung im Produktionsbetrieb ausgerichtet. Die Betriebswirtschaftslehre fĂŒhrt sie als eine der klassischen Funktionen im Betrieb (Produktionswirtschaft, Industriebetriebslehre, Technologie).

In der Volkswirtschaftslehre beschreibt die Produktionstheorie die Herleitung der Angebotskurve (Angebot (Volkswirtschaftslehre)) im Marktmodell. Von einer Technologie ausgehend, die alle technisch machbaren Kombinationen von Inputfaktoren beschreibt, lĂ€sst sich die effizienteste Faktorkombination - fĂŒr gegebene Preise - herleiten (sogenannte Gewinnmaximierung). Daraus lassen sich die Faktornachfrage und das GĂŒterangebot herleiten.

  • Faktor-Substitution: Die Faktoren können beliebig kombiniert werden, da ein Faktor einen anderen ersetzen (substituieren) kann.
  • Partielle Faktor-Variation: Im Gegensatz zur Faktorsubstitution, bei der die Ausbringungsmenge bei Änderung des VerhĂ€ltnisses der Einsatzfaktoren konstant bleibt, Ă€ndert sich die Ausbringungsmenge. Partiell bedeutet ferner, dass lediglich ein Faktor geĂ€ndert, der andere konstant gehalten wird.
  • Totale Faktor-Variation: Alle Produktionsfaktoren können frei eingesetzt werden (keine Restriktion).

Hinsichtlich der Faktorbeziehungen lassen sich substitutionale und limitationale Produktionsfunktionen unterscheiden. Bei substitutionalen Produktionsfunktionen stehen die Ertragsfaktoren in keiner festen Relation zu dem mengenmĂ€ĂŸigen Ertrag. Substitionale Produktionsfaktoren können daher gegeneinander ausgetauscht werden. Hierbei ist allerdings ggf. eine abnehmende Grenzrate der Substitution zu beachten, das heißt, dass mit fortschreitender Substitution eines Produktionsfaktors ein steigender Bedarf an den anderen Produktionsfaktoren besteht, um eine Einheit des substituierten Faktors zu ersetzen.

Im Gegensatz hierzu stehen die Faktoren bei limitationalen Produktionsfunktionen in einer technisch determinierten Relation zur geplanten Produktionsmenge. Zur Erzeugung eines bestimmten Ertrages ist eine technisch genau festgelegte Einsatzmenge jedes limitationalen Produktionsfaktors erforderlich. Dies findet man hÀufig in der chemischen Industrie.

  • Hoitsch, H.-J.: Produktionswirtschaft. Grundlagen einer industriellen Betriebswirtschaftslehre, 2. Aufl., Vahlen 1993
  • Corsten, H.: Produktionswirtschaft, 10. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2003
  • Dyckhoff, H.: Produktionstheorie, 5. Aufl., Berlin 2006
  • Ebel. B.: Produktionswirtschaft, 8. Aufl., Ludwigshafen 2003
  • Fandel, G.: Produktion 1, 6. Aufl., Berlin 2005
  • Gutenberg, E.: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Erster Band: Die Produktion, 24. Aufl., Berlin/Heidelberg/New York 1983
  • Nebl, Th.: Produktionswirtschaft, 6. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2007
  • Produkt (Wirtschaft)
  • schlanke Produktion
  • Minimalkostenkombination
  • Kuppelproduktion
  • Fertigungsdienstleistung
  • Verlagsherstellung
  • Konstruieren (Technik)
  • Produktion von Software
  • Bereitstellen von IT-Leistungen ĂŒber spezielle Produktionsumgebungen


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hersteller aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Fördertechnik

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Fördertechnik fĂŒr StĂŒckgut in einem Distributionszentrum

Die Fördertechnik (FT) (engl. material handling) ist eine Teildisziplin des Maschinenbaus und befasst sich mit der Konzeption, der Auslegung, der Planung und der AusfĂŒhrung von Einrichtungen zum Transport von StĂŒckgut (Paletten, Kisten, Pakete etc.) oder SchĂŒttgut (Sand, Erz, Getreide etc.). Der Transport von flĂŒssigen Medien und Gasen mit Rohrleitungen ist in der Regel nicht Teil der Fördertechnik.

