Startseite Anmelden   Deutsch English
Startseite
  Startseite Unternehmen Außendienst Leistungen Produkte Referenzen Aktuelles Kontakt Empfehlen  

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Rollen-Konfigurator
 
· Stückgut
   · Nichtangetriebene Tragrollen
   · Angetriebene Tragrollen
   · Konische Tragrollen
   · Förderröllchen
   · Allseitenrollen
   · Rollenschienen
· Schüttgut
   · Bandrollen
   · BandfĂŒhrungsrollen
   · Pufferringrollen
   · StĂŒtzringrollen
   · Bandstationen
   · Antriebstrommeln
   · Umlenktrommeln
· Auswahl nach Typen
· PDF-Katalog

Gebietsvertregung Braunfels, Region Hessen - Hersteller von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut - Fördertechnik in Hessen

Herstellung von Rollen, Fördertechnik, Schüttgut, Stückgut in Braunfels, Hessen, Deutschland

Schüttgut, Stückgut und Fördertechnik in Braunfels

Wählen Sie den Ort Braunfels aus für eine Übersicht zu Fördertechnik, Schüttgut und Stückgut:

 

Förderband, Förderrolle und Fördertechnik in Braunfels, Hessen

 

 

Andere Orte:

Babenhausen

Bacharach

Backnang

Bad Aibling

Bad Arolsen

Bad Bentheim

Bad Bergzabern

Bad Berka

Bad Berleburg

Bad Berneck im Fichtelgebirge

Bad Bevensen

Bad Bibra

Bad Blankenburg

Bad Bramstedt

Bad Breisig

Bad BrĂŒckenau

Bad Buchau

Bad Camberg

Bad Colberg-Heldburg

Bad Doberan

Bad Driburg

Bad DĂŒben

Bad DĂŒrkheim

Bad DĂŒrrenberg

Bad DĂŒrrheim

Bad Elster

Bad Ems

Baden-Baden

Bad Fallingbostel

Bad Frankenhausen/KyffhÀuser

Bad Freienwalde

Bad Friedrichshall

Bad Gandersheim

Bad Gottleuba-BerggießhĂŒbel

Bad Griesbach im Rottal

Bad Grund

Bad Harzburg

Bad Herrenalb

Bad Hersfeld

Bad Homburg vor der Höhe

Bad Honnef

Bad Hönningen

Bad Iburg

Bad Karlshafen

Bad Kissingen

Bad König

Bad Königshofen im Grabfeld

Bad Kösen

Bad Köstritz

Bad Kötzting

Bad Kreuznach

Bad Krozingen

Bad Laasphe

Bad Langensalza

Bad LauchstÀdt

Bad Lausick

Bad Lauterberg im Harz

Bad Liebenstein

Bad Liebenwerda

Bad Liebenzell

Bad Lippspringe

Bad Lobenstein

Bad Marienberg

Bad Mergentheim

Bad MĂŒnder am Deister

Bad MĂŒnster am Stein-Ebernburg

Bad MĂŒnstereifel

Bad Muskau

Bad Nauheim

Bad Nenndorf

Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bad Neustadt an der Saale

Bad Oeynhausen

Bad Oldesloe

Bad Orb

Bad Pyrmont

Bad Rappenau

Bad Reichenhall

Bad Rodach

Bad Sachsa

Bad SĂ€ckingen

Bad Salzdetfurth

Bad Salzuflen

Bad Salzungen

Bad Saulgau

Bad Schandau

Bad Schmiedeberg

Bad Schussenried

Bad Schwalbach

Bad Schwartau

Bad Segeberg

Bad Sobernheim

Bad Soden am Taunus

Bad Soden-SalmĂŒnster

Bad Sooden-Allendorf

Bad Staffelstein

Bad Sulza

Bad SĂŒlze

Bad Teinach-Zavelstein

Bad Tennstedt

Bad Tölz

Bad Urach

Bad Vilbel

Bad Waldsee

Bad Wildbad

Bad Wildungen

Bad Wilsnack

Bad Wimpfen

Bad Windsheim

Bad Wörishofen

Bad WĂŒnnenberg

Bad Wurzach

Baesweiler

Baiersdorf

Balingen

Ballenstedt

Balve

Bamberg

Barby

Bargteheide

Barmstedt

BĂ€rnau

Barntrup

Barsinghausen

Barth

Baruth/Mark

Bassum

Battenberg

Baumholder

Baunach

Baunatal

Bautzen

Bayreuth

Bebra

Beckum

Bedburg

Beelitz

Beerfelden

Beeskow

Beilngries

Beilstein

Belgern

Belzig

Bendorf

Benneckenstein

Bensheim

Berching

Berga/Elster

Bergen

Bergen auf RĂŒgen

Bergheim

Bergisch Gladbach

Bergkamen

Bergneustadt

Berka/Werra

Berlin

Bernau bei Berlin

Bernburg

Bernkastel-Kues

Bernsdorf

Bernstadt a. d. Eigen

BersenbrĂŒck

Besigheim

Betzdorf

Betzenstein

Beverungen

Bexbach

Biberach an der Riß

Biedenkopf

Bielefeld

Biesenthal

Bietigheim-Bissingen

Billerbeck

Bingen am Rhein

Birkenfeld

Bischofsheim an der Rhön

Bischofswerda

Bismark

Bitburg

Bitterfeld-Wolfen

Blankenburg

Blankenhain

Blaubeuren

Bleckede

Bleicherode

Blieskastel

Blomberg

Blumberg

Bobingen

Böblingen

Bocholt

Bochum

Bockenem

Bodenwerder

Bogen

Böhlen

Boizenburg/Elbe

Bonn

Bonndorf im Schwarzwald

Bönnigheim

Bopfingen

Boppard

Borgentreich

Borgholzhausen

Borken

Borkum

Borna

Bornheim

Bottrop

Boxberg

Brackenheim

Brake

Brakel

Bramsche

Brandenburg an der Havel

Brand-Erbisdorf

Brandis

Braubach

Braunlage

BrÀunlingen

Braunsbedra

Braunschweig

Breckerfeld

Bredstedt

Breisach am Rhein

Bremen

Bremerhaven

Bremervörde

Bretten

Breuberg

Brilon

Brotterode

Bruchköbel

Bruchsal

BrĂŒck

BrĂŒel

BrĂŒhl

BrunsbĂŒttel

BrĂŒssow

Buchen

Buchholz in der Nordheide

Buchloe

BĂŒckeburg

Buckow

BĂŒdelsdorf

BĂŒdingen

BĂŒhl

BĂŒnde

BĂŒren

Burg

Burgau

Burgbernheim

Burgdorf

BĂŒrgel

Burghausen

Burgkunstadt

Burglengenfeld

BurgstÀdt

Burg Stargard

Burgwedel

Burladingen

Burscheid

BĂŒrstadt

Buttelstedt

ButtstÀdt

Butzbach

BĂŒtzow

Buxtehude

Braunfels

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Braunfels (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Wappen Deutschlandkarte
50.51758.3888888888889236Koordinaten: 50° 31â€Č N, 8° 23â€Č O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 236 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 47,29 kmÂČ
Einwohner:

10.908 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahl: 35619
Vorwahlen: 06442, 06445 (Neukirchen), 06472 (Altenkirchen), 06473 (Tiefenbach)
Kfz-Kennzeichen: LDK
GemeindeschlĂŒssel: 06 5 32 003
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
HĂŒttenweg 3
35619 Braunfels
WebprÀsenz: www.braunfels.de
BĂŒrgermeister: Wolfgang Keller (parteilos)
Lage der Stadt Braunfels im Lahn-Dill-Kreis
Über dieses Bild
Braunfelser Stadtteile
Luftaufnahme 2007
Schloss Braunfels – Auszug aus der Topographia Hassiae von MatthĂ€us Merian 1655

Braunfels ist eine Stadt im Lahn-Dill-Kreis in Hessen (Deutschland).

Inhaltsverzeichnis

Der Luftkurort Braunfels liegt im östlichen Hintertaunus auf einer Höhe von etwa 240 Metern, 2 km sĂŒdlich dem Lahntal, 10 km westlich der Stadt Wetzlar.

Der Jahresniederschlag betrĂ€gt 752 mm. Die NiederschlĂ€ge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 52 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten NiederschlĂ€ge fallen im Dezember. Im Dezember fallen 1,5 mal mehr NiederschlĂ€ge als im Februar. Die NiederschlĂ€ge variieren nur minimal und sind extrem gleichmĂ€ĂŸig ĂŒbers Jahr verteilt. An nur 3 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Braunfels grenzt im Nordwesten an die Stadt Leun, im Norden an die Stadt Solms, im Osten an die Gemeinde Schöffengrund, im SĂŒdosten an die Gemeinde Waldsolms (alle im Lahn-Dill-Kreis), im SĂŒden an die Gemeinde WeilmĂŒnster sowie im Westen an die Stadt Weilburg und die Gemeinde Löhnberg (alle drei im Landkreis Limburg-Weilburg).

Die Stadt Braunfels gliedert sich in sechs Stadtteile. Neben der Kernstadt (6016) sind dies nordwestlich Tiefenbach (1116) sowie Bonbaden (1511) und Neukirchen (606) sĂŒdöstlich. Im SĂŒden liegen Philippstein (994) und Altenkirchen (788) (Einwohnerzahlen jeweils in Klammern, Stand 31. Dezember 2009).[2]

Stadt und Schloss Braunfels wurden 1246 erstmals erwÀhnt. Möglicherweise auch 1245, dies ist auf dem Original der Urkunde nicht eindeutig zu erkennen.

Schloss Braunfels, aus einer im 13. Jahrhundert gegen die Grafen von Nassau errichteten Trutzburg hervorgegangen, diente ab ca. 1260 als Wohnburg der Braunfelser Linie der Herren zu Solms. Nach der Zerstörung der Burg Solms durch den Rheinischen StĂ€dtebund 1384 wurde die Burg Braunfels neuer Stammsitz der Grafen von Solms. In der mehr als 750-jĂ€hrigen Baugeschichte der ehemaligen Burg fanden zahlreiche Umbauten statt. Im Stadtwappen ist das Wappentier der Grafen von Solms – steigender Löwe in den Farben Blau und Gelb â€“ erhalten.

Unterhalb der Burg entstanden im 13. und 14. Jahrhundert drei Talsiedlungen, die sich, wehrhaft befestigt, als eine Art Vorburg um die Kernburg herum gruppierten. Tal und Vordertal lagen im SĂŒden innerhalb der Stadtmauern, Hintertal im Norden und Osten außerhalb der Mauern.

Stadtrecht besitzt Braunfels seit 1607. Im DreißigjĂ€hrigen Krieg wurde Braunfels fĂŒnfmal von feindlichen Truppen besetzt. Die Bevölkerung dezimierte sich durch Hungersnöte und Pest um 50 %. Am Ende setzte die Reformation sich in Braunfels wie in der gesamten Lahn- und Dillgegend durch.

Der FlĂ€chenbrand von 1679 vernichtete große Teile der Stadt und der zum Barockschloss ausgebauten Burg. Das Schloss wurde danach unter Verwendung der noch bestehenden Bausubstanz wieder aufgebaut und erweitert; der Stadt wurde der vor den Stadtmauern liegende und bis heute erhaltene regelmĂ€ĂŸige Marktplatz mit seinen umliegenden StraßenzĂŒgen hinzugefĂŒgt. Zahlreiche FachwerkhĂ€user entstanden im Zuge des Wiederaufbaus Ende des 17. sowie im 18. Jahrhundert.

Vom Ausbau des Schlosses zur fĂŒrstlichen Residenz im 18. Jahrhundert profitierte auch die Stadt. ZĂŒnfte wurden gebildet, und es kam zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

Der Reichsdeputationshauptschluss 1803 beendete die territoriale SelbststĂ€ndigkeit der FĂŒrsten von Solms. Die Besitzungen fielen an das Herzogtum Nassau und mit dem Wiener Kongress 1815 an das Königreich Preußen, dessen Geschichte Braunfels des Weiteren teilte.

WĂ€hrend der MĂ€rzrevolution 1848 fĂŒhrten am 18. MĂ€rz tausende revolutionĂ€r gesinnte BĂŒrger aus den umliegenden Ortschaften einen Sturm auf Braunfels durch, der jedoch am 15. April mit Hilfe des Preußischen MilitĂ€rs niedergeschlagen wurde.[3] Dennoch wurden die Gerichte in Braunfels und Ehringshausen am 26. April dem Kreisgericht unterstellt und der Wetzlarer Landrat Keßler ĂŒbernahm am 6. Mai die Regierung in Braunfels.[4]

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Braunfels zur Kurstadt ausgebaut. Aus einer Milchkur-Anstalt und einem Kneipp-Bad entstanden Zug um Zug die heute noch bestehenden Kuranlagen.

In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts teilt Braunfels die Probleme der globalen wirtschaftlichen und politischen Entwicklung (Inflation und Arbeitslosigkeit in der Weimarer Republik, im Nationalsozialismus propagandistisch gestĂŒtzte BeschĂ€ftigungsprogramme, im Zweiten Weltkrieg Einweisung von evakuierten und ausgebombten Familien in Notquartiere).

Nach 1950 setzte der Wiederaufbau ein. 1957 beging die Stadt, die sich seit 1961 „Luftkurort“ nennt, ihre 700-Jahres-Feier, die 1946 nachkriegsbedingt verschoben werden musste. Neue infrastrukturelle Einrichtungen, Wohnviertel und Sportanlagen entstanden in den 1960er und 1970er Jahren.

Mit der Gebietsreform in Hessen wurden 1972 die zuvor selbststĂ€ndigen, im Abschnitt „Ortsgliederung“ genannten Dörfer, außer Philippstein und Altenkirchen, eingemeindet. Philippstein und Altenkirchen schlossen sich am 1. Juli 1974 im Rahmen der Auflösung des Oberlahnkreises der Stadt an.

1981 wurde die Stadt Braunfels mit dem Europapreis fĂŒr ihre hervorragenden BemĂŒhungen um den europĂ€ischen Integrationsgedanken ausgezeichnet. Weitere PrĂ€dikate fĂŒr Naturschutz und Familienfreundlichkeit folgten. Seit 1994, zwei Jahre vor der 750-Jahres-Feier, gibt es die mittelalterlichen Festspiele Spektakulum als ĂŒberregional beworbene Touristenattraktion.

Die Kommunalwahl am 27. MĂ€rz 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[5]

Gemeindewahl in Braunfels 2011
 %
40
30
20
10
0
34,8 %
30,7 %
17,6 %
11,0 %
5,9 %
CDU
SPD
GrĂŒne
FWG
FDP
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,7 %p
-1,9 %p
+8,5 %p
-1,3 %p
-2,5 %p
CDU
SPD
GrĂŒne
FWG
FDP
Parteien und WĂ€hlergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 34,8 13 37,5 14
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,7 11 32,6 12
GRÜNE BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 17,6 7 9,1 3
FWG Freie WĂ€hlergemeinschaft Braunfels 11,0 4 12,3 5
FDP Freie Demokratische Partei 5,9 2 8,4 3
gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 43,5 45,9

Direkt gewĂ€hlter BĂŒrgermeister von Braunfels ist der parteilose Politiker Wolfgang Keller. Die Stichwahl am 29. Oktober 2006 gewann Keller mit 54 % der Stimmen gegen Michael Reitz (SPD).

Blasonierung: „In von Gold und Blau geteiltem Schild ein rot-gezungter Löwe in verwechselten Farben.“

Das am 10. August 1937 durch den OberprĂ€sidenten der Provinz Hessen-Nassau verliehene Wappen ĂŒbernimmt nach einem persönlichen Entwurf des OberprĂ€sidenten Philipp von Hessen den Schild des fĂŒrstlich-solmsischen Stammwappens und wandelt ihn, da das FĂŒrstengeschlecht noch blĂŒht, durch Schildteilung und Farbwechsel ab. Im Schutz der solmsischen Burg ist ein Ort entstanden, dem der Graf 1607 einen Freibrief ausstellte, und das Stammschloss ist heute noch Sitz des FĂŒrstenhauses Solms-Braunfels. Die mit der Wappenverleihung genehmigte Stadtfahne zeigt in einem von Blau und Gold geteilten Feld das Stadtwappen in der Weise, dass das goldene Feld vom blauen Streifen und das blaue Feld vom goldenen Streifen aufgenommen wird.

