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Gebietsvertregung Kitzingen, Region Bayern - Hersteller von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut - Fördertechnik in Bayern

Herstellung von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut in Kitzingen, Bayern, Deutschland

Schüttgut, Stückgut und Fördertechnik in Kitzingen

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Förderband, Förderrolle und Fördertechnik in Kitzingen, Bayern

 

 

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KönigsbrĂŒck

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Königslutter am Elm

Königstein

Königstein im Taunus

Königswinter

Könnern

Köthen

Kitzingen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Wappen Deutschlandkarte
49.73694444444410.161111111111205Koordinaten: 49° 44â€Č N, 10° 10â€Č O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Kitzingen
Höhe: 205 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 46,99 kmÂČ
Einwohner:

20.705 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 441 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl: 97318
Vorwahl: 09321
Kfz-Kennzeichen: KT
GemeindeschlĂŒssel: 09 6 75 141
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Kaiserstraße 13/15
97318 Kitzingen
WebprÀsenz: www.kitzingen.info
OberbĂŒrgermeister: Siegfried MĂŒller (USW)
Lage der Stadt Kitzingen im Landkreis Kitzingen
Über dieses Bild

Kitzingen ist eine Stadt in Mainfranken und ist als Große Kreisstadt im gleichnamigen Landkreis Sitz des Landratsamtes. Wahrzeichen der historischen Weinhandelstadt im Regierungsbezirk Unterfranken sind der Falterturm mit seiner schiefen Haube, in dem das Deutsche Fastnachtsmuseum untergebracht ist, und die Alte MainbrĂŒcke.

Inhaltsverzeichnis

Kitzingen von der NordbrĂŒcke aus gesehen
Kitzingen von oben
Panoramabild der nÀchtlichen Uferpromenade von Kitzingen

Die Stadt Kitzingen liegt im nordbayerischen Unterfranken am Westufer des Mains im Maindreieck. In Sichtweite der Stadt in östlicher Richtung beginnen die Steilstufen der Mittelgebirgslandschaft des Steigerwalds. Die bedeutende UniversitĂ€ts- und Regierungsstadt WĂŒrzburg ist nur 20 Kilometer entfernt.

Kitzingen liegt im frÀnkischen Schichtstufenland auf Muschelkalkböden.

Der historische Stadtkern Kitzingens liegt westlich des Mains, die Ortsteile Etwashausen und Siedlung sowie die Industriegebiete liegen dagegen östlich. Kitzingen ist eine BrĂŒckenstadt und hat heute vier StraßenbrĂŒcken und eine EisenbahnbrĂŒcke ĂŒber den Main, was fĂŒr eine Stadt dieser GrĂ¶ĂŸenordnung außerordentlich selten ist und die eminente verkehrstechnische Bedeutung der Stadt widerspiegelt. Die BrĂŒcken von Nord nach SĂŒd: NordbrĂŒcke, Alte MainbrĂŒcke, Konrad-Adenauer-BrĂŒcke, EisenbahnbrĂŒcke, SĂŒdbrĂŒcke. Die Stadt bildet ein Mittelzentrum fĂŒr die umliegenden Gemeinden.

Das Stadtgebiet mit allen Siedlungen misst etwa fĂŒnf Kilometer von Westen nach Osten und drei Kilometer von Norden nach SĂŒden.

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Großlangheim, Rödelsee, Mainbernheim, Marktsteft, Sulzfeld am Main, Biebelried, Buchbrunn, Mainstockheim und Albertshofen.

Die politische Gemeinde Kitzingen hat zehn amtlich benannte Ortsteile[2]:

  • EheriedermĂŒhle I
  • EheriedermĂŒhle II
  • Etwashausen
  • HagenmĂŒhle
  • Hoheim
  • Hohenfeld
  • Kitzingen
  • Repperndorf
  • Sickershausen
  • Siedlung

Als Folge des großen Wohnraummangels nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in den 1950er Jahren im Stadtteil Siedlung zu einer starken BautĂ€tigkeit: FĂŒr die zahlreichen FlĂŒchtlinge und Heimatvertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten entstanden dort viele neue Wohnbauten mit der 1955 eingeweihten Siedlungsschule, was fĂŒr eine EntschĂ€rfung der Wohnungsnot sorgte.

Kitzingen liegt in der Maingauklimazone im vielleicht niederschlagsĂ€rmsten Teil Unterfrankens und Bayerns. Die Jahresdurchschnittstemperatur (1961–1990) betrĂ€gt 9,2 Â°C.

25 Pfennig Notgeld aus dem Jahre 1921 gestaltet von Heinz Schiestl
Kitzingen am Main
Kitzingens nĂ€chtliche TĂŒrme v.l.n.r.: Synagoge, Deusterturm, Marktturm, St.Johannes, Stadtkirche

Die Geschichte der Stadt Kitzingen beginnt um etwa 745 mit der GrĂŒndung eines Frauenklosters durch Hadeloga (oder Adeloga oder Hadla), nach der Sage eine Tochter des frĂ€nkischen Hausmeiers Karl Martell. Als sie eines Sommertages auf der Terrasse des Schlosses ihres Bruders König Pippin III. der JĂŒngere (Pippin der Kurze) auf dem Schwanberg stand und in das Maintal zu ihren FĂŒĂŸen schaute, war sie so angetan von der Lieblichkeit der Landschaft, dass sie beschloss, ein Kloster zu grĂŒnden. Sie ĂŒbergab ihren Schleier (laut anderen Quellen: ihren Handschuh) dem Wind, der ihn nach Westen ins Tal trug. Da, wo der Schleier zu Boden fiel, wollte sie das Kloster errichten. Der SchĂ€fer Kitz fand den Schleier am westlichen Strand des Mains an einem Weinstock hĂ€ngend. Dort wurde das Kloster erbaut. Zu Ehren des SchĂ€fers wurde es Kitzingen genannt. Soweit die Sage.

Als zeitlich frĂŒheste Beurkundung des Klosters Kitzingen ist in der Lebensbeschreibung des ersten Fuldaer Abtes Sturmius, in der via sturmi unter apud Kizinga monasterium das Jahr 748 angegeben, mit Hadeloga als dessen Äbtissin. Dass das Kloster einige Jahre vorher gebaut worden war, ist anzunehmen. Die Stadt Kitzingen feiert das Jahr 745 als das GrĂŒndungsjahr der Stadt und Hadeloga als GrĂŒnderin.

Allerdings stammte Hadeloga wohl nicht aus dem Königsgeschlecht der Karolinger. In keiner der Ahnentafeln der Karolinger ist ihr Name zu finden. Und 745 gab es weder Schloss noch Burg auf dem Schwanberg, von dem sie ihren Schleier hĂ€tte werfen können. Auch die in Zedlers Großem Universallexikon von 1732 angegebene (H)Adeloga oder Adelheid, Tochter Pippins III., ist als KlostergrĂŒnderin auszuschließen, da Adelheid erst 746 geboren wurde. Sie war wohl eher die Nachfolgerin der ersten Äbtissin.

Heute wird angenommen, dass Hadeloga aus dem einflussreichen Adelsgeschlecht der Mattonen stammte. Dass das Kloster den Rang einer Reichsabtei hatte, unterstreicht die Bedeutung dieses Geschlechtes.

1040 wurde erstmals eine Siedlung um das Kloster erwĂ€hnt. Vom 11. bis 15. Jahrhundert wuchs Kitzingen und wechselte mehrfach den Besitzer (Grafen von Hohenlohe, Hochstift WĂŒrzburg, Markgrafen von Brandenburg-Ansbach).

Im Jahre 1482 versammelten sich in Kitzingen die Abgesandten der frĂ€nkischen FĂŒrsten, der Bischöfe von WĂŒrzburg und Bamberg, des KurfĂŒrsten Albrecht Achilles von Brandenburg und die der Freien Reichsstadt NĂŒrnberg. Das Ziel war, der weitverbreiteten Weinpanscherei einen Riegel vorzuschieben. Das am 29. September des gleichen Jahres beschlossene Gesetz legte fest, was im Wein enthalten sein durfte und was nicht. Zuwiderhandlungen wurden bestraft. Wenn etwa gepanschter Wein entdeckt wurde, wurden die FĂ€sser zerstört und eine Buße verhĂ€ngt. Das Gesetz, bekannt als das Kitzinger Weingesetz von 1482 oder auch als das 1. FrĂ€nkische Weingesetz, galt seinerzeit vom Bodensee bis nach Sachsen und machte Kitzingen weithin bekannt.

Hauptartikel: Deutscher Bauernkrieg

Kitzingens Uferpromenade im Mondlicht

Seit 1443 stand die Stadt unter der Herrschaft der frĂ€nkischen Hohenzollern, die seit 1515 von Kasimir, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, ausgeĂŒbt wurde. Auch das Kloster Kitzingen hatte Rechte in der Stadt, so erhob es unter anderem den BrĂŒckenzoll und stellte die Bau- und Marktpolizei. Viele BĂŒrger mussten an das Kloster Abgaben fĂŒr HĂ€user, Äcker oder Weinberge zahlen. Weiterhin verweigerte es den BĂŒrgern den Bau eines eigenen Rathauses. Der Widerwillen gegen die Obrigkeit nahm mit der Zeit mehr und mehr zu und schlug schließlich in Hass um.

In der Hoffnung, ihre Lage verbessern zu können, schlossen sich die BĂŒrger 1525 den aufstĂ€ndischen Bauern an. Mit mehreren FĂ€hnlein und GeschĂŒtzen unterstĂŒtzten sie die Bauern. In der Stadt selbst wurde das Kloster verwĂŒstet. Nach der Niederlage der frĂ€nkischen Bauern ließ Markgraf Kasimir, dessen Grausamkeiten ihm den Beinamen Bluthund eingebracht hatten, ein furchtbares Strafgericht ĂŒber die Stadt ergehen. Im heutigen Leidenhof ließ er 60 MĂ€nner, die als RĂ€delsfĂŒhrer galten, blenden und aus der Stadt jagen. Diese Tat wurde schon von Zeitgenossen als Ungeheuerlichkeit empfunden[3] und gilt als schauerlichste Bluttat des ganzen Bauernkrieges.[4] Dazu musste die Stadt 13 000 Gulden als Strafe zahlen, damals eine erdrĂŒckend hohe Summe Geld.

Am 23. Februar 1945, einem sonnigen Wintertag, nÀherte sich um die Mittagszeit von Osten kommend ein Verband viermotoriger US-amerikanischer Bomber der Stadt und begann aus einer Höhe von etwa 2500 bis 3000 Metern die Stadt zu bombardieren (Operation Clarion). Dem ersten Verband folgte nach etwa einer halben Stunde ein zweiter, und danach noch ein dritter, insgesamt etwa 300 Flugzeuge. Es wurden, geschÀtzt, 2.500 schwere Sprengbomben abgeworfen.

Der Angriff war Teil einer Angriffsserie auf sĂŒddeutsche Fernstraßen und Eisenbahnverbindungen, mit dem Ziel, die Verlegung von Truppen innerhalb SĂŒddeutschlands zu stören oder zu unterbinden. In Kitzingen ĂŒberquerten die R8 (heute B 8) und die Eisenbahnlinie Frankfurt/Main-NĂŒrnberg den Main.

Der Kitzinger Marktplatz mit Rathaus und Kiliansbrunnen.

Eine Zerstörung der BrĂŒcken und des BahnhofsgelĂ€ndes war das Ziel. Doch keine der vier MainbrĂŒcken wurde getroffen, und die SchĂ€den auf dem BahnhofsgelĂ€nde waren nicht so schwer, als dass nach einigen Tagen der Fernverkehr nicht wieder rollen konnte. Dagegen wurden die Innenstadt und GebĂ€ude in BahnhofsnĂ€he weitgehend zerstört. 809 WohngebĂ€ude mit zusammen 2.020 Wohnungen wurden beschĂ€digt, davon 206 GebĂ€ude mit 520 Wohnungen total, dazu 30 öffentliche GebĂ€ude, drei Industrieanlagen und 60 NebengebĂ€ude. Unter anderen ist die Oberschule fĂŒr Jungen dem Erdboden gleich gemacht worden, obwohl sie als Lazarett diente und als solches gekennzeichnet war. Auch das Schloss, das der Familie von Deuster gehörte, wurde zerstört. Erhalten geblieben ist nur der Aussichtsturm, auch Deusterturm genannt, im ehemaligen Schlosspark. Mehr als 700 Personen fielen in Kitzingen dem Angriff zum Opfer, darunter alle Kinder und Betreuer eines Kindergartens. In der 4. Oberschulklasse wurden 2/3 der etwa 48 Jungen, die an diesem Tag Unterricht hatten, getötet.

Das am Westrand der Stadt gelegene Kasernengebiet der Luftwaffe und der östlich der Stadt gelegene Flugplatz wurden nicht angegriffen.

Etwa vier Wochen spĂ€ter, am 22. MĂ€rz, wurde der Flugplatz angegriffen. Acht BomberverbĂ€nde flogen von SĂŒden an. Durch die östliche Lage des Flugplatzes entstanden keine SchĂ€den in Kitzingen. Die Bomben durchwĂŒhlten das Flugfeld, nur wenige GebĂ€ude wurden beschĂ€digt. Von den auf dem Flugplatz stationierten NachtjĂ€gern Bf 110 und den neuen DĂŒsenjĂ€gern Me 262 wurden nur wenige getroffen.

  • 745 Bonifatius weiht das Benediktinerkloster Kitzingen, das der Sage nach von Hadeloga gegrĂŒndet wurde.
  • 1040 Erste ErwĂ€hnung einer „villa“ Kitzingen.
  • 1443 VerpfĂ€ndung Kitzingens an das Markgrafentum Brandenburg-Ansbach fĂŒr 39100 Gulden.
  • 1469–1496 Bau des Falterturmes als Teil des Ă€ußeren Befestigungsringes (heute Sitz des deutschen Fastnachtsmuseums).
  • 1487 Fertigstellung der kath. Pfarrkirche St. Johannes d. TĂ€ufer (Jahreszahl an Empore und Seiteneingang)
  • 1499 Bau der Alten MainbrĂŒcke.
  • 1525 Zahlreiche Kitzinger nehmen am Bauernaufstand teil. Dieser wird niedergeschlagen.
  • 1530 Kitzingen wird protestantisch.
  • 1561–1563 Erbauung des Rathauses im Stil der Renaissance.
  • 1629 Pfandablösung und Rekatholisierung unter WĂŒrzburger Ägide.
  • 1629–1650 kam es zum Konfessionsstreit, der erst 1650 ein Ende fand.
  • 1650 Im Gnadenvertrag gewĂ€hrte der WĂŒrzburger FĂŒrstbischof die DoppelkonfessionalitĂ€t Kitzingens.
  • 1695 Die Klosterkirche (heutige Stadtkirche) wird gebaut.
  • 1699 Einweihung der Klosterkirche als weitere Johanneskirche, die Figur des Namenspatrons steht auch heute noch in einer Wandnische ĂŒber dem Hauptportal.
  • 1741–1745 Bau der Kreuzkapelle in Etwashausen (Vorort) durch Balthasar Neumann.
  • 1754 Die Michaelskirche in Etwashausen wird geweiht (heute ein Wohnhaus); sie ist die erste evangelische Pfarrkirche in Kitzingen.
  • 1792–1815 Schwere Belastung durch Napoleonische Kriege.
  • 1802 Kitzingen kommt zu Bayern.
  • 1817 Im Tausch gegen die Michaelskirche erwirbt die Evangelische Gemeinde vom bayerischen Staat die große Klosterkirche, die am 19. Oktober als evangelische Stadtkirche eingeweiht wird.
  • 1865 Anbindung an das Eisenbahnnetz.
  • 1894 Errichtung eines Progymnasiums (VorgĂ€nger des heutigen Armin-Knab-Gymnasium).
  • 1914 Eröffnung des Luitpold-Bades
  • 1902 Das stĂ€dtische Krankenhaus geht in Betrieb.
  • 1917 wird der Flugplatz in Betrieb genommen.
  • 1942 Verschleppung von Juden aus Kitzingen.
  • 1942 Auf dem MilitĂ€rflugplatz befindet sich eine Stuka-Schule
  • 1945 Zerstörung der Stadt durch alliierte BomberverbĂ€nde. US-amerikanische Soldaten besetzen beide Kasernen der Deutschen Wehrmacht, Kitzingen wird US-amerikanische Garnisonstadt.
  • ab 1947 Zustrom zahlreicher Heimatvertriebener aus den ehemaligen Ostgebieten.
  • 1950 Einweihung der neugebauten katholischen Pfarrkirche St.Vinzenz im Stadtteil Siedlung.
  • 1955 Bau des Schwimmbads auf der Mondseeinsel im Main.
  • 1957 Einweihung der neugebauten evangelischen Friedenskirche im Stadtteil Siedlung.
  • 1972 erlangt Kitzingen den Status Große Kreisstadt.
  • 1975 Sickershausen, Hoheim, Repperndorf und Hohenfeld werden im Zuge der Gemeindegebietsreform Ortsteile von Kitzingen
  • 1984 werden StĂ€dtepartnerschaften mit der italienischen Stadt Montevarchi und der sĂŒdfranzösischen Stadt Prades geschlossen. Eröffnung des Kreiskrankenhauses (heute Klinik Kitzinger Land).
  • 2006 Abzug der US-Garnison.
  • 2011 Bayerische Regionalgartenschau Natur in Kitzingen - Gartenstadt am Fluss vom 27. Mai bis 21. August


  • 1802: 03.696 Einwohner (inkl. Stadtteile)
  • 1938: 14.460 Einwohner
  • 1970: 17.880 Einwohner
  • 1987: 18.999 Einwohner
  • 2003: 22.142 Einwohner

In den letzten Jahren wuchs die Bevölkerung pro Jahr um 0,5 % bis 1 %.