Unter Fördertechnik versteht man zunĂ€chst die eigentliche Technik (Förderanlagen im erweiterten Sinne einschließlich der Lagertechnik), aber auch die Prozessgestaltung beim Betrieb der Anlagen. Zum Fachgebiet Fördertechnik gehört also die Gesamtheit aller Transport-, Umschlag- und Lageraufgaben oder -prozesse sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. HĂ€ufig wird dieser Bereich unter dem Begriff Logistik zusammengefasst.

Im Gegensatz zur Verkehrstechnik, die sich mit dem weitrĂ€umigen Transport befasst, behandelt die Fördertechnik das Fortbewegen von GĂŒtern in abgegrenzten Betriebsbereichen wie beispielsweise HĂ€fen, FlughĂ€fen, im Bergbau oder auch in Industriebetrieben.

Fördertechnische Bauteile sind Seile und FlaschenzĂŒge, Seilrollen, Seiltrommeln und Treibscheiben. Rundstahlketten, Gelenkketten, KettenrĂ€der und Kettentrommeln werden fĂŒr Kettentriebe benötigt. Fördergurte sind Hauptbauelement von FörderbĂ€ndern. Fahrwerkselemente sind LaufrĂ€der und Schienen. Als Lastaufnahmemittel bezeichnet man Lasthaken, Hakengeschirre, SchĂ€kel, Zangen und Klemmen, KĂŒbel und Greifer. Weitere Bauelemente der Fördertechnik sind Triebwerke und Bremsen.

Weiter werden zur Fördertechnik die innerbetrieblichen Transportsysteme gerechnet. Dazu gehören Stetigförderer wie Rollenbahnen, Zellenradschleusen, Gurtbecherwerke und Gurtbandförderer sowie Unstetigförderer wie mannbediente Flurförderzeuge (Gabelstapler, Plattformwagen etc.), Krane, Automatische LKW-Verladesysteme, Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF), WerkstĂŒckförderer und Senkrechtförderer wie Hebetische oder Gurtheber.

In der Fabrikautomation spielen auch pneumatische Antriebe, beispielsweise zum Fördern von Halbfabrikaten und Fertigprodukten, eine bedeutende Rolle. Das pneumatische Fördersystem der Rohrpost wird heute nur noch selten eingesetzt.

  • Sorter
  • ZufĂŒhrtechnik
  • Dubbel: Taschenbuch fĂŒr den Maschinenbau, Berlin: Springer-Verlag 1990
  • DIN: Taschenbuch 44, Fördertechnik 1, Berlin: Beuth-Verlag 1995
  • DIN: Taschenbuch 185, Fördertechnik 2, Berlin: Beuth-Verlag 1995


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fördertechnik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Rollen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Rollen steht fĂŒr:

  • mathematisch die Bewegung eines Punktes um eine Achse, siehe Zykloide
  • physikalisch den Abrollvorgang eines Rades oder rundlichenen Objektes auf dem Untergrund, siehe Rollwiderstand
  • die Bewegung eines Wasser- oder Luftfahrzeugs um seine LĂ€ngsachse, siehe Rollen (Bewegung)
  • die Bewegung eines Flugzeuges von und zur Parkposition auf der Rollbahn eines Flugplatzes, siehe Taxiing
  • ein Darstellungverfahren fĂŒr Computerbildschirme, um zu große Inhalte wiederzugeben (engl. Scrolling), siehe Bildlauf
  • ein Element auf der Computertastatur, siehe Rollen-Taste
  • ein Vorbereitungsverfahren von Lebensmitteln, siehe Wickeln (Zubereitungsart)
  • umgangssprachlich das Aussprechen eines R-Lautes als Vibrant
  • das Verkosten von FlĂŒssigkeiten, wie Wein, siehe Verkostung
Diese Seite ist eine BegriffsklÀrung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rollen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

StĂŒckgut

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

StĂŒckgutverladung 1920
StĂŒckgut-Spezialladung, Mini U-Boot, fĂŒr Nassau, Bahamas (1964)

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich einzeln am StĂŒck transportieren lĂ€sst:

  • Kollo (Plural Kolli, oft auch Colli, von italienisch collo bzw. französisch colis, engl. trading unit) bezeichnet die kleinste Einheit einer Warensendung: (einzelne) StĂŒcke, die in völlig unterschiedlicher, uneinheitlicher Form und GrĂ¶ĂŸe vorliegen, als EinzelstĂŒck oder Verpackungseinheit (PackstĂŒck, engl. packing unit)
  • StĂŒck (gebrĂ€uchliche AbkĂŒrzung Stck.) bezeichnet immer Kolli derselben Art
  • Sammelgut bezeichnet die Zusammenfassung von gleichen oder verschiedenen StĂŒckgĂŒtern zu einem StĂŒck.