Braunfels unterhÀlt partnerschaftliche Beziehungen zu

Die Partnerstadt New Braunfels in Texas (USA) wurde von Auswanderern aus Braunfels gegrĂŒndet. Die Kleinstadt zwischen Austin, TX und San Antonio, TX ist heute eine Touristenattraktion, die sich auf ihre deutschen Wurzeln beruft und in der bis heute deutschsprachige GeschĂ€fte und Restaurants anzutreffen sind. Ein großer VergnĂŒgungs- und Aquapark („Schlitterbahn“), die einschlĂ€gige Gastronomie („Schnitzelhaus“, „Omas Haus“ ...) sowie ein „genuine Oktoberfest“ sollen bei Besuchern aus Deutschland auch schon einmal gegen Heimweh geholfen haben.

Ehemaliger Bahnhof Braunfels-Oberndorf

Bis 1985 wurde im Ortsteil Oberndorf ein Bahnhof an der Solmsbachtalbahn unterhalten. Heute ist der Bahnhof Leun/Braunfels an der Lahntalbahn die nÀchstgelegene Bahnstation.

Ebenfalls in Leun wird mit der Bundesstrasse 49 die nÀchstgelegene Fernverkehrsstrasse erreicht.

Schloss Braunfels
FachwerkhĂ€user Auf der SchĂŒtt
FachwerkhÀuser am Marktplatz
Solmser Hof, Unterstes Burgtor und Blick zum Schloss
Schlossstraße mit dem Palais Hartleben ganz hinten quer
  • Schloss Braunfels: Der letzte, die heutige Erscheinung des Schlosses bestimmende Umbau der im Kern mittelalterlichen, im 17. Jahrhundert barock umgestalteten Anlage fand ab 1880 nach PlĂ€nen des neugotischen Baumeisters Edwin Oppler statt. Im Schloss befinden sich zahlreiche Kunstwerke der Familie Solms-Braunfels, u. a. GemĂ€lde niederlĂ€ndischer Meister (van Eyck), der hessischen Malerfamilie Tischbein, der kunsthistorisch bedeutende Altenberger Altar, von dem sich Teile im Frankfurter StĂ€del sowie im Bayerischen Nationalmuseum in MĂŒnchen befinden, sowie der legendĂ€re Ring der hl. Elisabeth von ThĂŒringen. Zu besichtigende Bereiche umfassen den Schlosshof, Rittersaal, GesellschaftsrĂ€ume und GemĂ€ldegalerie, sakrale AusstellungsstĂŒcke aus dem Kloster Altenberg, die Galerie mir JagdgemĂ€lden von Johannes Deiker sowie den Kanonenplatz. Außerdem sind das fĂŒrstliche Familienmuseum und die Schlosskirche mit baugeschichtlicher Ausstellung zugĂ€nglich.
  • Altstadt: Die Innere Altstadt mit ausgeprĂ€gten Verteidigungsanlagen ist als vorburgartige Erweiterung rund um die Burg zu verstehen, welche die drei Talsiedlungen Tal, Vordertal und Hintertal schĂŒtzten. Dem Weg durch das Hintertal entspricht der heutige Burgweg mit einfachen FachwerkhĂ€usern und zwei Toren (Klepper-, Ritter- oder Teufelstor im Norden, HintertĂ€ler Tor mit Hochzeitslinde im SĂŒdosten).
  • Der Marktplatz in seiner heutigen Gestalt entstand nach dem Stadtbrand von 1679. Zu seinen restaurierten FachwerkhĂ€usern zĂ€hlen u. a. der Solmser Hof (vormals Gemeindebackhaus und Reitstall, heute Restaurant), das Haus am ehemaligen Zwinger von 1691 (heute Hotel) sowie die historische Metzgerei (spĂ€ter Postamt) von 1708. Der Marktbrunnen stammt von 1727.
  • Weitere FachwerkhĂ€user aus dem spĂ€ten 17. und 18. Jahrhundert stehen Auf der SchĂŒtt oberhalb des Marktplatzes. Hier handelt es sich um eine bebaute AufschĂŒttung von Asche, Schutt und Erde nach dem Stadtbrand von 1679. In der Schlossstraße haben sich mit dem Meanderhaus (erbaut 1700, seit 1806 Rentkammer) und dem Palais Hartleben (erbaut1681) ebenfalls sehenswerte FachwerkhĂ€user erhalten.[6]
  • Das ehemalige fĂŒrstliche Brauhaus östlich der Stadt ist das Geburtshaus von Friederike MĂŒnster, der spĂ€teren Ehefrau des Pfarrers Theodor Fliedner.
  • Die Burgruine Philippstein liegt auf einem Hang und ist durch einen Halsgraben, welcher heute teilweise verfĂŒllt ist, vom Berg abgetrennt. Erhalten geblieben sind von der Burg der runde Bergfried, Reste des Kellers sowie Teile der Umfassungsmauer.
  • Der große Kurpark mit Lindenallee wurde im Kern um 1700 angelegt und im 19. Jahrhundert durch verschiedene Bauten im neogotischen Stil erweitert. Ein prominenter Besucher war 1887 der spĂ€tere 99-Tage-Kaiser Friedrich III. Zum historischen Baumbestand des Parks zĂ€hlen auch MammutbĂ€ume. Die Wandelhalle wurde 1990 umgebaut und modernisiert.
  • Der zeitgleich mit dem Kurpark unter Graf Wilhelm Moritz angelegte Tiergarten war das ehemalige grĂ€fliche Jagdrevier. In dem ca. 55 ha großen Wald leben Rehe und Damhirsche, EuropĂ€ische Mufflons und Wildschweine. Das Gasthaus ist das historische grĂ€fliche Forsthaus. Rundwanderwege fĂŒhren in die nahe Parklandschaft, und die organisierten WildfĂŒtterungen sind fĂŒr die Kinder eine Attraktion.
  • Das skurrile Dr. Kanngießer’sche Waldmuseum (eingerichtet 1916) ist eine Mineralien-, Pflanzen- und Fossiliensammlung des Naturforschers, Arztes und Toxikologen Friedrich Kanngießer.
  • Das Stadtmuseum ObermĂŒhle, ein heimatgeschichtliches Museum, ist in einer ehemaligen KornmĂŒhle (1450 erwĂ€hnt) eingerichtet, die auf den Fundamenten eines Wehrturms (erwĂ€hnt 1250) steht. Sie ist damit das Ă€lteste bekannte GebĂ€ude im Tal unterhalb des Burgbergs. Das Museum existiert seit 1972 und enthĂ€lt Exponate aus dem lokalen Alltag der Handwerker und Bauern.
  • Nicht zu verwechseln mit dem Stadtmuseum ObermĂŒhle ist das Brauhaus ObermĂŒhle (Brauhaus der 1868 von Philip Wahl gegrĂŒndeten Schlossbrauerei Braunfels, die 1996 die Produktion einstellte; diese wiederum nicht zu verwechseln mit der Ă€lteren fĂŒrstlichen Brauerei); sie ist ein Gasthof, in dem seit 2003 auch wieder eigenes Bier gebraut wird.

Der FSV Braunfels spielt in der Saison 2009/2010 in der Fußball-Verbandsliga Mitte.

Der TuS Philippstein spielt seit 2006 wieder aktiv Fußball in der Kreisliga B Wetzlar SĂŒd.

Die mittelalterlichen Ritterspiele Spektakulum gibt es alle zwei Jahre an einem Sommerwochenende seit 1994 (mit Unterbrechungen); sie werden vom lokalen Aktionsring Braunfels e. V. organisiert und fanden 2007 zum 8. Mal statt. Organisierte Kampfspiele, Darbietungen von Gauklern und Akrobaten, Schaustellern und sonstigem „fahrenden Volk“ und FestumzĂŒge in historischen KostĂŒmen ziehen an den beiden Tagen zahlreiche Touristen an. Dabei verwandelt sich der gesamte Kurpark in ein großes Ritterlager.

  • FĂŒrst Georg Friedrich (1890–1970) und FĂŒrstin Beatrice zu Solms-Braunfels, erhielten 1963 die gemeinsame Ernennung zur EhrenbĂŒrgerwĂŒrde
  • Rolf Ahrens, Direktor a.D. der Neurologischen Klinik, wurde 1980 zum EhrenbĂŒrger ernannt
  • Graf Hans-Georg (1920–2003) und GrĂ€fin Marie Gabrielle (1918-2003) von Oppersdorff Solms-Braunfels wurde 1986 die EhrenbĂŒrgerwĂŒrde verliehen
  • Friedrich IV., Landgraf von Hessen-Homburg (1724–1751)
  • Karl du Thil (1777–1859), Politiker des Großherzogtums Hessen und langjĂ€hriger PrĂ€sident des Gesamtministeriums
  • Karl Schönhals (1788–1857), Feldzeugmeister
  • Friedrich Ludwig Mallet (1793–1865), Prediger der Erweckungsbewegung
  • Ferdinand von Solms-Braunfels (1797–1873), Standesherr, Abgeordneter in WĂŒrttemberg, Mitglied des Preußischen Herrenhauses
  • Friederike Fliedner (1800–1842), MitbegrĂŒnderin der Frauendiakonie
  • Ewald von Kleist (1881–1954), Generalfeldmarschall
  • Ottmar Gerster (1897–1969), Komponist
  • GĂŒnther Becker (1944−2002), Politiker (SPD)
  • Dorkas Kiefer (* 1972), deutsche Schauspielerin
  • Vanessa Jean Dedmon (* 1987), deutsche SĂ€ngerin
  • Mary Roos (* 1949), deutsche SchlagersĂ€ngerin
  • Ulrich Sporleder (1911–1944), evangelischer Theologe, Pfarrer der Bekennenden Kirche in Marienburg und Marienwerder, Offizier der deutschen Wehrmacht und WiderstandskĂ€mpfer gegen den Nationalsozialismus
  1. ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. ↑ Stadt Braunfels: Braunfels in Zahlen – Einwohnerstatistik, abgerufen am 3. Februar 2010
  3. ↑ W. Cornelius: Sturm auf Braunfels – Der Aufruhr im Solmser Land im April 1848. WNZ – Heimat an Lahn und Dill, Nr. 211 (1988).
  4. ↑ F. Wieber: Niederbiel – Heimatschrift zur Schuleinweihung am 10. Dezember 1960. Verlagsdruckerei Wetzlar, 1960.
  5. ↑ EndgĂŒltiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. MĂ€rz 2011, Braunfels Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 4. April 2011.
  6. ↑ Michael Losse: Die Lahn: Burgen und Schlösser, S. 74, 75


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Braunfels aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Hessen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hessen (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Land Hessen
Über dieses Bild
Flagge
Wappen
Wahlspruch: „An Hessen fĂŒhrt kein Weg vorbei.“
Sprache: Deutsch
Landeshauptstadt: Wiesbaden
FlĂ€che: 21.114,94 kmÂČ
Einwohnerzahl: 6,090 Mio.(31. Oktober 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 288 Einwohner pro kmÂČ
Arbeitslosenquote: 5,8 % (MĂ€rz 2012)[2]
GrĂŒndung: 1945
Staatsform: Parlamentarische Republik, teilsouverÀner Gliedstaat eines Bundesstaates
Schulden: 37,1 Mrd. EUR (31. Dezember 2010)[3]
ISO 3166-2: DE-HE
Kontakt:
Website: www.hessen.de
Politik:
MinisterprÀsident: Volker Bouffier (CDU)
Regierende Parteien: CDU und FDP
Sitzverteilung im Landtag: CDU 46
SPD 29
FDP 20
B’90/GrĂŒne 17
Die Linke 6
Letzte Wahl: 18. Januar 2009
NĂ€chste Wahl: November 2013
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im Bundesrat: 5

Hessen (AbkĂŒrzung HE) ist ein Land in und sĂŒdwestlich der Mitte der Bundesrepublik Deutschland. Es gehört vor allem mit seinen sĂŒdlichen Landesteilen zu den am dichtesten besiedelten und wirtschaftsstĂ€rksten Regionen Deutschlands. Die Landeshauptstadt ist Wiesbaden, die grĂ¶ĂŸte Stadt Frankfurt am Main.

Das heutige Land Hessen wurde am 19. September 1945 unter dem Namen Groß-Hessen gegrĂŒndet und hatte als erstes noch heute bestehendes Land der Bundesrepublik eine neue demokratische Verfassung. Seine unmittelbaren VorgĂ€ngerstaaten waren der Volksstaat Hessen und die preußischen Provinzen Kurhessen und Nassau, die der Freistaat Preußen am 1. April 1944 durch Teilung der Provinz Hessen-Nassau schuf.

Inhaltsverzeichnis

Der Name Hessen ist nach Meinung mancher Historiker die abgewandelte Form des Stammesnamens der germanischen Chatten, deren Siedlungsschwerpunkt im heutigen Nord- und Mittelhessen lag; diese Meinung wird aber durchaus nicht allgemein anerkannt.

Hessen verfĂŒgt ĂŒber eine FlĂ€che von 21.114,94 kmÂČ. Der geografische Mittelpunkt befindet sich nach Auswertung von rund 35.000 Messpunkten entlang der hessischen Grenze in Flensungen, einem Ortsteil der Gemeinde MĂŒcke im Vogelsbergkreis.[4] Zudem liegt der geografische europĂ€ische Mittelpunkt seit der EU-Osterweiterung 2007 in der Barbarossastadt Gelnhausen, Ortsteil Meerholz, im Main-Kinzig-Kreis.

In der Mitte Deutschlands liegend grenzt das Land Hessen mit einer GesamtgrenzlĂ€nge von 1410 km an die LĂ€nder Nordrhein-Westfalen (GrenzlĂ€nge: 269,3 km), Niedersachsen (167,0 km), ThĂŒringen (269,6 km), Bayern (261,9 km), Baden-WĂŒrttemberg (176,5 km) und Rheinland-Pfalz (266,3 km).

Siehe auch: Liste der naturrÀumlichen Einheiten in Hessen
Blick auf den Taunus
Rhönlandschaft bei Tann

Hessen ist geprĂ€gt von Mittelgebirgen bis 950 m Höhe. Die Beckenlandschaften liegen dem gegenĂŒber oftmals auf Höhen unter 200 m ĂŒber NN, die FlusstĂ€ler unterschreiten teilweise die 100-m-Marke.

Der Norden Hessens gehört zur sogenannten Deutschen Mittelgebirgsschwelle. Hierzu zĂ€hlen zum einen die naturrĂ€umlichen Haupteinheitengruppen des Rheinischen Schiefergebirges SĂŒderbergland, Taunus, Westerwald, Gießen-Koblenzer Lahntal und Mittelrheingebiet, zum anderen im Hessischen Bruchschollentafelland West- und Osthessisches Bergland sowie das NiedersĂ€chsische Bergland im Norden und das ThĂŒringer Becken im Osten.

Der SĂŒden und SĂŒdosten Hessens gehört zum SĂŒdwestdeutschen Schichtstufenland mit der Haupteinheitengruppe Hessisch-FrĂ€nkisches Bergland, der SĂŒdwesten zum Oberrheinischen Tiefland.

Hessens Landschaft besteht aus zahlreichen Mittelgebirgen; nach deren jeweils höchsten (hessischen) Bergen sortiert sind dies: Rhön, Taunus, Rothaargebirge, Vogelsberg, Hoher Meißner, Kellerwald, Westerwald, Söhre, Kaufunger Wald, KnĂŒllgebirge, Habichtswald, Gladenbacher Bergland, Odenwald, Stölzinger Gebirge, Spessart, Schlierbachswald, Seulingswald, Richelsdorfer Gebirge und Reinhardswald.

Die höchste Stelle des Landes befindet sich auf der Wasserkuppe (950,2 m ĂŒ. NN) in der Rhön (im Landkreis Fulda) (zu den hessischen Mittelgebirgen und weiteren Bergen: Liste der Berge in Hessen).