Hans-Joachim-Schumacher-Haus, das MuseumsgebÀude II des Kitzinger Fastnachtsmusems im Falterturm

In Kitzingen sind folgende Parteien aktiv:

  • BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen (GRÜNE)
  • Christlich-Soziale Union (CSU)
  • Die Grauen – Graue Panther (GRAUE)
  • Freie WĂ€hler – FBW Kitzingen e. V.
  • Freie Demokratische Partei (FDP)
  • Kommunale Initiative Kitzingen (KIK)
  • Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
  • Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
  • Bayernpartei (BP)
  • UnabhĂ€ngige Soziale WĂ€hlergruppe e. V. (UsW)
SPD CSU UsW FBW KIK ÖDP gesamt
2008 5 8 8 4 3 2 30
SPD CSU UsW FBW KIK ÖDP gesamt
2002 9 10 6 2 2 1 30
  • Konrad Döppert (CSU, 1946–1948)
  • Siegfried Wilke (192x–1958)
  • Dr. Oskar Klemmert (1958–1967)
  • Rudolf Schardt (SPD, 1967–1991)
  • Dr. Erwin Rumpel (CSU, 1991–1997)
  • Bernd Moser (SPD, 1997–2008)
  • Siegfried MĂŒller (USW, seit 1. Mai 2008)

In Blau eine durchgehende, oben gezinnte silberne BrĂŒcke mit drei Pfeilern.

Kitzingen liegt an einem wichtigen MainĂŒbergang gegenĂŒber einem ehemaligen Königshof, der im 8. Jahrhundert in eine Reichsabtei umgewandelt wurde. Erstmals um 1300 wird Kitzingen als Stadt erwĂ€hnt. Das Datum der Stadtrechtsverleihung ist jedoch nicht bekannt. Das Ă€lteste Siegel datiert aus dem Jahr 1349 und zeigt bereits die wichtige BrĂŒcke ĂŒber den Main in der damaligen Bauform. Alle spĂ€teren Siegel und Darstellungen zeigen die BrĂŒcke in der jeweiligen Ansicht mit verĂ€nderten Bauformen, entsprechend der Baukunst der entsprechenden Zeit. Die Farben Silber und Blau sind seit dem 16. Jahrhundert ĂŒberliefert. Zeitweise waren die Farben auch vertauscht. Im Jahr 1839 wurden sie amtlich festgelegt. In Wappenbildern des 17. Jahrhunderts wird die BrĂŒcke auch schwebend im Schild dargestellt.

WappenfĂŒhrung seit dem 14. Jahrhundert, belegt durch SiegelfĂŒhrung seit 1349.

Kitzingen unterhÀlt Partnerschaften mit folgenden StÀdten:

  • 1968 wurde die Patenschaft fĂŒr die vertriebenen Sudetendeutschen aus der Stadt Neuern im Kreis Markt Eisenstein ĂŒbernommen.
Die Alte Synagoge in Kitzingen
Das Kitzinger Luitpoldbad, heute Volkshochschule und BĂŒcherei der Stadt
  • Deutsches Fastnachtmuseum mit Schausammlung in den sieben Stockwerken des Falterturms
  • FastnachtmuseumsgebĂ€ude II im Hans-Joachim-Schuhmacher-Haus, Rosenstraße 10
  • Vogelkundliche Ausstellung
  • Conditorei-Museum
  • Das StĂ€dtische Museum mit Stadtarchiv im Alten Kastenhof prĂ€sentiert zahlreiche Exponate zur Stadt-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte Kitzingens. Eine Abteilung beschĂ€ftigt sich mit der ArchĂ€ologie und der Siedlungsgeschichte im Landkreis. Im Obergeschoss befindet sich eine historische Apotheke sowie eine Dokumentation zu Johann Rudolph Glauber.
  • Frankenstudio Sickershausen

Das 1966 eröffnete Fastnachtmuseum ist eine gemeinnĂŒtzige Stiftung und offizielles Museum des Bundes Deutscher Karneval. Mit seinen beiden MuseumsgebĂ€uden beherbergt es die grĂ¶ĂŸten Fachsammlungen ihrer Art und macht Kitzingen zu einem Zentrum der Fastnachtsforschung in Deutschland. Die aktiven Karnevalisten sind in der Kitzinger Karnevals-Gesellschaft (KIKAG) organisiert. Überörtlich bedeutsam ist die jĂ€hrliche Verleihung des Schlappmaulordens an Personen oder Institutionen, die eine „gar trefflich lockere Zunge“ besitzen. Bekannte PreistrĂ€ger des KIKAG-Ordens sind unter anderen Gregor Gysi, Helmut Kohl und JĂŒrgen Möllemann.

Auch wird seit dem Jahr 2010 der sogenannte Stern von Kitzingen ĂŒberreicht. Mit diesem Preis werden Söhne und Töchter der Stadt ausgezeichnet, die sich in besonderem Maß fĂŒr die Stadt Kitzingen und ihre frĂ€nkischen Tradition einsetzen. TrĂ€ger des "Stern vo Kitzi" sind sowohl der KIKAG als auch die Bayernpartei.

Der Falterturm – Wahrzeichen der Stadt Kitzingen – im Winter
Das Großlangheimer Tor (der Barthels-Turm) von 1565 im Stadtteil Etwashausen
Evangelische Stadtkirche
Innenansicht der Kitzinger Stadtkirche mit der Steinmeyer-Orgel

Sehenswerte Bauwerke in Kitzingen sind die Alte MainbrĂŒcke, die evangelische Stadtkirche, die katholische Pfarrkirche St. Johannes d. TĂ€ufer, die katholische Kreuzkapelle (ein Werk von Balthasar Neumann, der Grundriss zierte den frĂŒheren 50-DM-Schein) in der GĂ€rtnervorstadt Etwashausen, Falterturm und Marktturm, die Grabkirche, der Deusterturm (der Gartenturm des ehemaligen Schlosses der Familie von Deuster), der Königsplatz mit dem 1883 errichteten Obelisken, das Renaissance-Rathaus, das Luitpold-Bad von 1914 und die Alte Synagoge.

Die erste Konstruktion der alten MainbrĂŒcke stammt aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert, um 1955 wurde sie dann umgebaut, um der Schifffahrt auf dem Main mehr Raum zu geben.

Der Falterturm, wegen seiner krummen Haube eines der Wahrzeichen Kitzingens, wurde im 15. Jahrhundert als der Teil der Kitzinger Stadtbefestigung errichtet.

Das Renaissance-Rathaus wurde 1563 fertiggestellt.

Die 1883 erbaute Alte Synagoge wurde in der sogenannten Reichspogromnacht durch SA-MĂ€nner ein Raub der Flammen, woran seit 1967 eine Gedenktafel erinnert.[5] Sie wurde aufwendig restauriert und dient heute der Bevölkerung als Kulturraum und Konzertsaal. Da es in Kitzingen heute keine jĂŒdische Gemeinde mehr gibt, wird die „Synagoge in der Synagoge“ nur gelegentlich von der jĂŒdischen Gemeinde WĂŒrzburgs genutzt.

Trotz seiner Bedeutung als ein Zentrum des frĂ€nkischen Weinhandels war Kitzingen im 19. Jahrhundert auch eine wichtige Bierbrauerstadt. Als ein frĂŒhindustrielles Kulturdenkmal dieser Zeit gelten die historischen Kelleranlagen (die Deusterkeller), die mit den AktivitĂ€ten des Kitzinger Bierbrauers Thomas Ehemann (1792–1872) in Verbindung stehen: das riesige Kellerareal diente bis zur Erfindung von Carl von Lindes KĂ€ltemaschine (1871) den großen ehemaligen Kitzinger Bierbrauereien BĂŒrgerbrĂ€u, Kleinschroth und Scheuernstuhl als Lager- und Eiskeller ihrer Exportbiere, die in alle Welt verkauft wurden.

Die heutige evangelische Stadtkirche, ein Bau des bekannten italienischen Barockarchitekten Antonio Petrini, dagegen wurde erst im 17 Jhd. als Klosterkirche gebaut und diente in den Napoleonischen Kriegen als Lazarett.

Sehenswert sind ebenfalls die beiden Kirchen im Kitzinger Stadtteil Siedlung: bedingt durch den massiven Zustrom von FlĂŒchtlingen und Heimatvertriebener aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten in den ersten Nachkriegsjahren entstand in den fĂŒnfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die vom damaligen WĂŒrzburger Dombaumeister Hans SchĂ€del konzipierte und 1950 geweihte katholische Pfarrkirche St. Vinzenz sowie die von dem WĂŒrzburger Architekten Gerhard Saalfrank entworfene und 1957 fertiggestellte evangelische Friedenskirche – dieser schlicht konzipierte Sakralbau mit seinem fĂŒr die Region sehr ungewöhnlichen Ziegelmauerwerk und dem Chorglasfenster des MĂŒnchner KĂŒnstlers Gerd JĂ€hnke wurde im Mai 1957 geweiht und der Gemeinde ĂŒbergeben.

  • Ehemaliges Kapuzinerkloster Kitzingen, 1630–1828
  • Katholische Pfarrkirche St.Vinzenz von Paul, Siedlung
  • Evangelische Friedenskirche, 1957 fertiggestellt, Siedlung
  • Die evangelische Stadtkirche ist die grĂ¶ĂŸte evangelische Kirche in Unterfranken
  • Katholische Pfarrkirche St.Johannes
  • Katholische Kreuzkapelle (Etwashausen)

Die Paul-Eber-Kantorei der evangelischen Stadtkirche widmet sich vorwiegend den großformatigen oratorischen Werken der Musikliteratur; das kirchenmusikalische Angebot an der katholischen Pfarrkirche St. Johannes mit ihrer Vleugels-Orgel , dem Kammerchor und der St.-Johannes-Kantorei stellt hingegen schwerpunktmĂ€ĂŸig die Orgelmusik sowie die Chormusik a cappella in das Zentrum ihrer Programme.

  • Miniatur-Kunst-BĂŒhnen Papiertheater im ehemaligen Beginenkloster der Grabkirche.


Kitzingen liegt am Autobahnkreuz Biebelried (etwa sechs Kilometer entfernt) mit Anbindung an die Bundesautobahn 3 (Frankfurt am Main–NĂŒrnberg, Ausfahrt Rottendorf oder Kitzingen/Schwarzach) und an der A 7 (Kempten–Ulm–Kassel–Hamburg, Ausfahrt Kitzingen), außerdem fĂŒhrt die Bundesstraße 8 durch das Stadtgebiet.

Des Weiteren fĂŒhrt die Bahnstrecke NĂŒrnberg–WĂŒrzburg durch Kitzingen. Die Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt wurde durch die Sprengung der MainbrĂŒcke 1945 von der Hauptstrecke abgehĂ€ngt. Sie besteht seit 1945 als Stichbahn von Schweinfurt her fort. Verkehrlich ist sie momentan bis auf Sonderfahrten ungenutzt. Seit dem 8. Dezember 2007 ist der Bahnhof Kitzingen westlicher Endpunkt des VGN (Verkehrsverbund Großraum NĂŒrnberg, Linie R1).

Durch den Main ist Kitzingen an das Wasserstraßennetz Rhein-Main-Donau angebunden.

Der Wirtschaftsstandort Kitzingen zeichnet sich durch seine verkehrsgĂŒnstige Lage in der Mitte Deutschlands aus – Kitzingen liegt am Kreuzungspunkt wichtiger Nord-SĂŒd- und Ost-West- Verbindungen: Die BAB 7 kreuzt die BAB 3. Im 20 Kilometer entfernten WĂŒrzburg trifft die Schnellbahntrasse nach Hannover auf die Eisenbahnlinie NĂŒrnberg-Frankfurt am Main. DarĂŒber hinaus verfĂŒgt die Stadt ĂŒber einen Umschlaghafen der Rhein-Main-Donau-Schifffahrtsstraße. Bekannt ist Kitzingen einerseits als bedeutsame, historisch gewachsene frĂ€nkische Weinhandelsstadt – die vor den Toren Kitzingens liegende Gebiets-Winzergenossenschaft Franken (GWF) erzeugt heute mit ihren etwa 2600 Mitgliedern jĂ€hrlich rund 12 Millionen Liter Wein – andererseits ist der Kitzinger Stadtteil Etwashausen ein wichtiges nordbayerisches Erzeugerzentrum fĂŒr den Gartenbau.

Von den Industrieunternehmen Kitzingens sind drei Firmen hervorzuheben: Die Firma Huppmann (seit 2006 zum GEA-Konzern gehörend) plant und baut komplette BraustĂ€tten fĂŒr alle großen Brauereikonzerne rund um den Erdball. Die beiden Automobilzulieferer, die Fehrer-Gruppe und Franken Guss Kitzingen beschĂ€ftigen zusammen etwa 1700 Mitarbeiter. Bis Mitte der 1990er Jahre unterhielt der Automobilzulieferer Leoni eine Produktion mit ĂŒber 1000 Mitarbeitern in Kitzingen, die komplett nach Osteuropa ausgelagert wurde; die Entwicklungsabteilung besteht noch.

Aufgrund der verkehrsgĂŒnstigen Lage errichtete die Deutsche Post AG eines ihrer bundesweit 33 Frachtpostzentren in Kitzingen. Zur Belieferung seiner zahlreichen Filialen unterhĂ€lt der Lebensmittel Marken-Discounter Netto in Kitzingen ein großes Auslieferungslager. Die Seiler FlĂŒgel und Pianos werden in Kitzingen seit 1961 gefertigt. Die Produkte dieses einstmals schlesischen Traditionsunternehmens genießen bei vielen Musikern und Pianisten aus aller Welt einen ausgezeichneten Ruf. Im Jahr 2008 wurde das Unternehmen von dem global operierenden koreanischen Großkonzern Samick ĂŒbernommen.

Mit dem Einmarsch und der Besetzung der Kitzinger Wehrmachts-Kasernen und des Fliegerhorsts durch die US-Army ab April 1945 begannen fĂŒr Kitzingen 61 Jahre als große amerikanische Garnisonsstadt. Die Anwesenheit von bis zu 10.000 US-StaatsbĂŒrgern wĂ€hrend der Jahre des Kalten Kriegs hatte fĂŒr die Stadt und das Umland eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Der komplette Abzug der US Army aus Kitzingen im Jahr 2006 und die damit verbundenen Folgelasten stellen eine kaum zu bewĂ€ltigende Herausforderung fĂŒr die Stadt dar.
Die Auflösung der militĂ€risch genutzten Areale, den großflĂ€chigen Kasernen Harvey- und Larson-Barracks, dem MilitĂ€r-Flugplatz und dem amerikanischen Siedlungsgebiet Marshall Heights mit zusammen etwa 3.500 Soldaten und ebenso vielen Partnern und Kindern, entzieht der Stadt sowohl zahlreiche ArbeitsplĂ€tze als auch enorme Kaufkraft in vielen Wirtschaftsbereichen wie Taxigewerbe, Gastronomie und Immobilien.

Das in den Kasernen und den Wohnsiedlungen freiwerdende Raumangebot ist aber auch eine große Chance fĂŒr die Weiterentwicklung der Stadt, die es zu nutzen gilt: ein Vorbild könnte die ganz in der NĂ€he liegende ehemalige frĂ€nkische Garnisonstadt FĂŒrth sein.
Ein erster Schritt zu einer erfolgreichen Konversion ist der Verkauf des 52ha großen Areals der ehemaligen Larson-Kaserne an den Investor Innopark-Kitzingen GmbH im Oktober 2010, in dessen HĂ€nden zukĂŒnftig die Verwaltung und die Bewirtschaftung der gesamten Anlage liegt. Dabei soll ein modernes GrĂŒnderzentrum fĂŒr innovative produzierende Firmen aus Zukunftsbranchen entstehen und zahlreiche neue ArbeitsplĂ€tze geschaffen werden.