Die StĂŒckmenge ist die MessgrĂ¶ĂŸe des StĂŒckgutes, solange es noch nicht den logistischen Maßnahmen fĂŒr den Transport unterworfen ist. Durch ZĂ€hlen von Kolli oder StĂŒcken wird dabei die StĂŒckzahl als Maßeinheit der StĂŒckmenge ermittelt, wie es etwa manuell, mit ZĂ€hlwaagen oder auf elektronischem Wege geschieht.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung des Begriffs StĂŒckgut

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich am StĂŒck transportieren lĂ€sst, also ein Gebinde, beispielsweise Kisten, beladene Paletten, Maschinen oder Anlagenteile, Kabel-, Papier- oder Blechrollen und FĂ€sser. Die internationale Bezeichnung ist Kollo (Plural: Kolli). Kein StĂŒckgut ist beispielsweise FlĂŒssiggut oder sind Gase, die ohne eigenen BehĂ€lter in die Transportfahrzeuge gepumpt werden. Sand, Kohle, Getreide und vergleichbare Feststoffe sind SchĂŒtt- oder Sauggut, sofern sie nicht verpackt sind.

Die Begriffe StĂŒckgut und Sammelgut werden hĂ€ufig als synonymes Wortpaar verwendet. WĂ€hrend Sammelgut jedoch die Konsolidierung von Warenströmen zur Steigerung der Gewichts- oder Raumausnutzung von Verkehrsmitteln, vor allem in speditionellen HauptlĂ€ufen beschreibt, ist der Begriff des StĂŒckguts im Rahmen von GĂŒterverkehrssystemen der Ebene der ObjektgrĂ¶ĂŸe zuzuordnen.

  • In Deutschland stellte nach dem Eisenbahn-Reformtarif von 1877 das StĂŒckgut neben dem Eilgut und der Wagenladung ein eigenes Abrechnungskriterium dar.
  • FĂŒr den GĂŒterkraftverkehr fand sich eine legaldefinitorische Abgrenzung des StĂŒckguts vom Ladungsverkehr hinsichtlich der Abfertigungsart im § 4 der Kraftverkehrsordnung (KVO) fĂŒr den GĂŒterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen, in der zwischen der Übergabe zur Verladung (StĂŒckgut) oder Bestellung eines Fahrzeuges (Ladungsverkehr) unterschieden wurde.
In der weltweiten Logistik wird StĂŒckgut meist in Containern transportiert

Bei der Abmessung von StĂŒckgĂŒtern gibt es im Gegensatz zu den klar definierten Gewichts- und GrĂ¶ĂŸenmaßen bei den Paketdiensten (vor allem bei den multinationalen Integrators) keine bestimmten Grenzwerte. Die Gewichtsgrenzen sind hĂ€ufig historisch gewachsene und durch alte, nicht mehr gĂŒltige Gesetze und Verordnungen geprĂ€gt.

Die GrĂ¶ĂŸe von StĂŒckgut liegt meist zwischen dem, was ein Gabelstapler transportieren kann, und den Abmessungen eines 40-Fuß-Containers bzw. der LadeflĂ€che eines LKW. Jedoch sind grĂ¶ĂŸere Abmessungen unvermeidlich, wenn der jeweilige Kollo nicht in Einzelteilen transportierbar und erst am Einsatzort montierbar ist, beispielsweise im Fall von Turbinen fĂŒr ElektrizitĂ€tswerke. Übergroße StĂŒcke erfordern Großraumtransporte, welche eine Teildisziplin der Schwertransporte darstellen.

Bei der GrĂ¶ĂŸenabgrenzung ist grundsĂ€tzlich die Gliederung von 1877 aber auch heute noch im GĂŒterkraftverkehr durch die Segmente Paketdienst, StĂŒckgutverkehr und Ladungsverkehr gegeben. In den letzten Jahren hat sich der Transportmarkt weiter differenziert, so dass heute der Markt in die Bereiche Kurier-, Express und Paketdienst (KEP), Gefahrgut, temperaturgefĂŒhrte GĂŒter, Nahrungsmittel, hĂ€ngende GĂŒter und den Markt von handhabbaren und nicht handhabbaren StĂŒckgĂŒtern eingeteilt werden kann. Die Gliederung des Transportmarktes hinsichtlich dieser Gewichtsgrenzen und der Anzahl der Nutzer verdeutlicht Abbildung 1.