Im SĂŒdwesten Hessens liegt im Oberrheinischen Tiefland, das auch den Ballungsraum Rhein-Main-Gebiet und die Wetterau enthĂ€lt, die flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte Beckenlandschaft. Sie ist Teil der Mittelmeer-Mjösen-Zone und wird innerhalb dieser nach Nord(ost)en durch das Gießener Becken, das Amöneburger Becken und die bis nördlich von Kassel reichende Westhessische Senke verlĂ€ngert.

Abseits davon bildet das Limburger Becken an der westlichen Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz zwischen Taunus und Westerwald einen grĂ¶ĂŸeren intramontanen Senkungsraum innerhalb des Rheinischen Schiefergebirges. Die Wetschaft-Senke verlĂ€ngert dem gegenĂŒber die Ostgrenze des Rheinischen Schiefergebirges nördlich von Wetterau und Gießener Becken.

Die meist tektonisch angelegten Becken sind im geomorphologischen Sinne meistens keine Becken, sondern teils weitrĂ€umige Niederungen, die von FlĂŒssen durchflossen werden. Vielfach finden sich hier LĂ¶ĂŸdecken, welche zusammen mit der Klimagunst die Grundlage fĂŒr eine ertragreiche Landwirtschaft bilden.

Die niedrigste Stelle Hessens befindet sich bei Lorch am Rhein (81 m ĂŒ. NN) im Rheingau-Taunus-Kreis.

Rhein mit Insel Mariannenaue bei Erbach (Rheingau), links davon die Große Gieß mit der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz

Der Norden und der Osten Hessens gehören zum Einzugsgebiet der Weser, die das Land im Ă€ußersten Norden durchquert. Ihre QuellflĂŒsse Fulda und Werra fließen auf 215 km bzw. 95 km LĂ€nge durch Hessen. Dagegen wird der ĂŒbrige Teil des Landes zum Rhein hin entwĂ€ssert, der im SĂŒdwesten auf 107 km LĂ€nge die Grenze zu Rheinland-Pfalz bildet. Seine fĂŒr Hessen wichtigsten NebenflĂŒsse sind Main und Lahn, aber auch der Neckar fließt ein kurzes StĂŒck durch den Ă€ußersten SĂŒden Hessens.

Nachfolgend sind alle durch Hessen fließenden FlĂŒsse mit einer GesamtlĂ€nge von ĂŒber 100 km oder einer Fließstrecke in Hessen von ĂŒber 50 km aufgefĂŒhrt. Angegeben sind jeweils die hessische und die gesamte LĂ€nge.

Edersee 2007

In Hessen gibt es keine sehr großen natĂŒrlichen Seen. Gleich vier der grĂ¶ĂŸten Stauseen des Landes liegen im Landkreis Waldeck-Frankenberg im Nordwesten Hessens: der Edersee als mit Abstand grĂ¶ĂŸter See in Hessen sowie Affolderner See, Diemelsee und Twistesee. Weitere bedeutende Stauseen sind der Kinzig-Stausee im osthessischen Main-Kinzig-Kreis und der Aartalsee in der Gemeinde Bischoffen im westhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Zu den grĂ¶ĂŸten Baggerseen Hessens gehören der Borkener See im Schwalm-Eder-Kreis, der Werratalsee im Werra-Meißner-Kreis und der Langener Waldsee im Landkreis Offenbach als grĂ¶ĂŸter See SĂŒdhessens.

Der grĂ¶ĂŸte Teil der hessischen Bevölkerung lebt im sĂŒdlichen Landesteil, im Rhein-Main-Gebiet. Weitere urbane Zentren sind in Mittelhessen Gießen, Marburg und Wetzlar, in Nordhessen Kassel und in Osthessen Fulda. Zur Bevölkerungsentwicklung siehe Bevölkerungsprognose Hessen.

→ Hauptartikel: Geschichte Hessens

Im heutigen Land Hessen sind die ehemaligen Territorien der hessischen FĂŒrstentĂŒmer Landgrafschaft Hessen (spĂ€ter u. a. Hessen-Kassel, Hessen-Darmstadt, Hessen-Rotenburg und Hessen-Homburg), der Grafschaft Erbach, des FĂŒrstentums Solms und große Teile des Herzogtums Nassau, der Grafschaft Hanau, der Grafschaft Isenburg, des FĂŒrstentums Waldeck, der FĂŒrstbistĂŒmer Mainz und Fulda, sowie der Freien ReichsstĂ€dte Frankfurt am Main, Friedberg, Gelnhausen und Wetzlar respektive die ehemaligen Territorien der Nachfolgestaaten vereint.

Durch Proklamation der amerikanischen MilitĂ€rregierung vom 19. September 1945 wurden die Grundlagen fĂŒr das heutige Land Hessen geschaffen. Mit der Annahme der Verfassung des Landes Hessen, durch die Volksabstimmung am 1. Dezember 1946, wurde aus dem zuvor gebildeten „Groß-Hessen“ das Land „Hessen“.[5]

Siehe auch: Liste hessischer MinisterprÀsidenten
Siehe auch: Hessische Landesregierung
Der Fuldaer Dom: Bischofssitz mit dem Grab des Bonifatius

40,8 Prozent der Bevölkerung gehören den evangelischen Landeskirchen von Hessen und Nassau, von Kurhessen-Waldeck sowie des Rheinlandes an. 25,4 Prozent sind römisch-katholischen Bekenntnisses, sie gehören zu den (Erz-)BistĂŒmern Fulda, Limburg, Mainz und Paderborn. 33,0 Prozent der hessischen Bevölkerung gehören zu einer anderen oder keiner Religionsgemeinschaft.[6] Über 10 Prozent der Muslime in Deutschland leben laut einer Hochrechnung des Bundesministerium des Inneren aus dem Jahr 2009 in Hessen.[7]

Die hessischen Dialekte, die zu den rheinfrĂ€nkischen, also mitteldeutschen Dialektgruppen gehören, sind vielfĂ€ltig. Das Dialektkontinuum unterscheidet hier zwischen Frankfurter und sĂŒdhessischen Dialekten, zwischen niederhessischen und oberhessischen sowie osthessischen Mundarten, die noch von der einheimischen Bevölkerung gesprochen werden.

Das Hessische schlechthin gibt es nicht. Die unterschiedlichen in Hessen gesprochenen Dialekte gehören zu der mitteldeutschen/westmitteldeutschen Dialektgruppe und weisen in den verschiedenen Landesteilen aufgrund des deutschen Dialektkontinuums starke Unterschiede auf.

Die rheinfrĂ€nkischen Dialekte werden nördlich der Linie Wiesbaden-Aschaffenburg gesprochen und reichen bis an die Grenzen des Siegerlandes. Im Westteil reicht im Limburger Becken und dem Westerwald vor allem in den ehemals Kurtrierischen Orten der moselfrĂ€nkische Sprachraum nach Hessen hinein. SĂŒdlich davon werden die sĂŒdlichen Dialekte des RheinfrĂ€nkischen gesprochen.

In den Ballungsgebieten sind wegen der hohen Zuwanderungsrate allerdings Dialekte nur noch selten zu hören, es herrscht das Hochdeutsche vor oder es bilden sich moderne stÀdtische Ausgleichssprachen heraus, wie etwa das so genannte Neuhessisch im Rhein-Main-Raum. Im Nordwesten Hessens im Gebiet um Waldeck werden zudem niederdeutsche Dialekte, gesprochen. (Siehe auch: Literatur zur Volkskunde in Hessen unten und Deutscher Sprachatlas.)

Man unterscheidet im heutigen Hessen folgende Dialektgruppen:

  • SĂŒdhessischer Dialekt, der im Rhein-Main-Raum gesprochen wird.[8] Der sĂŒdhessische Dialekt gehört zum RheinfrĂ€nkischen.
  • Mittelhessische Dialekte (= oberhessische Dialekte z. B. HinterlĂ€nder Platt, Wittgensteiner Platt)
  • Niederhessische Dialekte, die im Regierungsbezirk Kassel gesprochen werden.
  • OstfrĂ€nkische und ThĂŒringische Dialekte, die im Nordosten an der Landesgrenze zu ThĂŒringen im Werragebiet und in der Rhön (Rhöner Platt) an der Grenze zu Bayern und ThĂŒringen als Einsprengsel des Eichsfeldischen und Hennebergischen bzw. Grabfeldischen gesprochen werden.
  • Niederdeutsche Dialekte, genauer gesagt westfĂ€lische, nördlich und westlich von Kassel, u. a. in Teilen von Waldeck.

Das in Rundfunk und Fernsehen hĂ€ufiger gebrauchte und irrefĂŒhrend als Hessisch bezeichnete Rhein-Main-Deutsch („Fernsehhessisch“) wird der Vielfalt der in Hessen gesprochenen Dialekte nicht gerecht. Es weist in seiner tatsĂ€chlich gesprochenen Form viele Charakteristika eines Regiolekts auf und unterscheidet sich damit grundsĂ€tzlich von den Dialekten des historischen hessischen Kernbereiches, wie sie heute noch in Nieder-/Nord-, Ober- oder Osthessen vorkommen. Auch der sĂŒdhessische Dialekt weist deutlich Unterschiede von der in Radio und Fernsehen propagierten Mundart auf und ist wie alle (hessischen) Dialekte heute stark bedrĂ€ngt.

→ Hauptartikel: Hessische KĂŒche

Generell werden in Hessen ĂŒberwiegend Kartoffeln als Beilage serviert. Folgende SpezialitĂ€ten sind ĂŒberregional bekannt:

  • GrĂŒne Sauce
  • Ahle Wurst
  • Frankfurter WĂŒrstchen
  • Apfelwein
  • HandkĂ€s mit Musik
  • Frankfurter BethmĂ€nnchen

Ein Verzeichnis der in Hessen ansÀssigen Hochschulen findet sich unter Hochschulen in Hessen. Nachfolgend eine Auswahl:

  • Johann Wolfgang Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt am Main
  • Justus-Liebig-UniversitĂ€t Gießen
  • Philipps-UniversitĂ€t Marburg
  • Technische UniversitĂ€t Darmstadt
  • UniversitĂ€t Kassel
  • Fachhochschule Frankfurt am Main
  • Technische Hochschule Mittelhessen in Gießen und Friedberg und Wetzlar (StudiumPlus), (ehemals Fachhochschule Gießen-Friedberg)
  • Hochschule RheinMain (ehemals Fachhochschule Wiesbaden) mit Forschungsanstalt Geisenheim
  • Hochschule Darmstadt
  • Hochschule Fulda
  • Evangelische Fachhochschule Darmstadt
  • Studienzentrum der Finanzverwaltung und Justiz in Rotenburg an der Fulda
  • accadis Hochschule Bad Homburg
  • Arbeiter Samariter Bund Landesschule Hessen - Rettungsdienstschule in Wiesbaden
  • Berufsakademie Nordhessen in Bad Wildungen
  • Berufsakademie Rhein-Main in Rödermark
  • Hessische Berufsakademie in Frankfurt, Darmstadt, Offenbach
  • Dr. Hoch’s Konservatorium - Musikakademie Frankfurt am Main
  • European Business School (EBS) in Oestrich-Winkel
  • Evangelische Fachhochschule Darmstadt (EFHD)
  • Fachhochschule fĂŒr Oekonomie & Management (FOM) in Frankfurt am Main
  • Fachhochschule des Bundes fĂŒr öffentliche Verwaltung - Fachbereich Landwirtschaftliche Sozialversicherung - in Kassel
  • Fachhochschule fĂŒr Archivwesen in Marburg
  • Frankfurt School of Finance & Management (ehemals HfB) in Frankfurt am Main
  • Freie Theologische Hochschule Gießen
  • Hochschule fĂŒr Gestaltung Offenbach am Main
  • Hochschule fĂŒr Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
  • Kunsthochschule Kassel
  • Landesfeuerwehrschule Hessen in Kassel
  • Lutherische Theologische Hochschule Oberursel
  • Private FernFachhochschule Darmstadt
  • Akademie fĂŒr Tonkunst in Darmstadt
  • Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt am Main
  • Provadis School of International Management and Technology in Frankfurt am Main
  • Staatliche Zeichenakademie in Hanau
  • Theologische FakultĂ€t in Fulda
  • Hochschule Fresenius in Idstein
  • Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD)
  • Hessische Film- und Medienakademie (hFMA)
  • Max-Planck-Institut fĂŒr Herz- und Lungenforschung, W.G. Kerckhoff-Institut, Bad Nauheim
  • GSI Helmholtzzentrum fĂŒr Schwerionenforschung, Darmstadt
  • Institut fĂŒr Sozialforschung (IfS) an der Johann Wolfgang Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt am Main
  • Deutsches Institut fĂŒr Internationale PĂ€dagogische Forschung (DIPF) Frankfurt am Main
  • Forschungsinstitut fĂŒr Deutsche Sprache- Deutscher Sprachatlas- an der Philipps-UniversitĂ€t Marburg
  • Sigmund-Freud-Institut, Frankfurt am Main
  • Paul-Ehrlich-Institut, Langen
  • Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, Frankfurt am Main
  • Institut fĂŒr Solare Energieversorgungstechnik (ISET e. V.) (ab 2009 Mitglied der Fraunhofer-Gesellschaft), Kassel
  • Lehr- und Forschungsanstalt, Geisenheim (Rheingau)
  • Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung HSFK, Frankfurt
  • Institut fĂŒr sozial-ökologische Forschung ISOE, Frankfurt
→ Hauptartikel: Liste der Museen in Hessen
→ Hauptartikel: Verfassung des Landes Hessen

Die hessische Verfassung vom 1. Dezember 1946 ist die Ă€lteste heute noch geltende Verfassung eines deutschen Landes.[9] Die Verfassung ist in zwei Hauptteile gegliedert. Von den 161 Verfassungsartikeln befassen sich die ersten 63 Artikel mit den Grundrechten. Im zweiten Hauptteil ist der Staatsaufbau geregelt. Hier werden die Staatsorgane, die zur AusĂŒbung der Staatsgewalt berufen sind, mit ihren Aufgaben, Rechten und Pflichten beschrieben (siehe Abschnitt Staatsaufbau weiter unten). In der Verfassung bekennt sich Hessen zu Frieden, Freiheit, VölkerverstĂ€ndigung und zur (noch zu schaffenden) deutschen Republik. Der Krieg ist geĂ€chtet. In der Verfassung ist ein Widerstandsrecht gegenĂŒber verfassungsfeindlichen Gesetzen und Handlungen verankert.

Der erste verfassungsmĂ€ĂŸig gewĂ€hlte MinisterprĂ€sident war Christian Stock. Mit VerkĂŒndung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 wurde Hessen zu einem Land der Bundesrepublik Deutschland.

Hessen ist laut seiner Verfassung Glied der deutschen Republik, was den Anspruch auf Mitgliedschaft in einem (zum Zeitpunkt des Beschlusses der Verfassung) neu zu schaffenden deutschen Staat ausdrĂŒckte. Die Staatsform ist eine demokratische und parlamentarische Republik.

→ Hauptartikel: Hessischer Landtag
Hessischer Landtag im alten Wiesbadener Stadtschloss 2007

Die Legislative wird vom Landtag ausgeĂŒbt, soweit sie nicht dem Volk durch Volksentscheid zugedacht ist. Der Landtag besteht aus den vom Volk gewĂ€hlten Abgeordneten. Das passive Wahlrecht haben alle Stimmberechtigten, die das einundzwanzigste Lebensjahr vollendet haben. Alle Parteien mit mehr als fĂŒnf Prozent der WĂ€hlerstimmen sind im Landtag vertreten. Die Legislaturperiode betrĂ€gt seit dem Jahr 2003 fĂŒnf Jahre, davor waren es vier Jahre.