Kitzingen verfĂŒgt als Schulstadt ĂŒber zahlreiche Schulen aller Schultypen. Es sind dies im Einzelnen:

  • Grundschulen
    • St.-Hedwig-Volksschule Kitzingen, benannt nach der Heiligen Hedwig von Andechs
    • Volksschule Kitzingen-Siedlung
  • Hauptschulen
    • D.-Paul-Eber-Mittelschule-Volksschule Kitzingen, benannt nach dem Reformator Paul Eber
    • Volksschule Kitzingen-Siedlung
  • Förderschulen
    • Erich-KĂ€stner-Schule, SonderpĂ€dagogisches Förderzentrum, benannt nach dem Schriftsteller Erich KĂ€stner
    • St. Martin-Schule, benannt nach dem Heiligen Martin von Tours
  • Gymnasien
    • Armin-Knab-Gymnasium, benannt nach dem Komponisten Armin Knab
  • Realschulen
    • Richard-Rother-Realschule, benannt nach dem Holzschneider und Bildhauer Richard Rother
  • Berufliche Schulen
    • Berufliche Oberschule mit einer Außenstelle in WĂŒrzburg/Sanderau in der Schillerschule
    • Staatl. Berufsschule Kitzingen-Ochsenfurt
    • Friedrich-Bernbeck-Wirtschaftsschule Kitzingen
  • Volkshochschule im Luitpold-Bad
  • Thekla von Kitzingen, Äbtissin im 8. Jahrhundert
  • Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck, (* 1776, † 1858), Botaniker und Naturphilosoph, lebte und forschte viele Jahre in Sickershausen
  • Konrad StĂŒrtzel (* um 1435, † 1509 in Freiburg i. Br.), unter Kaiser Maximilian I. Hofkanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
  • Friedrich Bernbeck (* 1511, † 20. Juni 1570 in Kitzingen), BĂŒrgermeister und Gestalter der Reformation in Kitzingen
  • Paul Eber, berĂŒhmtester Sohn der Stadt Kitzingen (* 1511, † 1569 in Wittenberg), Theologe, ab 1560 Landesbischof des KurfĂŒrstentums Sachsen, Kirchenliederdichter und Reformator
  • Mathias Tinctorius, (*vor 1600, † 10. Mai 1632 in HĂŒfingen); Opfer der Hexenverfolgung
  • Georg Besserer (* 1544, † 20. April 1604 in Simmern), evangelischer Theologe
  • Friedrich Spiegel (* 11. Juli 1820, † 15. Dezember 1905 in MĂŒnchen), Orientalist
  • Paul von Braun (* 16. September 1820, † 6. Februar 1892 in Speyer), kgl. bay. Staatsminister, Staatsrath und RegierungsprĂ€sident der Pfalz
  • Margarethe SteinhĂ€user (* 1874, † 1955), Politikerin (SPD), Abgeordnete des Landtags des Volksstaates Hessen
  • Bella Fromm (* 1890, † 1972), Journalistin und Schriftstellerin
  • Wolf Meyer-Erlach (* 21. September 1891; † 15. November 1982 in Idstein) war ein deutscher evangelischer Theologe, Hochschullehrer und UniversitĂ€tsrektor der Deutschen Christen
  • Michael A. Roth (* 1935), Unternehmer und ehemaliger Fußball-FunktionĂ€r
  • Ulf Hoelscher (* 17. Januar 1942), Violinist und GeigenpĂ€dagoge
  • Ernst Kemmeter (Archivar der Stadt Kitzingen): Ein Gang durch die Geschichte der Stadt Kitzingen. Verlag der BĂŒcherstube Högner, Kitzingen 1968.
  • Hans Willmann: Kitzingen im Schicksalsjahr 1945. Joachim Henrich, Frankfurt/Main 1948.
  • Hans Peter Eisenbach: FronteinsĂ€tze eines Stuka-Fliegers. Helios, Aachen 2009, ISBN 978-3-938208-96-0. In dem Buch wird detailliert die Ausbildung der Stuka-Piloten in Kitzingen geschildert. Mit Aufnahmen von Stukas ĂŒber dem Flugplatz Kitzingen 1942.
  1. ↑ Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. ↑ http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/115914&attr=OBJ&val=1657
  3. ↑ Peter Blickle: Gemeindereformation: die Menschen des 16. Jahrhunderts auf dem Weg zum Heil (1987), Seite 82
  4. ↑ Kirchberg an der Jagst – Schicksal einer hohenlohe-frĂ€nkischen Stadt Band I (1936)
  5. ISBN 3-89331-208-0, S. 155


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Bayern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Bayern (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Freistaat Bayern
Über dieses Bild
Flagge
Wappen
Landeshauptstadt: MĂŒnchen
FlĂ€che: 70.551,57 kmÂČ
Einwohnerzahl: 12,584 Mio. (30. September 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner pro kmÂČ
Arbeitslosenquote: 4,0 % (MĂ€rz 2012)[2]
Staatsform: parlamentarische Republik, teilsouverÀner Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland
Schulden: 29,3 Mrd. EUR (31. Dezember 2010)[3]
ISO 3166-2: DE-BY
Kontakt:
Website: www.bayern.de
Politik:
MinisterprÀsident: Horst Seehofer (CSU)
Regierende Parteien: CSU/FDP
Sitzverteilung im Landtag: CSU 92
SPD 39
Freie WĂ€hler 20
B’90/GrĂŒne 19
FDP 16
fraktionslos 1
Letzte Wahl: 28. September 2008
NĂ€chste Wahl: 2013
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im Bundesrat: 6
Grenz-Beschilderung: EU-Bundesrepublik Deutschland („Schengen-Grenze“) und Freistaat Bayern innerhalb der EuropĂ€ischen Union

Der Freistaat Bayern (AbkĂŒrzung BY) ist ein Land im SĂŒdosten der Bundesrepublik Deutschland. Er ist das flĂ€chengrĂ¶ĂŸte deutsche Bundesland und steht nach der Einwohnerzahl hinter Nordrhein-Westfalen an zweiter Stelle. Im SĂŒden und SĂŒdosten grenzt Bayern an Österreich, im Osten an Tschechien, im Westen an Baden-WĂŒrttemberg, im Nordwesten an Hessen, im Norden an ThĂŒringen und im Nordosten an Sachsen. Die Hauptstadt Bayerns ist MĂŒnchen in Oberbayern.

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Bayern liegt im oberdeutschen Sprachraum. Traditionell gliedert es sich in die drei Landesteile Franken (heute die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken), Schwaben (gleichnamiger Regierungsbezirk) und Altbayern (Regierungsbezirke Oberpfalz, Ober- sowie Niederbayern).

Inhaltsverzeichnis

Landschaft in den Bayerischen Alpen: Ramsau bei Berchtesgaden, im Hintergrund die Reiteralpe

Das Staatsgebiet Bayerns erstreckt sich von 47° 16â€Č bis zu 50° 34â€Č nördlicher Breite und von 8° 58â€Č bis 13° 50â€Č östlicher LĂ€nge. Die MitteleuropĂ€ische Zeit (MEZ) ist der Ortszeit an der Ă€ußersten Westgrenze des Landes um 24 Minuten und 8 Sekunden, an der Ă€ußersten Ostgrenze um 4 Minuten und 40 Sekunden voraus.

Bayern liegt in SĂŒddeutschland und umfasst:

  • die Bayerischen Alpen im SĂŒden
  • das Alpenvorland bis zur Donau mit den drei großen Seen Oberbayerns
  • das ostbayerische Mittelgebirge und
  • die Stufenlandschaft der SchwĂ€bischen und FrĂ€nkischen Alb.

Die niedrigste Stelle von Bayern ist mit 100 m der Wasserspiegel des Mains in Kahl am Main (Unterfranken), die höchste auf dem Gipfel der Zugspitze (2.962 m), dem höchsten Berg Deutschlands im Wettersteingebirge (Landkreis Garmisch-Partenkirchen).

Siehe auch: Liste der Berge in Bayern und Liste der Landschaften in Bayern

Der ĂŒberwiegende Teil der FlĂ€che, 84,5 %, wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. 11,2 % sind Siedlungs- und VerkehrsflĂ€chen.

FlÀchennutzung
31. Dez. 2009
FlĂ€che  %
LandwirtschaftsflĂ€che 34.935 kmÂČ 49,5 %
WaldflĂ€che 24.709 kmÂČ 35,0 %
GebÀude und FreiflÀche
(einschl. Friedhöfe)
4.058 kmÂČ 5,8 %
VerkehrsflĂ€che 3.368 kmÂČ 4,8 %
WasserflĂ€che 1.441 kmÂČ 2,0 %
FlÀchen anderer Nutzung
(ohne Friedhöfe)
1.395 kmÂČ 2,0 %
ErholungsflĂ€che 376 kmÂČ 0,5 %
Abbauland 151 kmÂČ 0,2 %
BetriebsflĂ€che ohne Abbauland 117 kmÂČ 0,2 %

Hauptfluss ist die Donau, die bei Passau nach Österreich ĂŒbertritt. Ihre grĂ¶ĂŸeren NebenflĂŒsse sind (von Westen):

  • Iller, Lech, Isar und Inn (Merkspruch: 
 fließen rechts zur Donau hin)
  • Wörnitz, AltmĂŒhl, Naab und Regen (Merkspruch: 
 kommen ihr von links entgegen).

Die vier ersteren entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Der Inn fĂŒhrt (wegen des langen Oberlaufs) bei seiner MĂŒndung in Passau meist etwas mehr Wasser als die Donau. Auch der Lech ĂŒbertrifft zeitweise die Donau.

Der grĂ¶ĂŸte Teil Frankens wird durch den Main und seine NebenflĂŒsse (Regnitz und Tauber von links, die frĂ€nkische Saale von rechts) nach Westen in den Rhein entwĂ€ssert. Im Nordosten Oberfrankens entspringen die linken NebenflĂŒsse der Elbe SĂ€chsische Saale und Eger.

Siehe auch: Liste der FlĂŒsse in Bayern und Liste der Seen in Bayern

Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten ins Kontinentalklima ĂŒber. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter Null Grad Celsius, die Westwinde bringen durchschnittlich 70 cm Regen, im Nordstau der Alpen lokal bis 180 cm pro Jahr. Die mittlere Sonnenscheindauer betrĂ€gt etwa jĂ€hrlich 1600 bis 1900 Stunden.

Die Landesgrenze Bayerns ist insgesamt 2705 km lang. Bayern grenzt, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn an:

Angrenzende BundeslÀnder und Staaten GrenzlÀnge
Baden-WĂŒrttemberg 829 km
Hessen 262 km
ThĂŒringen 381 km
Sachsen 41 km
Tschechien (Regionen Karlsbad, Pilsen und SĂŒdböhmen) 357 km
Österreich (BundeslĂ€nder Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg*) 816 km
Schweiz (Kanton St. Gallen*) 19 km
* der Grenzverlauf im Bodensee ist nicht festgelegt

Nicht zum bayerischen Staatsgebiet und daher auch nicht zum deutschen Bundesgebiet gehören die in Österreich gelegenen Saalforsten, die im privatrechtlichen Eigentum des Freistaates Bayern stehen.

Wappen des Königreichs Bayern
→ Hauptartikel: Urgeschichte Bayerns, Geschichte Bayerns und Königreich Bayern

→ auch: gesonderte Geschichte des Landesteils Franken

Das Bayerische Stammesherzogtum im 8. Jahrhundert

Die heute allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit „y“ geht auf eine Anordnung von König Ludwig I., König von Bayern vom 20. Oktober 1825 zurĂŒck, mit der die vorher geltende Schreibweise „Baiern“ abgelöst wurde. Diese Anordnung des Königs und seine Vorschrift des „griechischen“ Ypsilons wird im Zusammenhang mit dem Philhellenismus gesehen. Zuvor wurde aber im Mittelalter und in der frĂŒhen Neuzeit der Landesname auch in der Form Bayrn geschrieben.

Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns sĂŒdlich der Donau Teil des Römischen Reiches. Nach Zusammenbruch der römischen Herrschaft bildete sich aus Kelten, von Norden eingedrungenen Germanen und verbliebenen Romanen der Stamm der Baiern (siehe Bajuwaren).

Seit 555 n. Chr. ist die Existenz eines bairischen Stammesherzogtums mit Sitz in Freising unter den Agilolfingern belegt, das unter den Merowingern Teil des frĂ€nkischen Herrschaftsbereichs Austrasien wurde. Der Sieg Karls des Großen ĂŒber den Bayernherzog Tassilo III. 788 markiert das Ende des sogenannten Ă€lteren Stammesherzogtums.

Der Niedergang der Karolinger ermöglichte ein Wiederaufleben der EigenstĂ€ndigkeit der bayerischen Herzöge im sogenannten jĂŒngeren Stammesherzogtum. Nach Ende der Herrschaftsperiode der Karolinger kam es erneut dazu, dass die EigenstĂ€ndigkeit der einzelnen Gebiete allmĂ€hlich erstarkte. UnterstĂŒtzt wurde dies durch die Bedrohung von außen durch die UngarneinfĂ€lle ab etwa 862. Markgraf Luitpold von Bayern fiel 907 in der Schlacht von Pressburg in einer Niederlage gegen die Ungarn, jedoch wird das Datum durch den Antritt seines Sohns Arnulf I. als Herzog von Bayern gleichzeitig als Beginn des jĂŒngeren baierischen Stammesherzogtums gesehen. Nach dem Sieg in der Schlacht auf dem Lechfeld erfolgte eine zweite Welle baierischer Ostsiedlung mit Gewinn von Gebieten im heutigen Niederösterreich, Istrien und der Krain. Der Streit mit den Ottonen fĂŒhrte jedoch wieder zu einer starken AbhĂ€ngigkeit vom deutschen Königtum. 976 wurde der SĂŒdosten Bayerns als Teil eines neu geschaffenen Herzogtums KĂ€rnten abgetrennt. ZusĂ€tzlich regierte das Geschlecht der Babenberger in der Marcha Orientalis (Ostarrichi) zunehmend unabhĂ€ngiger vom bayerischen Herzog. Ab 1070 kam es unter den Welfen zu einem Wiedererstarken der Macht der bayerischen Herzöge. 1180 wurde auf Betreiben der FĂŒrsten der Herzog von Bayern und Sachsen Heinrich der Löwe von Friedrich I. Barbarossa gestĂŒrzt. Das Herzogtum Bayern wurde durch die Abtrennung der Steiermark und der andechsischen Markgrafschaft Istrien weiter verkleinert.

Von 1180 an wurde Bayern als Territorialherzogtum bis 1918 von den Wittelsbachern regiert. Bayern erlebte 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in EinzelherzogtĂŒmer. In einer kurzen Zeit der Wiedervereinigung erlangte Bayern mit Ludwig IV. dem Bayern einen neuen Höhepunkt der Macht, der als erster Wittelsbacher 1328 die KaiserwĂŒrde erhielt. Im Hausvertrag von Pavia von 1329 teilte er den Besitz in eine pfĂ€lzische Linie mit der Rheinpfalz und der spĂ€ter so genannten Oberpfalz und in eine altbayerische Linie auf. Die von ihm neu hinzu gewonnenen Gebiete Brandenburg, Tirol, die niederlĂ€ndischen Provinzen Holland, Seeland und Friesland sowie der Hennegau gingen jedoch unter seinen Nachfolgern sehr bald wieder verloren. Tirol fiel 1363 an die Habsburger, Brandenburg 1373 an die Luxemburger. Mit der Goldenen Bulle 1356 ging die KurfĂŒrstenwĂŒrde fĂŒr die altbayerische Linie an die Pfalz verloren.

1429 wurde nach dem Aussterben der Linie Straubing-Holland das Herzogtum Bayern-Straubing unter die Linien MĂŒnchen, Ingolstadt und Landshut aufgeteilt. 1447 fiel Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut, das seinerseits 1503 im Landshuter Erbfolgekrieg von Bayern-MĂŒnchen gewonnen wurde. Durch das Primogeniturgesetz von 1506 fanden die Landesteilungen ein Ende.

In der Gegenreformation nahm Bayern eine fĂŒhrende Stellung ein und ging aus dem DreißigjĂ€hrigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum KurfĂŒrstentum hervor: 1620 besiegten die Truppen der Katholischen Liga unter FĂŒhrung des bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am Weißen Berge bei Prag die Protestanten. Anschließend ließ Tilly die Pfalz besetzen. Zum Dank erhielt Maximilian I. 1623 die KurfĂŒrstenwĂŒrde und 1628 die von ihm besetzte Oberpfalz als KriegsentschĂ€digung. Das absolutistische Bayern wurde im Zuge der Großmachtpolitik Maximilians II. und seines Sohnes Karl Albrechts wĂ€hrend des Spanischen und Österreichischen Erbfolgekrieges von Österreich vorĂŒbergehend besetzt. Nach dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher entstand 1777 das Doppel-KurfĂŒrstentum Kurpfalz-Bayern unter der Regentschaft des KurfĂŒrsten Karl Theodor aus der pfĂ€lzischen Linie der Wittelsbacher.

Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch SĂ€kularisation und Mediatisierung große Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen Salzburg, Tirol, Vorarlberg sowie das Innviertel vorĂŒbergehend an Bayern. 1806 erfolgte die Erhebung vom KurfĂŒrstentum zum Königreich. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons konnte Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen Teil der Gebietsgewinne behalten. FĂŒr den Verlust Tirols und der rechtsrheinischen Pfalz wurde es durch wirtschaftlich weiter entwickelte frĂ€nkische Gebiete entschĂ€digt. Die linksrheinische Pfalz blieb bei Bayern. König Ludwig I. baute seine Hauptstadt MĂŒnchen zur Kunst- und UniversitĂ€tsstadt aus. Wegen einer AffĂ€re mit der TĂ€nzerin Lola Montez musste er 1848 im Zuge der MĂ€rzunruhen abdanken. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Maximilian II.. Er regierte 18 Jahre, bevor er am 10. MĂ€rz 1864 starb. Noch am selben Tage, wurde sein Sohn Ludwig II. zum König von Bayern proklamiert. Er ging wegen des Baues von Neuschwanstein und anderer Schlösser als MĂ€rchenkönig in die Geschichte ein. Im Preußisch-Österreichischer Krieg 1866 erlitt Bayern an der Seite Österreichs eine Niederlage gegen Preußen. 1871 wurde es Teil des neu gegrĂŒndeten Deutschen Reiches, erhielt dabei aber so genannte Reservatrechte (eigenes Post-, Eisenbahn- und Heereswesen).

1918 brach die Wittelsbacher Monarchie im Rahmen der allgemeinen Novemberunruhen in Deutschland zusammen. Am 8. November 1918 rief Kurt Eisner Bayern zum Freistaat aus. 1919 konnten sozialistische Gruppen fĂŒr kurze Zeit eine RĂ€terepublik installieren. Durch eine Volksabstimmung kam 1920 Coburg zu Bayern. Seit Niederschlagung der RĂ€terepublik war Bayern eine Hochburg konservativer und nationalistischer KrĂ€fte und wurde als „Ordnungszelle des Reiches“ bezeichnet. 1923, zur Zeit der Weimarer Republik, wurde Bayern Schauplatz des Hitlerputsches. Unter den Nationalsozialisten war Bayern als Verwaltungseinheit zwischen 1933 und 1945 weitgehend bedeutungslos. Im Zweiten Weltkrieg erlitten bayerische StĂ€dte wie WĂŒrzburg, MĂŒnchen, NĂŒrnberg oder Augsburg starke Zerstörungen.

Die BesatzungsmĂ€chte leiteten Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland gezielt in das dĂŒnn besiedelte Bayern. Dadurch wuchs die Bevölkerung bis 1949 um ein Viertel.

Nach der Besetzung durch amerikanische Truppen wurde Bayern Bestandteil der amerikanischen Besatzungszone, wÀhrend die in der französischen Besatzungszone gelegene Rheinpfalz dem neugebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz eingegliedert wurde. 1949 wurde Bayern als Land Teil der Bundesrepublik Deutschland. Es setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, und Bayern entwickelte sich vom Agrar- zum modernen Industriestaat.