Bei der Untergrenze von StĂŒckgĂŒtern gibt es keine einheitliche Meinung. Sie ist vielmehr im Übergangsbereich zu den Kurier, Express und Paketdiensten (KEP) sowie den multinationalen Integrators festzumachen. Der Gewichtsbereich unter 20 kg wird durch das Postgesetz (PostG) im § 4 eindeutig in einen Briefbereich und einen Paketbereich gegliedert. Alle anderen Gewichtsgrenzen sind nicht (mehr) gesetzlich fixiert. Der nationale KEP-Markt orientiert sich ĂŒberwiegend an der 31,5 kg Grenze mit einer Anhebung bis teilweise 40 kg bzw. 50 kg fĂŒr Standardsendungen. Die gleiche Entwicklung ist auch bei den Integrators zu beobachten, bei denen eine Gewichtsanhebung von 31,5 kg auf maximal 68 kg bzw. 70 kg zu beobachten ist. Der Bundesverband Spedition und Logistik (BSL) empfiehlt ein Mindestgewicht von 50 kg, bzw. bei unpalettiert ĂŒbernommenen GĂŒtern 1.000 kg pro Lademeter. In der Speditionspraxis sind VerrechnungssĂ€tze mit Mindestgewichten von national 50 kg bis international 200 kg ĂŒblich.

Als Obergrenze lassen sich in der Literatur Gewichte von 1.500 bis 3.000 kg finden. WĂ€hrend die untere Grenze eher eine fehlende TrennschĂ€rfe zur Unterscheidung von Direktabholung resp. Direktzustellung vermuten lĂ€sst, wird von vielen Speditionen ein Gewicht von 2.500 kg veröffentlicht, die auch in der amtlichen Statistik beim gewerblichen Fernverkehr angesetzt werden. Die Preisempfehlungen des BSL setzen bei StĂŒckgĂŒtern eine Obergrenze von 3.000 kg an.

MarktfĂŒhrer im StĂŒckgut-Segment ist die Kemptener Spedition Dachser. Zu den Top-Ten-StĂŒckgut-Dienstleistern gehören neben DB Schenker und DHL Logistics auch die Kölner Spedition Emons (Stand 2007).

Unter StĂŒckgut kann somit eine Sendung verstanden werden, die zwischen Absender und EmpfĂ€nger im Haus-zu-Haus Verkehr befördert wird, und ein Gewicht zwischen 50 kg und 2.500 kg hat, die zulĂ€ssige Nutzlast des verwendeten Fahrzeuges sowohl vom Volumen als auch vom Gewicht nicht vollstĂ€ndig ausnutzt und somit in der Regel mit anderen Sendungen zusammen befördert wird.

HĂ€ufig besteht eine Lieferung an einen Kunden aus mehreren einzelnen Teilen. Diese werden zur besseren Handhabung im Transport zu grĂ¶ĂŸeren PackstĂŒcken (Kollo) zusammengefasst, etwa in Kartons verpackt. Diese PackstĂŒcke werden schließlich als einzeln zu handhabende StĂŒcke beispielsweise in einen LKW verladen und beim Kunden wieder ausgeladen.

Die Anzahl der Kolli wird in der Regel auf dem Frachtbrief angegeben. Nur diese, nicht der Inhalt der Kolli, kann und sollte vom Spediteur beim Aufladen ĂŒberprĂŒft werden; denn er haftet in der Regel fĂŒr verloren gegangene Ware und sollte daher sicher sein, auch alles eingepackt zu haben.

Zur ÜberprĂŒfung der VollstĂ€ndigkeit einer Lieferung wird in der Regel auf dem Lieferschein die Anzahl der Kolli angegeben. So kann sofort nach dem Entladen eine erste VollstĂ€ndigkeitsprĂŒfung durchgefĂŒhrt und sichergestellt werden, dass beispielsweise kein Kollo auf dem LKW vergessen wurde.

StĂŒckgut kann auf Pritschenwagen, geschlossenen Lastkraftwagen, in Containern oder im Laderaum von Flugzeugen transportiert werden und erfordert keine speziellen TransportbehĂ€lter.