Die Hessische Staatskanzlei in Wiesbaden in der Georg-August-Zinn-Straße am Kranzplatz

Die Exekutive ist die Hessische Landesregierung und die ihr unterstellte Landesverwaltung. Die Landesregierung setzt sich aus dem MinisterprĂ€sidenten und den Ministern zusammen. Der MinisterprĂ€sident bestimmt die Richtlinien der Regierungspolitik und ist dafĂŒr dem Landtag verantwortlich. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Minister den ihm anvertrauten GeschĂ€ftszweig selbstĂ€ndig und unter eigener Verantwortung gegenĂŒber dem Landtage. Der MinisterprĂ€sident vertritt das Land Hessen nach außen. Der Landtag wĂ€hlt ohne Aussprache den MinisterprĂ€sidenten mit mehr als der HĂ€lfte der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Der MinisterprĂ€sident ernennt daraufhin die Minister. Eine Besonderheit ist, dass Angehörige der AdelshĂ€user/Familien, die bis 1918 in Deutschland oder einem anderen Land regiert haben oder in einem anderen Land regieren, nicht Mitglieder der Landesregierung werden können.

Die Judikative wird vom Staatsgerichtshof und den weiteren Gerichten des Landes ausgeĂŒbt. Der Staatsgerichtshof besteht aus elf Mitgliedern, und zwar fĂŒnf Richtern und sechs vom Landtag nach den GrundsĂ€tzen der VerhĂ€ltniswahl gewĂ€hlten Mitgliedern, die nicht dem Landtag angehören dĂŒrfen. Der Staatsgerichtshof entscheidet ĂŒber die VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit der Gesetze, die Verletzung der Grundrechte, bei Anfechtung des Ergebnisses einer Volksabstimmung, ĂŒber Verfassungsstreitigkeiten sowie in den in der Verfassung und den Gesetzen vorgesehenen FĂ€llen. In Hessen gibt es dabei noch die Besonderheit, dass hier die Institution eines Landesanwaltes besteht, der aus eigenem Antrieb bei Staatsgerichtshof die PrĂŒfung der VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit eines Gesetzes prĂŒfen lassen kann.

Sitzverteilung im 2009 gewÀhlten Landtag

Bis etwa 1970 war Hessen Stammland der SPD. Ab dieser Zeit gelang es erstmals der CDU, stĂ€rkste Partei zu werden; die Regierung wurde jedoch bis 1982 durch eine Koalition von SPD und FDP gestellt. Nachdem als Ergebnis der Landtagswahl in Hessen 1982 die GrĂŒnen, die sich damals noch als Fundamentalopposition verstanden, erstmals in den Hessischen Landtag eingezogen waren, gab es keine regierungsfĂ€hige Mehrheit. Dieser Zustand endete erst Ende 1985, als die bundesweit erste rot-grĂŒne Landesregierung zustande kam. Anfang 1987 zerbrach diese wieder. Aus der folgenden vorgezogenen Neuwahl gingen CDU und FDP als Wahlsieger hervor. Seither gab es bei jeder Wahl knappe Mehrheiten im Land, oftmals mit nur einem Sitz. Von 1991 bis 1999 regierten erneut SPD und GrĂŒne, ehe es 1999 zu einer Koalition aus CDU und FDP unter Roland Koch kam. Im Jahr 2003 erhielt die CDU zum ersten Mal in Hessen die absolute Mehrheit im Parlament (56 Sitze).

Volker Bouffier, MinisterprÀsident Hessens seit dem 31. August 2010

Bei der Landtagswahl am 27. Januar 2008 konnte die CDU ihre Mehrheit nicht verteidigen. Der erstmalige Einzug der Partei Die Linke, auch wenn diese mit 5,1 % Stimmenanteil die FĂŒnf-Prozent-HĂŒrde nur knapp ĂŒberwand, bewirkte, dass keine der von den Parteien im Vorfeld angestrebten Regierungskoalitionen (CDU/FDP bzw. SPD/GrĂŒne) eine Mehrheit fand. In den folgenden Wochen scheiterten alle Versuche der in den Landtag gewĂ€hlten Parteien, eine regierungsfĂ€hige Mehrheit zusammenzustellen, zu der entweder zwei große Parteien (CDU und SPD) oder eine große und zwei kleinere Parteien (FDP, GrĂŒne bzw. Linke) erforderlich wĂ€ren. So wĂ€hlte der neue Landtag in seiner konstituierenden Sitzung am 5. April 2008 keinen MinisterprĂ€sidenten, was nach Artikel 113 der Hessischen Verfassung zur Folge hatte, dass die bisherige CDU-Regierung unter Roland Koch bis auf weiteres geschĂ€ftsfĂŒhrend im Amt verblieb. Anfang November scheiterte ein weiterer Versuch der SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti, eine Mehrheit mit Hilfe der GrĂŒnen und der Linken zu erreichen, an mangelnder UnterstĂŒtzung in der eigenen Fraktion. In der Folge stimmten alle Fraktionen fĂŒr die Auflösung des Landtages und ermöglichten dadurch Neuwahlen am 18. Januar 2009. Diese brachten eine deutliche Mehrheit fĂŒr CDU und FDP, so dass Roland Koch am 5. Februar 2009 erneut zum MinisterprĂ€sidenten einer Regierung aus CDU und FDP gewĂ€hlt wurde. Seit dem 31. August 2010 ist Volker Bouffier MinisterprĂ€sident.

Siehe auch: Hessischer Landtag#Wahlergebnisse

Das Land Hessen vertritt seine Interessen in der EuropÀischen Union durch Mitwirkung in verschiedenen Organen und Gremien.

Die hessische Europapolitik wird durch das Hessische Ministerium der Justiz, fĂŒr Integration und Europa unter Leitung von Minister Jörg-Uwe Hahn (FDP) koordiniert. FĂŒr Europapolitik zustĂ€ndige StaatssekretĂ€rin ist derzeit Nikola Beer (FDP). Im November 2010 hat die Landesregierung ihr europapolitische Strategie mit dem Titel „Hessens Chancen in Europa wahrnehmen“ verabschiedet.[10]

Im Hessischen Landtag ist fĂŒr die europapolitischen Querschnittsthmen der Europaausschuss zustĂ€ndig, derzeit unter Vorsitz von Aloys Lenz (CDU). Über die Unterrichtung des Landtages durch die Landesregierung in Angelegenheiten der EuropĂ€ischen Union wurde in 2011 eigens eine Vereinbarung getroffen.[11]

Partnerschaften des Landes Hessen[12]
Aquitaine Frankreich 1. November 1995
Bursa TĂŒrkei 21. Oktober 2010
Emilia-Romagna Italien 29. Juli 1992
Jaroslawl Russland 16. Oktober 1991
Woiwodschaft Großpolen Polen 7. Dezember 2000
Wisconsin Vereinigte Staaten 20. September 1976

Viele hessische Kreise und Gemeinden unterhalten in diesen Regionen ebenfalls Partnerschaften.

Siehe auch: Landeswappen Hessen

„Das Landeswappen zeigt im blauen Schilde einen neunmal silbern und rot geteilten steigenden Löwen mit goldenen Krallen. Auf dem Schilde ruht ein Gewinde aus goldenem Laubwerk mit von blauen Perlen gebildeten FrĂŒchten.“[13]

„Die Landesflagge besteht aus einem oberen roten und einem unteren weißen Querstreifen; die Höhe der Flagge verhĂ€lt sich zu ihrer LĂ€nge wie 3 : 5. Die Landesflagge ist zugleich Handelsflagge. Die Landesdienstflagge ist die Landesflagge, die in der Mitte das Landeswappen zeigt.“[14] Die rot-weiße Farbgebung der Landesflagge ist dem Wappentier entnommen; die Landesdienstflagge darf nur von hessischen Dienststellen, wie zum Beispiel den Ministerien, verwendet werden.

Da das Wappen durch seine hoheitliche Funktion nur von den hessischen Behörden gefĂŒhrt werden darf, hat das Land im Jahr 1981 das Hessenzeichen veröffentlicht, welches von jedermann frei verwendet werden darf. Damit kam Hessen dem Wunsch von Privatpersonen, Vereinen und Unternehmen nach, deren Verbundenheit zu "ihrem Land" mit einem Symbol zum Ausdruck zu bringen. Es kann wahlweise in den Landesfarben rot oder weiß verwendet werden.[15]

Landeswappen Landesflagge Landesdienstflagge Logo der
Landesregierung
Wappenzeichen (rot) Wappenzeichen (weiß)

Hessenlöwe oder bunter Löwe ist der Name fĂŒr den Löwen im Wappen von Hessen. Dieser Name bezieht sich auf das weiß-rot-gestreifte Wappentier mit der ausgeschlagenen Zunge in Rot. Es ist ein von Silber und Rot neunmal geteilter Löwe.

Der Löwe wurde ursprĂŒnglich von den Ludowingern benutzt, die auch Landgrafen in ThĂŒringen waren. Er wird bis heute in Hessens Wappen verwendet. Die Ă€lteste Wappendarstellung ist der Wappenschild Landgraf Konrads von ThĂŒringen (†1240), Regent von Hessen (bis 1234) und Hochmeister des Deutschen Ordens (ab 1239), auf seinem Grabmal im Landgrafenchor der Elisabethkirche in Marburg.

Zur Zeit als Großherzogtum war er ein gekrönter, goldbewehrter, von Silber und Rot neunmal geteilter Löwe mit Doppelschweif im blauen Schild und schwang mit der rechten Pranke ein Schwert. In vielen Wappen des Landes ist er anzutreffen und verkörpert die Zugehörigkeit zu selbigem. Entweder ist er ganz dargestellt oder er ist wachsend (halber Löwe, nur Oberkörper).

Hessen ist seit 1981 verwaltungsmĂ€ĂŸig unterteilt in die drei Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel, diese wiederum in 5 kreisfreie StĂ€dte und 21 Landkreise mit 426 Gemeinden.

Landkreise und kreisfreie StÀdte in Hessen

Folgende Landkreise gibt es in Hessen (eingeordnet in die jeweiligen Regierungsbezirke). Die jeweiligen KreisstÀdte werden in kleiner Schrift dargestellt.

Regierungsbezirk Darmstadt

  1. Bergstraße (Heppenheim (Bergstraße))
  2. Darmstadt-Dieburg (Darmstadt, Ortsteil Kranichstein)
  3. Groß-Gerau (Groß-Gerau)
  4. Hochtaunuskreis (Bad Homburg vor der Höhe)
  5. Main-Kinzig-Kreis (seit dem 1. Juli 2005 Gelnhausen, davor Hanau)
  6. Main-Taunus-Kreis (Hofheim am Taunus)
  7. Odenwaldkreis (Erbach (Odenwald))
  8. Offenbach (seit dem 21. Juni 2002 Dietzenbach, davor Offenbach am Main)
  9. Rheingau-Taunus-Kreis (Bad Schwalbach)
  10. Wetteraukreis (Friedberg (Hessen))

Regierungsbezirk Gießen

  1. Gießen (Gießen)
  2. Lahn-Dill-Kreis (Wetzlar)
  3. Limburg-Weilburg (Limburg an der Lahn)
  4. Marburg-Biedenkopf (Marburg)
  5. Vogelsbergkreis (Lauterbach)

Regierungsbezirk Kassel

  1. Fulda (Fulda)
  2. Hersfeld-Rotenburg (Bad Hersfeld)
  3. Kassel (Kassel)
  4. Schwalm-Eder-Kreis (Homberg (Efze))
  5. Waldeck-Frankenberg (Korbach)
  6. Werra-Meißner-Kreis (Eschwege)
Siehe auch: Liste der Landkreise und kreisfreien StÀdte in Hessen
Landeshauptstadt Wiesbaden
Blick ĂŒber Darmstadt

Im Land gibt es nachfolgende fĂŒnf kreisfreie StĂ€dte, von denen die Stadt Kassel dem gleichnamigen Regierungsbezirk zugeordnet ist, alle anderen liegen im Regierungsbezirk Darmstadt. Die StĂ€dte Frankfurt und Wiesbaden unterliegen allerdings direkt der Kommunalaufsicht beim Hessischen Innenministerium.

  • Darmstadt
  • Frankfurt am Main
  • Kassel
  • Offenbach am Main
  • Wiesbaden

Mit den Gebietsreformen von 1974 und 1977 verloren vier der grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte ihre Kreisfreiheit. Sie erhielten zusammen mit drei weiteren StĂ€dten mit mehr als 50.000 Einwohnern einen Sonderstatus, der ihnen nach wie vor ermöglichte, einige sonst von den Landkreisen ĂŒbernommene Aufgaben weiterhin selbststĂ€ndig zu ĂŒbernehmen (wie z. B. die SchultrĂ€gerschaft).

Die sieben SonderstatusstÀdte sind:

  • Bad Homburg vor der Höhe
  • Fulda (vormals kreisfrei)
  • Gießen (vormals kreisfrei)
  • Hanau (vormals kreisfrei)
  • Marburg (vormals kreisfrei)
  • RĂŒsselsheim
  • Wetzlar
Stadt Frankfurt am Main

Mit Frankfurt am Main liegt eine der bedeutendsten deutschen StĂ€dte in Hessen. Die eigentliche Stadt hat rund 680.000 Einwohner, mit dem engeren Umland sind es knapp 2 Millionen. Im ganzen Ballungsraum Rhein-Main lebt ĂŒber die HĂ€lfte der hessischen Bevölkerung, auch die meisten anderen großen StĂ€dte befinden sich hier: Wiesbaden (276.000 Einwohner), Darmstadt (144.000), Offenbach am Main (120.000), Hanau (89.000), RĂŒsselsheim (60.000) und Bad Homburg vor der Höhe (52.000).

Die grĂ¶ĂŸte Stadt der ĂŒbrigen Landesteile ist Kassel, die historische Hauptstadt Nordhessens, mit knapp 200.000 Einwohnern heute die drittgrĂ¶ĂŸte Stadt des Landes. Marburg (81.000 Einwohner), Gießen (77.000) und Wetzlar (51.000) liegen in Mittelhessen, Fulda (64.000) in Osthessen.

Im Frankfurter Umland liegen elf weitere StĂ€dte mit mehr als 30.000 Einwohnern (Rodgau, Oberursel, Dreieich, Maintal, Hofheim am Taunus, Neu-Isenburg, Langen, Bad Nauheim, Dietzenbach, Mörfelden-Walldorf und Bad Vilbel). An der sĂŒdhessischen Bergstraße liegen drei weitere StĂ€dte dieser GrĂ¶ĂŸenordnung (Bensheim, Viernheim und Lampertheim). Trotz der geringen Einwohnerzahl von nur 33.000 hat Limburg an der Lahn eine gewisse Zentrumsfunktion fĂŒr den dĂŒnn besiedelten Westen des Landes.

Stadt Kreis Einwohner
31. Dez. 2000
Einwohner
31. Dez. 2010
VerÀnderung
2000–2010 in %
Frankfurt am Main kreisfrei 646.550 679.664 +5,12
Wiesbaden kreisfrei 270.109 275.976 +2,17
Kassel kreisfrei 194.766 195.530 +0,39
Darmstadt kreisfrei 138.242 144.402 +4,46
Offenbach am Main kreisfrei 117.535 120.435 +2,47
Hanau Main-Kinzig-Kreis 88.294 88.637 +0,39
Marburg Marburg-Biedenkopf 77.390 80.656 +4,22
Gießen Gießen 73.138 77.366 +5,78
Fulda Fulda 62.510 64.349 +2,94
RĂŒsselsheim Groß-Gerau 59.357 60.294 +1,58
Bad Homburg vor der Höhe Hochtaunuskreis 52.838 52.229 –1,15
Wetzlar Lahn-Dill-Kreis 52.608 51.499 –2,11
Oberursel (Taunus) Hochtaunuskreis 42.096 43.741 +3,91
Rodgau Offenbach 43.123 43.283 +0,37
Dreieich Offenbach 40.114 40.484 +0,92
Bensheim Bergstraße 38.557 39.729 +3,04
Hofheim am Taunus Main-Taunus-Kreis 37.441 38.253 +2,17
Maintal Main-Kinzig-Kreis 38.179 37.962 –0,57
Neu-Isenburg Offenbach 35.524 36.034 +1,44
Langen (Hessen) Offenbach 35.208 35.570 +1,03
Mörfelden-Walldorf Groß-Gerau 32.173 34.035 +5,79
Limburg an der Lahn Limburg-Weilburg 33.572 33.400 –0,51
Dietzenbach Offenbach 32.982 33.186 +0,62
Viernheim Bergstraße 32.427 32.601 +0,54
Bad Vilbel Wetteraukreis 29.716 31.822 +7,09
Lampertheim Bergstraße 32.231 31.337 –2,77
Bad Nauheim Wetteraukreis 30.199 31.176 +3,24
Bad Hersfeld Hersfeld-Rotenburg 30.778 30.087 –2,25

Eine Auflistung aller StÀdte und Gemeinden des Landes findet sich in der Liste der StÀdte und Gemeinden in Hessen.