Sitzverteilung im Landtag
→ Hauptartikel: Politisches System Bayerns

Im Bayerischen Landtag sind fĂŒnf Parteien vertreten. Nach der Wahl vom 28. September 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung (insges. 187 Sitze):

  • CSU 92 Sitze
  • SPD 39 Sitze
  • Freie WĂ€hler 20 Sitze
  • BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 19 Sitze
  • FDP 16 Sitze
  • fraktionslos 1 Sitz

Die Ergebnisse der Landtagswahl 2008 sahen wie folgt aus:

  • CSU 43,4 %
  • SPD 18,6 %
  • BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 9,4 %
  • Freie WĂ€hler 10,2 %
  • FDP 8,0 %
  • Die Linke 4,3 %
  • ÖDP 2,0 %
  • Republikaner 1,4 %
  • NPD 1,2 %
  • Bayernpartei 1,1 %
  • Andere 0,3 %

Siehe auch Ergebnisse der Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland

Grundlage der Landespolitik ist die am 2. Dezember 1946 beschlossene Verfassung des Freistaates Bayern. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle fĂŒnf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gewĂ€hlt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher InteressenverbĂ€nde ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Bis dahin war Bayern das einzige deutsche Land, welches eine zweite Kammer hatte, welche jedoch nur bedingten Einfluss besaß und keine Gesetze entwerfen durfte, sondern nur mitwirken konnte. Die Staatsregierung wird vom Bayerischen MinisterprĂ€sidenten gefĂŒhrt, der die GeschĂ€fte leitet, die Richtlinien der Politik bestimmt, Bayern nach außen vertritt, sowie die Staatsminister und -sekretĂ€re ernennt. Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des Weiteren gibt es noch diverse obere Landesgerichte (drei Oberlandesgerichte in MĂŒnchen, NĂŒrnberg und Bamberg, Bayer. Verwaltungsgerichtshof, zwei Landesarbeitsgerichte (MĂŒnchen und NĂŒrnberg), Bayer. Landessozialgericht) sowie die restliche Judikative. Das Bayerische Oberste Landesgericht als bisher oberstes bayerisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2006 aufgelöst. Außer vom Landtag können in Bayern Gesetze und VerfassungsĂ€nderungen durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Ein Volksentscheid ist außerdem zu jeder Änderung der Bayerischen Verfassung notwendig.

Siehe auch: Bayerischer MinisterprÀsident, Gesetzgebungsverfahren in Bayern

→ Hauptartikel: Bayerische Staatsregierung

Von 1962 bis 2008 hatte die CSU die absolute Mehrheit in Bayern inne. Mit der Landtagswahl am 28. September 2008 verlor die CSU die absolute Mehrheit sowohl nach dem prozentualen Ergebnis als auch nach der FraktionsstÀrke im Landtag und ist seitdem auf einen Koalitionspartner angewiesen. Die FDP (Freie Demokratische Partei) stellt seitdem zwei Minister und eine StaatssekretÀrin in der gemeinsamen Regierung.

Amtierender MinisterprÀsident ist seit dem 27. Oktober 2008 Horst Seehofer (CSU).

Die neue Bayerische Staatsregierung wurde am 30. Oktober 2008 vereidigt.

Siehe auch: Liste der Landtagswahlergebnisse in Bayern seit 1945

→ Hauptartikel: Bayerisches Wahlsystem
Das bayerische LandtagsgebÀude: Maximilianeum

Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk (Stimmkreis) die Wahl gewonnen haben, können nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die HĂŒrde von fĂŒnf Prozent erreicht hat.

DarĂŒber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen BundeslĂ€ndern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme ĂŒber die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was ĂŒblicherweise dazu fĂŒhrt, dass Erststimmen hĂ€ufiger den großen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer bei einer bayerischen Landtagswahl eine kleinere Partei mit beiden Stimmen wĂ€hlt, verschenkt seine Erststimme also nicht, da beide Stimmen dieser Partei zugute kommen, selbst wenn der entsprechende Stimmkreiskandidat den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte. Zudem besteht bei der Zweitstimme die Möglichkeit diese einem bestimmten Kandidaten einer Partei zu geben, sodass sich die Reihung der Bewerber gegenĂŒber den von den Parteien aufgestellten Listen Ă€ndern kann.

Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Es besteht die Möglichkeit des Kumulierens („HĂ€ufeln“, bis zu drei Stimmen können fĂŒr einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen können auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden).

In Bayern gibt es zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben Volksbegehren und Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1. Oktober 1995 durch einen Volksentscheid die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingefĂŒhrt. Das bayerische Verfassungsgericht hat die Regelungen 1997 zwar verschĂ€rft (unter anderem durch EinfĂŒhrung eines Abstimmungsquorums), aber dennoch initiieren die Bayern jĂ€hrlich rund 100 BĂŒrgerentscheide.

Partnerregion des Freistaates Bayern[4]
Shandong 1987
Québec 1989
Westkap 1995
Gauteng 1995
SĂŁo Paulo 1997
Kalifornien 1998
Guangdong 2004
Karnataka 2007

Am 5. Juni 1954 ĂŒbernahmen der Freistaat Bayern und die Bayerische Staatsregierung die Patenschaft fĂŒr die sudetendeutsche Volksgruppe.

Schuldenentwicklung in Bayern

Die Staatsverschuldung des Freistaates Bayern entwickelt sich wie auf Bundesebene und in anderen BundeslÀndern langfristig nach oben und hat sich in den letzten 20 Jahren ungefÀhr verdoppelt.

Jahr Schuldenstand
(in Millionen €)[5]
± zum letzten Jahr
1992 15.374 –
1993 15.767 +393
1994 14.788 −979
1995 14.296 −492
1996 16.280 +1.984
1997 17.761 +1.481
1998 18.537 +776
Jahr Schuldenstand
(in Millionen €)[5]
± zum letzten Jahr
1999 18.278 −314
2000 17.964 +200
2001 18.164 +1.019
2002 19.183 +934
2003 20.306 +1.123
2004 21.240 +934
2005 23.077 +1.837
Jahr Schuldenstand
(in Millionen €)[5]
± zum letzten Jahr
2006 23.072 −5
2007 22.766 −306
2008 22.117 −659
2009 27.567 +5.450
2010 [6] 29.300 +1.733

Die bayerische Polizei ist der zweitgrĂ¶ĂŸte Polizeiverband der Bundesrepublik. Im Jahr 2007 wurden in Bayern 666.807 Straftaten statistisch erfasst. 428.766 FĂ€lle, also 64,3 % konnten aufgeklĂ€rt, 305.711 TatverdĂ€chtige ermittelt werden. Dies stellt die höchste AufklĂ€rungsquote im Bundesgebiet dar. Die bayerische Polizei unterhĂ€lt mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern außerdem die grĂ¶ĂŸte Polizeihubschrauberstaffel einer Landespolizei.

→ Hauptartikel: Bayerisches Staatswappen und Staatsflagge Bayerns

Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene Löwe, ursprĂŒnglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute fĂŒr die Oberpfalz, der „frĂ€nkische Rechen“ fĂŒr die drei frĂ€nkischen Bezirke, der blaue Panther fĂŒr die Altbayern und die drei schwarzen Löwen fĂŒr Schwaben. Das weiß-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der Königskrone die VolkssouverĂ€nitĂ€t.

Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen, die weiß-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiße Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten.

Die gleichen weiß-blauen Rauten sind auch in vielen StĂ€dte- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen Kurpfalz zu finden (auch in den rechtsrheinischen, heute badischen Gebieten, die nie zu Bayern gehörten (Beispiel: Wappen des Neckar-Odenwald-Kreises). Denn auch wenn heute Bayern die weiß-blauen Rauten praktisch fĂŒr sich beansprucht, so sind es doch die Farben der Familie Wittelsbach (ursprĂŒnglich die des Sturmbanners der Grafen von Bogen in Niederbayern, die von dem wittelsbachischen Bayernherzog Ludwig II. mit ĂŒbernommen wurden, als Bogen nicht mehr als Lehen hinausgegeben wurde); sie herrschte neben Bayern auch in der Kurpfalz, nachdem im Jahr 1214 Herzog Ludwig I. die Pfalzgrafschaft „bei Rhein“ als Lehen erhalten hatte fĂŒr seinen Sohn Otto, dessen Verlobte die pfĂ€lzische Erbtochter Agnes war.

Großes Staatswappen Kleines Staatswappen Staatsflagge (Rautenflagge) Staatsflagge (Streifenflagge)

Zur Hymne siehe: Bayernhymne

→ Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Bayerns

Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist fĂŒr den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungssprengel eingeteilt, welche die Bezeichnung Regierungsbezirke (Kreise) fĂŒhren. Die Regierungsbezirke werden durch die Regierungen geleitet, denen je ein RegierungsprĂ€sident vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die Mittelbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren. Nachstehend sind die Regierungsbezirke sortiert nach dem Amtlichen GemeindeschlĂŒssel (AGS) und mit den AbkĂŒrzungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern:

Die bayerischen Regierungsbezirke
Regierungsbezirk Hauptstadt AGS Abk. FlÀche
kmÂČ
Einwohner
(31. Dez. 2008)
Einw.
/ kmÂČ
Oberbayern MĂŒnchen 091 OB 17.529,63 4.335.137 247
Niederbayern Landshut 092 NB 10.329,91 1.191.910 115
Oberpfalz Regensburg 093 OPf. 9.691,03 1.083.780 113
Oberfranken Bayreuth 094 Ofr. 7.231,00 1.082.516 150
Mittelfranken Ansbach 095 Mfr. 7.244,85 1.712.405 236
Unterfranken WĂŒrzburg 096 Ufr. 8.530,99 1.327.497 156
Schwaben Augsburg 097 Schw. 9.992,03 1.786.483 179
Bayern MĂŒnchen 70.549,11 12.464.997 177

Geographisch deckungsgleich mit den Regierungsbezirken sind in Bayern die Bezirke gleichen Namens. Anders als die Regierungsbezirke, welche die örtliche ZustĂ€ndigkeit der Regierungen festlegen, sind die Bezirke kommunale Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts. Der Bezirk ist in Bayern die dritte kommunale Ebene ĂŒber den Gemeinden (1. Ebene) und Landkreisen (2. Ebene). Sie sind Selbstverwaltungskörperschaften und haben daher demokratisch gewĂ€hlte Verwaltungsorgane, den Bezirkstag, der alle fĂŒnf Jahre von den Wahlberechtigten des Bezirks direkt gewĂ€hlt wird und einen BezirkstagsprĂ€sidenten, der aus der Mitte des Bezirkstags gewĂ€hlt wird. Sie können anders als die Regierungsbezirke Wappen und Flaggen wie eine Gemeinde oder ein Landkreis fĂŒhren.

→ Hauptartikel: Planungsregionen in Bayern

In Bayern gibt es 18 Planungsregionen, darunter ein bundeslĂ€nderĂŒbergreifendes und zwei, die bezirksĂŒbergreifend sind:

Die Planungsregionen
  • Bayerischer Untermain (1)
  • WĂŒrzburg (2)
  • Main-Rhön (3)
  • Oberfranken-West (4)
  • (Oberfranken-Ost; 5)
  • (Oberfranken Ost; 5)
  • Oberpfalz-Nord (6)
  • (Regensburg; 11)
  • Industrieregion Mittelfranken (7)
  • Westmittelfranken (8)
  • Augsburg (9)
  • (Donau-Iller; 15)
  • AllgĂ€u (16)
  • Ingolstadt (10)
  • MĂŒnchen (14)
  • Oberland (17)
  • SĂŒdostoberbayern (18)
  • (Regensburg; 11)
  • Donau-Wald (12)
  • Landshut (13)

Die sieben Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie StĂ€dte sowie 28 Große KreisstĂ€dte (23 von ihnen waren bis 1972 auch kreisfreie StĂ€dte). Die Landkreise und die kreisfreien StĂ€dte sind kommunale Gebietskörperschaften mit Selbstverwaltungsrecht. Die Landkreise haben als Verwaltungsorgane den Kreistag und den Landrat. Die kreisfreie Stadt handelt durch den Stadtrat und den OberbĂŒrgermeister. Sowohl der Landrat beziehungsweise der OberbĂŒrgermeister als auch der Kreistag beziehungsweise der Stadtrat werden von den Wahlberechtigten auf die Dauer von sechs Jahren gewĂ€hlt (sĂŒddeutsche Ratsverfassung).

Die Landkreise bilden gleichzeitig Sprengel, welche die örtliche ZustĂ€ndigkeit der Unterbehörden der allgemeinen und inneren Verwaltung festlegen. Anders als auf der Ebene der Regierungsbezirke hat der Staat hier jedoch keine eigenen inneren Behörden errichtet, sondern bedient sich durch Organleihe des Landrates zur ErfĂŒllung der Aufgaben der staatlichen Verwaltung; der Landrat ist insoweit Kreisverwaltungsbehörde. Bei den kreisfreien StĂ€dten ist im Gegensatz dazu eine Vollkommunalisierung gegeben, da ihnen die Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbehörde zur selbststĂ€ndigen Erledigung ĂŒbertragen werden.

Die 71 Landkreise des Freistaates Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Aichach-Friedberg (AIC)
  2. Altötting (AÖ)
  3. Amberg-Sulzbach (AS)
  4. Ansbach (AN)
  5. Aschaffenburg (AB)
  6. Augsburg (A)
  7. Bad Kissingen (KG)
  8. Bad Tölz-Wolfratshausen (TÖL)
  9. Bamberg (BA)
  10. Bayreuth (BT)
  11. Berchtesgadener Land (BGL)
  12. Cham (CHA)
  13. Coburg (CO)
  14. Dachau (DAH)
  15. Deggendorf (DEG)
  16. Dillingen an der Donau (DLG)
  17. Dingolfing-Landau (DGF)
  18. Donau-Ries (DON)
  19. Ebersberg (EBE)
  20. EichstÀtt (EI)
  21. Erding (ED)
  22. Erlangen-Höchstadt (ERH)
  23. Forchheim (FO)
  24. Freising (FS)
  1. Freyung-Grafenau (FRG)
  2. FĂŒrstenfeldbruck (FFB)
  3. FĂŒrth (FÜ)
  4. Garmisch-Partenkirchen (GAP)
  5. GĂŒnzburg (GZ)
  6. Haßberge (HAS)
  7. Hof (HO)
  8. Kelheim (KEH)
  9. Kitzingen (KT)
  10. Kronach (KC)
  11. Kulmbach (KU)
  12. Landsberg am Lech (LL)
  13. Landshut (LA)
  14. Lichtenfels (LIF)
  15. Lindau (Bodensee) (LI)
  16. Main-Spessart (MSP)
  17. Miesbach (MB)
  18. Miltenberg (MIL)
  19. MĂŒhldorf am Inn (MÜ)
  20. MĂŒnchen (M)
  21. Neuburg-Schrobenhausen (ND)
  22. Neumarkt in der Oberpfalz (NM)
  23. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (NEA)
  24. Neustadt an der Waldnaab (NEW)
  1. Neu-Ulm (NU)
  2. NĂŒrnberger Land (LAU)
  3. OberallgÀu (OA)
  4. OstallgÀu (OAL)
  5. Passau (PA)
  6. Pfaffenhofen an der Ilm (PAF)
  7. Regen (REG)
  8. Regensburg (R)
  9. Rhön-Grabfeld (NES)
  10. Rosenheim (RO)
  11. Roth (RH)
  12. Rottal-Inn (PAN)
  13. Schwandorf (SAD)
  14. Schweinfurt (SW)
  15. Starnberg (STA)
  16. Straubing-Bogen (SR)
  17. Tirschenreuth (TIR)
  18. Traunstein (TS)
  19. UnterallgÀu (MN)
  20. Weilheim-Schongau (WM)
  21. Weißenburg-Gunzenhausen (WUG)
  22. Wunsiedel im Fichtelgebirge (WUN)
  23. WĂŒrzburg (WÜ)
Die 25 kreisfreien StÀdte in Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Amberg (AM)
  2. Ansbach (AN)
  3. Aschaffenburg (AB)
  4. Augsburg (A)
  5. Bamberg (BA)
  6. Bayreuth (BT)
  7. Coburg (CO)
  8. Erlangen (ER)
  9. FĂŒrth (FÜ)
  1. Hof (HO)
  2. Ingolstadt (IN)
  3. Kaufbeuren (KF)
  4. Kempten (AllgÀu) (KE)
  5. Landshut (LA)
  6. Memmingen (MM)
  7. MĂŒnchen (M)
  8. NĂŒrnberg (N)
  1. Passau (PA)
  2. Regensburg (R)
  3. Rosenheim (RO)
  4. Schwabach (SC)
  5. Schweinfurt (SW)
  6. Straubing (SR)
  7. Weiden in der Oberpfalz (WEN)
  8. WĂŒrzburg (WÜ)

Der Freistaat Bayern besteht aus 2056 politisch selbstÀndigen Gemeinden sowie 201 gemeindefreien Gebieten (ausmÀrkischen Gebieten) (Stand 1. Januar 2009).

Die Gemeinden verteilen sich wie folgt (Stand 1. Januar 2009):

  • 25 kreisfreie StĂ€dte
  • 28 Große KreisstĂ€dte
  • 262 sonstige StĂ€dte
  • 386 MĂ€rkte
  • 1355 sonstige Gemeinden

Von den 2031 kreisangehörigen Gemeinden sind 987 Mitgliedsgemeinden in 313 Verwaltungsgemeinschaften, 1044 sind Einheitsgemeinden (Stand 1. Januar 2009).