StĂŒckgut wurde frĂŒher auf StĂŒckgutschiffen und in StĂŒckgutwaggons, u.a. im StĂŒckgut-Schnellverkehr, transportiert. Heute verwendet man hierfĂŒr fast nur noch Container, die sich in verschiedenen Verkehrsmitteln einfach transportieren lassen.

FĂŒr StĂŒckgut gelten spezielle Vorschriften der Ladegutsicherung.

→ Hauptartikel: Transportnetzstruktur

Besonders im Sammelgut- und StĂŒckgutverkehr ergibt sich durch die zunehmenden Bedeutung der Logistik als Wettbewerbsfaktor fĂŒr Industrie und Handel, die Notwendigkeit, flĂ€chendeckende Dienstleistungen anzubieten. Plangesteuerte Distributionsverfahren gelten als veraltet, zentrale Distributionsstrategie erfordern jedoch niedrige Transportkosten und kurze Laufzeiten. Laufzeitunterschiede im „Europa mit Grenzen“ waren und sind bei osteuropĂ€ischen Verkehren auch heute noch plausibel und allgemein akzeptiert. In Zentraleuropa hingegen werden nur noch Entfernungsunterschiede akzeptiert. Der Netzstruktur, als ein wesentlicher Einflussfaktor, kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

Netzwerkstrukturen entstehen durch die Anordnung von Knoten (Quellen und Senken von Ladungen) und deren VerknĂŒpfung ĂŒber Kanten (Netzwerkprozesse). Knoten stellen somit Lagerorte und Kanten Transporte dar. Eine Charakterisierung kann ĂŒber die drei Kriterien Stufigkeit, Dichte (Anzahl der im Netzwerk verbundenen Depots) und Dislozierung (rĂ€umliche Verteilung) erfolgen.

Das Marktvolumen ist auf Grund einer schwierigen Datenlage nur eingeschrĂ€nkt bewertbar. 1996 betrug die beförderte GĂŒtermenge im StĂŒckgutverkehr 41 Mio. Tonnen , was 1,4 % der gesamten GĂŒtermenge bedeutet. Vergleiche mit Paketdiensten können nur schwer gezogen werden, da hier das Sendungsaufkommen in Paketanzahl erfasst wird. Der im StĂŒckgutverkehr erwirtschaftete Umsatz belĂ€uft sich nach Lorenz auf 12 Mrd. DM, wobei aktuelle SchĂ€tzungen 14 Mrd. DM angeben. Zu signifikanten Unterschieden im Umsatz gelangt die Marktstudie der UniversitĂ€t Erlangen, wonach schon die Top 50 Unternehmen einen Umsatz im Sammelgutbereich von fast 30 Mrd. DM erwirtschaften.

Infolge der Reduzierung von LagerbestĂ€nden in Industrie und Handel und der damit verbundenen Steigerung der Lieferfrequenz Logistikeffekt, kann es zu erhöhtem Aufkommen an StĂŒckgutverkehren kommen. Da StĂŒckgutverkehre jedoch wiederum mit höheren Kosten verbunden sind, wird mit Konzepten wie z. B. milkrun) versucht Belieferungen zu bĂŒndeln. Eine weitere Steigerung des Aufkommens ist mit der Internationalisierung von Unternehmen und der Vernetzung der Produktionsstandorte zu erklĂ€ren.

Die Sammelgutbranche ist aufgrund der sammelgutaffinen Entwicklungstendenzen zu kleineren GrĂ¶ĂŸen und Gewichten grundsĂ€tzlich als Wachstumsbranche zu bezeichnen.

Siehe auch: PaneuropĂ€ischer StĂŒckgutverkehr

Als Teilmenge der logistischen Dienstleistungen finden StĂŒckgutverkehre zwischen den Produzenten und dem Nachfrager statt. Somit können allgemeine Modelle, wie z. B. das Modell der „blauen Banane“ herangezogen werden. Bei diesem Modell werden Aktiv- und PassivrĂ€ume in Europa dargestellt. Die ĂŒberwiegend zwischen und innerhalb dieser und den angrenzenden Regionen stattfindenden Transporte bestimmen die rĂ€umliche Struktur der StĂŒckgutverkehre. Ein weiteres Modell zur Beschreibung von StĂŒckgutverkehren basiert auf der Erreichbarkeit einer Region. Hier kann z. B. der Peripherieindex herangezogen werden. Bezogen auf die Bevölkerung und den LKW zeigt eine positive Erreichbarkeit fĂŒr Zentralpolen und Westungarn, die vergleichbar mit Norditalien und Zentralfrankreich ist. Eine von Miebach Logistics durchgefĂŒhrte Studie zur Standortwahl in Ostmitteleuropa (1998) nennt Posen, Prag, Brno und Bratislava als ideale Standorte fĂŒr nationale oder regionale Distributionslager.