Nachfolgend eine Auswahl:

  • Bergstraße
  • Hessisches Hinterland
  • KnĂŒll
  • Lahn-Dill-Gebiet
  • Lahn-Dill-Bergland
  • Mittelhessen
  • Niederhessen
  • Nordhessen
  • Oberhessen
  • Odenwald
  • Osthessen
  • Rheingau
  • Rhön
  • Ried
  • Schwalm
  • Taunus
  • Untermain
  • Vogelsberg
  • Waldeck
  • Wetterau

Hessen ist aufgrund seiner zentralen Lage ein wichtiges Transitland fĂŒr den deutschen und europĂ€ischen Fernverkehr. Frankfurt am Main hat als Knotenpunkt fĂŒr den Straßen-, Schienen- und Luftverkehr eine herausragende Stellung.

Durch Hessen fĂŒhren die international wichtigen Autobahnen A 3, A 5 und A 7. Das Frankfurter Kreuz (Kreuzung der Autobahnen 3 und 5) gilt als das Autobahnkreuz mit dem höchsten Verkehrsaufkommen in Europa, die um Frankfurt mit bis zu vier Fahrspuren je Richtung ausgebaute A 5 ist eine der meistbefahrenen Straßen Deutschlands. Weitere bedeutende durch Hessen fĂŒhrende Autobahnen sind die A 4 (östlicher Teil), die A 44, die A 45, die A 66 und die A 67. Daneben gibt es eine ganze Reihe weiterer kleinerer Autobahnen und wichtige Bundesstraßen, die teilweise autobahnĂ€hnlich ausgebaut sind. Der Bevölkerungsdichte und der Topographie folgend ist das Rhein-Main-Gebiet wesentlich besser erschlossen als die lĂ€ndlichen Gebiete Hessens.

Hauptbahnhof in Frankfurt: Drehscheibe des deutschen Zugverkehrs

Durch Hessen fĂŒhren auch viele verkehrlich bedeutende Bahnstrecken, darunter die Schnellfahrstrecken Köln–Frankfurt und Hannover–WĂŒrzburg. Neben weiteren Nord-SĂŒd-Verbindungen durchqueren auch die bedeutenden Ost-West-Verbindungen von Wiesbaden/Mainz ĂŒber Frankfurt und Hanau nach Fulda bzw. Aschaffenburg sowie von Fulda bzw. Kassel ĂŒber Bebra nach Eisenach und Erfurt Hessen. Zusammen mit dem Regionalverkehr fĂŒhrt dies auf vielen Strecken zu einer Streckenauslastung, die keine nennenswerte Steigerung mehr zulĂ€sst. Der Frankfurter Hauptbahnhof gilt als wichtigste Drehscheibe im deutschen Zugverkehr.

Die Region um Frankfurt verfĂŒgt mit der S-Bahn Rhein-Main ĂŒber ein S-Bahn-Netz, welches von zahlreichen Regionalverbindungen ergĂ€nzt wird. Im ĂŒbrigen Land ist das Schienennetz weit weniger dicht, von wenigen kleineren Stilllegungen abgesehen aber stabil. In Nordhessen ist seit 2007 das Eisenbahnnetz durch die RegioTram mit der Straßenbahn in Kassel verknĂŒpft. Dabei werden auch alte stillgelegte Strecken reaktiviert.

Die RegioTram ist eingebunden in den Nordhessischen Verkehrsverbund. Dagegen gehören ganz Mittel- und SĂŒdhessen mit Ausnahme des Kreises Bergstraße zum Einzugsgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes.

Die Bahnstrecken im Nordwesten Hessens (Uplandbahn, Ederseebahn, Bahnstrecke Warburg–Sarnau, Obere Lahntalbahn, Obere Edertalbahn und Bahnstrecke Volkmarsen–Vellmar-Obervellmar) wurden 2002 von der DB-Tochter Kurhessenbahn ĂŒbernommen. Seitdem wurden Gleise, Bahnsteige und BahnĂŒbergĂ€nge erneuert. Die Fahrgastzahlen stiegen daraufhin an und die drohende Stilllegung von Burgwaldbahn und dem Abschnitt Wabern–Bad Wildungen der Ederseebahn konnte abgewendet werden. Außerdem strebt die Kurhessenbahn die Reaktivierung der Unteren Edertalbahn an.

Siehe auch: Liste der Personenbahnhöfe in Hessen

Durch den Main und den Rhein, der auf einem lĂ€ngeren Abschnitt die Landesgrenze darstellt, ist das Rhein-Main-Gebiet als wirtschaftliches Zentrum Hessens an das europĂ€ische Wasserstraßennetz angeschlossen. Ferner hat Hessen mit seinem sĂŒdlichsten Zipfel bei Hirschhorn und Neckarsteinach Anteil am Neckar und ganz im Norden bis Bad Karlshafen an der Oberweser. Daneben sind einzelne Abschnitte von Lahn, Werra und Fulda schiffbar. Gesamtwirtschaftlich gesehen von Bedeutung sind fĂŒr Hessen nur die Rheinschifffahrt und die Mainschifffahrt, wobei die Kostheimer Mainschleuse die Schleuse mit dem höchsten Verkehrsaufkommen Europas ist.

Karte der FlughÀfen und LandeplÀtze in Hessen

Der Flughafen Frankfurt am Main ist der mit Abstand wichtigste Flughafen in Deutschland und gehört zu den zehn grĂ¶ĂŸten weltweit. Nicht weit sĂŒdöstlich vom Frankfurter Flughafen befindet sich der vor allem von kleineren Maschinen frequentierte Flugplatz Frankfurt-Egelsbach. Zudem befindet sich in Langen ebenfalls im Rhein-Main Gebiet der Hauptsitz der DFS Deutsche Flugsicherung. Der in Nordhessen gelegene Flughafen Kassel-Calden, dessen Ausbau geplant ist, hat dagegen lediglich regionale Bedeutung. Daneben gibt es noch eine Reihe an SportflugplĂ€tze. Der vor allem von Billigfluggesellschaften genutzte Flughafen Frankfurt-Hahn liegt etwa 100 km von Frankfurt entfernt in Rheinland-Pfalz.

Hessen durchzieht ein Netz von Radwegen. Überregional bedeutsam sind unter anderem die neun Radfernwege (R1-R9) sowie der Lahntal-Radweg, der Weserradweg und der Werratal-Radweg. Daneben gibt es eine Vielzahl von regionalen Routen, die wie die Radfernwege vor allem fĂŒr den Fahrradtourismus von Bedeutung sind.

Banken-Skyline in Frankfurt am Main

Das Rhein-Main-Gebiet besitzt nach dem Ruhrgebiet die grĂ¶ĂŸte Industriedichte in Deutschland. Von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung sind die chemische und pharmazeutische Industrie mit Sanofi-Aventis SA, Merck KGaA, Heraeus, Messer Griesheim und ehemalige Degussa. Im Maschinen- und Fahrzeugbau ist vor allem Opel in RĂŒsselsheim zu erwĂ€hnen. Frankfurt ist als Bankenplatz von zentraler Bedeutung. Dabei ist zunĂ€chst an die EuropĂ€ische Zentralbank und die Deutsche Bundesbank zu denken und bei den GeschĂ€ftsbanken vor allem am die Zentralen der Deutschen, der Commerzbank, der KfW Bankengruppe, der DZ Bank und zahlreicher kleinerer Banken aber auch die Niederlassungen sehr vieler auslĂ€ndischer Banken rund um den Globus. Auch ist Frankfurt der bedeutendste deutsche Börsenplatz mit der Deutsche Börse AG. Versicherungsunternehmen haben sich mit Schwerpunkt Wiesbaden angesiedelt. GrĂ¶ĂŸter privater Arbeitgeber der Stadt ist mit rund 3.900 Mitarbeitern die R+V Versicherung. Hinzu kommen Versicherer wie die DBV-Winterthur, die SV SparkassenVersicherung und die Delta-Lloyd-Gruppe. ErwĂ€hnenswert ist die Lederindustrie in Offenbach. Der Flughafen Frankfurt am Main ist ein besonders wichtiger Unternehmensstandort. Hier sei vor allem der Flughafenbetreiber, die Fraport AG genannt, aber auch die Deutsche Lufthansa, fĂŒr die Frankfurt der Heimathafen ihrer Luftflotte ist.

Außerhalb der Rhein-Main-Region sind in Wetzlar Unternehmen mit Weltruf angesiedelt. Dort ist das Zentrum der optischen-, elektrotechnischen- und feinmechanischen Industrie Leitz, Leica, Hensoldt (Zeiss) sowie Buderus mit mehreren Werken in Mittelhessen. Fulda mit seinen Gummiwerken (Reifen), das Volkswagenwerk Kassel in Baunatal sowie der Lokomotivbau in Kassel bei Bombardier Transportation (bis 2001 Adtranz) haben grĂ¶ĂŸere Bedeutung. Ebenso ist in Nordhessen mit dem Original Teile Center der Volkswagen AG das europaweit grĂ¶ĂŸte Ersatzteilelager niedergelassen, das von der Volkswagen Original Teile Logistik vernetzt wird.

Im August 2008 zĂ€hlte Hessen 199.573 Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote betrĂ€gt somit 6,4 % (August 2007: 7,6 %). Mit 3,8 % hat der Hochtaunuskreis die niedrigste Quote, wĂ€hrend die kreisfreie Stadt Kassel mit 12,1 % die höchste Quote landesweit aufweist.[16]

Hessen ist nach dem BIP pro Kopf pro Kopf der wohlhabendste FlĂ€chenstaat Deutschlands, es ist das drittwohlhabendste deutsche Land nach Hamburg und Bremen. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreichte Hessen 2005 einen Index von 139,5 (EU-27:100; Deutschland: 115,2).[17] 2010 war Hessen mit ca. 38.000 Euro nach den Stadtstaaten Hamburg und Bremen das wohlhabendeste Bundesland nach dem BIP pro Kopf.[18] BezĂŒglich der Kaufkraft (pro Einwohner) liegt Hessen mit 21.488 Euro/EW auf Platz 3 unter den deutschen BundeslĂ€ndern. Unter allen deutschen Landkreisen liegt der Hochtaunuskreis auf Platz 1 mit 29.285 Euro pro Einwohner.[19]

Seit dem 1. Dezember 2006 sind in Hessen die Ladenöffnungszeiten liberalisiert. Nur die Sonn- und Feiertage stehen mit vier von den Kommunen festlegbaren Ausnahmen pro Jahr weiterhin unter Schutz. An den Ausnahmetagen, die nur in Verbindung mit einem Markt verkaufsoffen sein können, dĂŒrfen die GeschĂ€fte bis zu sechs Stunden öffnen.

2010 betrug die Wirtschaftsleistung im Land Hessen gemessen am BIP rund 224 Milliarden Euro. Etwa ein Drittel der hessischen FlÀche wird landwirtschaftlich genutzt. In Biblis befindet sich eines der deutschen Kernkraftwerke mit zwei getrennten Blöcken. Bis 2050 sollen nach PlÀnen der Regierung möglichst 100 Prozent des Energievebrauchs komplett aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.[20]

Nach dem Land Hessen mit rund 150.000 Mitarbeitern sind diese Unternehmen die grĂ¶ĂŸten Arbeitgeber in Hessen:

Name des Unternehmens[21] BeschÀftigte 2008
01. Deutsche Lufthansa AG >37.000
02. Deutsche Bahn AG 23.400
03. Deutsche Post Gruppe 19.400
04. Rewe Group >19.000
05. Fraport AG 19.000
06. Deutsche Telekom AG <16.900
07. Adam Opel AG 16.000
08. Volkswagen AG 13.200
09. Continental AG 13.100
10. DZ Bank Gruppe 11.000

Hessen bietet aufgrund seiner zentralen Lage viele Sportmöglichkeiten. In der Rhön, im Taunus und um Willingen herum gibt es gute Wintersportmöglichkeiten und die Lahn sowie der Edersee sind als Wassersportzentren fĂŒr Kanuten sehr bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen mit der United States Army auch Sportarten wie Basketball ins Land, in denen Hessen, insbesondere auch Mittelhessen, deutschlandweit ein Zentrum ist.

Im Rhein-Main-Gebiet ist American Football sehr verbreitet. Zu nennen ist hier vor allem die mittlerweile aufgelöste Mannschaft von Frankfurt Galaxy, die Rekordsieger des World Bowl (vier Titel: 1995, 1999, 2003, 2006) der NFL Europa waren.

In Hessen findet man drei GFL-Teams: die Marburg Mercenaries, die Wiesbaden Phantoms sowie die Darmstadt Diamonds.

Mit den Frankfurt Skyliners und den Gießen 46ers, dem letzten GrĂŒndungsmitglied der Basketball-Bundesliga, spielen zwei hessische Mannschaften in der Basketball-Bundesliga der Herren. Bei den Frauen ist der BC Marburg, Deutscher Meister von 2003, in der ersten Liga vertreten. Wetzlar ist die Hochburg im Rollstuhlbasketball. Der dort beheimatete Bundesligist RSV Lahn-Dill ist bereits unter anderem achtfacher Deutscher Meister, neunfacher Pokalsieger, vierfacher Champions-Cup-Sieger, Weltpokalsieger 2010 und Vize-Weltcupsieger 2006 sowie WBC-Europapokalsieger (Willi-Brinkmann-Cup) 2002. Im Jahre 2009 sind die Damen der Rhein-Main Baskets, beheimatet in Hofheim und Langen, in die 1. Basketball-Bundesliga aufgestiegen.

In der Deutschen Eishockey Liga spielten bis zur Saison 2009/10 die Frankfurt Lions sowie die Kassel Huskies.

Fußballbundesligaspiel von Eintracht Frankfurt, 2006

Bedeutendste hessische Fußballmannschaft ist Eintracht Frankfurt (2. Bundesliga), Deutscher Meister von 1959, viermaliger DFB-Pokalsieger und UEFA-Cup-Sieger von 1980. Ebenfalls in der 2. Fußball-Bundesliga ist der FSV Frankfurt aktiv. Kickers Offenbach, SV Darmstadt 98 und der SV Wehen Wiesbaden spielen in der 3. Liga und in der Regionalliga spielt der Traditionsclub KSV Hessen Kassel.

Mit jeweils sieben deutschen Meisterschaften und Pokalsiegen sowie drei internationalen Titeln ist der 1. Frauen-Fußball-Club Frankfurt erfolgreichster Verein im deutschen Frauenfußball. Die 2006 aufgelöste Frauenmannschaft des FSV Frankfurt zĂ€hlt 3 Meistertitel und 5 Pokalsiege. Die Frauen des RSV Roßdorf und von Eintracht Wetzlar spielen in der Regionalliga SĂŒd.

Die HSG Wetzlar und MT Melsungen spielen in der Handball-Bundesliga.Seit der Saison 2011 ist auch der TV HĂŒttenberg wieder dabei, der bereits 1966/67, 1968/69, 1972-1985 in der 1. Liga spielte. Ehemalige langjĂ€hrige Handball-Bundesligisten waren die SG Wallau (1984/85, 1987-2005) und die SG Dietzenbach (1971-74, 1975-78, 1979-83).

In der 2. Handball-Bundesliga SĂŒd spielen in der Saison 2010/11 folgende hessische Vereine: TSG Groß-Bieberau, , TV Groß-Umstadt und HSG FrankfurtRheinMain.

Ferner gab es mit dem TV LĂŒtzellinden, der sich 2006 auflöste, einen seit Ende der 1980er-Jahre bundesligaweit erfolgreichen Damen-Handballverein.