Änderungen seit dem 1. Januar 2005:

  • Erhebung der Gemeinde Postbauer-Heng zum Markt am 17. September 2005
  • Erhebung der Stadt FĂŒrstenfeldbruck zur Großen Kreisstadt am 1. Januar 2006
  • Erhebung des Marktes Stadtbergen zur Stadt am 12. Mai 2007
  • Erhebung der Gemeinde Kaufering zum Markt am 11. September 2008
  • Erhebung der Gemeinde Ruhstorf an der Rott zum Markt am 29. November 2008
Siehe auch: Liste der StĂ€dte und Gemeinden in Bayern und Liste der gemeindefreien Gebiete in Bayern
Stadt Einwohner am
31. Dez. 2000
Einwohner am
31. Dez. 2005
Einwohner am
31. Dez. 2010
VerÀnderung
2000–2010 in %
MĂŒnchen 1.210.223 1.259.677 1.353.186 +11,81
NĂŒrnberg 488.400 499.237 505.664 +3,53
Augsburg 254.982 262.676 264.708 +3,81
Regensburg 125.676 129.859 135.520 +7,83
WĂŒrzburg 127.966 133.906 133.799 +4,56
Ingolstadt 115.722 121.314 125.088 +8,09
FĂŒrth 110.477 113.422 114.628 +3,76
Erlangen 100.778 103.197 105.629 +4,81
Bayreuth 74.153 73.997 72.683 −1,98
Bamberg 69.036 70.081 70.004 +1,40
Aschaffenburg 67.592 68.642 68.678 +1,61
Landshut 58.746 61.368 63.258 +7,68
Kempten (AllgÀu) 61.389 61.360 62.060 +1,09
Rosenheim 58.908 60.226 61.299 +4,06
Neu-Ulm 50.188 51.410 53.504 +6,61
Schweinfurt 54.325 54.273 53.415 −1,68
Passau 50.536 50.651 50.594 +0,11
Hof 50.741 48.723 46.286 −8,78
Freising 40.890 42.854 45.223 +10,60
Straubing 44.014 44.633 44.450 +0,99

Anmerkung: Alle aufgefĂŒhrten StĂ€dte außer Neu-Ulm und Freising sind kreisfrei. Quelle: Bayerisches Landesamt fĂŒr Statistik und Datenverarbeitung[7]

Bedeutende historisch gewachsene Regionen in Bayern sind

  • AllgĂ€u
  • AltmĂŒhltal
  • Alpenvorland
  • Bayerische Alpen
  • Bayerischer Wald
  • Chiemgau
  • Chiemgauer Alpen
  • Donaumoos
  • Donauried
  • Donauries
  • Fichtelgebirge
  • Frankenhöhe
  • Frankenwald
  • FrĂ€nkische Alb
  • FrĂ€nkische Schweiz
  • GĂ€uboden
  • Haßberge
  • Holledau
  • Inn-Salzach
  • Lechfeld
  • Nördlinger Ries
  • Oberland
  • OberpfĂ€lzer Seenland
  • OberpfĂ€lzer Wald
  • Rhön
  • Rupertiwinkel
  • Rottal
  • Spessart
  • Steigerwald
Chiemsee mit Fraueninsel

Daneben wurde Bayern von der Regionalplanung in 18 Regionen aufgeteilt, den Planungsregionen in Bayern.

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Solche Einordnungen bedĂŒrfen objektiver Belege
Das Uptown MĂŒnchen ist eines der höchsten GebĂ€ude im Freistaat.

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarker und reicher Staat, es hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologieland entwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2010 35.337 EUR, der Anteil Bayerns an der deutschen Wirtschaftsleistung betrug 17,7 Prozent (Statistisches Jahrbuch fĂŒr Bayern 2010, S. 360). Die wirtschaftlich stĂ€rkste Region ist der Großraum MĂŒnchen mit Automobilindustrie (BMW, Audi, MAN, Knorr-Bremse), IT-Sektor (Siemens, Nokia Siemens Networks, Infineon, Microsoft), Medien und Verlage (ProSiebenSat1 Media, Sky Deutschland, Kabel Deutschland, Burda Verlag), RĂŒstungsindustrie (EADS, Krauss-Maffei), Touristik (historische SehenswĂŒrdigkeiten, Museen, BiergĂ€rten, Oktoberfest, Kongresse und Messen). Weitere bedeutende Wirtschaftsstandorte in SĂŒdbayern sind Augsburg (EADS, Fujitsu Technology Solutions, MAN, KUKA, UPM-Kymmene, Verlagsgruppe Weltbild), Ingolstadt (Audi, Media-Saturn-Holding) und das Bayerische Chemiedreieck zwischen Chiemsee, Inn und Salzach.

In Nordbayern ist die Metropolregion NĂŒrnberg–FĂŒrth–Erlangen der wichtigste Standort. Daneben kann der Raum zwischen Aschaffenburg und WĂŒrzburg/Schweinfurt sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen, etwa eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich unter sechs Prozent und eine florierende Wirtschaft. Gleiches gilt fĂŒr Regensburg (Continental Automotive, Maschinenfabrik Reinhausen, BMW, Siemens, Infineon, Osram Opto Semiconductors) das seit Jahren an Wirtschaftskraft zunimmt.

Manche Grenzregionen sind durch Wettbewerbsvorteile in den Nachbarstaaten einesteils und mangelnde Infrastruktur andernteils von Subventionen abhĂ€ngig. Speziell der Bayerische Wald hatte zu Zeiten des Kalten Krieges durch seine abseitige Lage im Zonenrandgebiet wenig StandortattraktivitĂ€t besessen. Zwar fiel nach 1990 dort der Eiserne Vorhang zur CSFR, gleichzeitig wurde aber im wiedervereinigten Deutschland die Zonenrandförderung aufgehoben, und zugleich bot das angrenzende Tschechien – ab 2004 auch EU-Mitglied â€“ oft bessere Investitionsanreize.

Die Arbeitslosenquote betrug im April 2011 3,9 Prozent. Bayern hat damit die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreicht Bayern einen Index von 135 (EU-27:100) (2008).[8] Bayern konnte im Jahr 2006 ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent verbuchen, dieser Wert liegt genau im Bundesdurchschnitt.

An drei Standorten in Bayern befinden sich Kernkraftwerke (KKW Isar, KKW Grafenrheinfeld sowie KKW Gundremmingen), außerdem wird in Garching bei MĂŒnchen ein Forschungsreaktor betrieben (FRM II).

Der Tourismus gilt aufgrund seines hohen Beitrags zur bayerischen Wirtschaft als „Leitökonomie“. So betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft 2005 11,2 Milliarden EUR, die Tagesreisen stellen mit 63 Prozent den grĂ¶ĂŸten Anteil davon. Auch die Beherbungsindustrie spielt in Bayern mit 13.750 Beherbungsbetrieben mit mindestens 9 Betten und 570.000 GĂ€stebetten eine große Rolle. Das bedeutet, dass jeder vierte deutsche Beherbungsbetrieb sich in Bayern befindet. Insgesamt entfallen 18,5 Prozent der touristischen Wertschöpfung in Deutschland auf Bayern, das damit vor Nordrhein-Westfalen (17,9 Prozent) und Baden-WĂŒrttemberg (11,9 Prozent) liegt.[9] Touristisch sind neben MĂŒnchen besonders die Regionen um die bayerischen Seen und in den Alpen, Augsburg (Fuggerei), sowie Regensburg mit der Historischen Altstadt als UNESCO-Welterbe seit 2007 stark.

In Bayern wurde die Photovoltaik massiv ausgebaut. 2012 war in Bayern mehr Photovoltaik-Leistung installiert als in ganz USA. Der Anteil regenerativer Energien am Strombedarf betrÀgt 40%. [10]

Karte der FlughÀfen und LandeplÀtze in Bayern

Bayern ist verkehrsmĂ€ĂŸig gut erschlossen. Durch Bayern fĂŒhren unter anderem die Autobahnen A 3, 6, 7, 8, 9 und 70 sowie die seit dem Herbst 2005 fertiggestellte A 71 und die im August 2008 fertiggestellte A 73, die beide Bayern mit ThĂŒringen verbinden. Sternförmig von MĂŒnchen aus fĂŒhren die A 95 nach Garmisch-Partenkirchen, die A 96 ĂŒber Memmingen nach Lindau, die A 93 ĂŒber Regensburg nach Hof, die A 92 ĂŒber Landshut nach Deggendorf und die A 94 in Abschnitten nach Passau. SĂŒdlich verbindet ein StĂŒck der A 93 die A 8 mit der Brenner Autobahn. Seit den 1970er Jahren geplant, bisher aber wegen Streitigkeiten um die TrassenfĂŒhrung nur in Abschnitten fertiggestellt ist die A 94 von MĂŒnchen ĂŒber Altötting nach Passau. Im SĂŒden wird Bayern ĂŒberdies gerne als AbkĂŒrzung im innerösterreichischen Verkehr benutzt, da aufgrund der geographischen Gegebenheiten der Weg durch die Alpen bei weitem lĂ€nger ist als von Innsbruck ĂŒber die A 8 oder von Lofer ĂŒber die B 21 oder B 305 nach Salzburg („Großes“ bzw. „Kleines Deutsches Eck“).

Im internationalen Straßen- und Bahnverkehr sind die Verbindungen von Deutschland nach Österreich und darĂŒber hinaus nach Italien und SĂŒdosteuropa von ĂŒberragender Bedeutung. Hingegen sind die Verkehrsverbindungen ins benachbarte Tschechien bei weitem nicht von vergleichbarer Relevanz, lediglich die Bundesautobahn 6 wurde nach der politischen Wende in der Tschechischen Republik verwirklicht. Insbesondere die Bahnverbindungen in die Tschechische Republik sind bis heute nicht sehr leistungsfĂ€hig. Eine Elektrifizierung wurde bisher auf keiner nach Tschechien fĂŒhrenden Verbindung umgesetzt.

Bayern verfĂŒgt ĂŒber ein dichtes Streckennetz im Eisenbahnverkehr mit zahlreichen Bahnhöfen. Der MĂŒnchener Hauptbahnhof – einer der grĂ¶ĂŸten in Deutschland – stellt dabei einen wichtigen Knotenpunkt im transeuropĂ€ischen Verkehr dar. Die StĂ€dte MĂŒnchen und NĂŒrnberg verfĂŒgen ĂŒber U-Bahnen sowie S-Bahnen mit einem weiten Einzugsgebiet.

Eines der grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Drehkreuze fĂŒr den Flugverkehr ist der Flughafen MĂŒnchen Franz Josef Strauß. Zwei weitere internationale VerkehrsflughĂ€fen befinden sich in NĂŒrnberg und Memmingen, ĂŒberdies gibt es zahlreiche VerkehrslandeplĂ€tze, u. a. mit Linienflugbetrieb, z. B. Hof-Plauen. Die meisten Binnenschifffahrten finden auf der Donau, dem Main sowie auf dem Main-Donau-Kanal statt. HierfĂŒr gibt es zahlreiche GĂŒterhĂ€fen.

Bayern kann auf eine ĂŒber 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurĂŒckblicken. Laut Artikel 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat fördert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit jĂ€hrlich ĂŒber 500 Millionen Euro, zusĂ€tzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater TrĂ€ger hinzu.

Bayern ist mit ĂŒber 1150 Museen das museumsreichste Land der Bundesrepublik, wozu auch Sammlungen, Schlösser, GĂ€rten und private Sammlungen zĂ€hlen. Zu den grĂ¶ĂŸten und bekanntesten gehören:

  • Alte Pinakothek, MĂŒnchen
  • Neue Pinakothek, MĂŒnchen
  • Pinakothek der Moderne, MĂŒnchen
  • Deutsches Museum, MĂŒnchen
  • Germanisches Nationalmuseum, NĂŒrnberg
  • Neues Museum, NĂŒrnberg
  • MainfrĂ€nkisches Museum, WĂŒrzburg
  • Maximilianmuseum, Augsburg
  • Schaezlerpalais, Augsburg
  • JĂŒdisches Museum Franken, FĂŒrth und Schnaittach
  • FrĂ€nkisches Freilandmuseum, Bad Windsheim
  • Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See
  • Museum Georg SchĂ€fer, Schweinfurt
  • KĂŒnstlerhaus Marktoberdorf, Marktoberdorf

Siehe auch: Museen in Bayern

Tierpark Hellabrunn
  • Niederbayerischer Vogelpark Abensberg
  • Zoo Augsburg
  • Tierpark Röhrensee, Bayreuth
  • Zoologischer Garten Hof
  • Tiergehege am Baggersee, Ingolstadt
  • Kleinzoo Wasserstern, Ingolstadt
  • Tierpark Hellabrunn, MĂŒnchen
  • Tiergarten NĂŒrnberg
  • Wildpark Poing
  • Reptilienzoo Regensburg
  • Wildpark an den Eichen, Schweinfurt
  • Tiergarten Straubing
  • Jura-Zoo, Neumarkt in der Oberpfalz
  • Wildpark Tambach, Coburg

Bayern verfĂŒgt ĂŒber vier staatliche und 18 kommunale Theater mit eigenen Ensembles sowie eine Vielzahl privater BĂŒhnen und freier Gruppen. Als letzte große NeugrĂŒndung ging 2004 aus den StĂ€dtischen BĂŒhnen NĂŒrnberg das Staatstheater NĂŒrnberg hervor. Insgesamt gibt es 35 feste Schauspiel-, Opern- und OperettenbĂŒhnen, 41 Freilicht- und Festspielunternehmen und 17 Puppentheater mit mehr als 14.000 Vorstellungen und ĂŒber 4,8 Millionen Zuschauern jĂ€hrlich. Unter diesen BĂŒhnen befinden sich so renommierte HĂ€user wie:

  • Bayerische Staatsoper im Nationaltheater MĂŒnchen
  • Bayerisches Staatsschauspiel im Residenztheater MĂŒnchen
  • Bayerisches Staatsballett im Nationaltheater MĂŒnchen
  • Staatstheater am GĂ€rtnerplatz, MĂŒnchen
  • Staatstheater NĂŒrnberg
  • Stadttheater Augsburg
  • Augsburger Puppenkiste
  • Mainfranken Theater WĂŒrzburg
  • Stadttheater FĂŒrth
  • Markgrafentheater Erlangen
  • Landestheater Coburg
  • Stadttheater Regensburg
  • Landestheater Niederbayern (Landshut, Passau, Straubing)
  • Theater Hof
  • sowie eine große Zahl privater und freier BĂŒhnen, Boulevardtheater, Kabaretts und ExperimentierbĂŒhnen.
MĂŒnchner Nationaltheater
Das Bayreuther Festspielhaus auf dem GrĂŒnen HĂŒgel

Bayern ist nicht nur das Land der traditionellen Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler, sondern auch die Heimat bekannter Komponisten wie

  • Max Reger
  • Carl Orff
  • Wilfried Hiller
  • Richard Strauss
  • Christoph Willibald Gluck

Die Regensburger Domspatzen, die Augsburger Domsingknaben, der Tölzer Knabenchor und der Windsbacher Knabenchor sind ebenfalls ReprÀsentanten des Freistaates in der ganzen Welt.

Zu den besten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zÀhlen

  • die MĂŒnchner Philharmoniker
  • das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
  • die Bamberger Symphoniker, Bayerische Staatsphilharmonie
  • das Bayerische Staatsorchester am Nationaltheater
  • die Bayerische Kammerphilharmonie, Augsburg
  • die MĂŒnchner Symphoniker
  • das MĂŒnchener Kammerorchester
  • das Georgische Kammerorchester, Ingolstadt
  • die NĂŒrnberger Philharmoniker am Staatstheater NĂŒrnberg
  • die NĂŒrnberger Symphoniker
  • die Hofer Symphoniker
  • das Philharmonische Orchester Bad Reichenhall
  • und das Kammerorchester Schloss Werneck

Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Bayreuther Festspiele und die MĂŒnchner Opernfestspiele. Ein weiteres Highlight in der Musikszene sind die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele, die in Regensburg seit mehreren Jahren unter dem Protektorat von Gloria von Thurn und Taxis gegeben werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig an. Ebenfalls beachtenswert ist der MĂŒnchner Kaiserball sowie der NĂŒrnberger Opernball.

Folgende Literaturpreise werden unter anderem in Bayern verliehen

  • Irseer Pegasus
  • Jean-Paul-Preis
  • Karl-Vossler-Preis
  • Marieluise-Fleißer-Preis
  • Hochschule Ansbach
  • Hochschule Amberg-Weiden
  • Hochschule Aschaffenburg
  • UniversitĂ€t Augsburg
  • Leopold-Mozart-Zentrum Augsburg
  • Hochschule Augsburg
  • Otto-Friedrich-UniversitĂ€t Bamberg
  • UniversitĂ€t Bayreuth
  • Hochschule Coburg
  • Hochschule Deggendorf
  • Katholische UniversitĂ€t EichstĂ€tt-Ingolstadt
  • Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg
  • Hochschule Hof
  • Hochschule Ingolstadt
  • Hochschule Kempten
  • Hochschule Landshut
  • Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen
  • Technische UniversitĂ€t MĂŒnchen
  • Hochschule MĂŒnchen
  • Hochschule fĂŒr Philosophie MĂŒnchen
  • Ukrainische Freie UniversitĂ€t MĂŒnchen
  • UniversitĂ€t der Bundeswehr MĂŒnchen
  • Munich Business School, MĂŒnchen
  • Hochschule Neu-Ulm
  • Akademie der Bildenden KĂŒnste NĂŒrnberg
  • Georg-Simon-Ohm-Hochschule NĂŒrnberg
  • UniversitĂ€t Passau
  • Hochschule Regensburg
  • UniversitĂ€t Regensburg
  • Hochschule Rosenheim
  • Julius-Maximilians-UniversitĂ€t WĂŒrzburg
  • Fachhochschule WĂŒrzburg-Schweinfurt

Durch das Nebeneinander der zwei bayerischen StĂ€mme Altbaiern und Franken, dazu kulturelle Teile von Schwaben, ist die bayerische KĂŒche sehr vielfĂ€ltig. Auch wenn die bayerische KĂŒche deutlich mehr bietet als deftige und rustikale SpezialitĂ€ten, so sind es dennoch besonders diese Gerichte, die weit ĂŒber die bayerischen Landesgrenzen hinweg bekannt geworden sind:

  • Schweinsbraten, Schweinshaxe, SchĂ€ufele (Schweineschulter), Kalbshaxe, Spanferkel
  • Semmelknödel, Kartoffelknödel oder frĂ€nkisch Kloß, Leberknödel und -suppe
  • Sauerkraut, Krautwickel, KrautspĂ€tzle, Krautkrapfen
  • LeberspĂ€tzle(suppe), Speckknödel(suppe), Pfannkuchensuppe (FlĂ€dlesuppe)
  • Weißwurst, Wollwurst, Stockwurst, Regensburger Wurst, NĂŒrnberger Rostbratwurst, Blaue Zipfel
  • Dampfnudeln, Rohrnudeln, Schmalznudeln, Bayerisch Creme
  • Bayerischer Kartoffelsalat, Bayerischer Wurstsalat
  • Obazda oder frĂ€nkisch: Gerupfter
  • LeberkĂ€se
  • Schwaben und AllgĂ€u: KĂ€sspatzen
  • Fingernudeln (Schupfnudeln)
  • Saures LĂŒngerl

Die grĂ¶ĂŸten Volksfeste nach Besuchern sind:

  • Oktoberfest, MĂŒnchen
  • GĂ€ubodenvolksfest, Straubing
  • NĂŒrnberger Volksfest, NĂŒrnberg
  • Regensburger Dult, Regensburg
  • Michaeliskirchweih, FĂŒrth
  • Bergkirchweih, Erlangen
  • Rosenheimer Herbstfest, Rosenheim
  • PlĂ€rrer, Augsburg
  • Karpfhamer Fest, Karpfham
  • Barthelmarkt, Oberstimm bei Ingolstadt
  • Kiliani-Volksfest, WĂŒrzburg
  • Gillamoos, Abensberg in der Hallertau
  • Sandkerwa, Bamberg

Siehe: Schafkopf, Watten

Siehe: Bayerische Tracht

Mit der MaxhĂŒtte (Sulzbach-Rosenberg) verfĂŒgt Bayern zur Zeit noch ĂŒber eines der bedeutendsten Industriedenkmale Europas. Die technik- und architekturhistorisch einmalige Anlage wird derzeit trotz bestehenden Denkmalschutzes abgerissen.