Die meisten Speditionen sind in BĂŒnden organisiert (z. B. VTL (Vernetzte-Transport-Logistik GmbH); 24plus logistics network; CTL; CargoLine; IDS; S.T.a.R., Systemgut; System Alliance). Diese BĂŒnde arbeiten mit GĂŒterverteilungszentren an Verkehrsknotenpunkten (Verteilerzentren). Ähnlich wie bei Paketdienstleistern ĂŒberspannt ein Netz aus Linienverkehren und Knotenpunkten den gesamten Zustellungsbereich, so können die Lastkraftwagen optimal eingesetzt und ausgelastet werden. Diese Art von Logistik nennt man "Systemverkehr".

Beispielhaft fĂŒr den Systemverkehr ist z. B. der Warenumlauf bei großen Handelsketten wie Kaufland. Das fĂŒr den Bereich Schweinfurt / Kitzingen zustĂ€ndige Warenlager befindet sich in Donnersdorf. Lkws eines bei Kaufland beschĂ€ftigten Fuhrunternehmens liefern beispielsweise StĂŒckgut (z. B. Wein und Kleidung) von diesem Verteilerzentrum nach SĂŒdfrankreich, der Lkw nimmt dort eine andere Ware auf, liefert nach Nordspanien und kehrt dann wieder mit Ware, deren Zielort in Mitteleuropa liegt, zurĂŒck zum Ausgangspunkt. Leerfahrten werden so notwendigerweise vermieden. Diese Route wird regelmĂ€ĂŸig gefahren, sie ist deshalb ein Linienverkehr. NatĂŒrlich trifft dies auch auf StĂŒckgut aller Art zu, der stĂ€ndige Kostendruck auf die Fuhrunternehmer zwingt diese zu Rationalisierungsmaßnahmen, StĂŒckgut kann nun also nicht mehr einzeln geliefert es muss gemeinsam mit StĂŒckgut,bzw. anderer Art der Ladung, zu einer großen Sendung zusammengefasst werden. Die mittlerweile beinahe tĂ€glich zwischen großen StĂ€dten pendelnden Linienverkehre ermöglichen so eine kosteneffiziente Methode des Transports.

[Bearbeiten] Andere TransportgĂŒter

  • Frachtgut
    • Containergut
    • FlĂŒssiggut
    • Greifergut
    • Massengut
    • Sauggut
    • SchĂŒttgut


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel StĂŒckgut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

SchĂŒttgut

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter SchĂŒttgut (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Siloanlage SchĂŒttgĂŒter
Sand gehört zur Klasse der SchĂŒttgĂŒter

Der Begriff SchĂŒttgut bezeichnet ein körniges oder auch stĂŒckiges Gemenge, das in einer schĂŒttfĂ€higen Form vorliegt. Bestimmt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut durch die KorngrĂ¶ĂŸe und der Kornverteilung, sowie die SchĂŒttdichte, den SchĂŒttwinkel, die Feuchtigkeit und der Temperatur.[1]

SchĂŒttgĂŒter werden in zwei Gruppen unterschieden:

  • kohĂ€sionlose, freifließende SchĂŒttgĂŒter
  • kohĂ€sive, zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter

Die Bezeichnung „SchĂŒtten” ist ein aus den DIN-Normen des Transportwesens und der Verfahrenstechnik definierter Begriff mit dem Umgang von SchĂŒttgĂŒtern. Eine SchĂŒttung, insbesondere die lose SchĂŒttung, bezeichnet GĂŒter, die sich in einem BehĂ€ltnis frei bewegen können oder nicht anderweitig in ihrer Lage gesichert sind.