Erfolgreichste hessische Hockeymannschaft ist der RĂŒsselsheimer RK. Bis heute kann dessen Hockeyabteilung 51 Deutsche Meisterschaften im Hallenhockey und Feldhockey verbuchen, ungezĂ€hlt die Vizemeisterschaften, SĂŒddeutschen Meisterschaften und Hessenmeisterschaften. Europa-Cups im Hockey wanderten bereits 18 mal in die Preisvitrine des RRK-Bootshauses. Heute spielt der RRK mit den Ersten Damen im Feldhockey und im Hallenhockey in der 1. Bundesliga, mit den Ersten Herren im Feldhockey in der 2. Bundesliga und im Hallenhockey in der 1. Bundesliga.

In der Bundesliga der MĂ€nner spielen die TG Hanau und der TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell. Der zweifache Champions League-Sieger TTV Gönnern spielte von 1996 bis 2009 in der Bundesliga, zog seine Mannschaft dann aber wegen finanzieller Probleme zurĂŒck und trat die Lizenz an Hanau ab. Die Frauen des NSC Watzenborn-Steinberg spielen in der 2. Bundesliga SĂŒd der Damen.

Der zur Weltspitze gehörende Timo Boll ist ein gebĂŒrtiger Hesse aus Erbach (Odenwald), ebenso wie der Doppelweltmeister Jörg Roßkopf aus Dieburg.

Ein Leistungszentrum fĂŒr Kunstturnen (Damen und Herren) besteht in Wetzlar. Von dort stammt auch Fabian HambĂŒchen.

Die Damenmannschaft des 1. VC Wiesbaden spielt in der 1. Bundesliga.

Mit dem VfB Friedberg, dem WF Fulda, Frankfurt und Darmstadt sind gleich vier Vereine in der zweithöchsten deutschen Liga vertreten.

FĂŒr die Zulassung privater Radio- und Fernsehsender zustĂ€ndig ist die Hessische Landesanstalt fĂŒr privaten Rundfunk und neue Medien.

In Frankfurt erscheinen mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Frankfurter Rundschau zwei der wichtigsten Tageszeitungen Deutschlands. Zusammen mit der Frankfurter Neuen Presse und der Regionalausgabe der Bild dominieren diese auch den regionalen Zeitungsmarkt in der Rhein-Main-Region. MarktfĂŒhrer am nordhessischen Zeitungsmarkt ist die in Kassel erscheinende Hessische/NiedersĂ€chsische Allgemeine. Daneben gibt es einige regionale Tageszeitungen von Verlagsgruppen (z. B. Wiesbadener Kurier, DarmstĂ€dter Echo), die in ihren jeweiligen Erscheinungsgebieten entweder MarktfĂŒhrer sind oder zumindest signifikante Marktanteile haben (laut IVW).

Siehe auch: Kategorie:Zeitung (Hessen)
  • hr-fernsehen, Frankfurt am Main
  • Bloomberg TV, Frankfurt am Main
  • Evangeliums-Rundfunk, Wetzlar
  • Kinowelt TV, Frankfurt am Main
  • Offener Kanal
    • Fulda
    • Gießen
    • Kassel
    • Offenbach-Frankfurt
  • rheinmaintv, Bad Homburg vor der Höhe
  • TV IIIa (17:30 live), Mainz (Sat.1)
  • RTL Hessen (Guten Abend RTL), Frankfurt am Main (RTL)
  • Hessischer Rundfunk:
    • hr1, Frankfurt am Main
    • hr2, Frankfurt am Main
    • hr3, Frankfurt am Main
    • YOU FM, Frankfurt am Main
    • hr4, Kassel
    • hr info, Frankfurt am Main
  • American Forces Network – MilitĂ€rischer Sender der US-StreitkrĂ€fte mit Sitz in Wiesbaden & Hanau
  • Evangeliums-Rundfunk, Wetzlar
    • Trans World Radio, Wetzlar
  • Hit Radio FFH, Bad Vilbel
    • harmony.fm, Bad Vilbel
    • Hit Radio FFH, Bad Vilbel
    • Planet Radio, Bad Vilbel
  • Energy Rhein-Main, Frankfurt am Main
  • Radio Bob, Kassel
  • Freies Radio Kassel, Kassel
  • Radio-X, Frankfurt am Main
  • Radio Unerhört Marburg (RUM), Marburg
  • RaDaR, Darmstadt
  • Radio RĂŒsselsheim, RĂŒsselsheim
  • RundFunk Meißner (RFM), Eschwege
  • Evangelische Nachrichtenagentur Idea, Wetzlar

Das nicht natĂŒrlich vorkommende chemische Element mit der Kernladungszahl 108 trĂ€gt seit 1997 den Namen Hassium, der sich vom lateinischen Namen Hassia fĂŒr Hessen ableitet. Es konnte 1984 beim GSI Helmholtzzentrum fĂŒr Schwerionenforschung in Darmstadt durch Verschmelzung von Blei mit Eisen zum ersten Mal erzeugt werden.

Die Hymne des Landes ist das Hessenlied.

  • Hessische Bibliographie
  • Dietwulf Baatz u. a.: Die Römer in Hessen. Stuttgart 1989, ISBN 3-8062-0599-X
  • Gerd Bauer u. a.: Das Hessen-Lexikon. Frankfurt 1999, ISBN 3-8218-1751-8
  • Wilhelm Diehl: Hassia Sacra. Bde. 1-11, Darmstadt 1921 ff.
  • ISBN 3-7618-0404-0
  • Mitteilungen des Vereins fĂŒr hessische Geschichte und Landeskunde. (1845-1860 als Periodische BlĂ€tter). Verein fĂŒr hessische Geschichte und Landeskunde, Kassel 1845 ff. (Volltext)
  • Walter Heinemeyer: Das Werden Hessens. Hrsg. Historische Kommission fĂŒr Hessen, N. G. Elwert Verlag, Marburg 1986, ISBN 3-7708-0849-5
  • Fritz-Rudolf Herrmann, Albrecht Jockenhövel: Die Vorgeschichte Hessens. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8062-0458-6
  • Wilhelm MĂŒller: Hessisches Ortsnamenbuch. 1. Bd. Starkenburg, Darmstadt 1937
  • Frank-Lothar Kroll: Hessen, Eine starke Geschichte. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2004-2
  • Uwe Schulz: Die Geschichte Hessens. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1983, ISBN 3-8062-0332-6
  • Ph. A. F. Walther: Das Großherzogthum Hessen. Darmstadt 1854
  • Literatur von Hessen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Hessische Bibliographie
  • Peter Assion: Von Hessen in die Neue Welt, Frankfurt 1987, ISBN 3-458-14603-2
  • Gerd Bauer: Die Geschichte Hessens, Frankfurt 2002, ISBN 3-8218-1750-X
  • ISBN 3-458-14114-6
  • ISBN 3-458-14213-4
  • Gerhard Beier: SPD Hessen - Chronik 1945 bis 1988, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH, Bonn 1989, ISBN 3-8012-0146-5
  • Hans Herder (Hrsg.): Hessisches Auswandererbuch, Frankfurt 1983, ISBN 3-458-14115-4
  • Hessische Staatskanzlei: Das Hessen InfoBuch. Zahlen, Daten Fakten und Service. Hessische Staatskanzlei, Wiesbaden 2006, ISBN 3-933732-61-1
  • Christine Wittrock: Das Unrecht geht einher mit sicherem Schritt, Materialien zur regionalen Faschismusgeschichte in Hessen, CoCon Verlag, Hanau, ISBN 3-928100-71-8
  • Eckhart G. Franz: Die Chronik Hessens, Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00192-9
  • ISBN 3-610-08443-X.
  • Eugen Katz: Landarbeiter und Landwirtschaft in Oberhessen, Dissertation in: MĂŒnchener Volkswirtschaftliche Studien, Hrsg.: Lujo Brentano, Walther Lotz, GottaÂŽsche Buchhandlung, Stuttgart/Berlin 1904.
  • Frank Lothar Kroll: Hessen. Ein starke Geschichte, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2004-2
  • Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen, 2. Aufl., Kassel 1972
  • Bernd Heidenreich, Eckhart G. Franz (Hrsg.): Die Hessen und ihre Geschichte, Wiesbaden 1999, ISBN 3-927127-32-9
  • Utta MĂŒller-Handl: Die Gedanken laufen oft zurĂŒck - Hessische FlĂŒchtlingsfrauen erinnern sich, Verlag Historische Kommission fĂŒr Nassau, Wiesbaden 1993, ISBN 3-922244-91-2
  • Walter MĂŒhlhausen: Hessen 1945-1950, Frankfurt, ISBN 3-458-14292-4
  • Chr. Belser AG fĂŒr VerlagsgeschĂ€fte & Co: "KunstreisefĂŒhrer Hessen", Gondrom Verlag, Bindlach 1988, ISBN 3-8112-0588-9
  • Renate Liebenwein, Stefan Rothe: Kaiserpfalz und Wolkenkratzer. (1200 Jahre) Kunst in Hessen, Königstein i. Ts. 2000, ISBN 3-7845-4612-9
  • Hans Sarcowicz, Ulrich Sonnenschein (Hrsg): Die großen Hessen, Insel Verlag, Frankfurt am Main/Leipzig 1996, ISBN 3-458-16817-6
  • Hermann-Josef Rapp (Hrsg.): Reinhardswald. Eine Kulturgeschichte. Euregio, Kassel 2002, ISBN 3-933617-12-X
  • ISBN 3-926181-06-0
  • Wilhelm Sievers (Hrsg.): Geographische Mitteilungen aus Hessen, Gießen 1900-1911
  • Wilhelm Sievers: Zur Kenntnis des Taunus, Stuttgart 1891
  • Stiftung Hessischer Naturschutz (Hrsg.): Die Wetterau - Felder, Auen und Visionen, Verlag Herwig Klemp, Wardenburg/Tungeln 2001, ISBN 3-931323-10-2
  • Gerd-Peter Kossler, Gottfried Lehr, Klaus Seipel: Der korrigierte Fluß - Die ISBN 3-9800853-3-3
  • Hans FriebertshĂ€user: Das hessische Dialektbuch, Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-406-32317-0
  • Hans FriebertshĂ€user: Kleines hessisches Wörterbuch, Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 1990, ISBN 3-406-34192-6
  • Carl Heßler: „Hessische Volkskunde“, Das ehemalige Kurhessen und das Hinterland am Ausgang des 19. Jahrhunderts, Band II, UnverĂ€nderter Nachdruck der Originalausgabe von 1904, N.G. Elwert Verlag Marburg, Neudruck in Lizenz bei Verlag Weidlich WĂŒrzburg 1984, ISBN 3-8035-1037-6
  • ISBN 3-89806-194-9
  • Robert Mulch u. a.: SĂŒdhessisches Wörterbuch, Gießen 1966 ff.
  1. ↑ Statistische Ämter des Bundes und der LĂ€nder
  2. ↑ Arbeitslosenquoten im MĂ€rz 2012 – LĂ€nder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur fĂŒr Arbeit, abgerufen am 29. MĂ€rz 2012.
  3. ↑ Statistisches Bundesamt - Angaben zu den Schulden der LĂ€nder
  4. ↑ Alsfelder Allgemeine vom 13. Juli 2010: Hessen-Mittelpunkt bleibt MĂŒcke knapp erhalten
  5. ↑ Artikel 160 der Hessischen Verfassung bestimmt: "Diese Verfassung tritt mit ihrer Annahme durch das Volk in Kraft. Gleichzeitig tritt das Staatsgrundgesetz vom 22. November 1945 außer Kraft." Damit wurde am Tag der Volksabstimmung Groß-Hessen zu Hessen.
  6. ↑ EKD Statistik, Stand 31. Dezember 2006
  7. ↑ Studie: Deutlich mehr Muslime in Deutschland. Deutsche Welle, 23. Juni 2009
  8. ↑ Helga Bister-Broosen: Sprachwandel im Dialekt von Krefeld. Berkeley insights in linguistics and semiotics. Bd. 3, New York 1989, S. 10
  9. ↑ Die Verfassung von WĂŒrttemberg-Baden war zwar Ă€lter, jedoch ist das Land 1952 in Baden-WĂŒrttemberg aufgegangen
  10. ↑ Europapolitische Strategie der Hessischen Landesregierung
  11. ↑ Vereinbarung ĂŒber die Unterrichtung des Hessischen Landtages durch die Landesregierung in Angelegenheiten der EuropĂ€ischen Union vom 28. Juni 2010
  12. ↑ Hessische Partnerregionen auf den Seiten des Justizministeriums
  13. ↑ § 1 Gesetz ĂŒber die Hoheitszeichen des Landes Hessen vom 4. August 1948, GVBl. S. 111
  14. ↑ § 2 Gesetz ĂŒber die Hoheitszeichen des Landes Hessen vom 4. August 1948, GVBl. S. 111
  15. ↑ Hessisches Ministerium des Innern und fĂŒr Sport: Das Landeswappen
  16. ↑ Arbeitslosenquoten im Mai 2011
  17. ↑ Eurostat News Release 19/2008: Regional GDP per inhabitant in the EU 27
  18. ↑ statistik.baden-wuerttemberg.de
  19. ↑ GfK: Studie zur Kaufkraft 2012: Konsumpotenzial stagniert
  20. ↑ Homepage Energieland Hessen
  21. ↑ Landesbank Hessen-ThĂŒringen Girozentrale Volkswirtschaft/Research: Die 100 grĂ¶ĂŸten Unternehmen in Hessen Helaba Frankfurt, Februar 2009, S. 10

50.5995019.024946Koordinaten: 50° 35â€Č 58,2″ N, 9° 1â€Č 29,8″ O



Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hessen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Produktion

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Produktion (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.

Produktion, (v. lat.: producere = hervor fĂŒhren), Fertigung, Fabrikation, im rechtlichen Sprachgebrauch die Herstellung, ist der vom Menschen (Produzent) bewirkte Prozess der Transformation, der aus natĂŒrlichen wie bereits produzierten Ausgangsstoffen (Material) unter Einsatz von Energie, Arbeitskraft und bestimmten Produktionsmitteln lagerbare Wirtschafts- oder GebrauchsgĂŒter (Ökonomisches Gut) erzeugt.

Die Produktion ist Teil des GeschĂ€ftsprozesses. Eine umfassende Betrachtung der Produktion erstreckt sich nicht nur auf organisatorische und technologische Gesichtspunkte, sondern auch auf soziokulturelle und ethisch-normative Wertvorstellungen ĂŒber die Arbeit, denen sie als einer der grundlegenden VorgĂ€nge zur Deckung der menschlichen BedĂŒrfnisse unterliegt.

Inhaltsverzeichnis

Der Begriff der Produktion ist dabei zunĂ€chst nicht auf den industriellen Bereich beschrĂ€nkt, sondern bezeichnet ebenfalls die Herstellung von GĂŒtern im Allgemeinen. Produziert wird ebenso im Handwerk, in der Land- und Forstwirtschaft und auf kĂŒnstlerischem Gebiet. Dienstleistungen sind eingeschrĂ€nkt produzierbar, solange ein zumindest in Maßen als Gegenstand zu begreifendes Produkt erzeugt wird (Fernsehsendung). In Verlagen bleibt die traditionelle Bezeichnung Herstellung als großer Arbeitsbereich, zustĂ€ndig fĂŒr Papier und Online-Organisation, Satz etc. Nicht lagerbare WirtschaftsgĂŒter, wie beispielsweise ElektrizitĂ€t, werden dagegen in der Regel nicht ‚produziert‘, sondern bereitgestellt.

In der industriellen Produktion wird die Fertigung (von StĂŒckgĂŒtern), die Prozessfertigung (von FließgĂŒtern) und die Verfahrenstechnik (von Rohstoffen zu GĂŒtern) unterschieden.