International bekannt ist der FC Bayern MĂŒnchen in der Fußball-Bundesliga. Der 1. FC NĂŒrnberg spielt nach dem Aufstieg 2009 wieder in der Bundesliga, ebenso seit 2011 der FC Augsburg und ist damit der 51. Bundesligist Deutschlands. Der TSV 1860 MĂŒnchen spielt als ehemaliger Erstligist momentan ebenso in der 2. Bundesliga wie die SpVgg Greuther FĂŒrth und der FC Ingolstadt 04, der in der Saison 2009/10 ĂŒber den Relegationsplatz aus der 3. Liga aufgestiegen war. Ebenso kurzzeitig in der 1. Bundesliga und lĂ€ngere Zeit in der 2. Bundesliga war die SpVgg Unterhaching, die nun in der 3. Liga spielt. Dort sind aus Bayern ebenfalls der SSV Jahn Regensburg und Wacker Burghausen vertreten. Der Bayerische Fußball-Verband zĂ€hlt rund 1,4 Millionen Mitglieder und ist damit der mitgliederstĂ€rkste Verband des Deutschen Fußball-Bunds.

Bayern steht mit 163 GolfplĂ€tzen deutschlandweit an der Spitze, Oberbayern hat gemeinsam mit der Metropolregion Hamburg die grĂ¶ĂŸte Golfplatzdichte. Es sind 110.000 aktive Golfer registriert.[11]

Der TV Großwallstadt aus dem Landkreis Miltenberg spielt in der 1. Handball-Bundesliga. Bekannt, wenn auch nicht mehr erstklassig, sind die MĂŒnchener Vereine TSV Milbertshofen und MTSV Schwabing. In der Saison 2011/2012 spielt der HC Erlangen in der 2. Handball-Bundesliga.

Im Damenhandball ist der 1. FC NĂŒrnberg das erfolgreichste bayerische Team. In der jĂŒngeren Vergangenheit wurden sie 2005, 2007 und 2008 Deutscher Meister und stießen 2007/2008 bis in die Hauptrunde der EHF Champions League vor.

Im Baseball haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Mannschaften hervorgebracht, die erfolgreich in der 1. und 2. Baseball-Bundesliga spielen. Dazu zĂ€hlt unter anderem der Deutsche Meister der Saison 2008, 2010 und 2011 aus Regensburg, die Regensburg LegionĂ€re. Zu den weiteren erfolgreichen bayerischen Teams gehören die Gauting Indians, die Ingolstadt Schanzer und die Haar Disciples. Auf Landesverbandsebene gehören unter anderem die Augsburg Gators, die Erlangen White Sox, die FĂŒrth Pirates, die Deggendorf Dragons und die Garching Atomics zu den bayerischen Vereinen. Mit derzeit circa 63 angemeldeten Vereinen ist der BBSV, der Bayerische Baseball und Softball Verband, einer der grĂ¶ĂŸten in Deutschland.

Die Mannschaft der Brose Baskets aus Bamberg ist die beste bayerische Herren-Basketballmannschaft. Neben mehreren Vizemeistertiteln wurden sie 2005, 2007, 2010 und 2011 Deutscher Meister und Pokalsieger 2010 und 2011.

Im Damen-Basketball konnte die in der 1. Bundesliga spielende Mannschaft des TSV Wasserburg in den Jahren 2004 bis 2007 den Deutschen Meistertitel erringen und wurde zudem 2005–2007 Deutscher Pokalsieger.

Die Roten Raben Vilsbiburg (Deutscher Meister 2008 und 2010), das AllgÀu Team Sonthofen (beide Damen) und Generali Haching (Herren) spielen in der 1. Liga.

Korbball wird vor allem im nördlichen Freistaat gespielt. Wichtige Zentren sind Schweinfurt, Aschaffenburg und Coburg.

Sportschießen wird in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Bogen, Wurfscheibe, Laufende Scheibe und Armbrust im gesamten Land ausgeĂŒbt. Die SportschĂŒtzen stellen mit dem Bayerischen SportschĂŒtzenbund (BSSB) den viertgrĂ¶ĂŸten Sportfachverband im Land. Viele bayerische Teilnehmer bei Olympischen Spielen konnten bereits Erfolge erzielen.

In zahlreichen Vereinen kann man auch das Turnen erlernen. Viele Turnvereine haben in Bayern eine lange Tradition. Das Landesleistungszentrum war in NĂŒrnberg, wurde aber mit dem Bundesleistungszentrum in Frankfurt am Main zusammengelegt. Turnen galt in den 1880er Jahren, aber auch nach dem Ersten Weltkrieg als Ausgleich fĂŒr Frauen jeglicher Schichtung. Besondere Zentren sind Augsburg, WĂŒrzburg, Schweinfurt, NĂŒrnberg, aber auch Landshut, Passau und Rosenheim. Bayerische Turnerinnen belegten in den 1920er Jahren oftmals weltweit SpitzenplĂ€tze.[12]

Seit 2000 gibt es fĂŒr Kinder eine „Bayerische Kinderturnolympiade“. Austragungsort war drei Mal Neumarkt in der Oberpfalz, im Jahre 2000, 2004 und 2008.

Jedes Jahr findet in MĂŒnchen ein großes Tennisturnier statt, das von BMW gesponsert wird: Die BMW Open. Sie gelten als Eingangstor fĂŒr spĂ€tere Karrieren. Namhafte Tennisspielerinnen und Tennisspieler, nicht nur aus Deutschland, sondern von der ganzen Welt, reisen dorthin, um wichtige ATP-Punkte mitzunehmen. Weibliche Tennisspielerinnen nehmen an den WTA-WettkĂ€mpfen teil. Bekannte ReprĂ€sentanten des bayerischen Tennis sind Philipp Kohlschreiber aus Augsburg und David Prinosil aus dem oberpfĂ€lzischen Amberg.

Nicht zuletzt durch den Dokumentarfilm Am Limit wurden die Sportkletterer Thomas und Alexander Huber einem grĂ¶ĂŸeren Publikum ein Begriff. Auch frĂŒher waren Bayern unter den weltbesten GipfelstĂŒrmern, unter anderen Johann Grill, Josef Enzensperger, Otto Herzog, Anderl Heckmair oder Toni Schmid.

Speziell im alpinen Raum hat der Wintersport eine traditionell große Bedeutung:

GĂŒnstige Bedingungen fĂŒr Ski-Rennlauf finden sich in den Bayerischen Alpen. Die herausragenden Vertreter dieser Sportart sind Mirl Buchner, Heidi Biebl, Rosi Mittermaier, Marina Kiehl, Christa Kinshofer, Martina Ertl-Renz, Hilde Gerg, Maria Höfl-Riesch, Franz PfnĂŒr und Markus Wasmeier.

Aus dem Biathlon-Bundesleistungszentrum in Ruhpolding gingen zahlreiche Gewinner internationaler Wettbewerbe hervor, die bekanntesten unter ihnen sind Fritz Fischer, Michael Greis, Uschi Disl, Martina Glagow und Magdalena Neuner. Im Langlauf erreichten Tobias Angerer und Evi Sachenbacher-Stehle bedeutende Resultate.

In Bayern gibt es fĂŒnf Eishockey-Vereine in der Deutschen Eishockey Liga; es sind die Augsburger Panther, der ERC Ingolstadt, die NĂŒrnberg Ice Tigers, der EHC MĂŒnchen und die Straubing Tigers. In der 2. Eishockey-Bundesliga spielen die Landshut Cannibals, die Starbulls Rosenheim sowie der ESV Kaufbeuren und der SC Riessersee.

Weitere, besonders durch ihre Nachwuchsarbeit bekannte Vereine sind die Tölzer Löwen, der TEV Miesbach sowie der EV FĂŒssen.

In Bayern haben sich auch einige Brauchtumssportarten wie Fingerhakeln und Eisstockschießen erhalten, die in organisierten Ligen betrieben werden. Auch das Sautrogrennen gehört zu den bayerischen Brauchtumssportarten. Besondere Beliebtheit erfreut sich diese Sportart im SĂŒden Bayerns an den FlĂŒssen Donau, Iller, Isar und Lech. Aber auch im Norden Bayerns wird anlĂ€sslich von Volksfesten in den meist noch vorhandenen örtlichen Dorf- bzw. Löschteichen diesem Sport gehuldigt. Unter grĂ¶ĂŸter Belustigung der Zuschauer werden sogar ernste regionale Meisterschaften bestritten.

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Die ursprĂŒngliche Bevölkerung Bayerns wird traditionell in „StĂ€mme“ (siehe auch Deutsche StĂ€mme fĂŒr die Wortherkunft) untergliedert und setzt sich zusammen aus Altbayern (Baiern), Franken und Schwaben. Bekannt ist vor allem der lange Streit zwischen den Franken und den Altbayern um die angebliche Ungleichbehandlung der Franken durch die Baiern. So liegen viele frĂ€nkische KulturgĂŒter in MĂŒnchen und nicht in ihren Ursprungsorten. Eine RĂŒckfĂŒhrung ist angeblich teilweise aus GrĂŒnden des Erhalts der KulturgĂŒter nicht mehr möglich. Der Streit gipfelt regelmĂ€ĂŸig in der Forderung, dass Franken ein eigenes Bundesland werden solle. Auch Sinti und Jenische haben eine, staatlich bisher nicht anerkannte, sehr lange Tradition in Bayern.

Nach 1945 gelangten ĂŒber zwei Millionen FlĂŒchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem Sudetendeutsche, nach Bayern. Hier wurden sie von Franz Josef Strauß als „vierter Stamm“ bezeichnet.

Wie in ganz (West-)Deutschland kam es ab den 1950er Jahren vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders zu Zuwanderung insbesondere aus der TĂŒrkei und Italien und verstĂ€rkt um 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges aus slawischen LĂ€ndern.

Wieskirche in Oberbayern

Bayern ist nach dem Saarland mit 55,1 % (Stand 2009) das Bundesland mit dem höchsten römisch-katholischen Bevölkerungsanteil in Deutschland.[13] Daneben sind 20,8 % der Bevölkerung evangelisch-lutherisch.[14] Diese beiden Konfessionen verteilen sich ungleich ĂŒber die Bezirke. So sind Altbayern und Unterfranken ĂŒberwiegend katholisch, Mittelfranken und Teile Oberfrankens protestantisch geprĂ€gt. Sowohl die MarkgraftĂŒmer Ansbach und Bayreuth als auch die Mehrzahl der freien ReichsstĂ€dte (wie etwa NĂŒrnberg oder Rothenburg ob der Tauber) sind lutherisches Kernland und waren Hochburgen der Reformation.

Der Anteil der Katholiken und Protestanten hat sich in den letzten Jahren verringert. Dieser Trend ist auch in anderen BundeslĂ€ndern zu beobachten. Der bayerische Staat zahlt der römisch-katholischen Kirche jĂ€hrlich 65 Millionen Euro und der evangelischen Kirche 21 Millionen Euro Staatsdotationen aus dem allgemeinen Haushalt.[15]

JĂŒdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in lĂ€ndlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien ReichsstĂ€dten wie etwa in NĂŒrnberg und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden, seit der Judenemanzipation aber zunehmend in bayerischen StĂ€dten. Von fast 200 jĂŒdischen Gemeinden vor dem Holocaust existieren heute in Bayern noch beziehungsweise wieder zwölf Gemeinden.

Von wachsender Bedeutung ist insbesondere in GroßstĂ€dten der Islam. Viele Moscheegemeinden versuchen, ihre bisherigen Hinterhofmoscheen durch reprĂ€sentative Neubauten zu ersetzen. Eine Studie des Bundesinnenministeriums beziffert den Anteil der Muslime an der bayerischen Gesamtbevölkerung im Jahr 2008 auf ungefĂ€hr 4 % (etwa 13 % der in Deutschland wohnhaften Muslime).[16]

Wie in vielen Gegenden in Deutschland wÀchst der Anteil konfessionell ungebundener Einwohner auch in Bayern. So gibt es einen Humanistischen Verband Bayern, der Teil des Humanistischen Verbands Deutschlands ist. Dieser versteht sich als Weltanschauungsgemeinschaft und Interessenvertretung nichtreligiöser Menschen.[17] Der Verband, der im MÀrz 2007 eine Zahl von 1.800 Mitgliedern ausgewiesen hatte[18], ist in Bayern unter anderem TrÀger des Humanistischen Lebenskundeunterrichts.

1840[19] * 1900[19] * 1933[19] * 1950[19] 1970[20] 2006 2007 2010
Römisch-katholisch 71,1 % 70,5 % 70,0 % 71,9 % 70,4 % 57,2 %[21] 56,3 %[21] 54,4 %[22]
Evangelisch 27,4 % 28,3 % 28,7 % 26,5 % 25,2 % 21,3 %[23] 21,0 %[23] 20,4 %[22]
Muslimisch – – – – 0,9 % 2,2 %
JĂŒdisch 1,4 % 0,9 % 0,5 % 0,1 % 0,1 % 0,1 %
andere Konfessionen
und Konfessionslose
0,1 % 0,3 % 0,8 % 1,5 % 3,4 % 19,2 %

* Inklusive der Region Pfalz

Siehe auch: Liste bayerischer Klöster und Stifte

Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw. den entsprechenden Migrationshintergrund haben.

→ Hauptartikel: Dialekte in Bayern

Die angestammten Dialekte lassen sich drei großen Dialektfamilien zuordnen:

  • Bairisch: in der SĂŒdosthĂ€lfte des Landes (Nord- und Mittelbairisch, am Rand zu Tirol auch SĂŒdbairisch).
  • FrĂ€nkisch: von etwa drei Millionen im Norden und Nordwesten (OstfrĂ€nkisch und RheinfrĂ€nkisch).
  • Alemannisch: von zwei Millionen im Westen und SĂŒdwesten (SchwĂ€bisch und Niederalemannisch).

Zwischen diesen drei MundartrĂ€umen bestehen nicht zu unterschĂ€tzende Übergangsgebiete, die sich nicht widerspruchslos einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren bairisch-frĂ€nkische (u. a. NĂŒrnberg und Umgebung), bairisch-schwĂ€bische (u. a. Lechrain) und schwĂ€bisch-frĂ€nkische (Gebiet um DinkelsbĂŒhl und Hesselberggebiet) Übergangsgebiete, in manchen Orten sogar bairisch-schwĂ€bisch-frĂ€nkische Mischdialekte (z. B. Treuchtlingen, EichstĂ€tt).

Die Dialekte sind bei den Einheimischen, besonders außerhalb der großen StĂ€dte, sehr verbreitet. In Ballungsgebieten wie MĂŒnchen ist allerdings ein Aussterben der Dialekte zu beobachten. Eine Verschriftlichung der Mundart wie in Luxemburg steht aber nicht zur Debatte.

Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.

Als weibliche Symbolgestalt Bayerns gilt die Bavaria.

Viele bairische Vornamen haben sich bis heute erhalten.