Die SchĂŒttgutmechanik beschĂ€ftigt sich mit Lager- und Transportbedingungen von SchĂŒttgĂŒtern wie SchĂŒttwinkel (Reibungswinkel), Ausflussverhalten von Silos, Fluidisierung und SchĂŒttdichte. Nach Überschreiten einer Aktivierungsenergie können sich SchĂŒttgĂŒter wie ein Fluid verhalten, also fließen. Die Partikel bleiben dabei im Wesentlichen erhalten oder verĂ€ndern ihre Form auf dem Transportweg nicht. Die wichtigste KenngrĂ¶ĂŸe hierfĂŒr ist die RieselfĂ€higkeit. Physikalisch behandelt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut in der Theorie der granularen Materie.

Inhaltsverzeichnis

Salz als Berg (Halde) aufgeschĂŒttet

Zu den SchĂŒttgĂŒtern zĂ€hlen Baustoffe wie beispielsweise Oberboden, Sand, Kies und Zement sowie Rohstoffe wie etwa Erz, Kohle oder Streusalz. Weiterhin gehören Lebensmittel wie Getreidesorten, Zucker, Salz, Kaffee und Mehl zur Gruppe der SchĂŒttgĂŒter. Pulverförmige GĂŒter wie Pigmente sowie FĂŒllstoffe, Granulate und Pellets lassen sich ebenfalls zuordnen.

SchĂŒttgĂŒter werden aufgrund ihrer Stoffeigenschaften oftmals in Silos oder Bunkern gelagert. Je nach Stoffeigenschaft unterscheidet man freifliessende und zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter. Erstere sind problemlos mit beispielsweise einer Zellenradschleuse oder mithilfe eines Schiebers auszutragen. Bei schwierigen (komplexen) SchĂŒttgĂŒter beispielsweise bei kohĂ€siven, hygroskopischen, entmischenden, schießenden, nicht fließfĂ€higen oder pastösen SchĂŒttgĂŒter ist die Austragung (speziell die genau dosierte), mehr als anspruchsvoll. Stoffe mit den beschriebenen Eigenschaften können problemlos mit einem Kippbalkenboden ausgetragen werden. Ware, die witterungsunempfindlich ist, kann auch im Freien gelagert werden. Bei der Beförderung unterscheidet man kontinuierlichen, also ununterbrochen fließenden, und diskontinuierlichen Transport.

Zu den kontinuierliche Transportverfahren zĂ€hlen einfache Einrichtungen wie SchlĂ€uche und Rohre (so genannte pneumatische Förderung), aber auch komplexe Systeme wie Bandstetigförderer (Muldengurtförderer, Fördergurt), Kettenstetigförderer, Schwingförderer und Becherwerke sowie Zellenradschleusen zum Austragen und Eindosieren. Des Weiteren dient die Doppelpendelklappe zur Beförderung von grobem SchĂŒttgut. Diskontinuierlicher Transport erfolgt bei SchĂŒttgut-Silos oder -Bunkern (etwa bei Schiffen, dort auch als StĂŒrzgut bezeichnet) in Mulden- und Hochbordfahrzeugen (Straße und Schiene) sowie in Silowagen, Silofahrzeugen, Sattelauflieger mit Schiebeboden und als Sackware oder in Bigbags.

In der SchĂŒttguttechnik beschĂ€ftigt man sich mit der funktionsgerechten Auslegung von Apparaten der mechanischen Verfahrenstechnik, insbesondere Silos. Durch Kenntnis experimentell ermittelter SchĂŒttguteigenschaften ist eine Siloauslegung mit dem Ziel der Vermeidung von Ausflussstörungen, wie Schachtbildung, BrĂŒckenbildung oder Entmischung möglich.

Experimentell ermittelte Eigenschaften sind:

  • die SchĂŒttgutfestigkeit,
  • die SchĂŒttdichte,
  • der effektive Reibungswinkel,
  • der Wandreibungswinkel
  • Transportgut
  • Sauggut
  • Massengut
  • StĂŒckgut
  • FĂŒllgut
  1. ↑ SchĂŒttgut Tagung
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 508 S. m. 350 Abb., Springer Verlag Berlin, ISBN 978-3-540-34082-9
  • DIN EN 1991-4: Einwirkungen auf Tragwerke - Teil 4: Einwirkungen auf SchĂŒttgut-Silos Deutsche Fassung EN 1991-4:2006, 119 S., Beuth Verlag GmbH
  • Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter: Fliesseigenschaften und Handhabung. Springer 2006
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 377 S., Springer Verlag Berlin, ISBN 3-540-34082-3


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel SchĂŒttgut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.