  • Unter Fertigungstechnik versteht man die Herstellung und Montage von diskreten, zĂ€hlbaren Teilen. Die verschiedenen Fertigungsverfahren werden aus betriebswirtschaftlicher Sicht unterschieden nach der Fertigungsart, welche nach dem Fertigungstyp mit Anzahl der gefertigten Teile als Einteilungskriterium und der Fertigungsorganisation differenziert wird. Die Fertigungstechnik beschreibt die technischen Methoden der Fertigung.
  • In der Verfahrenstechnik wird primĂ€r die Verarbeitung von Rohmaterialien zu einem Produkt betrachtet. Dabei werden kontinuierliche und diskontinuierliche Prozesse unterschieden.

Die wettbewerbsfĂ€hige GĂŒterproduktion in HochlohnlĂ€ndern basiert auf qualifizierten Fachleuten, besonders aber auf einem hohen Technisierungsgrad. Die Produktionsforschung entwickelt Verfahren, AusrĂŒstungen und ProduktionsstĂ€tten unter anderem fĂŒr den Fahrzeugbau oder das verarbeitende Gewerbe. Besonders wichtig sind ihre Ergebnisse aber im Maschinen- und Anlagenbau, dessen Produkte ĂŒber die LeistungsfĂ€higkeit der anderen Industriezweige bestimmen.

In den letzten Jahren hat die Globalisierung der Produktion stark zugenommen. Hierbei spielen die beiden Hauptmotive Kostensenkung und Markterschließung die wichtigen Rollen. Die Arbeitskosten und die NĂ€he zum Markt sind deshalb die beiden relevanten Standortfaktoren fĂŒr die Produktion. Erfolgreich global tĂ€tigen Unternehmen ist es fast ĂŒberall auf der Welt gelungen, exzellente ProduktivitĂ€t und QualitĂ€t zu erreichen. Diese Unternehmen stellen sich auf die unterschiedlichen Gegebenheiten ein und nutzen die standortgerechte Fertigungstechnik und BeschĂ€ftigungsstrategie.

Die Betrachtung der Produktion ist jedoch insbesondere auf die industrielle Fertigung im Produktionsbetrieb ausgerichtet. Die Betriebswirtschaftslehre fĂŒhrt sie als eine der klassischen Funktionen im Betrieb (Produktionswirtschaft, Industriebetriebslehre, Technologie).

In der Volkswirtschaftslehre beschreibt die Produktionstheorie die Herleitung der Angebotskurve (Angebot (Volkswirtschaftslehre)) im Marktmodell. Von einer Technologie ausgehend, die alle technisch machbaren Kombinationen von Inputfaktoren beschreibt, lĂ€sst sich die effizienteste Faktorkombination - fĂŒr gegebene Preise - herleiten (sogenannte Gewinnmaximierung). Daraus lassen sich die Faktornachfrage und das GĂŒterangebot herleiten.

  • Faktor-Substitution: Die Faktoren können beliebig kombiniert werden, da ein Faktor einen anderen ersetzen (substituieren) kann.
  • Partielle Faktor-Variation: Im Gegensatz zur Faktorsubstitution, bei der die Ausbringungsmenge bei Änderung des VerhĂ€ltnisses der Einsatzfaktoren konstant bleibt, Ă€ndert sich die Ausbringungsmenge. Partiell bedeutet ferner, dass lediglich ein Faktor geĂ€ndert, der andere konstant gehalten wird.
  • Totale Faktor-Variation: Alle Produktionsfaktoren können frei eingesetzt werden (keine Restriktion).

Hinsichtlich der Faktorbeziehungen lassen sich substitutionale und limitationale Produktionsfunktionen unterscheiden. Bei substitutionalen Produktionsfunktionen stehen die Ertragsfaktoren in keiner festen Relation zu dem mengenmĂ€ĂŸigen Ertrag. Substitionale Produktionsfaktoren können daher gegeneinander ausgetauscht werden. Hierbei ist allerdings ggf. eine abnehmende Grenzrate der Substitution zu beachten, das heißt, dass mit fortschreitender Substitution eines Produktionsfaktors ein steigender Bedarf an den anderen Produktionsfaktoren besteht, um eine Einheit des substituierten Faktors zu ersetzen.

Im Gegensatz hierzu stehen die Faktoren bei limitationalen Produktionsfunktionen in einer technisch determinierten Relation zur geplanten Produktionsmenge. Zur Erzeugung eines bestimmten Ertrages ist eine technisch genau festgelegte Einsatzmenge jedes limitationalen Produktionsfaktors erforderlich. Dies findet man hÀufig in der chemischen Industrie.

  • Hoitsch, H.-J.: Produktionswirtschaft. Grundlagen einer industriellen Betriebswirtschaftslehre, 2. Aufl., Vahlen 1993
  • Corsten, H.: Produktionswirtschaft, 10. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2003
  • Dyckhoff, H.: Produktionstheorie, 5. Aufl., Berlin 2006
  • Ebel. B.: Produktionswirtschaft, 8. Aufl., Ludwigshafen 2003
  • Fandel, G.: Produktion 1, 6. Aufl., Berlin 2005
  • Gutenberg, E.: Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Erster Band: Die Produktion, 24. Aufl., Berlin/Heidelberg/New York 1983
  • Nebl, Th.: Produktionswirtschaft, 6. Aufl., MĂŒnchen/Wien 2007
  • Produkt (Wirtschaft)
  • schlanke Produktion
  • Minimalkostenkombination
  • Kuppelproduktion
  • Fertigungsdienstleistung
  • Verlagsherstellung
  • Konstruieren (Technik)
  • Produktion von Software
  • Bereitstellen von IT-Leistungen ĂŒber spezielle Produktionsumgebungen


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Hersteller aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Fördertechnik

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Fördertechnik fĂŒr StĂŒckgut in einem Distributionszentrum

Die Fördertechnik (FT) (engl. material handling) ist eine Teildisziplin des Maschinenbaus und befasst sich mit der Konzeption, der Auslegung, der Planung und der AusfĂŒhrung von Einrichtungen zum Transport von StĂŒckgut (Paletten, Kisten, Pakete etc.) oder SchĂŒttgut (Sand, Erz, Getreide etc.). Der Transport von flĂŒssigen Medien und Gasen mit Rohrleitungen ist in der Regel nicht Teil der Fördertechnik.

Unter Fördertechnik versteht man zunĂ€chst die eigentliche Technik (Förderanlagen im erweiterten Sinne einschließlich der Lagertechnik), aber auch die Prozessgestaltung beim Betrieb der Anlagen. Zum Fachgebiet Fördertechnik gehört also die Gesamtheit aller Transport-, Umschlag- und Lageraufgaben oder -prozesse sowohl in technischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. HĂ€ufig wird dieser Bereich unter dem Begriff Logistik zusammengefasst.

Im Gegensatz zur Verkehrstechnik, die sich mit dem weitrĂ€umigen Transport befasst, behandelt die Fördertechnik das Fortbewegen von GĂŒtern in abgegrenzten Betriebsbereichen wie beispielsweise HĂ€fen, FlughĂ€fen, im Bergbau oder auch in Industriebetrieben.

Fördertechnische Bauteile sind Seile und FlaschenzĂŒge, Seilrollen, Seiltrommeln und Treibscheiben. Rundstahlketten, Gelenkketten, KettenrĂ€der und Kettentrommeln werden fĂŒr Kettentriebe benötigt. Fördergurte sind Hauptbauelement von FörderbĂ€ndern. Fahrwerkselemente sind LaufrĂ€der und Schienen. Als Lastaufnahmemittel bezeichnet man Lasthaken, Hakengeschirre, SchĂ€kel, Zangen und Klemmen, KĂŒbel und Greifer. Weitere Bauelemente der Fördertechnik sind Triebwerke und Bremsen.

Weiter werden zur Fördertechnik die innerbetrieblichen Transportsysteme gerechnet. Dazu gehören Stetigförderer wie Rollenbahnen, Zellenradschleusen, Gurtbecherwerke und Gurtbandförderer sowie Unstetigförderer wie mannbediente Flurförderzeuge (Gabelstapler, Plattformwagen etc.), Krane, Automatische LKW-Verladesysteme, Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF), WerkstĂŒckförderer und Senkrechtförderer wie Hebetische oder Gurtheber.

In der Fabrikautomation spielen auch pneumatische Antriebe, beispielsweise zum Fördern von Halbfabrikaten und Fertigprodukten, eine bedeutende Rolle. Das pneumatische Fördersystem der Rohrpost wird heute nur noch selten eingesetzt.

  • Sorter
  • ZufĂŒhrtechnik
  • Dubbel: Taschenbuch fĂŒr den Maschinenbau, Berlin: Springer-Verlag 1990
  • DIN: Taschenbuch 44, Fördertechnik 1, Berlin: Beuth-Verlag 1995
  • DIN: Taschenbuch 185, Fördertechnik 2, Berlin: Beuth-Verlag 1995


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Fördertechnik aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Rollen

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Rollen steht fĂŒr:

  • mathematisch die Bewegung eines Punktes um eine Achse, siehe Zykloide
  • physikalisch den Abrollvorgang eines Rades oder rundlichenen Objektes auf dem Untergrund, siehe Rollwiderstand
  • die Bewegung eines Wasser- oder Luftfahrzeugs um seine LĂ€ngsachse, siehe Rollen (Bewegung)
  • die Bewegung eines Flugzeuges von und zur Parkposition auf der Rollbahn eines Flugplatzes, siehe Taxiing
  • ein Darstellungverfahren fĂŒr Computerbildschirme, um zu große Inhalte wiederzugeben (engl. Scrolling), siehe Bildlauf
  • ein Element auf der Computertastatur, siehe Rollen-Taste
  • ein Vorbereitungsverfahren von Lebensmitteln, siehe Wickeln (Zubereitungsart)
  • umgangssprachlich das Aussprechen eines R-Lautes als Vibrant
  • das Verkosten von FlĂŒssigkeiten, wie Wein, siehe Verkostung
Diese Seite ist eine BegriffsklÀrung zur Unterscheidung mehrerer mit demselben Wort bezeichneter Begriffe.


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Rollen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

StĂŒckgut

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

StĂŒckgutverladung 1920
StĂŒckgut-Spezialladung, Mini U-Boot, fĂŒr Nassau, Bahamas (1964)

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich einzeln am StĂŒck transportieren lĂ€sst:

  • Kollo (Plural Kolli, oft auch Colli, von italienisch collo bzw. französisch colis, engl. trading unit) bezeichnet die kleinste Einheit einer Warensendung: (einzelne) StĂŒcke, die in völlig unterschiedlicher, uneinheitlicher Form und GrĂ¶ĂŸe vorliegen, als EinzelstĂŒck oder Verpackungseinheit (PackstĂŒck, engl. packing unit)
  • StĂŒck (gebrĂ€uchliche AbkĂŒrzung Stck.) bezeichnet immer Kolli derselben Art
  • Sammelgut bezeichnet die Zusammenfassung von gleichen oder verschiedenen StĂŒckgĂŒtern zu einem StĂŒck.

Die StĂŒckmenge ist die MessgrĂ¶ĂŸe des StĂŒckgutes, solange es noch nicht den logistischen Maßnahmen fĂŒr den Transport unterworfen ist. Durch ZĂ€hlen von Kolli oder StĂŒcken wird dabei die StĂŒckzahl als Maßeinheit der StĂŒckmenge ermittelt, wie es etwa manuell, mit ZĂ€hlwaagen oder auf elektronischem Wege geschieht.

Inhaltsverzeichnis

Abgrenzung des Begriffs StĂŒckgut

StĂŒckgut bezeichnet in der Logistik alles, was sich am StĂŒck transportieren lĂ€sst, also ein Gebinde, beispielsweise Kisten, beladene Paletten, Maschinen oder Anlagenteile, Kabel-, Papier- oder Blechrollen und FĂ€sser. Die internationale Bezeichnung ist Kollo (Plural: Kolli). Kein StĂŒckgut ist beispielsweise FlĂŒssiggut oder sind Gase, die ohne eigenen BehĂ€lter in die Transportfahrzeuge gepumpt werden. Sand, Kohle, Getreide und vergleichbare Feststoffe sind SchĂŒtt- oder Sauggut, sofern sie nicht verpackt sind.

Die Begriffe StĂŒckgut und Sammelgut werden hĂ€ufig als synonymes Wortpaar verwendet. WĂ€hrend Sammelgut jedoch die Konsolidierung von Warenströmen zur Steigerung der Gewichts- oder Raumausnutzung von Verkehrsmitteln, vor allem in speditionellen HauptlĂ€ufen beschreibt, ist der Begriff des StĂŒckguts im Rahmen von GĂŒterverkehrssystemen der Ebene der ObjektgrĂ¶ĂŸe zuzuordnen.

  • In Deutschland stellte nach dem Eisenbahn-Reformtarif von 1877 das StĂŒckgut neben dem Eilgut und der Wagenladung ein eigenes Abrechnungskriterium dar.
  • FĂŒr den GĂŒterkraftverkehr fand sich eine legaldefinitorische Abgrenzung des StĂŒckguts vom Ladungsverkehr hinsichtlich der Abfertigungsart im § 4 der Kraftverkehrsordnung (KVO) fĂŒr den GĂŒterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen, in der zwischen der Übergabe zur Verladung (StĂŒckgut) oder Bestellung eines Fahrzeuges (Ladungsverkehr) unterschieden wurde.
In der weltweiten Logistik wird StĂŒckgut meist in Containern transportiert

Bei der Abmessung von StĂŒckgĂŒtern gibt es im Gegensatz zu den klar definierten Gewichts- und GrĂ¶ĂŸenmaßen bei den Paketdiensten (vor allem bei den multinationalen Integrators) keine bestimmten Grenzwerte. Die Gewichtsgrenzen sind hĂ€ufig historisch gewachsene und durch alte, nicht mehr gĂŒltige Gesetze und Verordnungen geprĂ€gt.

Die GrĂ¶ĂŸe von StĂŒckgut liegt meist zwischen dem, was ein Gabelstapler transportieren kann, und den Abmessungen eines 40-Fuß-Containers bzw. der LadeflĂ€che eines LKW. Jedoch sind grĂ¶ĂŸere Abmessungen unvermeidlich, wenn der jeweilige Kollo nicht in Einzelteilen transportierbar und erst am Einsatzort montierbar ist, beispielsweise im Fall von Turbinen fĂŒr ElektrizitĂ€tswerke. Übergroße StĂŒcke erfordern Großraumtransporte, welche eine Teildisziplin der Schwertransporte darstellen.

Bei der GrĂ¶ĂŸenabgrenzung ist grundsĂ€tzlich die Gliederung von 1877 aber auch heute noch im GĂŒterkraftverkehr durch die Segmente Paketdienst, StĂŒckgutverkehr und Ladungsverkehr gegeben. In den letzten Jahren hat sich der Transportmarkt weiter differenziert, so dass heute der Markt in die Bereiche Kurier-, Express und Paketdienst (KEP), Gefahrgut, temperaturgefĂŒhrte GĂŒter, Nahrungsmittel, hĂ€ngende GĂŒter und den Markt von handhabbaren und nicht handhabbaren StĂŒckgĂŒtern eingeteilt werden kann. Die Gliederung des Transportmarktes hinsichtlich dieser Gewichtsgrenzen und der Anzahl der Nutzer verdeutlicht Abbildung 1.

Bei der Untergrenze von StĂŒckgĂŒtern gibt es keine einheitliche Meinung. Sie ist vielmehr im Übergangsbereich zu den Kurier, Express und Paketdiensten (KEP) sowie den multinationalen Integrators festzumachen. Der Gewichtsbereich unter 20 kg wird durch das Postgesetz (PostG) im § 4 eindeutig in einen Briefbereich und einen Paketbereich gegliedert. Alle anderen Gewichtsgrenzen sind nicht (mehr) gesetzlich fixiert. Der nationale KEP-Markt orientiert sich ĂŒberwiegend an der 31,5 kg Grenze mit einer Anhebung bis teilweise 40 kg bzw. 50 kg fĂŒr Standardsendungen. Die gleiche Entwicklung ist auch bei den Integrators zu beobachten, bei denen eine Gewichtsanhebung von 31,5 kg auf maximal 68 kg bzw. 70 kg zu beobachten ist. Der Bundesverband Spedition und Logistik (BSL) empfiehlt ein Mindestgewicht von 50 kg, bzw. bei unpalettiert ĂŒbernommenen GĂŒtern 1.000 kg pro Lademeter. In der Speditionspraxis sind VerrechnungssĂ€tze mit Mindestgewichten von national 50 kg bis international 200 kg ĂŒblich.