  • Literatur von Bayern im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Institut fĂŒr Bayerische Geschichte: EinfĂŒhrende Bibliographie zur Geschichte Bayerns. (Zusammenstellung grundlegender Literatur und Quellensammlungen).
  • Bayerische Bibliographie
  • Max Spindler (Hrsg.), Gertrud Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas. Bayerischer Schulbuchverlag, MĂŒnchen 1969.
  • Max Spindler, Alois Schmid (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. Beck, MĂŒnchen 1971ff. (4 BĂ€nde).
  • ISBN 3-406-09669-7.
  • Peter Claus Hartmann: Bayerns Weg in die Gegenwart. Vom Stammesherzogtum zum Freistaat heute. 2. Auflage. Pustet, Regensburg 2004, ISBN 3-7917-1875-4.
  • ISBN 978-3-7917-2048-7.
  • ISBN 978-3-7973-1100-9
  • Fritz Koller, Hermann Rumschöttel: Bayern und Salzburg im 19. und 20. Jahrhundert, vom Salzachkreis zur Euregio. Samson, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-921635-98-5.
  • Dirk Götschmann: Wirtschaftsgeschichte Bayerns, 19. und 20. Jahrhundert. Pustet, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7917-2230-6
  • Peter Fassl, Wilhelm Liebhart, Doris Pfister, Wolfgang WĂŒst (Hrsg.): Bayern, Schwaben und das Reich. Festschrift fĂŒr Pankraz Fried zum 75. Geburtstag (Augsburger BeitrĂ€ge zur Landesgeschichte Bayerisch-Schwabens 11) Augsburg 2007, ISBN 978-3-89639-589-4
  • Bayerisches Jahrbuch. 86. Jahrgang, K. G. Saur, MĂŒnchen 2007, XIII, 611 S., ISBN 978-3-598-23667-9 (wichtiges Nachschlagewerk mit Informationen zu mehr als 7.000 Institutionen und ca. 12.500 Personen).
  • Michael Beer: Bayerns Boom im Bauernland. Landesplanung und Strukturwandel der bayerischen Wirtschaft im lĂ€ndlichen Raum von 1945 bis 1975. Lulu, Morrisville 2008, ISBN 978-1-4092-0580-7.
  • Franz X. Bogner: Bayern aus der Luft. StĂŒrtz, WĂŒrzburg 2009. ISBN 978-3-8003-4014-9.
  1. ↑ Statistische Ämter des Bundes und der LĂ€nder
  2. ↑ Arbeitslosenquoten im MĂ€rz 2012 – LĂ€nder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur fĂŒr Arbeit, abgerufen am 29. MĂ€rz 2012.
  3. ↑ Statistisches Bundesamt – Angaben zu den Schulden der LĂ€nder
  4. ↑ Beziehungen Bayerns zu außereuropĂ€ischen Staaten und Regionen
  5. ↑ a b c Schulden der öffentlichen Gesamthaushalte: BundeslĂ€nder
  6. ↑ http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/02/PD11__069__713,templateId=renderPrint.psml
  7. ↑ https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online/
  8. ↑ Eurostat News: Regional GDP per inhabitant in the EU 27 (PDF)
  9. ↑ Bayerisches Staatsministerium fĂŒr Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie: Tourismus in Bayern, Juni 2007. Volltext
  10. ↑ Pressemitteilung E.on
  11. ↑ Bericht 2008 des Deutschen Golfverbandes
  12. ↑ Hans Fischer: Die Geschichte des Turnens in Bayern. Eine historische Begegnung. 3. Auflage, Berlin 1958.
  13. ↑ Deutsche Bischofskonferenz:Bevölkerung und Katholiken nach BundeslĂ€ndern 2009
  14. ↑ Evangelische Landeskirche Bayern:Zahlen Daten Fakten
  15. ↑ Staat zahlt 442 Millionen Euro fĂŒr KirchengehĂ€lter. In: Spiegel Online, 8. Juni 2010. Abgerufen am 21. Juni 2011. 
  16. ↑ Etwa vier Millionen Muslime in Deutschland DIK-Studie
  17. ↑ Selbstdarstellung des HVD Bayern
  18. ↑ Webseite des HVD Bayern
  19. ↑ a b c d Konfessionsstruktur (19./20. Jahrhundert). historisches-lexikon-bayerns.de. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  20. ↑ Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid)
  21. ↑ a b Deutsche Bischofskonferenz Statistik (PDF)
  22. ↑ a b Kirchenmitgliederzahlen am 31. Dezember 2010 (PDF). ekd.de. Abgerufen am 10. MĂ€rz 2012.
  23. ↑ a b Die Bayerische Landeskirche in Zahlen. www.bayern-evangelisch.de. Archiviert vom Original am 9. MĂ€rz 2008. Abgerufen am 21. Juni 2011.

48.94944444444411.395Koordinaten: 48° 57â€Č N, 11° 24â€Č O



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Produktion

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Produktion (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.

Produktion, (v. lat.: producere = hervor fĂŒhren), Fertigung, Fabrikation, im rechtlichen Sprachgebrauch die Herstellung, ist der vom Menschen (Produzent) bewirkte Prozess der Transformation, der aus natĂŒrlichen wie bereits produzierten Ausgangsstoffen (Material) unter Einsatz von Energie, Arbeitskraft und bestimmten Produktionsmitteln lagerbare Wirtschafts- oder GebrauchsgĂŒter (Ökonomisches Gut) erzeugt.

Die Produktion ist Teil des GeschĂ€ftsprozesses. Eine umfassende Betrachtung der Produktion erstreckt sich nicht nur auf organisatorische und technologische Gesichtspunkte, sondern auch auf soziokulturelle und ethisch-normative Wertvorstellungen ĂŒber die Arbeit, denen sie als einer der grundlegenden VorgĂ€nge zur Deckung der menschlichen BedĂŒrfnisse unterliegt.

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff der Produktion ist dabei zunĂ€chst nicht auf den industriellen Bereich beschrĂ€nkt, sondern bezeichnet ebenfalls die Herstellung von GĂŒtern im Allgemeinen. Produziert wird ebenso im Handwerk, in der Land- und Forstwirtschaft und auf kĂŒnstlerischem Gebiet. Dienstleistungen sind eingeschrĂ€nkt produzierbar, solange ein zumindest in Maßen als Gegenstand zu begreifendes Produkt erzeugt wird (Fernsehsendung). In Verlagen bleibt die traditionelle Bezeichnung Herstellung als großer Arbeitsbereich, zustĂ€ndig fĂŒr Papier und Online-Organisation, Satz etc. Nicht lagerbare WirtschaftsgĂŒter, wie beispielsweise ElektrizitĂ€t, werden dagegen in der Regel nicht ‚produziert‘, sondern bereitgestellt.

In der industriellen Produktion wird die Fertigung (von StĂŒckgĂŒtern), die Prozessfertigung (von FließgĂŒtern) und die Verfahrenstechnik (von Rohstoffen zu GĂŒtern) unterschieden.

  • Unter Fertigungstechnik versteht man die Herstellung und Montage von diskreten, zĂ€hlbaren Teilen. Die verschiedenen Fertigungsverfahren werden aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterschieden nach der Fertigungsart, welche nach dem Fertigungstyp mit Anzahl der gefertigten Teile als Einteilungskriterium und der Fertigungsorganisation differenziert wird. Die Fertigungstechnik beschreibt die technischen Methoden der Fertigung.
  • In der Verfahrenstechnik wird primĂ€r die Verarbeitung von Rohmaterialien zu einem Produkt betrachtet. Dabei werden kontinuierliche und diskontinuierliche Prozesse unterschieden.

Die wettbewerbsfĂ€hige GĂŒterproduktion in HochlohnlĂ€ndern basiert auf qualifizierten Fachleuten, besonders aber auf einem hohen Technisierungsgrad. Die Produktionsforschung entwickelt Verfahren, AusrĂŒstungen und ProduktionsstĂ€tten unter anderem fĂŒr den Fahrzeugbau oder das verarbeitende Gewerbe. Besonders wichtig sind ihre Ergebnisse aber im Maschinen- und Anlagenbau, dessen Produkte ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit der anderen Industriezweige bestimmen.

In den letzten Jahren hat die Globalisierung der Produktion stark zugenommen. Hierbei spielen die beiden Hauptmotive Kostensenkung und Markterschließung die wichtigen Rollen. Die Arbeitskosten und die NĂ€he zum Markt sind deshalb die beiden relevanten Standortfaktoren fĂŒr die Produktion. Erfolgreich global tĂ€tigen Unternehmen ist es fast ĂŒberall auf der Welt gelungen, exzellente ProduktivitĂ€t und QualitĂ€t zu erreichen. Diese Unternehmen stellen sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten ein und nutzen die standortgerechte Fertigungstechnik und BeschĂ€ftigungsstrategie.

Die Betrachtung der Produktion ist jedoch insbesondere auf die industrielle Fertigung im Produktionsbetrieb ausgerichtet. Die Betriebswirtschaftslehre fĂŒhrt sie als eine der klassischen Funktionen im Betrieb (Produktionswirtschaft, Industriebetriebslehre, Technologie).

In der Volkswirtschaftslehre beschreibt die Produktionstheorie die Herleitung der Angebotskurve (Angebot (Volkswirtschaftslehre)) im Marktmodell. Von einer Technologie ausgehend, die alle technisch machbaren Kombinationen von Inputfaktoren beschreibt, lĂ€sst sich die effizienteste Faktorkombination - fĂŒr gegebene Preise - herleiten (sogenannte Gewinnmaximierung). Daraus lassen sich die Faktornachfrage und das GĂŒterangebot herleiten.

  • Faktor-Substitution: Die Faktoren können beliebig kombiniert werden, da ein Faktor einen anderen ersetzen (substituieren) kann.
  • Partielle Faktor-Variation: Im Gegensatz zur Faktorsubstitution, bei der die Ausbringungsmenge bei Änderung des VerhĂ€ltnisses der Einsatzfaktoren konstant bleibt, Ă€ndert sich die Ausbringungsmenge. Partiell bedeutet ferner, dass lediglich ein Faktor geĂ€ndert, der andere konstant gehalten wird.
  • Totale Faktor-Variation: Alle Produktionsfaktoren können frei eingesetzt werden (keine Restriktion).

Hinsichtlich der Faktorbeziehungen lassen sich substitutionale und limitationale Produktionsfunktionen unterscheiden. Bei substitutionalen Produktionsfunktionen stehen die Ertragsfaktoren in keiner festen Relation zu dem mengenmĂ€ĂŸigen Ertrag. Substitionale Produktionsfaktoren können daher gegeneinander ausgetauscht werden. Hierbei ist allerdings ggf. eine abnehmende Grenzrate der Substitution zu beachten, das heißt, dass mit fortschreitender Substitution eines Produktionsfaktors ein steigender Bedarf an den anderen Produktionsfaktoren besteht, um eine Einheit des substituierten Faktors zu ersetzen.

Im Gegensatz hierzu stehen die Faktoren bei limitationalen Produktionsfunktionen in einer technisch determinierten Relation zur geplanten Produktionsmenge. Zur Erzeugung eines bestimmten Ertrages ist eine technisch genau festgelegte Einsatzmenge jedes limitationalen Produktionsfaktors erforderlich. Dies findet man hÀufig in der chemischen Industrie.

  • Hoitsch, H.-J.: Produktionswirtschaft. Grundlagen einer industriellen Betriebswirtschaftslehre, 2. Aufl., Vahlen 1993
  • Corsten, H.: Produktionswirtschaft, 10. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2003
  • Dyckhoff, H.: Produktionstheorie, 5. Aufl., Berlin 2006
  • Ebel. B.: Produktionswirtschaft, 8. Aufl., Ludwigshafen 2003
  • Fandel, G.: Produktion 1, 6. Aufl., Berlin 2005
  • Gutenberg, E.: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Erster Band: Die Produktion, 24. Aufl., Berlin/Heidelberg/New York 1983
  • Nebl, Th.: Produktionswirtschaft, 6. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2007
  • Produkt (Wirtschaft)
  • schlanke Produktion
  • Minimalkostenkombination
  • Kuppelproduktion
  • Fertigungsdienstleistung
  • Verlagsherstellung
  • Konstruieren (Technik)
  • Produktion von Software
  • Bereitstellen von IT-Leistungen ĂŒber spezielle Produktionsumgebungen


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Fördertechnik

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Fördertechnik fĂŒr StĂŒckgut in einem Distributionszentrum

Die Fördertechnik (FT) (engl. material handling) ist eine Teildisziplin des Maschinenbaus und befasst sich mit der Konzeption, der Auslegung, der Planung und der AusfĂŒhrung von Einrichtungen zum Transport von StĂŒckgut (Paletten, Kisten, Pakete etc.) oder SchĂŒttgut (Sand, Erz, Getreide etc.). Der Transport von flĂŒssigen Medien und Gasen mit Rohrleitungen ist in der Regel nicht Teil der Fördertechnik.

Unter Fördertechnik versteht man zunĂ€chst die eigentliche Technik (Förderanlagen im erweiterten Sinne einschließlich der Lagertechnik), aber auch die Prozessgestaltung beim Betrieb der Anlagen. Zum Fachgebiet Fördertechnik gehört also die Gesamtheit aller Transport-, Umschlag- und Lageraufgaben oder -prozesse sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. HĂ€ufig wird dieser Bereich unter dem Begriff Logistik zusammengefasst.

Im Gegensatz zur Verkehrstechnik, die sich mit dem weitrĂ€umigen Transport befasst, behandelt die Fördertechnik das Fortbewegen von GĂŒtern in abgegrenzten Betriebsbereichen wie beispielsweise HĂ€fen, FlughĂ€fen, im Bergbau oder auch in Industriebetrieben.

Fördertechnische Bauteile sind Seile und FlaschenzĂŒge, Seilrollen, Seiltrommeln und Treibscheiben. Rundstahlketten, Gelenkketten, KettenrĂ€der und Kettentrommeln werden fĂŒr Kettentriebe benötigt. Fördergurte sind Hauptbauelement von FörderbĂ€ndern. Fahrwerkselemente sind LaufrĂ€der und Schienen. Als Lastaufnahmemittel bezeichnet man Lasthaken, Hakengeschirre, SchĂ€kel, Zangen und Klemmen, KĂŒbel und Greifer. Weitere Bauelemente der Fördertechnik sind Triebwerke und Bremsen.

Weiter werden zur Fördertechnik die innerbetrieblichen Transportsysteme gerechnet. Dazu gehören Stetigförderer wie Rollenbahnen, Zellenradschleusen, Gurtbecherwerke und Gurtbandförderer sowie Unstetigförderer wie mannbediente Flurförderzeuge (Gabelstapler, Plattformwagen etc.), Krane, Automatische LKW-Verladesysteme, Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF), WerkstĂŒckförderer und Senkrechtförderer wie Hebetische oder Gurtheber.

In der Fabrikautomation spielen auch pneumatische Antriebe, beispielsweise zum Fördern von Halbfabrikaten und Fertigprodukten, eine bedeutende Rolle. Das pneumatische Fördersystem der Rohrpost wird heute nur noch selten eingesetzt.

  • Sorter
  • ZufĂŒhrtechnik
  • Dubbel: Taschenbuch fĂŒr den Maschinenbau, Berlin: Springer-Verlag 1990
  • DIN: Taschenbuch 44, Fördertechnik 1, Berlin: Beuth-Verlag 1995
  • DIN: Taschenbuch 185, Fördertechnik 2, Berlin: Beuth-Verlag 1995


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Rollen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Rollen steht fĂŒr:

  • mathematisch die Bewegung eines Punktes um eine Achse, siehe Zykloide
  • physikalisch den Abrollvorgang eines Rades oder rundlichenen Objektes auf dem Untergrund, siehe Rollwiderstand
  • die Bewegung eines Wasser- oder Luftfahrzeugs um seine LĂ€ngsachse, siehe Rollen (Bewegung)
  • die Bewegung eines Flugzeuges von und zur Parkposition auf der Rollbahn eines Flugplatzes, siehe Taxiing
  • ein Darstellungverfahren fĂŒr Computerbildschirme, um zu große Inhalte wiederzugeben (engl. Scrolling), siehe Bildlauf
  • ein Element auf der Computertastatur, siehe Rollen-Taste
  • ein Vorbereitungsverfahren von Lebensmitteln, siehe Wickeln (Zubereitungsart)
  • umgangssprachlich das Aussprechen eines R-Lautes als Vibrant
  • das Verkosten von FlĂŒssigkeiten, wie Wein, siehe Verkostung
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StĂŒckgut

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

StĂŒckgutverladung 1920
StĂŒckgut-Spezialladung, Mini U-Boot, fĂŒr Nassau, Bahamas (1964)

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich einzeln am StĂŒck transportieren lĂ€sst:

  • Kollo (Plural Kolli, oft auch Colli, von italienisch collo bzw. französisch colis, engl. trading unit) bezeichnet die kleinste Einheit einer Warensendung: (einzelne) StĂŒcke, die in völlig unterschiedlicher, uneinheitlicher Form und GrĂ¶ĂŸe vorliegen, als EinzelstĂŒck oder Verpackungseinheit (PackstĂŒck, engl. packing unit)
  • StĂŒck (gebrĂ€uchliche AbkĂŒrzung Stck.) bezeichnet immer Kolli derselben Art
  • Sammelgut bezeichnet die Zusammenfassung von gleichen oder verschiedenen StĂŒckgĂŒtern zu einem StĂŒck.

Die StĂŒckmenge ist die MessgrĂ¶ĂŸe des StĂŒckgutes, solange es noch nicht den logistischen Maßnahmen fĂŒr den Transport unterworfen ist. Durch ZĂ€hlen von Kolli oder StĂŒcken wird dabei die StĂŒckzahl als Maßeinheit der StĂŒckmenge ermittelt, wie es etwa manuell, mit ZĂ€hlwaagen oder auf elektronischem Wege geschieht.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung des Begriffs StĂŒckgut

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich am StĂŒck transportieren lĂ€sst, also ein Gebinde, beispielsweise Kisten, beladene Paletten, Maschinen oder Anlagenteile, Kabel-, Papier- oder Blechrollen und FĂ€sser. Die internationale Bezeichnung ist Kollo (Plural: Kolli). Kein StĂŒckgut ist beispielsweise FlĂŒssiggut oder sind Gase, die ohne eigenen BehĂ€lter in die Transportfahrzeuge gepumpt werden. Sand, Kohle, Getreide und vergleichbare Feststoffe sind SchĂŒtt- oder Sauggut, sofern sie nicht verpackt sind.

Die Begriffe StĂŒckgut und Sammelgut werden hĂ€ufig als synonymes Wortpaar verwendet. WĂ€hrend Sammelgut jedoch die Konsolidierung von Warenströmen zur Steigerung der Gewichts- oder Raumausnutzung von Verkehrsmitteln, vor allem in speditionellen HauptlĂ€ufen beschreibt, ist der Begriff des StĂŒckguts im Rahmen von GĂŒterverkehrssystemen der Ebene der ObjektgrĂ¶ĂŸe zuzuordnen.

  • In Deutschland stellte nach dem Eisenbahn-Reformtarif von 1877 das StĂŒckgut neben dem Eilgut und der Wagenladung ein eigenes Abrechnungskriterium dar.
  • FĂŒr den GĂŒterkraftverkehr fand sich eine legaldefinitorische Abgrenzung des StĂŒckguts vom Ladungsverkehr hinsichtlich der Abfertigungsart im § 4 der Kraftverkehrsordnung (KVO) fĂŒr den GĂŒterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen, in der zwischen der Übergabe zur Verladung (StĂŒckgut) oder Bestellung eines Fahrzeuges (Ladungsverkehr) unterschieden wurde.
In der weltweiten Logistik wird StĂŒckgut meist in Containern transportiert

Bei der Abmessung von StĂŒckgĂŒtern gibt es im Gegensatz zu den klar definierten Gewichts- und GrĂ¶ĂŸenmaßen bei den Paketdiensten (vor allem bei den multinationalen Integrators) keine bestimmten Grenzwerte. Die Gewichtsgrenzen sind hĂ€ufig historisch gewachsene und durch alte, nicht mehr gĂŒltige Gesetze und Verordnungen geprĂ€gt.