Als Obergrenze lassen sich in der Literatur Gewichte von 1.500 bis 3.000 kg finden. WĂ€hrend die untere Grenze eher eine fehlende TrennschĂ€rfe zur Unterscheidung von Direktabholung resp. Direktzustellung vermuten lĂ€sst, wird von vielen Speditionen ein Gewicht von 2.500 kg veröffentlicht, die auch in der amtlichen Statistik beim gewerblichen Fernverkehr angesetzt werden. Die Preisempfehlungen des BSL setzen bei StĂŒckgĂŒtern eine Obergrenze von 3.000 kg an.

MarktfĂŒhrer im StĂŒckgut-Segment ist die Kemptener Spedition Dachser. Zu den Top-Ten-StĂŒckgut-Dienstleistern gehören neben DB Schenker und DHL Logistics auch die Kölner Spedition Emons (Stand 2007).

Unter StĂŒckgut kann somit eine Sendung verstanden werden, die zwischen Absender und EmpfĂ€nger im Haus-zu-Haus Verkehr befördert wird, und ein Gewicht zwischen 50 kg und 2.500 kg hat, die zulĂ€ssige Nutzlast des verwendeten Fahrzeuges sowohl vom Volumen als auch vom Gewicht nicht vollstĂ€ndig ausnutzt und somit in der Regel mit anderen Sendungen zusammen befördert wird.

HĂ€ufig besteht eine Lieferung an einen Kunden aus mehreren einzelnen Teilen. Diese werden zur besseren Handhabung im Transport zu grĂ¶ĂŸeren PackstĂŒcken (Kollo) zusammengefasst, etwa in Kartons verpackt. Diese PackstĂŒcke werden schließlich als einzeln zu handhabende StĂŒcke beispielsweise in einen LKW verladen und beim Kunden wieder ausgeladen.

Die Anzahl der Kolli wird in der Regel auf dem Frachtbrief angegeben. Nur diese, nicht der Inhalt der Kolli, kann und sollte vom Spediteur beim Aufladen ĂŒberprĂŒft werden; denn er haftet in der Regel fĂŒr verloren gegangene Ware und sollte daher sicher sein, auch alles eingepackt zu haben.

Zur ÜberprĂŒfung der VollstĂ€ndigkeit einer Lieferung wird in der Regel auf dem Lieferschein die Anzahl der Kolli angegeben. So kann sofort nach dem Entladen eine erste VollstĂ€ndigkeitsprĂŒfung durchgefĂŒhrt und sichergestellt werden, dass beispielsweise kein Kollo auf dem LKW vergessen wurde.

StĂŒckgut kann auf Pritschenwagen, geschlossenen Lastkraftwagen, in Containern oder im Laderaum von Flugzeugen transportiert werden und erfordert keine speziellen TransportbehĂ€lter.

StĂŒckgut wurde frĂŒher auf StĂŒckgutschiffen und in StĂŒckgutwaggons, u.a. im StĂŒckgut-Schnellverkehr, transportiert. Heute verwendet man hierfĂŒr fast nur noch Container, die sich in verschiedenen Verkehrsmitteln einfach transportieren lassen.

FĂŒr StĂŒckgut gelten spezielle Vorschriften der Ladegutsicherung.

→ Hauptartikel: Transportnetzstruktur

Besonders im Sammelgut- und StĂŒckgutverkehr ergibt sich durch die zunehmenden Bedeutung der Logistik als Wettbewerbsfaktor fĂŒr Industrie und Handel, die Notwendigkeit, flĂ€chendeckende Dienstleistungen anzubieten. Plangesteuerte Distributionsverfahren gelten als veraltet, zentrale Distributionsstrategie erfordern jedoch niedrige Transportkosten und kurze Laufzeiten. Laufzeitunterschiede im „Europa mit Grenzen“ waren und sind bei osteuropĂ€ischen Verkehren auch heute noch plausibel und allgemein akzeptiert. In Zentraleuropa hingegen werden nur noch Entfernungsunterschiede akzeptiert. Der Netzstruktur, als ein wesentlicher Einflussfaktor, kommt daher eine besondere Bedeutung zu.

Netzwerkstrukturen entstehen durch die Anordnung von Knoten (Quellen und Senken von Ladungen) und deren VerknĂŒpfung ĂŒber Kanten (Netzwerkprozesse). Knoten stellen somit Lagerorte und Kanten Transporte dar. Eine Charakterisierung kann ĂŒber die drei Kriterien Stufigkeit, Dichte (Anzahl der im Netzwerk verbundenen Depots) und Dislozierung (rĂ€umliche Verteilung) erfolgen.

Das Marktvolumen ist auf Grund einer schwierigen Datenlage nur eingeschrĂ€nkt bewertbar. 1996 betrug die beförderte GĂŒtermenge im StĂŒckgutverkehr 41 Mio. Tonnen , was 1,4 % der gesamten GĂŒtermenge bedeutet. Vergleiche mit Paketdiensten können nur schwer gezogen werden, da hier das Sendungsaufkommen in Paketanzahl erfasst wird. Der im StĂŒckgutverkehr erwirtschaftete Umsatz belĂ€uft sich nach Lorenz auf 12 Mrd. DM, wobei aktuelle SchĂ€tzungen 14 Mrd. DM angeben. Zu signifikanten Unterschieden im Umsatz gelangt die Marktstudie der UniversitĂ€t Erlangen, wonach schon die Top 50 Unternehmen einen Umsatz im Sammelgutbereich von fast 30 Mrd. DM erwirtschaften.

Infolge der Reduzierung von LagerbestĂ€nden in Industrie und Handel und der damit verbundenen Steigerung der Lieferfrequenz Logistikeffekt, kann es zu erhöhtem Aufkommen an StĂŒckgutverkehren kommen. Da StĂŒckgutverkehre jedoch wiederum mit höheren Kosten verbunden sind, wird mit Konzepten wie z. B. milkrun) versucht Belieferungen zu bĂŒndeln. Eine weitere Steigerung des Aufkommens ist mit der Internationalisierung von Unternehmen und der Vernetzung der Produktionsstandorte zu erklĂ€ren.

Die Sammelgutbranche ist aufgrund der sammelgutaffinen Entwicklungstendenzen zu kleineren GrĂ¶ĂŸen und Gewichten grundsĂ€tzlich als Wachstumsbranche zu bezeichnen.

Siehe auch: PaneuropĂ€ischer StĂŒckgutverkehr

Als Teilmenge der logistischen Dienstleistungen finden StĂŒckgutverkehre zwischen den Produzenten und dem Nachfrager statt. Somit können allgemeine Modelle, wie z. B. das Modell der „blauen Banane“ herangezogen werden. Bei diesem Modell werden Aktiv- und PassivrĂ€ume in Europa dargestellt. Die ĂŒberwiegend zwischen und innerhalb dieser und den angrenzenden Regionen stattfindenden Transporte bestimmen die rĂ€umliche Struktur der StĂŒckgutverkehre. Ein weiteres Modell zur Beschreibung von StĂŒckgutverkehren basiert auf der Erreichbarkeit einer Region. Hier kann z. B. der Peripherieindex herangezogen werden. Bezogen auf die Bevölkerung und den LKW zeigt eine positive Erreichbarkeit fĂŒr Zentralpolen und Westungarn, die vergleichbar mit Norditalien und Zentralfrankreich ist. Eine von Miebach Logistics durchgefĂŒhrte Studie zur Standortwahl in Ostmitteleuropa (1998) nennt Posen, Prag, Brno und Bratislava als ideale Standorte fĂŒr nationale oder regionale Distributionslager.

Die meisten Speditionen sind in BĂŒnden organisiert (z. B. VTL (Vernetzte-Transport-Logistik GmbH); 24plus logistics network; CTL; CargoLine; IDS; S.T.a.R., Systemgut; System Alliance). Diese BĂŒnde arbeiten mit GĂŒterverteilungszentren an Verkehrsknotenpunkten (Verteilerzentren). Ähnlich wie bei Paketdienstleistern ĂŒberspannt ein Netz aus Linienverkehren und Knotenpunkten den gesamten Zustellungsbereich, so können die Lastkraftwagen optimal eingesetzt und ausgelastet werden. Diese Art von Logistik nennt man "Systemverkehr".

Beispielhaft fĂŒr den Systemverkehr ist z. B. der Warenumlauf bei großen Handelsketten wie Kaufland. Das fĂŒr den Bereich Schweinfurt / Kitzingen zustĂ€ndige Warenlager befindet sich in Donnersdorf. Lkws eines bei Kaufland beschĂ€ftigten Fuhrunternehmens liefern beispielsweise StĂŒckgut (z. B. Wein und Kleidung) von diesem Verteilerzentrum nach SĂŒdfrankreich, der Lkw nimmt dort eine andere Ware auf, liefert nach Nordspanien und kehrt dann wieder mit Ware, deren Zielort in Mitteleuropa liegt, zurĂŒck zum Ausgangspunkt. Leerfahrten werden so notwendigerweise vermieden. Diese Route wird regelmĂ€ĂŸig gefahren, sie ist deshalb ein Linienverkehr. NatĂŒrlich trifft dies auch auf StĂŒckgut aller Art zu, der stĂ€ndige Kostendruck auf die Fuhrunternehmer zwingt diese zu Rationalisierungsmaßnahmen, StĂŒckgut kann nun also nicht mehr einzeln geliefert es muss gemeinsam mit StĂŒckgut,bzw. anderer Art der Ladung, zu einer großen Sendung zusammengefasst werden. Die mittlerweile beinahe tĂ€glich zwischen großen StĂ€dten pendelnden Linienverkehre ermöglichen so eine kosteneffiziente Methode des Transports.

[Bearbeiten] Andere TransportgĂŒter

  • Frachtgut
    • Containergut
    • FlĂŒssiggut
    • Greifergut
    • Massengut
    • Sauggut
    • SchĂŒttgut


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel StĂŒckgut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

SchĂŒttgut

aus www.fmg-rollen.com, der freien EnzyklopÀdie

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter SchĂŒttgut (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Siloanlage SchĂŒttgĂŒter
Sand gehört zur Klasse der SchĂŒttgĂŒter

Der Begriff SchĂŒttgut bezeichnet ein körniges oder auch stĂŒckiges Gemenge, das in einer schĂŒttfĂ€higen Form vorliegt. Bestimmt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut durch die KorngrĂ¶ĂŸe und der Kornverteilung, sowie die SchĂŒttdichte, den SchĂŒttwinkel, die Feuchtigkeit und der Temperatur.[1]

SchĂŒttgĂŒter werden in zwei Gruppen unterschieden:

  • kohĂ€sionlose, freifließende SchĂŒttgĂŒter
  • kohĂ€sive, zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter

Die Bezeichnung „SchĂŒtten” ist ein aus den DIN-Normen des Transportwesens und der Verfahrenstechnik definierter Begriff mit dem Umgang von SchĂŒttgĂŒtern. Eine SchĂŒttung, insbesondere die lose SchĂŒttung, bezeichnet GĂŒter, die sich in einem BehĂ€ltnis frei bewegen können oder nicht anderweitig in ihrer Lage gesichert sind.

Die SchĂŒttgutmechanik beschĂ€ftigt sich mit Lager- und Transportbedingungen von SchĂŒttgĂŒtern wie SchĂŒttwinkel (Reibungswinkel), Ausflussverhalten von Silos, Fluidisierung und SchĂŒttdichte. Nach Überschreiten einer Aktivierungsenergie können sich SchĂŒttgĂŒter wie ein Fluid verhalten, also fließen. Die Partikel bleiben dabei im Wesentlichen erhalten oder verĂ€ndern ihre Form auf dem Transportweg nicht. Die wichtigste KenngrĂ¶ĂŸe hierfĂŒr ist die RieselfĂ€higkeit. Physikalisch behandelt werden die Eigenschaften von SchĂŒttgut in der Theorie der granularen Materie.

Inhaltsverzeichnis

Salz als Berg (Halde) aufgeschĂŒttet

Zu den SchĂŒttgĂŒtern zĂ€hlen Baustoffe wie beispielsweise Oberboden, Sand, Kies und Zement sowie Rohstoffe wie etwa Erz, Kohle oder Streusalz. Weiterhin gehören Lebensmittel wie Getreidesorten, Zucker, Salz, Kaffee und Mehl zur Gruppe der SchĂŒttgĂŒter. Pulverförmige GĂŒter wie Pigmente sowie FĂŒllstoffe, Granulate und Pellets lassen sich ebenfalls zuordnen.

SchĂŒttgĂŒter werden aufgrund ihrer Stoffeigenschaften oftmals in Silos oder Bunkern gelagert. Je nach Stoffeigenschaft unterscheidet man freifliessende und zusammenhaltende SchĂŒttgĂŒter. Erstere sind problemlos mit beispielsweise einer Zellenradschleuse oder mithilfe eines Schiebers auszutragen. Bei schwierigen (komplexen) SchĂŒttgĂŒter beispielsweise bei kohĂ€siven, hygroskopischen, entmischenden, schießenden, nicht fließfĂ€higen oder pastösen SchĂŒttgĂŒter ist die Austragung (speziell die genau dosierte), mehr als anspruchsvoll. Stoffe mit den beschriebenen Eigenschaften können problemlos mit einem Kippbalkenboden ausgetragen werden. Ware, die witterungsunempfindlich ist, kann auch im Freien gelagert werden. Bei der Beförderung unterscheidet man kontinuierlichen, also ununterbrochen fließenden, und diskontinuierlichen Transport.

Zu den kontinuierliche Transportverfahren zĂ€hlen einfache Einrichtungen wie SchlĂ€uche und Rohre (so genannte pneumatische Förderung), aber auch komplexe Systeme wie Bandstetigförderer (Muldengurtförderer, Fördergurt), Kettenstetigförderer, Schwingförderer und Becherwerke sowie Zellenradschleusen zum Austragen und Eindosieren. Des Weiteren dient die Doppelpendelklappe zur Beförderung von grobem SchĂŒttgut. Diskontinuierlicher Transport erfolgt bei SchĂŒttgut-Silos oder -Bunkern (etwa bei Schiffen, dort auch als StĂŒrzgut bezeichnet) in Mulden- und Hochbordfahrzeugen (Straße und Schiene) sowie in Silowagen, Silofahrzeugen, Sattelauflieger mit Schiebeboden und als Sackware oder in Bigbags.

In der SchĂŒttguttechnik beschĂ€ftigt man sich mit der funktionsgerechten Auslegung von Apparaten der mechanischen Verfahrenstechnik, insbesondere Silos. Durch Kenntnis experimentell ermittelter SchĂŒttguteigenschaften ist eine Siloauslegung mit dem Ziel der Vermeidung von Ausflussstörungen, wie Schachtbildung, BrĂŒckenbildung oder Entmischung möglich.

Experimentell ermittelte Eigenschaften sind:

  • die SchĂŒttgutfestigkeit,
  • die SchĂŒttdichte,
  • der effektive Reibungswinkel,
  • der Wandreibungswinkel
  • Transportgut
  • Sauggut
  • Massengut
  • StĂŒckgut
  • FĂŒllgut
  1. ↑ SchĂŒttgut Tagung
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 508 S. m. 350 Abb., Springer Verlag Berlin, ISBN 978-3-540-34082-9
  • DIN EN 1991-4: Einwirkungen auf Tragwerke - Teil 4: Einwirkungen auf SchĂŒttgut-Silos Deutsche Fassung EN 1991-4:2006, 119 S., Beuth Verlag GmbH
  • Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter: Fliesseigenschaften und Handhabung. Springer 2006
  • Dietmar Schulze: Pulver und SchĂŒttgĂŒter, Fließeigenschaften und Handhabung, 377 S., Springer Verlag Berlin, ISBN 3-540-34082-3


Unsere Statistiken erreichen Sie hier

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel SchĂŒttgut aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.