Die GrĂ¶ĂŸe von StĂŒckgut liegt meist zwischen dem, was ein Gabelstapler transportieren kann, und den Abmessungen eines 40-Fuß-Containers bzw. der LadeflĂ€che eines LKW. Jedoch sind grĂ¶ĂŸere Abmessungen unvermeidlich, wenn der jeweilige Kollo nicht in Einzelteilen transportierbar und erst am Einsatzort montierbar ist, beispielsweise im Fall von Turbinen fĂŒr ElektrizitĂ€tswerke. Übergroße StĂŒcke erfordern Großraumtransporte, welche eine Teildisziplin der Schwertransporte darstellen.

Bei der GrĂ¶ĂŸenabgrenzung ist grundsĂ€tzlich die Gliederung von 1877 aber auch heute noch im GĂŒterkraftverkehr durch die Segmente Paketdienst, StĂŒckgutverkehr und Ladungsverkehr gegeben. In den letzten Jahren hat sich der Transportmarkt weiter differenziert, so dass heute der Markt in die Bereiche Kurier-, Express und Paketdienst (KEP), Gefahrgut, temperaturgefĂŒhrte GĂŒter, Nahrungsmittel, hĂ€ngende GĂŒter und den Markt von handhabbaren und nicht handhabbaren StĂŒckgĂŒtern eingeteilt werden kann. Die Gliederung des Transportmarktes hinsichtlich dieser Gewichtsgrenzen und der Anzahl der Nutzer verdeutlicht Abbildung 1.

Bei der Untergrenze von StĂŒckgĂŒtern gibt es keine einheitliche Meinung. Sie ist vielmehr im Übergangsbereich zu den Kurier, Express und Paketdiensten (KEP) sowie den multinationalen Integrators festzumachen. Der Gewichtsbereich unter 20 kg wird durch das Postgesetz (PostG) im § 4 eindeutig in einen Briefbereich und einen Paketbereich gegliedert. Alle anderen Gewichtsgrenzen sind nicht (mehr) gesetzlich fixiert. Der nationale KEP-Markt orientiert sich ĂŒberwiegend an der 31,5 kg Grenze mit einer Anhebung bis teilweise 40 kg bzw. 50 kg fĂŒr Standardsendungen. Die gleiche Entwicklung ist auch bei den Integrators zu beobachten, bei denen eine Gewichtsanhebung von 31,5 kg auf maximal 68 kg bzw. 70 kg zu beobachten ist. Der Bundesverband Spedition und Logistik (BSL) empfiehlt ein Mindestgewicht von 50 kg, bzw. bei unpalettiert ĂŒbernommenen GĂŒtern 1.000 kg pro Lademeter. In der Speditionspraxis sind VerrechnungssĂ€tze mit Mindestgewichten von national 50 kg bis international 200 kg ĂŒblich.

Als Obergrenze lassen sich in der Literatur Gewichte von 1.500 bis 3.000 kg finden. WĂ€hrend die untere Grenze eher eine fehlende TrennschĂ€rfe zur Unterscheidung von Direktabholung resp. Direktzustellung vermuten lĂ€sst, wird von vielen Speditionen ein Gewicht von 2.500 kg veröffentlicht, die auch in der amtlichen Statistik beim gewerblichen Fernverkehr angesetzt werden. Die Preisempfehlungen des BSL setzen bei StĂŒckgĂŒtern eine Obergrenze von 3.000 kg an.

MarktfĂŒhrer im StĂŒckgut-Segment ist die Kemptener Spedition Dachser. Zu den Top-Ten-StĂŒckgut-Dienstleistern gehören neben DB Schenker und DHL Logistics auch die Kölner Spedition Emons (Stand 2007).

Unter StĂŒckgut kann somit eine Sendung verstanden werden, die zwischen Absender und EmpfĂ€nger im Haus-zu-Haus Verkehr befördert wird, und ein Gewicht zwischen 50 kg und 2.500 kg hat, die zulĂ€ssige Nutzlast des verwendeten Fahrzeuges sowohl vom Volumen als auch vom Gewicht nicht vollstĂ€ndig ausnutzt und somit in der Regel mit anderen Sendungen zusammen befördert wird.

HĂ€ufig besteht eine Lieferung an einen Kunden aus mehreren einzelnen Teilen. Diese werden zur besseren Handhabung im Transport zu grĂ¶ĂŸeren PackstĂŒcken (Kollo) zusammengefasst, etwa in Kartons verpackt. Diese PackstĂŒcke werden schließlich als einzeln zu handhabende StĂŒcke beispielsweise in einen LKW verladen und beim Kunden wieder ausgeladen.

Die Anzahl der Kolli wird in der Regel auf dem Frachtbrief angegeben. Nur diese, nicht der Inhalt der Kolli, kann und sollte vom Spediteur beim Aufladen ĂŒberprĂŒft werden; denn er haftet in der Regel fĂŒr verloren gegangene Ware und sollte daher sicher sein, auch alles eingepackt zu haben.

Zur ÜberprĂŒfung der VollstĂ€ndigkeit einer Lieferung wird in der Regel auf dem Lieferschein die Anzahl der Kolli angegeben. So kann sofort nach dem Entladen eine erste VollstĂ€ndigkeitsprĂŒfung durchgefĂŒhrt und sichergestellt werden, dass beispielsweise kein Kollo auf dem LKW vergessen wurde.

StĂŒckgut kann auf Pritschenwagen, geschlossenen Lastkraftwagen, in Containern oder im Laderaum von Flugzeugen transportiert werden und erfordert keine speziellen TransportbehĂ€lter.

StĂŒckgut wurde frĂŒher auf StĂŒckgutschiffen und in StĂŒckgutwaggons, u.a. im StĂŒckgut-Schnellverkehr, transportiert. Heute verwendet man hierfĂŒr fast nur noch Container, die sich in verschiedenen Verkehrsmitteln einfach transportieren lassen.

FĂŒr StĂŒckgut gelten spezielle Vorschriften der Ladegutsicherung.

→ Hauptartikel: Transportnetzstruktur

Besonders im Sammelgut- und StĂŒckgutverkehr ergibt sich durch die zunehmenden Bedeutung der Logistik als Wettbewerbsfaktor fĂŒr Industrie und Handel, die Notwendigkeit, flĂ€chendeckende Dienstleistungen anzubieten. Plangesteuerte Distributionsverfahren gelten als veraltet, zentrale Distributionsstrategie erfordern jedoch niedrige Transportkosten und kurze Laufzeiten. Laufzeitunterschiede im „Europa mit Grenzen“ waren und sind bei osteuropĂ€ischen Verkehren auch heute noch plausibel und allgemein akzeptiert. In Zentraleuropa hingegen werden nur noch Entfernungsunterschiede akzeptiert. Der Netzstruktur, als ein wesentlicher Einflussfaktor, kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

Netzwerkstrukturen entstehen durch die Anordnung von Knoten (Quellen und Senken von Ladungen) und deren VerknĂŒpfung ĂŒber Kanten (Netzwerkprozesse). Knoten stellen somit Lagerorte und Kanten Transporte dar. Eine Charakterisierung kann ĂŒber die drei Kriterien Stufigkeit, Dichte (Anzahl der im Netzwerk verbundenen Depots) und Dislozierung (rĂ€umliche Verteilung) erfolgen.

Das Marktvolumen ist auf Grund einer schwierigen Datenlage nur eingeschrĂ€nkt bewertbar. 1996 betrug die beförderte GĂŒtermenge im StĂŒckgutverkehr 41 Mio. Tonnen , was 1,4 % der gesamten GĂŒtermenge bedeutet. Vergleiche mit Paketdiensten können nur schwer gezogen werden, da hier das Sendungsaufkommen in Paketanzahl erfasst wird. Der im StĂŒckgutverkehr erwirtschaftete Umsatz belĂ€uft sich nach Lorenz auf 12 Mrd. DM, wobei aktuelle SchĂ€tzungen 14 Mrd. DM angeben. Zu signifikanten Unterschieden im Umsatz gelangt die Marktstudie der UniversitĂ€t Erlangen, wonach schon die Top 50 Unternehmen einen Umsatz im Sammelgutbereich von fast 30 Mrd. DM erwirtschaften.

Infolge der Reduzierung von LagerbestĂ€nden in Industrie und Handel und der damit verbundenen Steigerung der Lieferfrequenz Logistikeffekt, kann es zu erhöhtem Aufkommen an StĂŒckgutverkehren kommen. Da StĂŒckgutverkehre jedoch wiederum mit höheren Kosten verbunden sind, wird mit Konzepten wie z. B. milkrun) versucht Belieferungen zu bĂŒndeln. Eine weitere Steigerung des Aufkommens ist mit der Internationalisierung von Unternehmen und der Vernetzung der Produktionsstandorte zu erklĂ€ren.

Die Sammelgutbranche ist aufgrund der sammelgutaffinen Entwicklungstendenzen zu kleineren GrĂ¶ĂŸen und Gewichten grundsĂ€tzlich als Wachstumsbranche zu bezeichnen.

Siehe auch: PaneuropĂ€ischer StĂŒckgutverkehr

Als Teilmenge der logistischen Dienstleistungen finden StĂŒckgutverkehre zwischen den Produzenten und dem Nachfrager statt. Somit können allgemeine Modelle, wie z. B. das Modell der „blauen Banane“ herangezogen werden. Bei diesem Modell werden Aktiv- und PassivrĂ€ume in Europa dargestellt. Die ĂŒberwiegend zwischen und innerhalb dieser und den angrenzenden Regionen stattfindenden Transporte bestimmen die rĂ€umliche Struktur der StĂŒckgutverkehre. Ein weiteres Modell zur Beschreibung von StĂŒckgutverkehren basiert auf der Erreichbarkeit einer Region. Hier kann z. B. der Peripherieindex herangezogen werden. Bezogen auf die Bevölkerung und den LKW zeigt eine positive Erreichbarkeit fĂŒr Zentralpolen und Westungarn, die vergleichbar mit Norditalien und Zentralfrankreich ist. Eine von Miebach Logistics durchgefĂŒhrte Studie zur Standortwahl in Ostmitteleuropa (1998) nennt Posen, Prag, Brno und Bratislava als ideale Standorte fĂŒr nationale oder regionale Distributionslager.

Die meisten Speditionen sind in BĂŒnden organisiert (z. B. VTL (Vernetzte-Transport-Logistik GmbH); 24plus logistics network; CTL; CargoLine; IDS; S.T.a.R., Systemgut; System Alliance). Diese BĂŒnde arbeiten mit GĂŒterverteilungszentren an Verkehrsknotenpunkten (Verteilerzentren). Ähnlich wie bei Paketdienstleistern ĂŒberspannt ein Netz aus Linienverkehren und Knotenpunkten den gesamten Zustellungsbereich, so können die Lastkraftwagen optimal eingesetzt und ausgelastet werden. Diese Art von Logistik nennt man "Systemverkehr".

Beispielhaft fĂŒr den Systemverkehr ist z. B. der Warenumlauf bei großen Handelsketten wie Kaufland. Das fĂŒr den Bereich Schweinfurt / Kitzingen zustĂ€ndige Warenlager befindet sich in Donnersdorf. Lkws eines bei Kaufland beschĂ€ftigten Fuhrunternehmens liefern beispielsweise StĂŒckgut (z. B. Wein und Kleidung) von diesem Verteilerzentrum nach SĂŒdfrankreich, der Lkw nimmt dort eine andere Ware auf, liefert nach Nordspanien und kehrt dann wieder mit Ware, deren Zielort in Mitteleuropa liegt, zurĂŒck zum Ausgangspunkt. Leerfahrten werden so notwendigerweise vermieden. Diese Route wird regelmĂ€ĂŸig gefahren, sie ist deshalb ein Linienverkehr. NatĂŒrlich trifft dies auch auf StĂŒckgut aller Art zu, der stĂ€ndige Kostendruck auf die Fuhrunternehmer zwingt diese zu Rationalisierungsmaßnahmen, StĂŒckgut kann nun also nicht mehr einzeln geliefert es muss gemeinsam mit StĂŒckgut,bzw. anderer Art der Ladung, zu einer großen Sendung zusammengefasst werden. Die mittlerweile beinahe tĂ€glich zwischen großen StĂ€dten pendelnden Linienverkehre ermöglichen so eine kosteneffiziente Methode des Transports.

[Bearbeiten] Andere TransportgĂŒter

  • Frachtgut
    • Containergut
    • FlĂŒssiggut
    • Greifergut
    • Massengut
    • Sauggut
    • SchĂŒttgut


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SchĂŒttgut

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter SchĂŒttgut (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Siloanlage SchĂŒttgĂŒter
Sand gehört zur Klasse der SchĂŒttgĂŒter

Der Begriff SchĂŒttgut bezeichnet ein körniges oder auch stĂŒckiges Gemenge, das in einer schĂŒttfĂ€higen Form vorliegt. Bestimmt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut durch die KorngrĂ¶ĂŸe und der Kornverteilung, sowie die SchĂŒttdichte, den SchĂŒttwinkel, die Feuchtigkeit und der Temperatur.[1]

SchĂŒttgĂŒter werden in zwei Gruppen unterschieden:

  • kohĂ€sionlose, freifließende SchĂŒttgĂŒter
  • kohĂ€sive, zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter

Die Bezeichnung „SchĂŒtten” ist ein aus den DIN-Normen des Transportwesens und der Verfahrenstechnik definierter Begriff mit dem Umgang von SchĂŒttgĂŒtern. Eine SchĂŒttung, insbesondere die lose SchĂŒttung, bezeichnet GĂŒter, die sich in einem BehĂ€ltnis frei bewegen können oder nicht anderweitig in ihrer Lage gesichert sind.

Die SchĂŒttgutmechanik beschĂ€ftigt sich mit Lager- und Transportbedingungen von SchĂŒttgĂŒtern wie SchĂŒttwinkel (Reibungswinkel), Ausflussverhalten von Silos, Fluidisierung und SchĂŒttdichte. Nach Überschreiten einer Aktivierungsenergie können sich SchĂŒttgĂŒter wie ein Fluid verhalten, also fließen. Die Partikel bleiben dabei im Wesentlichen erhalten oder verĂ€ndern ihre Form auf dem Transportweg nicht. Die wichtigste KenngrĂ¶ĂŸe hierfĂŒr ist die RieselfĂ€higkeit. Physikalisch behandelt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut in der Theorie der granularen Materie.

Inhaltsverzeichnis

Salz als Berg (Halde) aufgeschĂŒttet

Zu den SchĂŒttgĂŒtern zĂ€hlen Baustoffe wie beispielsweise Oberboden, Sand, Kies und Zement sowie Rohstoffe wie etwa Erz, Kohle oder Streusalz. Weiterhin gehören Lebensmittel wie Getreidesorten, Zucker, Salz, Kaffee und Mehl zur Gruppe der SchĂŒttgĂŒter. Pulverförmige GĂŒter wie Pigmente sowie FĂŒllstoffe, Granulate und Pellets lassen sich ebenfalls zuordnen.

SchĂŒttgĂŒter werden aufgrund ihrer Stoffeigenschaften oftmals in Silos oder Bunkern gelagert. Je nach Stoffeigenschaft unterscheidet man freifliessende und zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter. Erstere sind problemlos mit beispielsweise einer Zellenradschleuse oder mithilfe eines Schiebers auszutragen. Bei schwierigen (komplexen) SchĂŒttgĂŒter beispielsweise bei kohĂ€siven, hygroskopischen, entmischenden, schießenden, nicht fließfĂ€higen oder pastösen SchĂŒttgĂŒter ist die Austragung (speziell die genau dosierte), mehr als anspruchsvoll. Stoffe mit den beschriebenen Eigenschaften können problemlos mit einem Kippbalkenboden ausgetragen werden. Ware, die witterungsunempfindlich ist, kann auch im Freien gelagert werden. Bei der Beförderung unterscheidet man kontinuierlichen, also ununterbrochen fließenden, und diskontinuierlichen Transport.

Zu den kontinuierliche Transportverfahren zĂ€hlen einfache Einrichtungen wie SchlĂ€uche und Rohre (so genannte pneumatische Förderung), aber auch komplexe Systeme wie Bandstetigförderer (Muldengurtförderer, Fördergurt), Kettenstetigförderer, Schwingförderer und Becherwerke sowie Zellenradschleusen zum Austragen und Eindosieren. Des Weiteren dient die Doppelpendelklappe zur Beförderung von grobem SchĂŒttgut. Diskontinuierlicher Transport erfolgt bei SchĂŒttgut-Silos oder -Bunkern (etwa bei Schiffen, dort auch als StĂŒrzgut bezeichnet) in Mulden- und Hochbordfahrzeugen (Straße und Schiene) sowie in Silowagen, Silofahrzeugen, Sattelauflieger mit Schiebeboden und als Sackware oder in Bigbags.

In der SchĂŒttguttechnik beschĂ€ftigt man sich mit der funktionsgerechten Auslegung von Apparaten der mechanischen Verfahrenstechnik, insbesondere Silos. Durch Kenntnis experimentell ermittelter SchĂŒttguteigenschaften ist eine Siloauslegung mit dem Ziel der Vermeidung von Ausflussstörungen, wie Schachtbildung, BrĂŒckenbildung oder Entmischung möglich.

Experimentell ermittelte Eigenschaften sind:

  • die SchĂŒttgutfestigkeit,
  • die SchĂŒttdichte,
  • der effektive Reibungswinkel,
  • der Wandreibungswinkel
  • Transportgut
  • Sauggut
  • Massengut
  • StĂŒckgut
  • FĂŒllgut
  1. ↑ SchĂŒttgut Tagung
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 508 S. m. 350 Abb., Springer Verlag Berlin, ISBN 978-3-540-34082-9
  • DIN EN 1991-4: Einwirkungen auf Tragwerke - Teil 4: Einwirkungen auf SchĂŒttgut-Silos Deutsche Fassung EN 1991-4:2006, 119 S., Beuth Verlag GmbH
  • Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter: Fliesseigenschaften und Handhabung. Springer 2006
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 377 S., Springer Verlag Berlin, ISBN 3-540-34082-3


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